Konzert: A Tale Of Golden Keys – 30.10.2015 – Provino Club

Vergangenen Freitag waren A Tale Of Golden Keys im Provino Club zu Gast. Zurzeit spielt die Band einige Wohnzimmerkonzerte bevor es Ende November auf eine ausgedehnte Clubtour geht. Das Provino ist zwar kein Wohnzimmer, aber wenn man auf dem bunten Teppich in der Ecke Platz nimmt, fühlt es sich immer genau danach an.

Schon beim Auftritt vom Herrn Polaris hatte ich das Gefühl, dass das ein ganz besonderer Abend wird. Das klingt jetzt arg pathetisch, aber genauso war es! Ich hab den Leuten um mich rum ins Gesicht geschaut; die sahen alle so entspannt aus, haben teilweise sogar die Augen geschlossen und einfach nur der Musik gelauscht. Ich hab es ihnen gleich getan und einfach nur zugehört. Denn obwohl ich den Herrn Polaris schon auf zwei Festivals live gehört hatte, ist das bisher gefühlt immer nur im Vorbeigehen passiert ohne große Aufmerksamkeit. Diesmal hab ich wirklich hingehört. Schön fand ich auch, dass die Leute eine Zugabe wollten und er die dann tatsächlich gespielt hat (Yay! Pro Zugaben auch für Vorbands!).

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Mittlerweile hab ich ja bei den Konzerten schon eine Art Routine: Spiegelreflex dabei, das Handy griffbereit, um nebenbei ein paar Notizen zu machen und den Blogeintrag schreib ich teilweise schon im Kopf. Das macht es später einfacher. Diesmal war ich aber so von der Musik eingenommen, dass ich das alles komplett vergessen habe. Keine Ahnung was da am Freitag mit mir los war. Ich starrte einfach nur auf die Bühne und sog die Musik in mich auf wie ein trockener Schwamm das Wasser. Ich war wie weg getreten, fühlte mich ganz leicht und leer und trotzdem wurde mir bei den Songs von A Tale Of Golden Keys ganz schwer ums Herz. Die drei sind nämlich nach eigener Aussage ein sehr traurige Band. Schon beim dritten Lied verkündeten sie, dass das jetzt das letzte annähernd fröhliche war und es danach emotional nur noch bergab geht. Ohne bestimmten Grund war ich an diesem Abend in der perfekten Stimmung dafür.

Für die Wohnzimmerkonzerte haben sie ihre Songs extra umarrangiert. So musste z. B. Jonas auf sein Schlagzeug verzichten und stattdessen auf einem Gitarrenkoffer (!!!) spielen. Ich konnte mir das am Anfang gar nicht vorstellen, aber es funktioniert – ziemlich gut sogar! Ich mochte dieses Orgel-/Keyboarddingens (ich bin nicht so gut mit Instrumenten…) und das Xylophon, das sie extra für In The End dabei hatten. Ich mochte den mehrstimmigen Gesang und dass die drei beim Singen immer und ausnahmslos die Augen zu haben. Was mir an dem Abend aber gar nicht gefallen hat, war, dass die Leute weiter hinten viel zu laut waren und meiner Meinung nach der Band nicht den angemessenen Respekt entgegenbrachten. Wenn man bei einem komplett akustisch gespielten Konzert schon nicht den Anstand hat, seine Klappe zu halten, dann soll man doch bitte raus gehen. Da meinte sogar einmal der Sänger etwas genervt, dass die da hinten doch bitte mal leise sein sollen. Ich war an dem Abend aber so friedlich drauf, dass ich das irgendwann einfach ausgeblendet habe. Und als sie als Zugabe Three Weeks (mein Lieblingssong vom aktuellen Album) spielten, war das eh schon alles wieder vergessen.

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