Konzert: Martin Kohlstedt – 09.12.2015 – Bedroomdisco

Mein Bericht zur Bedroomdisco hat diesmal etwas Verspätung. I know. Der Grund dafür ist, dass ich einen Artikel über die Bedroomdisco im Allgemeinen für die Neue Szene geschrieben hab und der hatte wegen Redaktionsschluss Vorrang. Zum Schreiben hab ich mir letzte Woche extra zwei Tage frei genommen. Und weil ich so viel Zeit hatte, hab ich diesmal sogar für die ganze Bande gekocht. Für die Bedroomdisco-Musiker gibt’s ja immer was mit ganz viel Liebe Gekochtes.

Abends bin ich dann mit Sack und Pack ein paar Straßen weiter zum GAG (Gampls Arbeitsgemeinschaft für musikalische Kultur und Bildung) gelaufen. In dem schönen Raum mit Flügel war ich im Sommer im Rahmen des Literaturspaziergangs schon mal. Während wir klar Schiff machten und aufgebaut haben, kamen auch Martin und Peter an. Peter ist Fotograf und begleitet Martin Kohlstedt schon seit drei Jahren, um ein Langzeitportrait über ihn zu machen. Nach einer kurzen Begrüßungsrunde haben wir weiter gewerkelt und Martin hat sich erst mal mit dem Baldwin Flügel vertraut gemacht. Über eine halbe Stunde hat er einfach gespielt und sich damit „angefreundet“. Das fand ich echt interessant. Nach ausgiebigen Testen waren also die beiden aufeinander eingespielt. Martin meinte, dass der Flügel so eine gewisse Schwere hat. Dass also die Tasten – ich hoffe, ich hab das richtig in Erinnerung – keinen Ton erzeugen, wenn man sie zu langsam drückt. Immer wieder erwähnte er aber auch, dass er sich richtig drauf freut, dass das heute nur mit Soloklavier ist. Neben dem akustischen hat er nämlich auch ein elektronisches Set.

Ich fand es aber sehr passend für die Vorweihnachtszeit, dass diesmal alles komplett akustisch war. Keine Kabel und kein Gesang. Darauf war ich schon am meisten gespannt. Über eine Stunde nur Instrumentalmusik. Ich hör sowas sehr gern, war aber noch nie auf einem solchen Konzert. Ob das nicht schnell langweilig wird? Nein, definitiv nicht. Die Zeit verging sogar viel zu schnell! Am Anfang konnte ich mich noch nicht so recht auf die Musik einlassen, weil immer die Fotos irgendwo in meinem Kopf rumschwirrten. Die brauchte ich für den Artikel in der Neuen Szene. Sonst hätte ich diesmal drauf gepfiffen und nur eins oder zwei gemacht. Das Geräusch, das eine Spiegelreflex beim Auslösen macht, kann nämlich in einer solch andächtigen und ruhigen Atmosphäre verdammt laut sein. Ich hab’s schnell hinter mich gebracht und mir dann einen Platz am Rand gesucht.

Nach kurzer Zeit hat mich die Musik komplett erfasst, fast schon überrannt. Musik – egal welcher Art – erzeugt im besten Fall immer Emotionen beim Zuhörer. Bei solch purer Klaviermusik ist das aber nochmal was anderes, finde ich. Noch viel viel stärker. Zumindest ging es mir so. Um mich rum saßen alle ganz ruhig da, haben teilweise sogar ihre Augen geschlossen. Das fand ich so schön und gleichzeitig total beeindruckend. Bei den ruhigen Stücken hab ich auch einfach meinen Kopf in die Hände gelegt und die Augen zu gemacht. Einfach nur zugehört und genossen. Aber bei den schnelleren und fröhlicheren Stücken ging das nicht. Es hat mich schon ein bisschen Beherrschung gekostet nicht zu viel rumzuzappeln. Ruhig sitzen bleiben finde ich eh immer super anstrengend. Aber dann auch noch bei solcher Musik! Martin Kohlstedt hat bei vielen Stücken mit dem Fuß auf den Boden getappt und so noch einen Beat dazu erzeugt. Ich hätt’s am liebsten genauso gemacht (z. B. bei HAR oder VET). Alle anderen saßen aber weiterhin ganz still da. What’s wrong with me?!

Zu fast jedem Stück hat Martin ein paar Worte gesagt oder die Entstehungsgeschichte erzählt. Nur das Geheimnis, warum die Titel immer aus drei Buchstaben bestehen, hat er letzten Endes doch nicht gelüftet. Interessant fand ich auch, dass er von den Stücken erzählte, als ob es kleine Wesen mit eigenem Willen wären. Das eine hatte kein Rückgrat, das andere den meisten Galgenhumor von allen. Interessant…und wenn man selbst klassische Sachen spielt sogar irgendwie nachvollziehbar. Irgendwie…

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2 Gedanken zu „Konzert: Martin Kohlstedt – 09.12.2015 – Bedroomdisco“

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