Andere verreisen während ihrem Urlaub, ich gehe auf Konzerte. Tatsächlich sind es nun vier Stück innerhalb einer Woche. Gestern stand schon Nr. 3 an: ein Wohnzimmerkonzert von Miss Kenichi, organisiert von der Bedroomdisco Augsburg. Dieses Projekt gibt es mittlerweile in mehreren deutschen Städten. Nürnberg, Hamburg, Berlin…seit gut einem Jahr auch in Augsburg. Schon lange wollte ich mal zu so einem „geheimen“ Konzert. Das Ganze läuft nämlich so ab: Musiker und Datum des Konzerts werden z. B. über Facebook bekanntgegeben. Wo genau es aber stattfindet, erfahren nur diejenigen, die sich verbindlich anmelden.

Ich war schon ganz gespannt und am Sonntag kam dann endlich die Email mit den genauen Infos zum Konzert. Als Ort des Geschehens wurde das Albert Matong Atelier für Musik ausgewählt, der Proberaum von Carpet, Benni Benson und dem Herrn Polaris. Dieses Mal gab es so viele Anmeldungen, dass das Los entscheiden musste. Aber ich und ein Freund hatten Glück, wir waren dabei!

Nach einer kleinen verwirrenden Sucherei, fanden wir doch noch den Weg zum Musikatelier. In der Email war Gott sei Dank eine gute Wegbeschreibung dabei. An der Tür hakten wir unsere Namen auf der Liste ab, gingen ins „Wohnzimmer“, warfen unsere Jacken in eine Ecke und setzten uns auf den Boden, der mit jede Menge Teppichen ausgelegt war. Was sich so schön gemütlich anhört, war es leider nicht. Ich muss endlich mal eine Sitzposition finden, in der sich zwei Stunden ohne Arschkrampf überstehen lassen.

Um kurz nach 20 Uhr ging es los. Die Musiker (die übrigens aus vier verschiedenen Ländern kommen) betraten die Bühne und ich war vom ersten Ton weg verzaubert. Die Stimmung war ganz anders als bei dem Konzert am Tag zuvor. Miss Kenichi macht keine Musik, die dazu einlädt durchs Wohnzimmer zu tanzen. Eher um auf dem Sofa zu sitzen, mitzuwippen und seinen Tagträumen nachzuhängen. Viele langsame Songs, irgendwie mystisch, als ob man durch einen dunklen Wald oder eine staubtrockene Wüste wandert. Und kennt ihr das, wenn es gefühlte 30 Grad hat und man trotzdem Gänsehaut bekommt? Genau so fühlt sich ein Konzert von Miss Kenichi an. Ganz begeistert war ich außerdem von dem E-Cello. Ich liebe ja Cellos in Popmusik. Und auch das kleine Baby-Klavier (was auch immer sich genau dahinter verbarg) war echt süß. Jetzt bin ich irgendwie ganz verliebt in Miss Kenichi.

Das Konzert war wirklich was Besonderes und ich fand es toll, mal das Albert Matong Atelier für Musik sehen zu können – ein Proberaum wie man ihn sich vorstellt. Etwas chaotisch, Musikinstrumente, Boxen und Kabel in jeder Ecke, an den Wänden Plakate und Setlisten. Wenn ihr übrigens einen tollen Ort kennt oder gerne euer eigenes Wohnzimmer für ein Konzert zur Verfügung stellen möchtet, dann könnt ihr den lieben Leuten von der Bedroomdisco Augsburg schreiben. Die suchen nämlich immer nach neuen schönen Locations für all die wunderbaren Musiker, die gerne in Augsburg spielen möchten.

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