Nur wenige Stunden vorm Konzert von Catastrophe & Cure am Samstag hab ich zwei Freunde für die Neue Szene interviewt. Thema waren u. a. Konzerte in Augsburg und da meinten beide, dass sie hier schon mal auf welchen waren, wo fast mehr Leute auf der Bühne standen als davor. Da hab ich mir noch gedacht: „Also ich weiß ja nicht, was das für Konzerte waren, aber sowas hab ich in Augsburg noch nie erlebt. Sogar bei den unbekanntesten Bands war der Raum zumindest einigermaßen gefüllt.“ Tja, gut fünf Stunden später stand ich in der Soho Stage, auf der Bühne die österreichische Band Catastrophe & Cure und um mich rum gähnende Leere. Mir tat das so leid für die Band. Wenn man das Personal vom Club mitzählt, waren vielleicht 25 Leute da. Also echt wenig. Ich verstand das überhaupt nicht, zumal mir im Vornherein sogar mehrere versichert hatten, dass die Band echt gut ist. Und dann so was. Wobei es in Österreich aber besser für sie laufen muss. Nach dem Konzert hab ich mich noch mit Sänger Johannes am Merchstand unterhalten. Er meinte, dass „Zuhause“ die Clubs immer voll wären. Aber sie das auch gar nicht schlimm finden, hier in Deutschland quasi neu zu starten. Na immerhin sehen sie das entspannt. Aber jetzt nochmal auf Anfang…

Irgendwie fing das Ganze schon leicht irritierend an. Das Publikum war so winzig, dann standen auch auf der Bühne nur fünf anstatt der von mir angenommenen sechs Leute (das Cello fehlte. Das Cello! Neeeeiiiin!) und dann wirkte auch noch der Sänger so ein bisschen obercool und abweisend. Da konnte er nicht mal mit seinem tollen Seidenblouson, von dem ich haargenau den gleichen in Weinrot hab, Pluspunkte sammeln. Erst als er nach dem zweiten Song ein paar Worte an das Publikum richtete, wendete sich das Blatt. Der ist ja total sympathisch! Und bei österreichischem Dialekt schmelz ich sowieso immer dahin! So oder so ähnlich dachten wohl auch ein paar andere und setzten sich mit ihren Baarhockern mitten in den Raum als Frontmann Johannes die Zuschauer aufforderte ein bisschen näher zu kommen.

Glücklicherweise hat sich die Band wirklich null verunsichern lassen. Weder von dem geringen Publikum noch von der ein oder anderen Panne mit den überdimensionalen Glühbirnen, die sie mitgebracht hatten. Im Gegenteil. Ihnen hat es sichtlich Spaß gemacht und Johannes bedankte sich sogar nach jedem Song bei den Leuten für das aufmerksame Zuhören. Im Publikum ließen sich auch ein paar zum Tanzen verleiten. Ganz so cool wie beim Sänger und beim Keyboarder sah das leider nicht aus. Das waren schon echt eigene aber umso stylischere Moves. Von der Musik und jedem einzelnen Song war ich ebenfalls total begeistert. So sehr, dass ich mir danach gleich das aktuelle Album der Österreicher am Merchandisestand mitgenommen hab, was bisher…ähm…noch nie vorkam. Ich bin da sonst eher so der Amazon-Download-Typ. Doch auch wenn die Indieszene mittlerweile total überlaufen ist, gibt es doch relativ wenige Bands, die punktgenau meinen Geschmack treffen und mich vom Fleck weg begeistern. Aber Catatstrophe & Cure können das.

Das zeigte sich dann auch bei der Zugabe. Die stand echt haarscharf auf der Kippe. Aber wie Johannes meinte: „Ein paar hartnäckige gibt es immer.“

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