Gestern war mal wieder ein Tag für erste Male. Zum ersten Mal war unser Chor gemeinsam auf einem Konzert und gleichzeitig war das auch mein erstes A-Capella-Konzert. Aaaaber…Pentatonix und wir…wir stehen irgendwie auf Kriegsfuß. An die Karten zu kommen war ja schon nicht leicht (die Story dazu gibt’s hier). Doch dann standen wir gestern am Bahnhof und der liebe C. hatte sein Ticket vergessen. Der Zug fuhr in 15 Minuten. Ohoh…zum Glück hat aber doch noch alles geklappt und wir sind pünktlich in München angekommen.

Im Zenith war ich das letzte Mal vor eineinhalb Jahren bei einem Konzert von Phoenix. Leider gehört die Halle bei Weitem nicht zu meinen Lieblingslocations, wenn es um Konzerte geht. Die Bühne ist zu niedrig, die Halle viel zu lang. Wenn man nicht gerade zwei Meter groß ist oder in der ersten Reihe steht, hat man keine Chance was zu sehen. Wir sind von hinten nach vorne und wieder zurück gewandert. Hinten in der Mitte ging’s dann doch einigermaßen – mit Nackenstarre und auf Zehenspitzen tänzelnd. Zu acht kann man sich halt auch nicht einfach wo zwischenrein drängeln. Aber wir hatten trotzdem jede Menge Spaß.

Das Konzert ging überraschend pünktlich los. Ohne Vorband. Aber damit hab ich bei Pentatonix sowieso nicht gerechnet. Es war ein bisschen ungewohnt anstatt einer ganzen Band nur fünf Sänger auf der Bühne zu sehen. Dafür war ich umso beeindruckter. Hinter Instrumenten kann man sich halt immer ganz gut verstecken, aber wenn du nur mit deiner Stimme ein 90-minütiges Konzert gestaltest, ist das so, als würde man einen Stripteas hinlegen. Zumindest meinem Empfinden nach.

Zugegeben: Ich kenne nur ein oder zwei Songs von Pentatonix. Aber da die fünf eh nur sehr bekannte Lieder covern oder Mashups solcher singen, macht das eigentlich kaum was. Am Anfang haben sie auch gleich mal ein paar Mashups zum Besten gegeben und mehrere Songs angeschnitten. Das hat mir allerdings weniger gefallen. Denn immer gerade dann, wenn man sich in ein Lied reingegroovt hat und sich denkt: „Geil!“, geht es schon mit dem nächsten weiter und man ist wieder total raus. Aber es wurde besser. Telephone von Lady Gaga und Papaoutai von Stromae z. B. wurden ganz gelassen. Die Songs waren sogar richtig cool und haben Lust auf tanzen gemacht. Allerdings hatte die Stimmung das komplette Konzert über einen kleinen Durchhänger. Zu wenig um zu tanzen, aber doch zu gut um nur still da zu stehen. Man könnte meinen, dass das vielleicht an unseren Plätzen im hinteren Bereich lag. Doch auf der großen Bühnen-Leinwand wurde ab und zu das Publikum eingeblendet und auch die vorderen Reihen haben sich nicht viel bewegt.

Dafür hat sich Pentatonix aber eine ziemlich gute Show einfallen lassen. Die Zuschauer wurden immer wieder miteinbezogen. Unterstützt mit Fotos und Videos, die über die Leinwand schwebten, bekamen wir die Bandgeschichte erzählt (was echt interessant war) und wurden für On My Way Home sogar in drei Gruppen eingeteilt und durften die Sänger mehrstimmig begleiten (was bestimmt ganz schrecklich klang). Ebenso wurde – wie bei jedem Konzert dieser Tour – auch in München ein weiblicher Fan auf die Bühne geholt und für sie gesungen und…getanzt – uhuhuh! Doch genau in diesem Moment hat sich wohl der ganze Saal für dieses Mädchen fremdgeschämt. Hatte die doch tatsächlich ihr Handy mit auf der Bühne und ein Selfie nach dem anderen geschossen – was auch noch fett auf der Leinwand übertragen wurde. Oh Gott…das ging gar nicht!

Doch kommen wir wieder zu den schönen Seiten des Konzerts zurück. Ich finde die gesangliche Leistung wahnsinnig beeindruckend! Avriel, der eine so dermaßen krass tiefe Stimme hat, Mitchell, der soooooo hoch singen kann, und zu Kevins Beatboxing fehlen mir sowieso die Worte. Mein absolutes Highlight war, als er allein auf der Bühne mit einem E-Cello (ihr wisst ja: ich steh total auf Cellos) wunderschöne Melodien spielte und dazu beatboxte. Whaaat?!

Auch sehr schön war die Performance von That’s Christmas To Me. Im Halbkreis stehend und mit nur einem einzigen Mikro am Boden ließen sie etwas Weihnachtsstimmung aufkommen. Leider haben die Münchner es nicht geschafft, so leise zu sein, wie es in dem Moment angebracht gewesen wäre.

Nach ganz vielen „You are amazing“ und „We love you“ (maybe a little bit to much) endete das Konzert mit Daft Punk als Zugabe. Ich bin mir nicht sicher, wie ich das Konzert fand. Ich hab sicherlich schon bessere erlebt. Aber allein die lieben Menschen, die gestern mit dabei waren, haben den Abend zu einem ganz besonders schönen Abend gemacht.

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