Konzert: Katze mit Bart – 11.04.2015 – Sputnik

Erinnert ihr euch noch an das Konzert von Lamb? Das, zu dem ich nur wegen The Ramona Flowers bin. Das war das erste Mal, dass ich nur wegen der Vorband auf einem Konzert war. Gestern ist es wieder passiert…

Da spielten Memories of the Fall ein Akkustikkonzert im Sputnik. Vorband war Katze mit Bart, die ich zum ersten Mal beim Vorentscheid von Band des Jahres gesehen habe. Damals hab ich deren Auftritt halb verpasst. Weil ich ihre Musik aber echt toll fand, wollte ich sie unbedingt nochmal live sehen. Gestern bot sich dann endlich die Gelegenheit dazu.

Also hab ich mich am Abend auf den Weg ins Sputnik gemacht, einer uralten Kneipe mitten in Augsburg, die nach Bier, Rauch und Stammtisch-Opas riecht. Um acht sollte das Konzert losgehen und ich war pünktlich da. Ich hab mich sogar total gehetzt, aus Angst ich könnte wieder die Hälfte verpassen. Tatsächlich stand ich dann alleine – also wirklich komplett alleine – in dieser Wirtschaft. Memories of the Fall waren gerade noch mit dem Soundcheck beschäftigt, von Katze mit Bart und anderen Gästen fehlte jede Spur. Auch meine Begleitung war irgendwie spät dran. Und so stand ich dann etwas verloren mitten im Raum. Ich wechselte ein paar Sätze mit der Band und suchte mir einen Sitzplatz. Ich hatte schon die Befürchtung ich würde die einzige Zuschauerin bleiben, doch nach und nach trudelten immer mehr Leute ein.

Ich war mega gespannt auf Katze mit Bart. Große Erwartungen hatte ich aber eigentlich nicht. Ihre Country-Blues-Irgendwas-Musik hat mich zwar bei Band des Jahres sofort überzeugt, die Performance war da aber eher mau. Doch gestern – ohlala – das war eine Drehung um 180 Grad! Da wurde auf der Bühne gelächelt und sogar die ein oder andere witzige Bemerkungen gemacht. Da fiel weder auf, dass die Band erst seit eineinhalb Jahren existiert noch dass sie gestern ohne ihren Geiger (sagt man das so?), der gerade mit einer anderen Band auf Tour ist, auskommen mussten. Schade eigentlich. Ich mag doch Streichinstrumente so gerne. Trotzdem war das echt verdammt gut. Die drei spielten eigene Songs, coverten aber auch ein paar Sachen und interpretierten diese auf ihre eigene Art und Weise. Da waren Songs zum Schunkeln und welche zum Tanzen dabei. Ich fand es einfach wunderbar, auch wenn ich sonst nie solche Musik hören würde.

Interessant finde ich auch, dass Katze mit Bart eigentlich Straßenmusiker sind. Erst letzten Mittwoch hab ich die Band (in nochmal verkleinerter Form, nur mit Gitarre und Gesang) in der Annastraße spielen sehen. Ich bin dann sogar stehen geblieben und hab ein bisschen zugehört. Sowas versüßt mir immer den Tag!

Viel zu schnell war’s dann leider wieder vorbei. Im Anschluss ging es mit Memories of the Fall weiter, die mich leider überhaupt nicht überzeugen konnten. Irgendwie hatte jeder Song das gleiche Tempo und es leierte nur so dahin. Man hat sich gewünscht, die vier Jungs würden mal ein bisschen mehr Gas geben, aber nein…da wurde nichts draus. Es klang stattdessen wie die Musik aus einem Mel Gibson Film, der irgendwann im Mittelalter irgendwo in den Highlands spielt. Das ist zwar für mich in musikalischer Hinsicht kein No-Go, aber vom Gesamteindruck her war das gestern einfach nix. Z. B. saß der Sänger immer auf der vordersten Kante von seinem Barhocker, so dass ihm die Gitarre nach unten rutschte und auf Kniehöhe hing. Sah einfach komisch aus. Nach jedem Song sprang er auf und drehte an irgendwelchen Knöpfen am Mischpult. War das denn nötig? Bei Katze mit Bart ging’s ja auch ohne. Und warum muss man nach ein paar Songs fünf Minuten Pause machen? Und nach ein paar weiteren Songs wieder fünf Minuten Pause einlegen?

Ich fand den Auftritt von Memories of the Fall nicht wirklich gelungen. Da kann man noch dran arbeiten. Wir haben uns dann auch in der zweiten Pause dazu entschlossen zu gehen. Das Hallo Werner war einfach verlockender.

Mein Tipp für’s nächste Mal: Die Bands sollten einfach die Rollen tauschen. Nicht umsonst hat Katze mit Bart doppelt so viele Facebook-Follower wie Memories of the Fall.

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