Gestern fand das Halbfinale von Band des Jahres statt. Ich war schon sehr gespannt was mich dort erwarten würde. Der Abend hatte ein buntes Potpourri an Musikern, Bands und Genres zu bieten. Vier Bands und eine Singer-Songwriterin waren am Start. Am Ende wurde bekanntgegeben, wer Gewinner des Young Talent Awards ist und wer weiter ins Finale kommt. Aber eins nach dem anderen…

Los ging es mit The Kickstarters, die ziemlich coolen Rock’n’Roll spielen. Die fünfköpfige Band hat es sich zur Aufgabe gemacht, etwas frischen Wind in diese Musikrichtung zu bringen, in der es seit den 50er/60ern nichts wirklich Neues mehr gibt. Ich steh ja voll auf Rock’n’Roll und mit ihrer Musik haben mich The Kickstarters sofort gecatcht. Die Jungs sahen auch aus wie direkt aus den 60ern zu uns gereist: weiße Hemden, Hosenträger und zurückgegelte Haare. Und wie cool waren denn bitte die Mikros?! Auch die Moves des Sängers erinnerten stark an Elvis Presley. Egal, mir hat’s gefallen. Nur das merkwürdige Intro, zu dem die Band im Dunkeln auf die Bühne kam, fand ich etwas übertrieben.

Als zweites war die Singer-Songwriterin Stacia dran. Ein kleines, zierliches, süßes Mädchen, die ich vom Hören-Sagen (oder ich hab mal irgendwo auf Facebook was von ihr gelesen) übers downtown kenne. Obwohl sie ganz alleine auf der Bühne stand, hat sie alle Register gezogen. Sie spielte nicht nur Gitarre sondern auch Klavier und sang auf Englisch, Deutsch UND Spanisch. Echt beeindruckend! Ich fand es allerdings sehr schade, dass sie als Einzelperson und ohne Band als Verstärkung vom Publikum gar nicht richtig ernst genommen wurde. Da wurde während der Songs einfach munter weiter geredet, so dass die Musik irgendwann nur noch Hintergrundgeräusch war. Klar, an ihrer Bühnenpräsenz kann Stacia auf jeden Fall noch arbeiten, aber das hätte es auch nicht gebraucht. Ich fand ihre Songs nämlich sehr schön. Die klingen ein bisschen so wie meine.

So…nach kurzer Umbaupause ging es dann etwas lauter bzw. ganz schön viel lauter weiter. Neoblind gingen als drittes an den Start und da erwartete mich die erste Portion Metal des Abends. Ich kann mit sowas ja nicht viel anfangen, aber Neoblind waren schon ziemlich gut und eigentlich auch ganz okay. Die Band will mit ihrer Musik, die sie als Metal-Alternative beschreiben, sowohl Metalheads als auch Liebhaber des groovigen Rocks ansprechen. Erstaunlicherweise klappt das sogar. Die Songs fingen immer wunderschön vielversprechend an, aber als dann der Sänger mit seinem Geschrei loslegte, war für mich jedes Mal der Zauber vorbei. Sorry. Den anderen schien es aber gefallen zu haben. Direkt vor mir veranstaltete ein kleine Gruppe Menschen eine halbe Stunde Dauerpogen und auch die kleine Fangemeinde mit schwarzem Balken über dem rechten Auge schien ihren Spaß zu haben. Mir war das Ganze nur irgendwie unheimlich.

Hätte ich aber da schon gewusst, was mich als nächstes erwartet, hätte ich es wahrscheinlich gar nicht mal so schlimm gefunden. Als nächstes traten nämlich Knives On Mind auf. Den Namen finde ich ehrlich gesagt schon irgendwie cool. Die Musik der Band aber leider gar nicht. Als Deathcore wird die bezeichnet und genau danach hört es sich für mich auch an: nach Sterben. Wobei ich mir aber sicher bin, dass sich nicht mal ein sterbender Bär im Todeskampf so anhört wie der Sänger. Ich hab kein einziges Wort vom „Gesang“ verstanden. Für mich war das alles nur Geschrei, Gegrunze und Gegröle. Grauenhaft! Sowas kann doch auch nicht wirklich gesund sein?! Der Sänger klang danach auf jeden Fall ganz schön heiser. Ohoh…Während dem Auftritt von Knives On Mind hab ich versucht, etwas mehr Abstand zur Bühne zu gewinnen. Hat leider auch nichts geholfen.

Aaaaber: das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss. Und so war es auch gestern. Auf Cross Style Rising hab ich mich schon den ganzen Abend gefreut. Die Songs waren zwar die gleichen wie schon im Vorentscheid, aber sogar ich hab erkannt wie krass viel besser die Band im vergangenen Monat geworden ist. Ich hab mittlerweile sogar einen Lieblingssong: Bottle! Der Electrotouch und das Trompetensolo sind einfach grandios. Zwar hatte die Band mit ein paar kleinen Unannehmlichkeiten wie abstürzenden Becken und einem immer wieder ausfallenden Bass zu kämpfen, aber ich glaube, das ist gar nicht groß aufgefallen. Die gute Musik hat viel zu sehr abgelenkt. Genauso wie die maskierten Groupies, die beim letzten Song die Bühne stürmten. Verrückt!

Das Ergebnis des Abends war mir einerseits schon im Vornherein klar, andererseits hat es mich ganz schön überrascht. So haben nämlich Cross Style Rising – als beste Formation mit einem Durchschnittsalter unter 18 Jahren – den Young Talent Award gewonnen. War ja eh klar! Damit sind sie nicht nur automatisch im Finale sondern dürfen sogar im Juni auf dem Modular Festival spielen! Außerdem weitergekommen sind The Kickstarters. Yay! Aber jetzt kommt’s…auch Knives On Mind sind im Finale. Bitte was?! Irgendwie konnte das keiner verstehen. Ich hab heute sogar extra noch ein Jurymitglied gefragt und mir die Bewertungsprozedur erklären lassen. Ich verstehe es immer noch nicht…

Des weiteren sind noch Wunderwelt, Tequila Sunrise und Wo is Kai? im Finale. Die drei haben sich direkt aus den Vorentscheiden für das Finale am 24. April 2015 im Ostwerk qualifiziert. Diese sechs Bands kämpfen nun also um den Titel Band des Jahres 2015. Ich bin gespannt wie es ausgeht.

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