Monatelang hab ich auf das Modular Festival hin gefiebert, jetzt ist es schon wieder vorbei. Die Bühnen im Wittelsbacher Park sind abgebaut, im Gras sieht man noch leicht die Abdrücke. Für mich ist klar, dass das das bisher beste Modular Festival überhaupt war. Am liebsten würde ich ganz laut ein „Amore, meine Stadt!“ aus dem Fenster rufen.

Obwohl es unbeschreiblich war, hab ich trotzdem versucht meine Erlebnisse und Highlights vom Modular in Worte zu fassen. Das beste aus drei Tagen Festival:

  • Ich habe mir extra für das Festival eine neue (bzw. endlich überhaupt mal eine) Kamera gekauft. Mit super Zoom und so, damit es immer so aussieht, als wäre ich ganz vorne mit dabei gewesen. Trotz vieler Tipps hab ich noch nicht so ganz gepeilt, wie das alles genau funktioniert. Aber die Bilder sehen trotzdem schon um Welten besser aus, als die verschwommenen Handyfotos. Oder?
  • Dank dem Biennalekonzept der Stadt Augsburg und dem fehlendem Geld, findet das Modular Festival nur alle zwei Jahre statt. Letztes Jahr fiel es aus, demnach müssten wir auch nächstes Jahr wieder darauf verzichten. Viele können sich mit diesem Gedanken nicht anfreunden und auch der Singer-Songwriter Benni Benson findet das eher weniger gut. Darum tauchte er beim Eröffnungsabend mit einem selbstdesignten Shirt mit der Aufschrift „Modular jedes Jahr“ auf. Und löste damit eine richtige Welle aus. Die Zeitungen zitieren es, auf Facebook taucht überall der Hashtag #modularjedesjahr auf und alle übernehmen das Logo als Profilbild. Mittlerweile hat auch der Kulturreferent davon Wind bekommen und überlegt nun, das Biennalekonzept über den Haufen zu werfen.
  • Wir hatten so supergeiles Wetter! Nachdem das letzte Modular buchstäblich ins Wasser gefallen ist, hatten wir dieses Mal jeden Tag über 30 Grad und Sonnenschein!
  • Nur am letzten Abend hat ein Gewitter kurzzeitig die Stimmung getrübt. Der Auftritt von AnnenMayKantereit musste nach wenigen Songs abgebrochen werden, weil das Wetter immer schlechter wurde. Es blitzte (wahrscheinlich donnerte es auch, das hat aber wegen der guten Musik keiner gehört) und fing immer stärker zu regnen an.
  • Ich hab mich so geärgert. Klar, die Sicherheit der Festivalbesucher geht vor und was da bei einem Gewitter passieren kann, hat man ja bei Rock im Park gesehen. Aber ich hab mich auf keine Band so sehr gefreut wie auf AnnenMayKantereit. Schon Wochen vorher hab ich von nichts anderem mehr geredet. Und dann das. Aber sie haben versprochen nächstes Jahr wiederzukommen, weil #modularjedesjahr.
  • Während ich zwei Wochen in Kuba war und keinen Internetzugang hatte, hab ich überhaupt nichts von den Festivalvorbereitungen mitbekommen. Die Blogeinträge wurden automatisch hochgeladen, u. a. auch einer über AnnenMayKantereit. Als ich dann wieder zurück war, hab ich erfahren, dass ich eigentlich genau so zum Arbeiten eingeteilt gewesen wäre, dass sich eine meiner Schichten mit dem Auftritt der Band überschnitten hätte. Als er aber meinen Blogeintrag gelesen hat, hat der allerbeste Patrick der Welt das nochmal umgeändert.
  • Ich hab nämlich als Volunteer auf dem Festival gearbeitet, d. h. ehrenamtlich, freiwillig, ohne Geld dafür zu bekommen. Das hab ich dieses Jahr schon zum dritten Mal gemacht. Weil es einfach total viel Spaß macht.
  • Die Crew war so super nett und zusammen mit über 200 Volunteers haben wir das geilste Modular ever auf die Beine gestellt.
