Singoldsand Festival – 29.08.2015 – Schwabmünchen

Was war am zweiten Festivaltag beim Singoldsand geboten? Jede Menge tolle Bands! Here we go!

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  • Der zweite Tag startete mit Benni Benson…und Band. Das war neu, ist er doch sonst immer solo unterwegs. Zugegeben, ich war am Anfang skeptisch, aber die Zweifel waren schon nach dem ersten Song beseitigt. Als fünfköpfige Band klingen seine Songs noch besser, irgendwie runder. Sogar eine Trompete war dabei. Und ich glaube, ich hab noch nie einen Schlagzeuger gesehen, der so lustige Grimassen beim Spielen macht. Benni Benson spielte einige alte Songs und auch den ein oder anderen neuen, der dann auch auf dem nächsten Album drauf sein wird. Nur Tsunami war leider nicht dabei, was mich todtraurig gemacht hat. Ich hör doch den Instrumentalpart am Ende so so gerne. Obwohl es gerade mal 15 Uhr war, war das Publikum voll dabei, hat mitgesungen und bei Mein schönster Finger den Mittelfinger in die Höhe gestreckt. Zum Schluss waren sich auch alle einig, dass da noch eine Zugabe drin sein muss (Tsunami? Biiiiiiitte), was bei der Uhrzeit schon irgendwie erstaunlich ist. Wenn ich mich recht erinnere, hat die nächsten fünf Stunden keiner mehr nach einer Zugabe gefragt. Hut ab, Benni! Doch die Festival-Crew war erbarmungslos. Mikro aus, da ging nichts mehr.

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  • Nach kurzer Umbaupause ging es mit We Destroy Disco weiter. Das Konzert war gut, die Augsburger Jungs toll wie immer, auch wenn es gefühlt ein bisschen ruhiger zuging als bei Benni Benson. Vor allem die Songs von der aktuellen EP sind halt schon ein bisschen gechillter. Ein neuer Song hatte jedoch deutlich mehr Pep. Wenn ich doch nur noch wüsste, wie der hieß. Es war ein Frauenname, das weiß ich noch…

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  • Danach wieder warten, warten, warten und zwischendrin kurz was essen, denn erst gegen Abend traten auch auf den anderen Bühnen Bands auf. Auf den nächsten Act freute ich mich aber schon sehr. In die Musik von Timothy Auld war ich vom ersten Ton an verliebt – ungelogen! Die klingt wie Großstadt-Indie-Pop, so gelassen und zufrieden, mit einer großen Portion Spaß in jeder Note. Bei einem Song pfeift er das Intro, beim anderen rapt er. Das war ein akustischer Orgasmus von Anfang bis Ende! Da hat es mich schon sehr gewundert, warum fast das komplette Publikum sitzt anstatt zu tanzen. Einziger Wermutstropfen: der gesamte Backgroundgesang kam vom Band. Mit einer handvoll Musiker auf der Bühne hätte man das bestimmt auch anders lösen können.

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  • So, und jetzt freue ich mich sagen zu können: ich hab endlich mal Den Herr Polaris live gesehen! Obwohl es sich deutlich zu kurz angefühlt hat. Ich mag seine Songs, die Melodien und die Texte, die aus einer so unglaublich gewaltigen Sprache gesponnen sind. Und dass er auf der Bühne ein bisschen schüchtern wirkt. Wer jetzt ein kleines Déjà-vu hat: ja, das ist tatsächlich die selbe Band wie bei Benni Benson. Hätte später noch Carpet auf dem Singoldsand gespielt, hätte man die Band wahrscheinlich sogar ein drittes Mal gesehen.

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  • Im Anschluss betrat auf der Strandbühne das wohl bizarrste Ereignis des Abends die Bühne: Dagobert. Der Typ war echt schräg, schon fast gruselig. So ernst wie der war. Und die Musik, die ich definitiv bei Schlager einordnen würde, war leider auch so gar nicht meins. Dann wechselte er sogar noch seine Outfits. Mit seinem Frak sah er wie ein Vampir aus, mit dem nächsten Outfit wie ein Biker auf Reitausflug und das letzte machte ihn zum klischeehaften Homosexuellen ausm Schwulenclub. Es war schon sehr strange, die Atmosphäre irgendwie drückend. Ein paar Leute haben es aber mega gefeiert. Und – OH NEEEEEIIIIN – zum Schluss hab ich sogar mit dem Fuß mitgewippt. Still, aus! Fuß, du Verräter!

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  • Bevor es richtig peinlich wurde (nein, nein, ich fand die Musik wirklich nicht gut!), hab ich einfach einen kleinen Abstecher zu Wunderwelt gemacht, die ich eigentlich so gar nicht auf meinem Plan stehen hatte. Komischerweise fand ich sie auch gar nicht mehr so toll, wie noch bei Band des Jahres.

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  • Also schnell nochmal was essen und dann zurück zur Hauptbühne. Da spielten Pool. Was hab ich mich gefreut, die live zu sehen. Ich mag den poppigen aber auch elektronisch angehauchten Sound, der mehr nach Stockholm als Hamburg klingt. Und der Song Pink Pussy ist nun mal der Knaller schlechthin. Nett auch, wie entspannt der Bassist von einer Seite der Bühne zur anderen läuft oder sich auch mal im Schneidersitz auf den Boden setzt.

