Es gibt ja Blogs und auch andere Internetseiten, die hauen noch am selben Tag, an dem ein Album erscheint, eine Kritik dazu raus. Viele bekommen wahrscheinlich die Alben schon einige Tage vorm Release zur Verfügung gestellt, manche aber auch nicht. Und ich frag mich immer, wie eben diese Leute, die das Album erst seit zwei Stunden aufm Player haben, jetzt schon sagen können, wie gut oder schlecht es ist.

Bei mir dauert es meistens Wochen bis ich euch hier meine Meinung zu einem Album präsentiere. Manchmal veröffentliche ich auch einen Eintrag zu einem Album, das schon vor Monaten oder Jahren erschienen ist. Und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Ich bin der Überzeugung, dass man nicht nach einmal Durchhören schon sagen kann, was gut und was schlecht ist. Ich meine: zehn bis fünfzehn total unbekannte Songs am Stück – da bleibt doch kaum was hängen oder? Darum lass ich mir dafür immer Zeit. Und so werden auch Lieder, die mir am Anfang gar nicht gefallen haben, doch noch zu Lieblingssongs. Einfach weil ich die Zeit habe genauer hinzuhören. Auf den Text zu achten. Und plötzlich fällt einem hier noch eine Trompete und da das Tamburin auf und man freut sich, weil es so ein wunderbar perfektes Detail ist. Alles Dinge, die man beim hastigen Durchhören übersehen hätte, nur damit man schnell schnell die Albumkritik hochladen kann.

So, genug dazu. Jetzt zu Leslie Clio und ihrem neuen Album Eureka, das vor zwei Wochen erschienen ist (also genug Zeit für mich zum Reinhören ;)). Ich mag Leslie Clio. Die Frau ist mir sympathisch! Ich hab viele Interviews mit ihr gelesen oder mir angehört oder angeschaut (z. B. dieses hier) und immer wieder finde ich es verblüffend, wie unkompliziert sie denkt und wie einfach alles zu sein scheint. Weil es das ja eigentlich auch ist! Außerdem scheint sie in vielen Punkten genauso zu denken wie ich. Zum Beispiel schreibt sie ihre Songs auf die gleiche Art und Weise. Gruselig…

Ihr erstes Album Gladys war noch recht melancholisch und traurig. Das zweite klingt nun eher wie „Leck mich am Arsch! Das Leben ist schön und ich lebe es wie ich will“. Leslie Clio würde ich es sogar zutrauen, dass sie das genau so sagt. Dank ihrer zuckersüßen Stimme fällt das oft gar nicht auf, aber in ihren Songs verwendet sie nicht gerade selten Zeilen wie „You just pissing me off“ (kommt in Damage Done vor – ich liebe die Geigen…Cellos? in diesem Song). Und Fuck What They Told Ya besteht praktisch nur aus solchen Sätzen. Leslie Clio hat eine super Einstellung zum Leben. Meine sieht ungefähr genauso aus: das Leben ist dazu da, um Spaß zu haben! Und darum liebe ich ihr neues Album. Da sind natürlich auch ruhigere (Falling To Pieces oder Remedy) oder traurige (z. B. Only A Fool Breaks His Own Heart) Songs dabei, aber im Prinzip steckt hinter jedem der gleiche Gedanke.

Meine Lieblingslieder des Albums sind ganz klar Eureka, Be With You und Changes. Der Oberknaller ist allerdings Bad Eyes! Das hat einfach nen hammergeilen Groove und der Rap-Part ist genial. Vielleicht wird das mein nächstes Gesangsprojekt. Was mir allgemein an den Songs von Leslie Clio total gut gefällt, ist, dass sie viele „echte“ Instrumente enthalten. Also solche, die auch ohne Strom auskommen: Geigen, Cellos, Klavier und eine Reihe von Blässern. Und ich glaub, einmal hör ich sogar so eine Art Xylofon-Dingsda raus.

Aaaaber…kann es sein, dass Leslie Clio gerne klaut? Achtet mal bei Trying Times auf den Synthi im Hintergrund, so ab Minute 0:13. Das hört sich doch an wie von Metronomy. Und der Anfang von Million Lights klingt genauso wie irgendso ein Song aus den 80ern odern 90ern, den man z. B. immer auf Antenne Bayern hört. Fällt sowas noch unter Inspiration oder..?

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