Konzert: Sportfreunde Stiller – 28.10.2013 – Kongress am Park

Letzte Woche war ich in vielerlei Hinsicht auf einem ganz besonderen Konzert. Es war nämlich ein Konzert einer großen und bekannten Band in Augsburg (Besonderheit 1…obwohl Augsburg keine Kleinstadt ist, kriegt man hier sowas nicht all zu oft zu sehen).

Auch wenn ich es schon so oft erwähnt habe, aber: der Schlagzeuger dieser Band ist genauso wie ich in Schrobenhausen aufgewachsen. Darum und auch weil mich ihre Musik schon seit sehr vielen Jahren begleitet, war es für mich ein ganz besonderes Highlight diese Band endlich einmal live zu sehen (Besonderheit 2).

Genauso wie ich sind fast alle Schrobenhausener total begeistert von den Sportfreunde Stiller. Ich war überaus glücklich, dass ich zwei Tickets für das Konzert in Augsburg, das innerhalb weniger Tage ausverkauft war, bekommen habe (Besonderheit 3). Endlich mal nicht mit dem Zug nach München fahren müssen, sondern bequem zu Fuß hinspazieren können!

Ich wusste anfangs noch gar nicht, wen ich mit zum Konzert nehmen würde. Als ich aber dann meiner Mama davon erzählte, fragte sie mich hoffnungsvoll wie ein kleines Kind an Weihnachten, ob sie mitkommen dürfe. Wer kann da schon nein sagen?! Also war das mein erstes Konzert mit Mama (Besonderheit 4).

Genauso erwartungsvoll und mit hellwachem Blick stand sie dann auch neben mir im Saal. Doch da war sie nicht die einzige. Obwohl der Umbau nach der Vorband “Young Aviators” (Irland) nur eine halbe Stunde dauerte, fing das Publikum alle paar Minuten zu klatschen und rufen an, um die Sportfreunde endlich auf die Bühne zu locken. Sogar die Technik-Crew konnte es scheinbar nicht erwarten die Drei endlich spielen zu sehen. Ganze fünf Minuten stand ein Crewmitglied mit Peters Gitarre in der Hand vorm Bühneneingang, um sie ihm beim Betreten sofort in die Hand zu drücken. Dann wurde es plötzlich dunkel und wie aus dem nichts taucht Flo am Schlagzeug auf, dann Peter und Rüde links und rechts neben ihm. Der erste Song: Hymne auf dich. Bei Alles Roger sehe ich ein Crewmitglied, das am Rand der Bühne steht, im Takt mitwippen und singen. Ja, diese Band reißt wirklich mit. Je nach Stimmung des jeweiligen Songs wird getanzt, gesprungen, mitgesungen…ein Pärchen vor mir sieht sich bei jedem halbwegs romantischen Satz tief in die Augen. Vielleicht ist ein Zwei-Meter-Riese da doch die bessere Alternative.

Mitreißen hin oder her: als bei Wunderbaren Jahren ein paar Spackos vor uns anfingen zu pogen, war es zumindest bei mir mit der guten Laune kurzfristig vorbei. Viele andere schienen das genauso zu sehen (die Anspielung auf den Song Siehst du das genauso ist nicht beabsichtigt :P). Schlagartig stoben die Menschen rund um die wilde Meute auseinander und versuchten sich in Sicherheit zu bringen. Auf blaue Flecken hatte keiner Lust. Ich schaute mich schon etwas hilfesuchend nach den Securities um, aber wenn man die einmal braucht kommen die natürlich nicht. Naja, das Lied mussten wir eben mit verrückten Menschen vor uns aushalten. Danach legte sich das Ganze zum Glück wieder.

Peter, Rüde und Flo sind wirklich sehr sympathische Menschen. Egal ob sie auf der Bühne rumalbern, sich gegenseitig auf den Arm nehmen oder dem Publikum kleine Geschichten erzählen, man muss sie einfach mögen. Flo erzählt, dass er zu Augsburg eine ganz besondere Bindung hat, da er in Schrobenhausen, einer Stadt ganz in der Nähe aufgewachsen ist. Er erzählt vom früheren Augsburger Bischof Mixa, der nach Bekanntwerden diverser Vorfälle von Kindesmissbrauch hier in der Gegend ziemlich in Ungnade gefallen ist. Dieser Bischof war früher Stadtpfarrer in Schrobenhausen und Flo einer seiner Ministranten. Allerdings nicht lange. Da er beim Läuten der Glöckchen immer den Rhythmus von Hells Bells klingelte, wurde er ziemlich bald aus der Kirche verwiesen ;) Angeblich soll sogar die Geschichte hinter 7 Tage, 7 Nächte so hier in Augsburg passiert sein.

Leider dauerte das Konzert nicht ewig. Schon nach knapp 45 Minuten verabschiedeten sich die Sportis zum ersten mal. Überall Verwunderung und Verärgerung. Sollte das etwa schon alles gewesen sein? Doch es ging weiter. Bei Wunder fragen nicht fliegt jede Menge Glitzer ins Publikum. Später stellt sich Peter an den Rand der Bühne, winkt die Leute zu sich und springt. Und was soll ich sagen: BAM! Ich stand endlich mal an der richtigen Stelle. Peter wird auf Händen getragen, auch von meinen.

Zurück auf der Bühne wird dann einmal Reise nach Jerusalem gespielt. Rüde spielt Klavier, Peter sitzt am Schlagzeug, ein Techniker übernimmt Peters Gitarrenpart. Und Flo? Der spielt Mandoline und bei Es muss was Wunderbares sein (von mir geliebt zu werden) singt er sogar.

Doch jedes Konzert muss leider irgendwann zu Ende gehen. Nach New York, Rio, Rosenheim ist Schluss. Die Sportfreunde Stiller verbeugen sich, rufen ein letztes “Dankeschön, Augsburg!” ins Publikum und gehen verschwitzt aber sichtlich zufrieden von der Bühne. Die Lichter gehen an und die Leute drängeln schon in Richtung Ausgang. Ich schau nach rechts. Da steht meine Mama und guckt noch immer mit großen Augen auf die Bühne, die Hände leicht erhoben – bereit zum Klatschen. Vielleicht kommen sie ja nochmal zurück…

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