Konzert: The Ramona Flowers – 06.12.2014 – Strom

Normalerweise sind Vorbands ja immer so kleinere Übel, die man eben über sich ergehen lässt. Denn seien wir mal ehrlich: man kennt sie nicht, interessiert sich eigentlich auch nicht für sie und im Grunde genommen verzögern sie nur den Auftritt derer, wegen denen man doch letztlich hier ist. Versteht mich nicht falsch: ich habe schon tolle Musiker kennen gelernt, nur weil sie mal Support von jemandem waren. Aber wenn es keine Vorband gibt, ist das eben doch…irgendwie…besser.

In diesem Sinne fand letzten Samstag eine kleine Premiere statt. Ich war nämlich zum ersten Mal nur wegen der Vorband auf einem Konzert! Meine Schwester meinte zwar, dass es doch totaler Quatsch wäre, nur Aufgrund der Vorband hinzugehen. Aber eigentlich ist es doch egal, ob ich wegen denen oder dem Hauptact dort bin. Also bin ich am Samstagabend nach München gefahren, um The Ramona Flowers zu sehen, die als Support von Lamb auftraten.

Es ging also zuerst mit dem Zug nach München und danach mit den Öffentlichen zum Strom, einem Liveclub wo das Konzert stattfand. Normales Prozedere eben und trotz mehrmaligem Umsteigen auch kein großes Problem. Denkste! Obwohl ich dort schon mal ein Konzert besucht habe, habe ich es geschafft, mich auf grandiose Art und Weise im Untergrund zu verlaufen und irgendwo falsch rauszukommen. Ich kam also dementsprechend knapp beim Strom an, was ich aber nicht schlimm fand, da der Club eh ziemlich klein ist und das Konzert nicht ausverkauft war. Trotzdem war es unglaublich voll! Während dem Konzert war es unmöglich sich auch nur einen Zentimeter zu bewegen. Ständig hatte ich den Ellenbogen von meinem Hintermann im Rücken und die Locken vom Mädchen vor mir im Gesicht. Nicht schön! Ich will wirklich nicht wissen, wie voll es dort ist, wenn ein Konzert mal ausverkauft ist!

Die wunderbaren Ramona Flowers haben das aber alles wieder wettgemacht. Leider haben sie nicht annähernd so viele Songs gespielt, wie ich es mir gewünscht hätte. Dafür klangen die wenigen umso authentischer und sie wirkten, als ob sie unglaublich viel Spaß hätten. Ein eindeutiges Indiz dafür ist immer, dass sogar die Bandmitglieder mitsingen, die nicht mal ein Mikrophon haben!

Der Sänger erinnerte mich mit seiner Schmalztolle übrigens total an die Popper der 80er Jahre. Vielleicht lag es aber auch daran, das die fünf Herren aus England vom Alter her einfach näher bei meinen Eltern lagen als bei mir. Auch Lamb waren etwas älter als ich eigentlich dachte. Während ich eigentlich kaum etwas über das Duo wusste, hat mir beim Konzert jemand erzählt, er hätte sie vor 13 Jahren das erste Mal gesehen. Ein anderer dass er sie 1997 zufälligerweise bei Rock im Park entdeckt hätte. Da war ich gerade mal fünf Jahre alt…Vor allem dem Keyboarder hat man angemerkt, dass die Band in den 90ern gegründet wurde. Bei jedem Song streckte er wie ein 08/15-DJ seinen Zeigefinger in die Luft und nickte im Takt. Äh…ja.

So oder so war auch die Musik etwas anders als ich sie mir vorgestellt habe. Irgendwie lauter und krasser. Zumindest die ersten Songs, bis sie dann mal ein paar ruhigere Lieder spielten, die echt schön waren. Vor allem Gabriel hat mir soooo gut gefallen. Ein Teil des Publikums wollte aber anscheinend lieber die lauten Sachen hören. Ihr da, die in der vorderen linken Ecke standen, ja, genau euch meine ich. Ständig schrien sie was in Richtung Bühne und störten das Konzert. Gegenüber den Musikern finde ich sowas total unfair und respektlos! Dafür haben die aber echt cool reagiert. Als es ihnen zu blöd wurde, haben sie einfach mal ein ernstes Wörtchen mit besagten Herrschaften gesprochen und ihnen unmissverständlich mitgeteilt, dass sie sich gerne verziehen können, wenn ihnen das Konzert nicht gefällt. Geblieben sind sie trotzdem. Was danach noch so passierte, kann ich leider nicht sagen. Das Konzert hat recht spät angefangen und da ich meinen letzten Zug erwischen wollte (und auch noch ein paar U-Bahnen ausfielen), musste ich leider vor Ende des Konzerts gehen. Auf dem Strom scheint ein Fluch zu liegen. Auch beim letzten Konzert dort, konnte ich nicht bis zum Schluss bleiben.

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