Konzert: Dobré – 07.11.2015 – Provino Club

Nichts macht mich so hibbelig und nervös, als wenn ich zu einem Konzert will und dummerweise wo festsitze. So geschehen am Samstag. Da spielten Dobré im Provino Club und wir waren viel zu früh da. Das Konzert sollte erst in einer Stunde beginnen – frühestens. Also haben wir uns entschlossen nochmal kurz in der Stadt was trinken zu gehen. Gar nicht so einfach wenn am selben Abend das Honky Tonk Kneipenfestival stattfindet. Glücklicherweise haben wir nach kurzer Suche ein Lokal ohne Liveband gefunden. Als wir zahlen wollten, hat uns die Bedienung aber über eine halbe Stunde lang warten lassen. Ich saß natürlich schon auf glühenden Kohlen. Wenn ich Glück hätte, würde ich nur die Vorband verpassen. Wenn ich Pech hätte, auch noch den Anfang von Dobré.

Wir waren dann doch rechtzeitig zurück im Provino (der ganze Stress mal wieder umsonst) und haben sogar noch ein paar Songs von Nimm Kurz Platz gehört, der Vorband. Die hätte ich mir aber tatsächlich sparen können. Am Vortag hab ich mir bereits ein paar ihrer Songs auf Soundcloud angehört. Die waren ziemlich schlecht aufgenommen. Die Gitarren viel zu laut, vom Gesang hörte man gar nichts. Live konnte mich das Singer-Songwriter-Duo auch nicht überzeugen. Da hörte man zwar die Stimme, aber die war krächtzig, als ob es viel zu sehr auf die Kehle ging. Das klingt weder gut noch ist es gesund (predigt mir auch meine Gesangslehrerin immer wieder). Außerdem dachte ich, die würden auf Deutsch singen. Im Provino hörte ich aber nur englische Sachen.

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Von Dobré hingegen war ich wie erwartet vom Fleck weg hellauf begeistert – wieder einmal. Die Band startete mit einer Portion schwungvoller, fetziger und äußerst tanzbarer Songs. Das Publikum tanzte und Sänger Joe auch. Bei Ersteren war es mehr ein „im Takt auf der Stelle treten“. Bei Joe erinnerte es dagegen ein bisschen an Elvis Presley, was ziemlich gut passte. Nach ein paar Liedern verkündete er, dass das nur das Aufwärmprogramm war. Er griff zur Mundharmonika, der Bassist zum Banjo. Im Anschluss folgten einige ruhigere Sachen, was die Leute aber nicht am Mitsingen oder wie bei Going Under am Mitklatschen hinderte. Bald nahm das Ganze wieder mehr Fahrt auf. Um mich rum hörte ich immer wieder Aussagen wie „Echt gut!“ oder „Geile Band!“ und wer anderer Ansicht war, wurde vom Nebenmann sofort vom Gegenteil überzeugt. Dobré waren nicht nur unglaublich gut, sondern auch noch witzig. Ich mag witzige Bands. Aber ich mag keine gelangweilten Keyboarder. Warum guckten die zwei nur immer so abwesend und desinteressiert?

Nach eineinhalb Stunden neigte sich das Konzert langsam dem Ende zu. Im Anschluss an die Zugabe spielte Joe allein einen letzten und sehr ruhigen Song. Fast punktgenau um zwölf war das Konzert vorbei. Ich schaute mich im Provino um und war erstaunt, dass es schon so leer war. Wo waren nur all die Leute hin? Ich hoffe, das hat Dobré nicht abgeschreckt und sie kommen bald wieder nach Augsburg. Der Provino Club ist nämlich einfach perfekt für diese Band. Als hätte jemand deren Musik gehört (oder auch nur den Song But) und daraufhin dieses alte, muffige Haus aus dem Hut gezaubert. Ich glaube, auch die Band war ganz angetan davon.

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