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  • Noch während dem Konzert hab ich mich recht spontan dazu entschlossen Pool zu interviewen (Genaueres folgt die nächsten Tage), weswegen ich von Fiva nicht mehr allzu viel mitgekriegt habe. Fand ich aber nicht besonders schlimm, immerhin hab ich sie vor drei Jahren schon beim Modular Festival gesehen (Warum fällt mir auf, dass sie immer noch haargenau den selben Kleidungsstil hat?) und ehrlich gesagt bin ich auch gar nicht so ein großer Fan ihrer Musik. Es war ganz okay, aber irgendwie überzeugt es mich nie so recht, wenn Frauen auf Deutsch singen. Vor allem wenn es auch noch in die HipHop-Richtung geht. Bin ich jetzt sexistisch? Egal…Fiva sprang beim letzten Song noch zum Tanzen in die Menge. Da war’s dann aber schon recht leer…

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  • Auf der Seebühne sollten indessen schon Dicht & Ergreifend auftreten. Da war es allerdings noch zappenduster. Leute liefen mit Taschenlampen auf der Bühne rum und irgendwie passierte einfach nichts. Nach einer halben Stunde wollten die zwei ihr Publikum nicht noch länger warten lassen und haben einfach los gelegt, auch wenn hier und da noch nicht alles ganz rund lief. Ab da war die Stimmung geil wie immer, die zwei haben es einfach drauf. Da tanzten die Leute sogar im Fluss. Ich fand nur die Bühne viel zu klein für eine Band solchen Formats. Da passte nicht mal das Banner mit drauf, das sie dann einfach an die Häuserwand dahinter gehängt haben. Das Mädel an der Trompete war diesmal gar nicht dabei, trotzdem wirkte es auf der Bühne irgendwie eng. Auf der anderen Seite des Grabens, wo die Fans dicht an dicht standen, war es das auf jeden Fall.

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  • Leider hat mir das alles nicht so recht getaugt. Ich bin ein großer Fan von Dicht & Ergreifend, die Stimmung war spitze, aber ich hab sie ja erst vor ein paar Wochen gesehen. In ein paar Wochen geh ich dann schon wieder auf eines ihrer Konzerte. Also hab ich die schlecht beleuchtete Seebühne verlassen und bin zurück zur Strandbühne. Da war dann aber noch nichts los, also wieder zurück. So ging das dann ein paar mal – wie gesagt: die Bühnen standen nicht besonders weit voneinander entfernt.
  • Mit kleiner Verspätung legte dann aber auch Roosevelt los. Im Publikum war es vergleichsweise leer, waren ja auch die Meisten bei Dicht & Ergreifend. Doch zumindest konnte ich auch Pool und Dagobert unter den Zuschauern entdecken. Roosevelt habe ich zum ersten Mal vor drei Jahren beim Modular Festival gesehen. Da war er noch allein unterwegs. Vor eineinhalb Jahren war er Vorband von Kakkmaddafakka. Da dann schon zu zweit. Beim Singoldsand waren sie nun zu dritt: Schlagzeug, Bass und er selbst, der zwischen Gitarre, Keyboard, PC und Tamburin wechselte. Ach ja, und gesungen hat er natürlich auch noch. Jeder einzelne Song klingt unvergleichlich nach Roosevelt, ein bisschen so wie die Untermalung eines Traums. Eine Mischung aus Elektro und Pop, trotzdem kein typischer Elektropop, sondern eher mehr Elektro wie Pop. You know what I mean? Am Ende dachte ich, ich müsste ohne einen bekannten Song nach Hause gehen. Doch kurz vor zwölf spielte er Night Moves und ich konnte mich glücklich und zufrieden auf den Weg zum Bahnhof machen.

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PS: Im Zug zurück nach Augsburg stellten wir fest, dass Bilderbuch und Pool bereits 2012 auf dem Modular Festival gespielt haben. Natürlich irgendwann am Nachmittag, damals waren beide Bands noch recht unbekannt. Ich frag mich nur, warum das damals komplett an mir und jedem anderen vorbei gegangen ist. Warum nur?

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PPS: Ich war diesmal allein auf dem Festival unterwegs, was mir ehrlich gesagt am Anfang etwas Sorge bereitet hat. Völlig unbegründet wie sich letzten Endes rausstellte. Ich kannte einige Leute, die Teil der Crew waren. Ich hab Kati, die ich beim Stereowald kennen gelernt hatte, zufälligerweise wiedergetroffen. Immer wieder liefen mir Bekannte und Musiker über den Weg. Ich hab Sabrina kennen gelernt, eine angehende Bloggerin. Und das Verrückteste: eine Zeit lang war ich mit Lina unterwegs, die mich, meine Stofftasche und Mike bei unserem kleinen Shooting beim Stereowald Festival gesehen und wiedererkannt hat. Unfassbarerweise kommt sie – genauso wie ich – aus Schrobenhausen. Zufälle gibt’s…

4 Gedanken zu „Singoldsand Festival – 29.08.2015 – Schwabmünchen“

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