  • Dieses Jahr war ich am Einlass für die Gästeliste zuständig. Total profimäßig mit IPad, QR-Code und goldenen Bändchen.
  • Weil es im Einlasszelt so heiß und stickig war, wurden wir von unserem besten Troubleshooter Marius ständig mit Wasser, Eiswürfeln und Pizza versorgt. Und mit Äpfeln, Traubenzucker und Gummibärchen.
  • Überhaupt gab es mega geiles Essen: Burger, Curry, Sushi, Milchshakes und besten Kaffe, statt Dosen-Ravioli.
  • Freitag und Samstag haben wir das Festival jeweils um 13 Uhr für die Besucher geöffnet, die zu dem Zeitpunkt schon Schlange standen. Viele hatten wohl Angst kein Ticket mehr zu bekommen. Zu Recht. Gegen Abend war das Modular an beiden Tagen ausverkauft.
  • Das Festival war größer als je zuvor. Zum ersten Mal war der See des Wittelsbacher Parks Teil des Festivalgeländes. Gleich daneben wurde die süße, kleine Seebühne aufgestellt und auf der anderen Seite des Sees bauten die Leute von ‚Bring Your Own Elephant‘ einen märchenhaften Basar auf. Dort wurden Secondhand-Klamotten und ayurvedisches Essen verkauft, man konnte dabei helfen einen Schal für den Hotelturm zu stricken und wer sein Handy aufladen wollte, konnte das bei der Bikekitchen machen, indem er kräftig in die Pedale trat. Also alles sehr alternativ. Aber wunderschön!
  • Samstagmittag hab ich übrigens auf diesem Basar den Gitarristen von AnnenMayKantereit gesehen. Ich war zu früh da, das Festival öffnete erst in einer Stunde seine Tore. Also bin ich noch ein bisschen umherspaziert und hab eine Nachbarin, die dort selbst genähte Sachen verkaufte, besucht. Und da saß eben besagter Herr samt Gitarre. Ich hab mich aber leider nicht getraut, ihn anzusprechen. Didüm…
  • Trotzdem hab ich so viele wunderbare Leute kennengelernt. Überraschenderweise habe ich auch viele Leute, die ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen habe, plötzlich wieder getroffen. Z. B. einen früheren Schulkameraden, den ich zuletzt 2011 gesehen habe.
  • Mein Highlight war wie immer das Eröffnungskonzert Puppet On A String. Songs von zwölf Augsburger Bands, von Hip-Hop über Pop bis hin zu Metal, wurden durch den Orchester-Fleischwolf gedreht und neu arrangiert. Was dabei rauskommt ist immer wieder erstaunlich und einfach grandios!
  • Worauf ich aber gut hätte verzichten können ist Haftbefehl. Im Prinzip hab ich ihn eh nur vom Einlasszelt aus gesehen. Das Wichtigste – also Babo, Hurensohn, Pussy, usw. – hab ich aber auch da mitgekriegt.
  • Was ich immer noch total witzig finde: Jugendliche unter 18 Jahre durften natürlich nur mit unterschriebenem Muttizettel und Aufsichtsperson aufs Festival. Dieser Muttizettel beinhaltete aber auch noch eine Klausel extra zu Haftbefehl, dass sich die Eltern darüber im Klaren sind, dass der nicht so ganz jugendfreie Sachen von sich gibt.
  • Am Freitag hat das Medienlabor zusammen mit Kanal C von der Uni Augsburg eine Livesendung vom Festival mit Interviews und Special-Guests gedreht. Mitten im Foyer des Kongress am Park.
  • Ansonsten gab’s noch jede Menge Workshops, Seminare, Tagungen, einen Skate-Park und Wände, die besprüht wurden. Alles wurde von kleinen, tollen Augsburger Vereinen und Unternehmen organisiert und veranstaltet.
  • So wunderschön das Modular war, so anstrengend war es auch. Im Einlasszelt war es heiß und stickig, ich hab viel zu wenig geschlafen und am Sonntag hab ich dann auch noch sieben Stunden lang beim Abbauen geholfen. Jammer, jammer, jammer…egal, für’s Modular Festival jederzeit!

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