Konzert: Finale Band des Jahres – 24.04.2015 – Ostwerk

Gestern war es also soweit: im Augsburger Ostwerk wurde der Titel Band des Jahres 2015 vergeben! Fünf Bands standen im Finale und mussten dem kritischen Publikum zeigen, wer es verdient hatte, den Preis mit nach Hause zu nehmen. Die Entscheidung viel wirklich schwer…

Die erste Band des Abends war Wo is‘ Kai? Drei Jungs, die nach der Musik von den Ärzten und den Texten von Herbert Grönemeyer klingen. Interessante Kombination, die ziemlich gut funktioniert: cooler Deutsch-Rock. Von der Geschichte der Band hab ich die letzten Monate schon immer mal wieder was im Internet gelesen. Auf der Reise von Berlin nach Augsburg haben sie Kai, ihren vierten Mann, verloren und sind nun auf der Suche nach ihm. Sie suchen fieberhaft und hauen dabei so einige coole Songs raus. Als erste Band auf der Bühne hat man es ja immer etwas schwer, aber sie haben es mehr als gut hingebracht Stimmung zu erzeugen und das Publikum zum Mitmachen zu bewegen. Es gab sogar ein paar Specialguests auf der Bühne; z. B. Dominik Scherer, der den ein oder anderen Song mit Trompetensounds verfeinerte und für Musikbegeisterte hier in Augsburg durchaus kein Unbekannter ist. Bei Wir waren hier (so hieß doch der letzte Song – oder?) unterstützen dann zwei junge Trommler das Trio. Sehr cool! Ich war nur etwas erstaunt, dass der Sänger schon so alt ist – sorry!

Weiter ging es mit Cross Style Rising. Die Gewinner des Young Talent Award waren die einzige Band, die ich in jeder Phase des Bandwettbewerbs gesehen habe. Vom Vorentscheid übers Halbfinale bis hin zum Finale gestern. Und ich muss sagen, dass sie sich wirklich von Mal zu Mal gesteigert haben und immer besser wurden. Trotzdem blieben sie auch gestern von ein paar Unannehmlichkeiten nicht verschont. Die Bassdrum verrutschte, der Bass viel wieder kurzzeitig aus und beim letzten Song war das Mikro der Sängerin mal kurz tot. Ich fand das aber nicht weiter schlimm. Erstens fiel es kaum auf und zweitens gingen sie recht professionell damit um. Außerdem war’s ansonsten eine ziemlich geile Show. Ihre Songs sind abwechslungsreich, warum sie sich kaum in ein Genre einordnen lassen. Aber gut – das ist ja auch das Konzept der Band. Und Specialguests gab’s auch hier: bei einem Song kam ein Sänger auf die Bühne und hat als Bridge einen Metal-Screaming-Dingsda-Part eingebaut. Ich bin ja ehrlich kein Fan von sowas, aber hier hat es echt gut gepasst. Beim letzten Song (Bottles – YEAH! Ich liebe diesen Song!) stürmten wieder die Groupies der Band gekleidet in Bademänteln und bewaffnet mit Luftballons, Kameras und Glitzi die Bühne. Krasse Sache!

Die dritte Band im Finale war Tequila Sunrise. Und – so leid es mir auch tut – aber ich muss da mal wieder ganz viel rummeckern und kritisieren. Die drei Herren aus Dinkelscherben machen Wirtshauspunk – deutsche Texte mit viel komischem (in diesem Fall im Sinne von „merkwürdigem“) Witz, der mehr Comedy als Musik ist. Mein Humor war es leider gar nicht! Das meiste ging unter die Gürtellinie oder war einfach nur eklig. Und der Contergan-Witz…ohohoh…also das war schon echt grenzwertig! Mir hat der Sänger auch ein bisschen zu viel erzählt. Ich mag es ja eigentlich gern, wenn sich die Bands mit dem Publikum unterhalten und auch mal die ein oder andere Geschichte auspacken, aber das war echt too much. Allein das Gelaber am Anfang – schlimmer als Michi, der die Show moderiert hat. Außerdem: könnte sich der Sänger bitte mal räuspern! Allein vom Zuhören hab ich schon selbst nen kratzigen Hals bekommen. Aber wie gesagt: das ist nur meine Meinung. Es gab im Publikum durchaus einige, denen diese Art von Musik, Kabarett, Whatever gefallen hat und die das total gefeiert haben.

