Am Sonntag fand eine ganz besondere Bedroomdisco statt. Die Konzerte der Augsburger Bedroomdisco sind ja immer was ganz Besonderes, aber das am Sonntag war schon wirklich bezaubernd schön. Mit Tim Crabtree alias Paper Beat Scissors und Aidan Knight waren zum ersten Mal gleich zwei Bands zu Gast, zufällig beide aus Kanada. Begegnet sind sie sich vorher noch nie, obwohl Kanada nicht mal halb so viele Einwohner hat wie Deutschland. Schön, dass sie dafür in Augsburg zusammen finden. Dabei war das am Anfang gar nicht so geplant. Zwei Bands an einem Abend und die Gage beläuft sich nur auf die Spendierfreudigkeit des Publikums. Da hatten Benni und Bruno (die Organisatoren der Bedroomdisco) Bedenken, dass Tim und Aidan am Ende mit jeweils nur 50 Euro nach Hause gehen. Den beiden war das aber recht egal, wollten wohl einfach nur spielen und haben es trotzdem gemacht. Und bei dem was da so in den Hut flatterte, hat sich das doch gelohnt. Augsburg war nicht geizig.

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Ich war diesmal schon Stunden vorher vor Ort, da ich ein bisschen helfen sollte/durfte, wenn die ganze Bande einfällt. Weil ich von dem technischen Kabelsalat aber wenig Ahnung hab, hab ich im Endeffekt kaum was gemacht. Einen Mikrofonständer hab ich aufgebaut, ha! Stattdessen hab ich fleißig Fotos gemacht (ich liiieebe meine neue Spiegelreflex!). Mit dem Quartier der Utopia Toolbox im alten Straßenbahndepot war das mal wieder eine traumhaft schöne Location. Ich weiß, das sag ich jedes mal, aber bei diesem uralten Gebäude würde wirklich jeder schwach werden. Der einzige Nachteil: es war arschkalt! Und ein äußerst lärmempfindlicher und gegen gute Musik resistenter Nachbar hat uns ein klein wenig Sorgen gemacht, ging aber doch noch alles gut.

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Nach dem Soundcheck haben sich alle das leckere, selbstgekochte Essen schmecken lassen. Dann kamen auch schon die Zuschauer und Paper Beat Scissors eröffnete den Abend. Tim Crabtree war ja schon mal bei der Bedroomdisco zu Gast. Damals war ich nicht dabei, aber von dem Konzert in der kleinen Kapelle haben am Sonntag viele Leute geschwärmt. Tim startete ganz allein, erst beim zweiten Song kam seine Band dazu. Viele Singer-Songwriter haben ja das Problem, dass ihre Musik nur so dahindümpelt, ohne Höhepunkt. Gut, auch Paper Beat Scissors spielt solche Songs. Aber da sind auch die anderen, die plötzlich Gas geben, sich steigern, dir Gänsehaut bereiten und wie eine Welle über dir zusammen brechen. Gerne hätte ich auch eine Zugabe gehört, aber da war das restliche Publikum nicht so dafür. Manchmal hab ich ja schon das Gefühl, dass es eine Art ungeschriebenes Gesetz gibt, demnach „Vorbands“ keine Zugaben geben sollten. Wobei ich Paper Beat Scissors an dem Abend absolut nicht als Vorband betrachtet habe, sondern einfach nur als die Band, die eben zuerst gespielt hat.

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Auch Aidan Knight begann ganz minimalistisch und wurde beim ersten Song nur von zwei Althörnern (oder Flügelhörnern? I don’t know) begleitet. Bei Paper Beat Scissors spielte auch einer ein solches Blasinstrument. Ich war mega begeistert von den Klängen, obwohl das Aidan Knight schon ein bisschen cooler in seine Musik miteingebunden hat. Generell waberten da die Instrumente nicht einfach flächig vor sich hin. Mal war es das Keyboard, mal der Bass, mal das Schlagzeug die als besonderes Detail hervorgestochen sind. Der letzte Song war dann einfach…wow! Der fing mit einer ganz einfachen und doch unglaublich guten Line an, steigerte sich zu einem genialen Gitarrensolo und dann BÄM! Das hat, glaube ich, alle von den Socken gehauen. Als Zugabe spielte er noch das traurige Lied Margaret Downe und hat uns damit alle wieder auf den Boden zurück geholt.

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3 thoughts

  1. „Er fing mit einer ganz einfachen und doch unglaublich guten Line an, steigerte sich zu einem genialen Gitarrensolo und dann BÄM!“ :) Ich hab das Gefühl ein bisschen dabei gewesen zu sein :)
    Das mit der „Vorband-Regel“ hatte ich bei den Young Chinese Dogs in Jena auch… nur, dass sich da die regionale Vorgruppe – und die war gut! – gedacht hat: Egal. Gut so, auch wenn der Tourmanager/Techniker/Wasauchimmer von den YCD dann deren Instrumente fast von der Bühne warf…

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