Interview mit We Destroy Disco

Morgen feiert die Band We Destroy Disco den Release ihrer EP It’s Always A Bad Time. Wer gerade in Augsburg ist und für morgen Abend noch nichts vorhat, sollte sich diese Party nicht entgehen lassen! Alle anderen ebenso wenig (nähere Infos zum Konzert unten). Im Vorfeld durfte ich ein kleines Interview mit der Band führen.

We Destroy Disco

Ihr habt es tatsächlich geschafft, über Crowdfunding genug Geld für eure CD, ein Video, Merchandise usw. zu sammeln. Was ist das für ein Gefühl?

Bärry Schon schön!

Lukas Wir haben ja drauf spekuliert. Aber es ist schon krass, dass es doch so viele Leute gibt, die sagen: „Wir zahlen da jetzt wirklich Geld dafür, für eure Musik“ und nicht einfach nur so „Ja, schauen wir mal.“ Das haben wir halt früher oft gehabt, dass man ein Konzert gespielt hat und Leute, Freunde sind vorbei gekommen. Aber das war nicht damit verbunden, dass jemand sagt, er ist bereit dafür Geld auszugeben. Das ist schon ein bestätigendes Gefühl.

Bärry Es ist schon ein schönes Gefühl. Wir haben es auch mehrmals begossen, diesen Crowdfunding-Erfolg. Wir haben schon drauf gehofft, aber dann doch nicht mit so viel gerechnet. Wir haben ja auch 400 Euro mehr eingenommen und das ist schon eine feine Sache.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, zur Finanzierung Crowdfunding zu nutzen?

Tobi Wir haben die letzten Jahre  alles auf eigene Kappe gemacht. Viele Leute haben im Voraus immer gesagt, sie würden was kaufen, wenn da was da wäre. Und dann kam eben die Idee, man kann das ja fremd- und massenfinanzieren. Und das ist eigentlich der Grund, dass wir nicht so viel Geld vorschießen wollten und konnten und deswegen gleich auf die Karte gespielt haben, dass die Leute sowieso die CD kaufen würden. Das gibt uns natürlich auch tolles Feedback und ein tolles Gefühl, wenn man so nah am Menschen steht und ich glaube, die Leute, die uns das finanziert haben, die stehen auch ganz nah an uns und sehen sich nun in gewisser Weise auch als Teil des Projekts und deswegen ist wohl auch so viel zusammen gekommen.

Welcher ist euer Lieblingssong der EP?

Bärry X=Y und Times New Roman sind, glaube ich, die zwei Meisterwerke…

Tobi Das ist schon die Flagge unter der die EP fährt. Der Rest ist auch ziemlich gut.

Lukas Das liegt auch einfach daran, dass einem die alten Songs wie z. B. Wellington – den haben wir schon vor drei Jahren gespielt – irgendwann zum Hals raus hängen.

Wie läuft bei euch das Schreiben neuer Songs ab?

Grüni Unterschiedlich. Wir haben unseren Modus geändert.

Lukas Normalerweise klimpern wir halt irgendwas auf der Gitarre und die anderen beiden spielen was dazu und dann singt Tobi erst mal in Fantasiesprache irgendwelche Melodien. Die Wörter formen sich zu einem Text und dann muss er natürlich auch schauen, dass er einen sinnvollen Text dazu schreibt. Aber der Gesang kommt normalerweise immer erst zum Schluss. Außer bei unseren zwei neuesten Songs. Wir haben die Songs geschrieben. Es gab einen Text und der hat nur zufällig ungefähr gepasst.

Tobi (lacht) Ja, das klingt jetzt sehr unromantisch.

Welche Musik hört ihr selbst gerne?

Tobi Nicki Minaj

Grüni Querbeet eigentlich. Techno…

Bärry Hip Hop, also eigentlich alles bzw. jeder was anderes.

Tobi Ich glaube, die Musik, die wir machen, würden wir privat nicht hören. Uns gefällt unsere Musik und ich glaube, dass wir auch nicht mehr dieses klassische Indie-Dings sind. Wir haben jetzt unseren eigenen Sound gefunden. Man kann es Indie nennen, man kann es Rock nennen, man kann es Pop nennen, man kann es – so wie wir – Monumental Pop nennen. Aber es ist eben tatsächlich ein sehr definierter Sound, den wir zwischenzeitlich präsentieren können. Und das liegt einfach auch daran, dass wir so breit gefächert aufgestellt sind in unseren Musikgeschmäckern. Wir kommen alle aus wirklich komplett anderen Schulen. Bärry hat früher mal in einer Hardcoreband gespielt, ich hab klassischen Gesangsunterricht bei den Domsingknaben gehabt. Der Sound ist ein Produkt aus ganz langen, gemeinsamen Erfahrungen, weil ich mit Chris seit neun Jahren Musik mache und mit Grüni seit 2008. Und auch immer in unterschiedlichen Konstellationen und Formationen und Bandnamen. Und daher gehend ist unser Sound dann einfach auf einem sehr heterogenen Kompost gewachsen.

Bärry Was auch immer das heißt. (lacht)

Welche Tipps habt ihr für junge Musiker?

Lukas Einfach weiter machen, auch wenn es gerade nicht so läuft. Solche Phasen hat jeder mal, in denen keiner mehr Bock hat. Wo man dann auch einfach keine neuen Songs schreiben kann. Da muss manchmal auch erst mal alles andere im Leben voran gehen. Einfach dran bleiben.

Grüni Auch einfach ausprobieren mit verschiedenen Sounds und Instrumenten. Alles was man irgendwie in die Hände bekommen kann.

Tobi Und nicht so bierernst sein. Wenn was nicht klappt, dann klappt es halt nicht. Man kann auch gerne was ausprobieren und wenn es scheiße ist, kann man das immer noch nach zwei Monaten tilgen.

Grüni Wir haben das auch selber ganz oft gemacht, dass wir Songs nochmal von Grund auf umgekrempelt haben. Wichtig ist, dass man zuerst ein Grundgerüst hat mit dem man klar kommt und das kann man in jede Richtung drehen, wie man möchte.

Bärry Weiter machen!

Tobi Keep on going! The show most go on!

Wie geht es bei euch jetzt weiter? Was sind eure nächsten Ziele?

Bärry Weltruhm! Die Weltherrschaft!

Lukas Jetzt erst mal Konzerte spielen und dann wieder eine neue Platte aufnehmen. Wir haben schon ein paar neue Songs geschrieben in letzter Zeit.

Bärry Weiter machen. Mal schauen, wohin das führt. Es liegt ja nicht in unseren Händen, ob es ankommt und bei wem es ankommt.

Lukas Jetzt müssen wir erst mal abwarten, ob sich mehr Leute finden, die sagen, sie wollen das hören, sie wollen Konzerte von uns sehen.

Tobi Wir haben schon eine kleine Tour zusammengestellt. Wir spielen in Berlin, in Hamburg, in Braunschweig, also auch außerhalb von Bayern. Jetzt wo die Kiste rollt, nehmen wir die Fahrt noch mit. Uns bleibt also nur die Flucht nach Vorne!

Danke für das Interview!

Bärry Sehr gerne!

Zum Schluss noch ein paar Infos zum Konzet…

Wo: Glyzerin, Augsburg

Wann: 17.10.2014, Einlass 20 Uhr

Wer: King The Fu 21:15 Uhr, We Destroy Disco 22 Uhr, Aftershowparty mit drei DJs ab 23 Uhr

Eintritt: 8 Euro

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