Danach ging es weiter mit Wunderwelt, eine der Bands, die es direkt vom Vorentscheid ins Finale geschafft haben. Als ich die gestern zum ersten Mal live gesehen habe, wusste ich auch warum. Ein Mädel, zwei Jungs – die Musik eine Mischung aus Claire und Glasperlenspiel. Die Sängerin hatte auf der Bühne eine wahnsinnig sympathische Ausstrahlung, die Jungs haben mir allerdings ein bisschen zu viel an ihren Knöpfchen rumgeschraubt – inklusive monotones im Takt nicken. Bei manchen Songs haben dann aber auch die Herren zu Gitarre oder Keyboard gegriffen, also alles cool. Deutsch-Electro-Pop hör ich normalerweise nicht, aber Wunderwelt haben mir schon sehr sehr gut gefallen! Und mit mehrstimmigem Gesang überzeugt man mich ja sowieso auf Anhieb. Trotzdem gab es auch bei dieser Band den ein oder anderen Patzer, den man aber bei der sonstigen Performance locker verzeihen kann.

Die letzte Band im Finale waren Knives On Mind – meine Lieblinge. Not! Metal und dieses Screaming und Growling find ich so furchtbar. Da würde ich mir ja noch lieber Helene Fischer anhören. Die noch recht junge Band musste gestern mit einem anderen Sänger auftreten, weil der eigentliche Frontman mit Erkältung und hustend im Bett lag. Wovon das kam, lassen wir jetzt mal dahin gestellt sein. Für mich hat es sich eh genauso angehört wie im Halbfinale. Wobei ich die Musik gestern komischerweise gar nicht mal sooo schlimm fand. Wenn man sich währenddessen mit anderen unterhält und das Ganze nur Hintergrundmusik ist, geht’s eigentlich. Beim Publikum sind sie trotzdem recht gut angekommen, es haben zumindest einige getanzt. Und auch meine musikalisch versierte Begleitung meinte, dass die gar nicht mal schlecht sind.

Gut, dass waren also die Finalisten. Nach der letzten Band durfte wieder das Publikum abstimmen. Und dieses Mal wirklich nur das Publikum. Die Jury hatte nichts mehr zu melden. Ich fand die Entscheidung mega schwer und musste lange überlegen, wem ich meine Erst- und wem meine Zweitstimme gebe. Eigentlich hatte ich von Anfang an nur eine Band als Sieger im Kopf, am Ende stand ich dann doch äußerst ratlos da und konnte mich nicht zwischen meinen drei Favoriten entscheiden. Irgendwie hab ich’s dann doch noch geschafft mich festzulegen und den Stimmzettel abgegeben.

Während backstage die Stimmen ausgezählt wurden, wurden wir zum Abschluss noch perfekt von The Kickstarters unterhalten. Die wurden mit dem Sonderpreis der Jury ausgezeichnet und packten so einige fetzige Rock’n’Roll-Nummern aus. Da verging die Wartezeit wie im Flug. Vor lauter Tanzen hab ich dann leider ganz vergessen Fotos zu machen. Zu doof. Auch bei den Siegerehrungen hab ich’s irgendwie verpennt.

Aber jetzt will ich euch nicht mehr länger auf die Folter spannen. Der 3. Platz ging an Wo is‘ Kai? Den 2. Platz belegten Cross Style Rising! Und Sieger und somit Band des Jahres 2015 wurden Wunderwelt! Wuhuuu!

4 Gedanken zu „Konzert: Finale Band des Jahres – 24.04.2015 – Ostwerk“

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