Manchmal macht man komische Sachen. Wie z. B. sich im Urlaub in Kuba das neue Album von Twenty One Pilots runterzuladen. Weil das eben genau einen Tag nachdem man Deutschland verlassen hat erscheint. Und es unbedingt haben muss. Und hören will. Und sich dann im Hotel in Havanna eine teure Karte fürs WLAN kauft und es über die grottige Internetverbindung runterlädt. Obwohl man sich besser mal fertig machen sollte, weil der Bus in ein paar Minuten fährt.

Im Endeffekt bin ich aber froh, dass ich das Album noch während der ersten Tage, in denen wir die Rundreise gemacht haben, runtergeladen habe. Ich habe es zwar erst in der zweiten Woche das erste Mal angehört, aber da waren wir in einem Badehotel auf einer Insel im letzten Eck von Kuba. Die Internetverbindung dort war unterirdisch schlecht und quasi nicht vorhanden. Nicht mal Whatsapp funktionierte.

Aber eigentlich sollte es ja hier um das neue Album von Twenty One Pilots gehen und nicht um das kubanische Internet. Also: Blurryface ist einfach der Wahnsinn! Aber wahrscheinlich könnte man mir auch die schlechtesten Aufnahmen aus dem Proberaum der zwei vorspielen und ich fände es immer noch geil. Noch nie war ich so sehr Fan einer Band wie von Twenty One Pilots. Ich freue mich schon jetzt wie doof auf das Konzert im November.

Und das obwohl das neue Album ganz anders ist als Vessel. Es klingt noch immer eins zu eins wie Twenty One Pilots, aber trotzdem…irgendwas ist anders. Zum einen kommen weniger akustische Instrumente vor und viel mehr Sachen wie Synthies und E-Gitarren (überhaupt: gab es schon auf den früheren Alben Songs mit E-Gitarren? Bei Heavydirtysoul sticht das plötzlich extrem raus). Trotzdem blitzt hin und wieder ein Hauch von Klavier durch. Ansonsten hört man diesmal viel öfter die Ukulele, z. B. bei Ride oder The Judge, was mir auch total gut gefällt. Das gibt den Liedern immer so eine scherzhafte Lockerheit.

Natürlich rappt Tyler immer noch ganz viel. Und mit Stressed Out und Fairly Local sind auch wieder ein paar traurige, düstere Lieder mit auf dem Album. Teilweise wirkt Blurryface sogar wie eine Kopie von Vessel. Mit Goner ist nämlich das letzte Lied wieder das ruhigste (obwohl es zum Ende dann doch noch lauter und wilder wird). Message Man klingt genauso wie Guns For Hands ein bisschen nach Reggae. Und genauso wie House Of Gold auf Vessel ist diesmal We Don’t Believe What’s On TV das typische Ukulelen-Lied.

Aber…großes ABER: bei Tear In My Heart ist mir aufgefallen, das Tyler zum ersten Mal über eine bestimmte Person singt! Sonst heißt es immer nur „you“, was ja eigentlich jeder sein könnte, aber jetzt gibt es plötzlich „she“, diese eine bestimmte.

Mein Lieblingslied ist Message Man, weil es einfach genial ist. Nicht nur von dem her wie es klingt, sonder auch von den Lyrics her. Ich glaube, extrem viele Leute versuchen aus Tylers Texten die Botschaften, Hintergründe und Gedanken rauszuinterpretieren. Die Message eben. Oft kann man aber mit solchen Interpretationsversuchen ganz schön daneben liegen. Und eigentlich geht es in dem Song genau darum. Er hat es satt, dass alle versuchen irgendwas aus seinen Texten rauszulesen.

Im Prinzip ist das neue Album also genauso wie das alte. Und irgendwie auch nicht.

14 thoughts

  1. Wo ist der Unterschied zwischen einem unbestimmten ‚you‘ und einem unbestimmten ’she‘?
    Das Lob kann ich so nicht teilen, fand das Album, verglichen mit Vessel eher schwach. Waren nur 2 Songs drauf die ich mir mehrfach anhören wollte und damit ist das Album eher so im unteren Mittelfeld bei mir. Geschmäcker sind halt verschieden ;)

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  2. Jetzt hab ich noch was vergessen, zu blöd dass man Kommentare nicht bearbeiten kann: Im Fazit hätte ich mir gewünscht, dass du noch mal konkret sagst, worin für dich der bestechendste Unterschied (bzw Gemeinsamkeit) liegt. ‚Irgendwie gleich‘ ist schwer zu fassen. Und schwer zu kommentieren. (Nicht böse gemeint. Hat ja nen Grund warum ich keine CDs bespreche ;) )

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    1. Also ich finde, das macht einen Unterschied. Weiß auch nicht, aber es klingt anders. Ein „she“ ist schon bestimmter.
      Ja, Geschmäcker sind verschieden ;) ich liebe es. Message Man, Not Today, Heavydirtysoul, The Judge, Polarize, We Don’t Believe What’s On TV…könnte ich alles stundenlang hören.
      Also der größte Unterschied ist für mich eben, dass es viel mehr elektronisch und nachbearbeitet klingt. Die größte Gemeinsamkeit, dass viele Songs von der Struktur her denen von Vessel gleichen.

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      1. Oh das ist schade.. und die, die man jetzt noch bekommt, sind einfach unglaublich überteuert :/ ich bin in Köln und in München – falls ich jemanden sehe, der seine verkauft, kann ich dir ja bescheid geben. :)

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      2. Ja nachdem die Konzerte im November ja leider abgesagt worden sind, war mir die Fahrerei und die Kosten auch egal – dafür lohnt es sich defintiv :)
        Oh du Arme, das ist voll blöd, vorallem wenn du dich auch schon auf das im November gefreut hattest… aber ich bin da ziemlich optimistisch, dass wir sie defintiv noch öfter in Deutschland sehen werden :)

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      3. Oh super – werd ich mir daheim gleich mal durchlesen :) ich glaub ich muss deinen Blog eh mal durchforsten, bin hier erst seit vorgestern unterwegs :D

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