Konzert: The Lake Poets – 09.11.2015 – Bedroomdisco

Ich liebe die Bedroomdisco. Nicht nur weil das bisher immer und ohne Ausnahme schöne Konzerte waren, sondern auch weil ich gerne unbekannte Orte entdecke bzw. gerne fremde Wohnungen anschaue. Also ich mach das generell gern; ich schau mir auch oft so Interio-Design-Shizzle im Internet an. Nicht dass hier noch jemand denkt, ich wäre so neugierig und will nur das Leben anderer Leute ausspionieren, tz-tz-tz. Bei der Bedroomdisco am Montag hab ich die geilste, schönste und größte Altbauwohnung mitten in Augsburg ever gesehen. Allein der Flur war schon so groß wie meine ganze Bude. Hohe Räume, Stuck an den Decken, braune, bröckelige, „kaputte“ Wände und Möbel aus längst vergangenen Jahrzehnten. Ein Traum!

Im Wohnzimmer dieser unglaublich tollen Wohnung spielten Montagabend The Lake Poets. Eigentlich „spielte“, weil The Lake Poets ja ein Soloprojekt ist. Zur Bedroomdisco kam er aber mit Band, die aus einer Bassistin/Sängerin und einem Schlagzeuger/Keyboarder bestand. Beide waren jedoch bei den ersten beiden Songs noch recht unbeteiligt. Er saß wartend vor seinem Schlagzeug, sie trank Wein und filmte mit ihrem Handy sogar einmal die Zuschauerrunde. Wir sind halt alle Digital Natives, ne?

An der Wand hinter dem Trio hing die Projektion eines Dias von einem weißen, knubbeligen Etwas. Es sah ein bisschen so aus wie dichter weißer Rauch oder vielleicht auch Birkenrinde (ich hab später nachgefragt; es war ein Stalagmit). Dieses Bild passte perfekt zur emotionalen und melancholischen Musik von The Lake Poets. Ich saß in der letzten Reihe auf einem samtigen, weichen, roten Sessel und lauschte der Musik und den Geschichten, die Martin dazu erzählte. Von seiner Großmutter, die Waisin war. Seinem Großvater, der Schiffe gebaut hat. Von seinem Vater, der in den Minen arbeitete. Von einer Freundin, die eine schlechte Zeit durchmachte. Ich saß da und hörte zu. Und mir fielen fast die Augen zu. Denn ganz ehrlich: Ich fand die Musik zum Einschlafen. Zum Einschlafen schön. Ich kann nämlich nicht zu jeder Musik gut träumen. Mittlerweile ist ja bekannt, dass Ed Sheeran bei Spotify die Playlisten zum Einschlafen anführt. The Lake Poets würden da aber meiner Meinung nach auch sehr gut rein passen. Das lullt einen richtig ein. Wie eine flauschige Decke unter der du dich geschützt fühlst und dich einfach so richtig schön reinkuscheln kannst.

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