Enno Bunger – Wir sind vorbei

Ich höre selten Musik mit deutschen Texten. Ich finde, dass das bei den meisten Musikern einfach komisch klingt. Vor allem Klavier und deutsche Texte waren bisher etwas, das für mich überhaupt nicht zusammenpassen wollte. Bis ich die Musik von Enno Bunger gehört habe. Da scheint alles zu passen. Die Texte hören sich nicht gestelzt an, sondern klingen eher wie Gedichte und auch Klavier und Gesang harmonieren wunderbar. Ich hab mir einige Videos von TVNoir mit ihm angeschaut und nach seinem Konzert im Provino Club dann auch das aktuelle Album Wir sind vorbei gekauft. Enno Bunger hat die meisten Songs darauf nach dem Ende einer langen Beziehung geschrieben. Darum verwundert es auch nicht, dass 90 Prozent der Platte aus melancholischen und düsteren Liedern besteht.  Eines meiner liebsten Stücke ist auf jeden Fall Abspann. Davon habe ich mir sogar die Noten geholt. Das schönste der traurigen Lieder ist aber definitiv Regen. Enno Bunger schafft es, Gefühle und Gedanken auf eine Art und Weise in Worte zu verpacken, so dass jeder sich darin wiedererkennt. Oder zumindest ich mich.

Auf dem Album sind aber auch ein paar fröhliche Songs oder sagen wir lieber fröhlichere. So ganz schafft es das Glück nie, die Niedergeschlagenheit zu vertreiben. So klingt z. B. Euphorie immer noch etwas zu schwerfällig und nicht locker genug. In dem Song geht es – eben wie der Titel schon sagt – um Euphorie, aber so richtig spüren kann man die leider nicht. Dafür kommt die Leck-mich-am-Arsch-Einstellung beim Song Die Flucht umso deutlicher rüber. Yay!

Etwas ganz Wichtiges möchte ich zum Schluss noch loswerden. Mein Klavierlehrer drängt mich schon seit Jahren dazu eigene Songs zu schreiben. Vor kurzem hat er es geschafft, dass ich wirklich damit angefangen habe.  Und zum ersten Mal habe ich ernsthaft darüber nachgedacht, den Text auf Deutsch zu schreiben. Enno Bunger hat mich sozusagen dazu inspiriert. Ich habe es auch versucht und ein paar Zeilen geschrieben. Nur leider hört es sich bei mir zu sehr nach Schlager an. Deswegen habe ich die Idee doch wieder verworfen. Auf Englisch hört sich so gut wie alles perfekt an. Im Deutschen muss man aber wesentlich mehr Fingerspitzengefühl beweisen. Und das habe ich anscheinend noch nicht. Also doch wieder Englisch. Eine Strophe sowie der Refrain stehen schon. Sollte er irgendwann mal ganz fertig sein, werdet ihr ihn auf jeden Fall zu hören bekommen!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s