Letzte Woche spielte der Singer-Songwriter Benni Benson ein Konzert in der Metzgerei. Ich durfte ihn interviewen und Fragen zu seiner Songauswahl und seinen musikalischen Anfängen stellen.

Normalerweise coverst du ja keine Songs. Warum hast du dich dazu entschieden, es heute ausnahmsweise doch zu tun?
Ich spiele gern in Augsburg, im letzten Jahr habe ich aber – für mein Empfinden – sehr oft in Augsburg gespielt. Ich wollte mich und die Leute, die zu den Konzerten kommen, nicht mit den immer gleichen Songs langweilen. Darum dachte ich mir, wenn ich mal wieder in Augsburg spiele, muss das was Besonderes sein.
Die Gäste des heutigen Konzerts konnten über Facebook Songs vorschlagen, wovon du dir dann einen ausgesucht hast. Möchtest du mir im Vorfeld schon verraten, für welchen du dich entschieden hast?
Nein (nach langem Betteln, hat er ihn mir dann doch noch verraten ;)). Ich würde sagen, dass jeder auf seine Kosten kommt. Ich hab mir einen Song ausgesucht, das ist Jein. Wobei ich natürlich etwas Eigenes daraus gemacht habe, da ich ja kein Hip-Hopper bin. Aber ich glaube, dass es ganz lustig geworden ist.
Warum hast du dir diesen Song ausgesucht?
Der Song passt eigentlich gar nicht zu mir, deswegen fand ich es ganz witzig etwas Eigenes daraus zu basteln.
Wie lange machst du schon Musik?
Ich hab mit neun Jahren mit Posaune angefangen. Das hab ich drei Jahre lang gemacht, so ganz klassisch im Musikverein. Posaune fand ich cool, aber ich hab gerne gesungen und mich hat es irgendwann gestört, dass ich mich mit der Posaune nicht selbst begleiten kann – wie auch, wenn man da so ein Ding im Gesicht hat. Als ich Leute gesehen habe, die Gitarre spielen und singen, fand ich das so cool, dass ich mir dachte: Wow, das will ich auch machen. Und dann kam irgendwann die Gitarre ins Haus.
Wie bist du auf deinen Künstlernamen gekommen?
Das ist eine ganz langweilige, blöde Geschichte. Ich hab früher in einer Bar gearbeitet. Irgendwann kam mal ein Freund, der sagte: „Benson, bring mir mal ein Bier!“ Dann kamen immer mehr Leute, die Benson zu mir sagten anstatt Benni. Benjamin sagt eh keiner – außer meiner Mutter.
Woher kommen die Ideen für deine Songs?
Ganz viel ist autobiografisch. Ich versuche aber gerade, ein bisschen davon wegzukommen und möchte auch Geschichten erzählen, die ich beobachte und spannend finde. Ich schreibe z. B. gerade an einem Lied über ein altes Ehepaar. Das kommt zwar auch ein bisschen aus meiner Familie, aber ich versuche es aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen. Und natürlich verarbeite ich ganz viel von mir selbst in meinen Liedern.
Du bist selbst Lehrer an einer Musikschule. Welchen Tipp würdest du jedem jungen Musiker geben?
Eigentlich ist es ganz offensichtlich, aber ich stelle im Unterricht immer wieder fest, dass es für einige doch nicht so offensichtlich ist: zuhören! Man muss wirklich lernen zuzuhören. Als ich mit Gitarre angefangen habe, habe ich einen Song gehört und dachte mir: „Ich muss diesen Song lernen! – Es gab kein Internet – aber ich muss diesen Song lernen! Wie mach ich das?“ Also hab ich den Song so lange angehört, bis ich es nachspielen konnte. Heute geht man auf Youtube und schaut da nach – das ist schon cool, ich mach das selber auch. Aber gerade für’s spätere Musizieren mit anderen Leuten zusammen: ich kann nur selbst gut klingen, wenn ich weiß, was die anderen machen. Man muss wirklich gut zuhören können, weil Musik nun mal über’s Ohr funktioniert.

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