Bedroomdisco die 15te. Und langsam weiß ich nicht mehr, wie ich es anders beschreiben soll, aber es war mal wieder etwas ganz Besonderes! Um es gleich vorneweg zu nehmen: Endlich mal Disco in der Bedroomdisco! (Zitat Benni Benson)

Am Donnerstag spielten A Forest aus Leipzig ein Bedroomdisco-Konzert in Augsburg. Ich war schon früh vor Ort, da ich die Band interviewen durfte. Die machte aber gerade noch Soundcheck, also nahm ich bei Michi und Buddy von The Strolers Platz. Die teilen sich zusammen mit San Antonio Kid das Studio, in dem wir diesmal zu Gast waren. Ich war erstaunt, wie toll das aussah. Noch nie hab ich einen so schicken Proberaum gesehen. Die Decke war mit weißen, dreieckigen Schaumstoffplatten, die in einem symmetrischen Muster angeordnet waren, ausgekleidet. Die Wände dunkelgrau gestrichen und mit Leinwänden, auf denen ein schwarz-graues, grafisches Muster gedruckt war, behangen. Auf dem Boden flauschiger Teppich und in der Ecke eine gemütliche Vintagesofaecke.

Als später alle Gäste da waren und vor der kleinen Leinwand Platz genommen hatten, durften wir zuerst den 40-minütigen Film „Freiheit, Freiheit, Wirklichkeit“ anschauen. Auf den Film war ich schon sehr gespannt gewesen, da er vom Dilemma der Musiker jenseits des Chartserfolges erzählt, einerseits etwas zu tun, was Leidenschaft ist, aber andererseits auch davon Leben zu können. Vom Film selbst war ich dann aber etwas enttäuscht. Mir hat er nicht viel Neues gezeigt. Vielleicht liegt das aber auch nur daran, dass ich eben Leute kenne, die in genau dieser Situation sind, und mir auch selbst schon viele Gedanken darüber gemacht habe. Ich hätte mir stattdessen einen Einblick in den Alltag dieser Musiker gewünscht.

Ich muss allerdings zugeben, dass man ein Konzert im Anschluss an diesen Film mit ganz anderen Augen sieht. Vor allem wenn die Band im Film vorkam. A Forest strahlen nämlich genau diese Leidenschaft aus, um die es in „Freiheit, Freiheit, Wirklichkeit“ geht. Jede einzelne Sekunde spürt man, dass sie ihr ganzes Herzblut in die Musik stecken. Da ist z. B. Fabian, der beim Singen leichtfüßig tänzelnd von einen Fuß auf den anderen springt. Oder Friedemann, der unglaublich vertieft ins Schlagzeugspielen war. Der die Schelle fallen ließ, ohne zu schauen wo sie landet, um schnell wieder zum Drumstick zu greifen. Der zwischen zwei Schlägen schnell die Decke von der Snare wischt. Der im letzten Moment nochmal über das Becken streicht, um den Song perfekt abzurunden. Oder Arpen, der genauso wie Fabian beim Singen ganz viel mit den Händen gestikuliert oder auch mal neben dem Mikro vorbei schreit.

Vom Sound der Band war ich mega angetan. Diese geilen Synthies und das Schlagzeug, das so dermaßen jenseits von 0815 ist. Irgendwann mittendrin ist mir aufgefallen, dass dieser Band ja die standardmäßige Gitarre fehlt. Die versuchen A Forest aber auch gar nicht zu ersetzen, brauchen sie auch nicht. Wozu auch, wenn sich auch so ein wahnsinnig guter Sound kreieren lässt. Dazu noch Fabians tiefe Stimme – oh so gut!

Zwischendrin erzählten sie von ihrem Projekt „I Am A Forest“, mit dem sie den Musikkonsum bewusster und den -entstehungsprozess transparenter machen wollen. Sie hatten z. B. kleine Zettel bzw. Blätter mit einem Downloadcode für ihre Platte dabei, die man nach ihrem Kredo „pay what you want“ kaufen und so ein Teil des Waldes werden konnte. Das muss wohl glücklich machen, auf all das Konventionelle zu scheißen und seinen eigenen Ideen zu folgen. Seht ihr wie happy und zufrieden die drei am Ende des Konzerts aussahen?

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