Mika – den würde ich ja gern mal wieder live sehen. Das letzte Mal ist viel zu lange her, hat aber tierisch Spaß gemacht. Das war noch ganz am Anfang dieses kleinen Blogs. Mittlerweile hat Mika schon längst ein weiteres Album draußen, über das ich eigentlich mal was schreiben wollte, aber nie dazu gekommen bin. Denn ganz ehrlich: Albumrezensionen gehören nicht zu meinen Favoriten.

Trotzdem: Mika gehört immer noch zu meinen Lieblingsmusikern. Nicht umsonst ziert ein We Are Golden meinen linken Oberarm. Jedes Album hab ich Zuhause. Und dennoch – es ist so peinlich: Den Release von No Place In Heaven hab ich um mehrere Wochen verpasst, weil ich es irgendwie nicht mitbekommen hab. Ich glaube, auf Facebook hab ich es einfach übersehen.

Aber es ist sooo gut. Mika kann das einfach perfekt und hat auch hier wieder das Unglaubliche geschafft: anstatt Songs irgendwo im Zwischendrin zu schreiben, zaubert er Lieder, die dir entweder das Herz um Tonnen schwerer machen oder deinem Gemüt eine bisher unbekannte Leichtigkeit verschaffen. Mit dem einen Song macht er dich todtraurig und beim nächsten tanzt du schon wieder Pirouetten drehend durchs Zimmer. Rio ist z. B. einer dieser Motivationskatalysatoren. Da möchte ich immer auf der Stelle meine Koffer packen und wegfahren. Und die Geschichte hinter Talk About You kennt wahrscheinlich jeder: man verliebt sich und ohne es zu merken redet man fast pausenlos über diese eine Person. Mein Favorit unter den Happy Songs ist jedoch Oh Girl You’re The Devil. Den würde ich gern mal mit unserem Chor singen. Der Song macht einfach gute Laune. Leider haben wir niemanden, der die tiefe Stimme singen kann. Schade.

Richtig schlimm finde ich allerdings das Lied No Place In Heaven. In dem Sinne, dass es vom Text her echt heftig ist. Dazu muss man vielleicht wissen, dass Mika schwul ist (und die katholische Kirche ja sowas absolut nicht billigt). Dann sieht man Zeilen wie „For every love I had to hide“ oder „Do you think that you could learn to love me anyway?“ und natürlich ganz besonders „There’s no place in heaven for someone like me“ in ganz anderem Licht. Und wenn er dann singt: „Father, if there’s a heaven let me in. I don’t know where to go if I should die“ kommen einem schon fast die Tränen.

Allgemein scheint Mika mit seinem nun vierten Album einige Dinge aufzuarbeiten und den Leuten zu sagen, was ihm nicht passt. Da macht er selbst bei seiner Mutter keine Ausnahme, was bei All She Wants ziemlich deutlich wird („But it’s oh so complicated
if your mother is like mine“). Ich finde sowas einfach grandios. Immer raus mit der Wahrheit!

Was ich an Mikas Songs auch immer wieder aufs Neue wunderschön finde, ist der mehrstimmige Gesang; z. B. bei Good Guys, wo ich ausnahmsweise sogar mal einen Remix schöner finde als das Original (der Night Time Mix – wunderbar!). Ansonsten lässt sich damit auch sehr gut eine traurige Stimmung erzeugen. Minimalistischer Sound – da reicht schon ein einfaches Klavier – Mikas Stimme, die so unfassbar locker von äußerst tief bis unglaublich hoch spaziert, und noch ein mehrstimmiger Frauenchor im Hintergrund. Das hat schon auf seinem ersten Album mit Happy Ending gut funktioniert und wird bei No Place In Heaven mit Hurts gleich wiederholt. Das hat jedes Mal wieder das Potential zu Tränen zu rühren.

Ach Mika. Der Mann mit den Wuschellocken. Mit den verrücktesten Outfits (take a look!). Mit den Gute-Laune-Songs. Und denen zum Heulen. Der immer für alles die passenden Worte findet. Mein Lieblingsmusiker.

2 thoughts

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s