Eigentlich hatte ich gar nicht vor, auf die Lichtdicht Night im Muffatwerk zu gehen. Ich hatte es mehr oder weniger im Kopf gespeichert, bei Facebook die Veranstaltung mit „Interessiert“ markiert, aber…nee, muss eigentlich nicht sein. Dann hat mich Niklas vom Soundkartell darauf angesprochen und vorgeschlagen, ich könnte doch trotzdem noch eine Mail an das Label schreiben und fragen, ob Gästelistenplätze möglich wären. Okay, gesagt – getan. Da war es Sonntagabend, kurz nach neun. Um halb zehn hatte ich schon die Antwort: klar, ich steh mit +1 drauf, inklusive Fotoerlaubnis. Äh, krass. Die Leute dort sind echt auf Zack. Denn wer arbeitet bitte am Sonntagabend um halb zehn?!

Gut, jetzt „musste“ ich wohl doch hingehen. Fabi, mein Partner in Crime, war natürlich sofort mit am Start und so machten wir uns Dienstagabend auf den Weg nach München. Ich dachte ja, die fünf Bands würden alle nacheinander auf einer Bühne spielen. Dem war aber nicht so. Es gab zwei Bühnen, die große in der Muffathalle und die kleine im Muffatcafé. Nur leider war nicht klar, wer wann wo spielen würde. Ziemlich verspätet (ca. während dem Konzert vom zweiten Act) tauchte auf Facebook eine Timetable auf. Dort hieß es auch, der Beginn sei um 20:30 Uhr. Das war aber eigentlich der Einlass. Beginn somit unklar. Um nicht unnötig doof rumzustehen, gönnten wir uns eine kleine Kaffeepause.

Als wir zurück ins Muffatwerk stolperten spielten schon die Pentatones. Fuck. Genau die Band, die ich doch unbedingt sehen wollte. Doch wir hatten noch nicht all zu viel verpasst. Nach all den Spekulationen um den schwarzen Kreis im Gesicht („Ist es ein echtes Tattoo oder nur aufgemalt?“) traten sie auch an diesem Abend mit Gesichtsbemalung auf. Auch ihre Outfits waren quasi passend dazu und zur Musik komplett in schwarz und sehr futuristisch. Die Band reihte Song an Song, welche die Sängerin gern mit großen Gestiken unterstrich. Die Kommunikation zum Publikum war jedoch im Prinzip gleich null. Lediglich am Ende gab es eine kurze Ansage, woraufhin sich jedes Bandmitglied ein Glöckchen nahm und klingelnd die Bühne verließ. Hm. Leider fehlte es dem Auftritt etwas an Dynamik, was vor allem daran liegen könnte, dass die vier nur mit Keyboards und Laptops ausgestattet das Konzert spielten. Mir fehlte ein Schlagzeug. Besonders in Momenten, in denen die Musik lauter, schneller, heftiger wird, wirkt sowas einfach eindringlicher. Versteht mich nicht falsch. Ich mag die Musik und den Sound von Pentatones sehr, aber diese Laptopgeschichte fühlt sich halt immer ein bisschen wie Beschiss an. Da lob ich mir Bands wie Claire oder A Forest, die das live auf ein Minimum reduzieren.

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Danach ging es gleich rüber ins Café, wo Shaky Foundation schon mitten in ihrem Set waren. Dort ging es etwas ruhiger zu. Sanfte Indieklänge und ein akzentuiert eingesetztes Effektmikro. Auch die drei Jungs aus Würzburg hatten einen Laptop dabei. Aber hier war der halt mehr Unterstützung und nicht der Grundstein für die komplette Musik. Ziemlich gut hat mir das kleine Tamburin im letzten Song gefallen.

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Impala Ray waren definitiv der Höhepunkt des Abends! Ich hab sie nun schon zum vierten Mal innerhalb eines Jahres live gesehen und kann nur sagen: „Es is jeds Moi wieda a wahre Freid!“ Ohne Scheiß! Die sind einfach sooo gut! Und das fand nicht nur ich. Das Publikum tanzte und feierte die Band genauso. Denn klar ist: Wer so viel Energie reinsteckt, bekommt das auch zurück. Ray wirbelte wie immer über die Bühne, dass die Haare nur so flogen (hach, wenn ich das nur einmal perfekt mit der Kamera einfangen könnte) und Dominik ballerte auf sein Schlagzeug ein, als ob es kein Morgen mehr gäbe. Grandios! Am meisten hat mich allerdings folgende Szene überrascht und berührt: Impala Ray fordern das Publikum zum Mitsingen auf, was diese auch brav machen. War ja nur ein einfaches ah-ah-ah… (oder so in der Art). Doch später im selben Song fangen die Leute von selbst wieder damit an! Man sah es der Band an wie verblüfft sie waren. Trotzdem haben sie es perfekt in ihre Musik miteingebaut, sind im richtigen Moment leiser geworden und im richtigen wieder lauter. Wunderbar!

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Nach dem Auftritt von Impala Ray überlegten wir kurz – aber wirklich nur ganz kurz – ob wir den letzten Zug nehmen oder noch bleiben sollen. Uns war aber schnell klar, dass wir Kytes nicht verpassen wollen und so blieben wir noch. Der Zug um 2 Uhr wird schon fahren. Es war eine gute Entscheidung. Ich bin ja echt begeistert, was diese Band angesichts ihres kurzen Bestehens (man rechnet hier noch in Monaten!) für einen Senkrechtstart hingelegt hat. Aber sie machen eben einfach den besten Gute-Laune-Indiepop der Welt. Mit dem liebenswertesten Chaoten der Welt als Sänger. Allein ihr Song On The Run schlägt jedes Mal wieder ein wie eine Bombe. Etwas ungewohnt waren noch die – im Gegensatz zum Konzert in Augsburg – vermehrt ruhigen Lieder. In The Morning oder das Microset von Inner Cinema zum Beispiel.

Alles in allem war es eine super Entscheidung doch noch zur Lichtdicht Night zu gehen. Erkenntnis des Abends: Schlagzeug rules!

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2 thoughts

    1. Ah, okay. Bei den Pentatones hatten wir natürlich keine Zeit auf unsere Handys zu schauen, deswegen haben wir das erst später gesehen. Aber das stimmt: die Zeiten waren korrekt und jede Band hat pünktlich angefangen. Sowas schafft nicht jeder ;)

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