Am Montag hab ich mal wieder festgestellt, dass kleine Konzerte von Künstlern jenseits des Superstar-Images einfach viel besser sind als die der Madonnas und Rihannas dieser Welt. Alles wirkt spontaner und weniger aufgesetzt. So spielte vor zwei Tagen auch Kate Nash ein fantastisches Konzert mit ein paar Überraschungen…

Supported wurde sie von der All-Girl-Band The Tuts, die meiner Meinung nach sehr gut zu Kate’s Musik passt. Bekleidet mit ihren eigenen Merchandise-Shirts, Glitzer im Gesicht und Blumen im Haar spielten sie eine halbe Stunde lang rockig punkige Songs. Ein Mädchen aus dem Publikum durfte sogar ein Lied gemeinsam mit der Band singen. Sie hatte nämlich einen ihrer Songs gecovert und ein Video davon auf deren Facebook-Seite gepostet. Später wurde sie dann nochmal von Kate Nash auf die Bühne geholt. Die hatte ihr bei einem früheren Konzert in München zum Geburtstag ein Ständchen gesungen. Und obwohl sie dieses mal gar nicht Geburtstag hatte, bekam sie trotzdem einen Birthdaysong – einfach nur weil sie da war. Die hat vielleicht Glück.

Nach kurzer Pause ging es dann schon mit Kate Nash weiter. An der Rückseite der Bühne war eine riesige Leinwand aufgebaut und überall standen alte Retrofernseher. Noch bevor die Sängerin auf die Bühne kam, lief darauf ein kleines Musikvideo in dem Kate den Song “You Don’t Own Me” singt, der im Original von Lesley Gore aus den 60ern ist. Danach spazierte die Band – ebenfalls nur Frauen (in Röcken und bauchfreien Shirts) – auf die Bühne und es ging sofort mit dem Lied “Sister” los.

Für den Song “Girl Gang” holte sie sich gut zwei Dutzend Mädchen aus den ersten Reihen auf die Bühne, die mit ihr tanzen durften (ich stand natürlich mal wieder am falschen Platz). Die Männer von der Security tauschten schon besorgte Blicke, aber es ging alles gut. Der Song ist ein Cover von einem Lied der Band Fidlar, das eigentlich Cocaine heißt. Jemand hat aber anstatt Cocaine immer Girl Gang verstanden und so wurde der Song dann einfach umgetauft und etwas abgewandelt.

Als sich das Konzert langsam dem Ende zuneigte, sprang Kate beim letzten Song von der Bühne mitten in die Menge. Dort spielte sie total in die Musik vertieft weiter auf ihrem Bass, ging in die Knie, legte sich mit dem Rücken auf den Boden und spielte immer weiter. Und auf einmal war sie verschwunden. Keiner wusste wohin, alle schauten verwirrt umher. Und plötzlich tauchte sie wieder auf und spazierte, gefolgt von einem aus ihrer Crew, der sie mit einer Taschenlampe anleuchtete (sozusagen als Scheinwerferersatz), zurück zur Bühne.

Es gab dann noch zwei Songs als Zugabe. Der letzte war “Lullaby For An Insomniac”, den sie komplett ohne instrumentelle Begleitung sang. Wunderschön!

Insgesamt kann ich sagen, dass sich Kate Nash was ihre Musik betrifft sehr verändert hat. Aus dem Mädchen am Klavier wurde eine freche Rockerin mit Gitarre in der Hand. Der schönste Satz, den ich an diesem Abend gehört habe, war: life is short, so do what you want! (Kate Nash)

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