Stereowald – 08.08.2015 – Am Grubet/Aichach

Der zweite Tag Stereowald! Was da so los war? Oh! Da hat eine Unglaublichkeit die nächste gejagt. Seid gespannt…los geht’s!

  • Am Samstag musste ich schon richtig früh los. Diesmal mit dem Zug und dann vom Bahnhof aus zu Fuß zum Festival. Trotz Berganstieg in der Mittagshitze bin ich weniger tot dort angekommen als ich dachte.
  • Auf dem Gelände war schon reger Betrieb. Zwar waren noch keine Besucher da, aber die ersten Bands waren schon mit dem Soundcheck beschäftigt, während die vom Vortag sich noch die Zeit bis zur Abfahrt vertrieben. So hab ich z. B. Marco von Wanda dabei entdeckt, wie er Kurt Schwarzbauer beim Soundcheck zusah.
  • Der Grund, warum ich schon so früh da war: Dominik vom Stereowald Festival hat ein Interview mit Impala Ray für mich organisiert. Tausend Dank dafür! Das Interview gibt’s dann morgen.
  • Auf dem Festival hatte ich eine Tasche dabei, die ich mittlerweile oft auf Konzerte mit nehme, vor allem auf die in der Region. Ich weiß nicht warum, das hat sich einfach so eingespielt. Auf jeden Fall scheint sie mir aber Glück zu bringen, denn dank der Tasche bin ich mit Michael von Dicht & Ergreifend und dem Tourmanager von Wanda ins Gespräch gekommen. Die Storys dazu gibt’s die nächsten Tage, versprochen ;)
  • Die erste Band des Tages waren San Antonio Kid aus Augsburg. Die Jungs mit den hübschesten Schnauzbärten ever spielten coole Westernmusik. Also nichts, das sich nach Lucky Luke oder so anhörte, sondern schon feinste Sahne war.
  • Ich hab mir währenddessen einen Bayerischen Döner gegönnt. Das ist ein Brezenfladen mit Kraut, Senfsoße und Leberkäsfleischdingsda vom Dönerspieß. Hört sich irgendwie widerlich an, schmeckt aber echt genial.
  • Danach ging es samt Apfelkuchen rein in den Wald. Da spielte nämlich Benni Benson, umringt von Bäumen, im Hintergrund ein Bauwagen, Wiese und gestapeltes Holz. Es war so perfekt, so gemütlich – wo auf der Welt erlebt man denn bitte sonst sowas?! Ein Konzert mitten im Wald! Mit der Technik ist es tief im Wald aber so eine Sache. Mitten im Song war nämlich plötzlich der Strom weg. Und während die Techniker aufgeregt im Wald nach der Ursache suchten, stellte Benni Benson das Mikro zur Seite und spielte ohne weiter. Warum auch nicht. Bei einem Song textete er dann sogar noch spontan zum Stromausfalldesaster. Warum auch nicht.
  • Leider konnte ich nicht bis zum Schluss bleiben. Ich wollte ja noch Impala Ray sehen. Die haben im Biergarten gespielt und dort super gute Stimmung verbreitet. Ich und auch viele andere mussten einfach mittanzen. Was ich bei dieser Band immer wieder so schön finde, ist, dass sie selbst eine Wahnsinnsgaudi haben und lachen und grinsen, als ob ihnen sowas gerade zum ersten Mal passieren würde.
  • Im Anschluss ging’s wieder zurück in den Wald. Wo vorher noch Benni Benson spielte, las nun Hans-Jürgen Topf aus seiner Biografie „Rock’n Roll Laundry“. Wobei er eigentlich eher erzählte, ich hab ihn zumindest kein einziges Mal das Buch in der Hand halten sehen. Es war toll, ich liebe es Geschichten zu lauschen. Und Hans-Jürgen hat so witzig und interessant erzählt. Davon wie er mal mit U2 auf Tour war oder die Klamotten von Madonna oder Herbert Grönemeyer gewaschen hat.
  • Die Lesung war sogar so interessant, dass ich länger geblieben bin als geplant und dann leider von Balloon nur noch die Zugabe gesehen habe. Aber das, was man davor bis in den Wald gehört hat, klang toll.
  • Anschließend ging es wieder auf der großen Bühne weiter. Es spielte Kurt Schwarzbauer mit seiner Band, die komplett aus Schrobenhausener Leuten bestand. Hach, Heimatgefühle. Schwarzbauer Kurt hab ich früher als Kind mit meiner damals besten Freundin immer gehört. Jetzt scheint da ein bisschen mehr Electro mit reingemischt zu sein. Auf der Wiese saßen die Leute und klatschten mit, die Texte waren so…na ja, eher weniger mein Fall.
  • Von da an folgte ein Highlight um das andere. Ich hab mich sehr gefreut, dass Ibrahim Lässing auch auf dem Stereowald spielte. Nach der Zündfunk-Sendung im Provino wollte ich mehr von ihm hören. Ich dachte ja immer, dass er Hip-Hop macht. Wie auch immer ich auf sowas komme. Dabei gab’s wunderbarsten Deutschrock zu hören – mit Texten die schlauer waren als gedacht. Überhaupt scheint der Lässing ein cooler, frecher Typ zu sein, der witzige Ansagen macht und Songs über seinen Bassisten Thomas und dessen Freundin Nina schreibt. Und den Schlagzeuger verarscht, weil er keine Setlist wollte.
  • Next: Cosby. Wuah! Feinster, schönster Indie-Pop, der genau meinen Musikgeschmack trifft. Und was ich jetzt einfach unbedingt mal los werden muss: ich finde die Sängerin so wahnsinnig hübsch. Und nein, ich bin nicht lesbisch.
  • Kommen wir zu meinem persönlichen Headliner des Abends: The Sensational Skydrunk Heartbeat Orchestra (ich möchte mal wissen, wie viele Journalisten die Band für diesen langen Namen schon verflucht haben). Der Herr, der sonst immer die Bands anmoderiert hat, stand diesmal selbst als Sänger am Mikro. Das Orchestra mischte verschiedene Musikrichtungen und kreierte mit Bläsern, Akkordeon und Percussion seinen ganz eigenen Brasssound. Auf jeden Fall war’s eine fetzen Gaudi!
  • Als letzter Act des Tages spielte The Notwist. Genauso wie schon am Tag zuvor hätte ich die letzten beiden Bands lieber getauscht, denn so leid es mir tut: mit The Notwist kann ich einfach nichts anfangen. Die Musik ist schön – keine Frage – aber live wirken sie einfach lahm. Da stehen kauzige Freaks auf der Bühne, die mit Klangschalen und Rasseln experimentelles Geschepper produzieren und jeden Song unglaublich in die Länge ziehen. Allein der erste Song von der Zugabe hat ganze 20 Minuten gedauert! ZWANZIG MINUTEN! Wir sind schon nach den ersten Liedern verschwunden und haben uns lieber abseits auf die Wiese gesetzt. Wobei die Musik dann doch wieder ganz gut gepasst hat, wenn man auf dem Rücken liegt und in den Sternenhimmel blickt.

So, und jetzt noch das aller Wichtigste: DANKE liebes Stereowald-Team! Für ein überragendes und zauberhaftes Festival, das das Regionale, das Unbekannte und Lokale genauso feiert wie ich. Danke Dominik, für’s Akkreditieren, für’s Interview organisieren und generell den netten Kontakt. Und wer auch immer beschlossen hat, dass sich bis auf ein-, zweimal keine Bands überschneiden: du bist der/die Beste! Danke dafür, dass alles so entspannt war. Ich freu mich schon auf nächstes Jahr!

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