I'm From Barcelona - Salzburg - Princess Pietsch

Konzert: I’m From Barcelona – 27.01.2016 – Rockhouse Salzburg

ABENTEUEEEEEER! Ungefähr so lässt sich meine Stimmung beschreiben, als wir uns am Mittwoch zu dritt auf einen kleinen Roadtrip nach Salzburg machten. Ich war so aufgeregt. Es fühlte sich einerseits so bescheuert, andererseits so spannend und lebendig an, wegen einem Konzert mal eben kurz ins Ausland zu fahren. Und in der selben Nacht wieder zurück. Gegen halb fünf fuhren wir in Augsburg los und kamen trotz dem ein oder anderen Stau pünktlich beim Rockhouse an, das by the way eine echt schöne Location ist. Eine längliche Halle mit gewölbten Dach, grob gemauerten Wänden und dicken Säulen am Rand der Bühne. Wir haben uns nicht mal verfahren. Hallelujah!

Local Support waren an diesem Abend Dandelion, die eine ganze Reihe Fans mitgebracht hatten. Diese waren total begeistert von der Band, mich konnten sie allerdings weniger überzeugen. Die vier jungen Männer trugen alle haargenau das gleiche Outfit (dunkle Hose, grünes Hemd, schwarze Weste), was ich per se schon etwas steif fand. Genauso wirkte dann auch die Perfomance. Aufgesetzt und als ob sie versuchen würden, etwas zu sein, das sie eigentlich gar nicht sind. Die Ansagen des Sängers wirkten unsicher (außer wenn er ganz frei und sichtlich stolz über das kommende Album spricht), der Drummer gelangweilt, der Bassist unmotiviert. Die einzelnen Songs begannen meist mit einer tollen Melodie, die ein bisschen an fröhlichen Indie erinnerte, wurden dann aber schon bald in ein rockigeres Gewand gehüllt und mit flächig gespielten Gitarren überdeckt. Schade eigentlich. Aber vielleicht hätte da auch auf der Bühne stehen können, wer will. Mich hätte nichts mehr begeistern können, als das was danach kam: I’m From Barcelona!

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Erwartungsvoll wurde es ziemlich still im Raum, als einer der Schweden die Bühne betrat und wortlos mehrere Hände voll Knicklichter in die Menge warf. Danach kam auch der Rest der Band hinzu. Insgesamt waren es zwölf Leute. Weniger als die komplette Band und trotzdem mehr als jede andere. Klarinette und Trompeten, ein kleiner Chor und diverse Tasteninstrumente. Mein Herz machte Freudensprünge. Alle trugen eine Jeansjacke – also auch hier irgendwie das gleiche Outfit. Wenn auch viel lockerer und weniger offensichtlich. Jede hatte einen anderen Schnitt und war unterschiedlich verziert (z. B. mit einem Aufnäher der Mumins mit Klein My drauf. Als Kind hab ich die Serie geliebt!). Nur den großen „Growing Up Is For Trees“-Aufnäher auf dem Rücken hatten sie alle.

Sie begannen ihr Set mit ein paar Songs vom aktuellen Album, dem wunderschönen Sirens zum Beispiel. Oder Violins. Spätestens da hatte sich die mehrstündige Autofahrt gelohnt. Unterwegs haben wir nämlich das zweite und dritte Album unzählige Male durchgehört und immer wieder das Klatschen bei Violins geübt. Das war schwerer als gedacht, aber beim Konzert konnten wir es perfekt!

Danach kamen sie auf die Idee, das erste Album einmal komplett durchzuspielen, was sie dann tatsächlich durchgezogen haben. Leider kannte ich davon kaum einen Song, aber das hat der Sache absolut keinen Abbruch getan. Denn von da an ging es erst so richtig los! Leider genau zu dem Zeitpunkt, als ich nicht mehr fotografieren durfte. Denn auch hier galt: nur die ersten drei Songs. Aber was soll’s. Insgeheim war ich sogar ganz glücklich darüber. Immerhin hieß das: Hände frei für’s Tanzen und Spaß haben. Und der kam an diesem Abend wirklich nicht zu kurz! Teilweise wusste man gar nicht, wo man zuerst hinschauen sollte. Dutzende Luftballons in Übergröße wurden ins Publikum geworfen. Zwei sprangen von der Bühne und tanzten vor uns in der Menge. Passend zum Song Treehouse bekamen wir fix eine kleine Choreo beigebracht und bauten alle Baumhäuser. Einer zupft mal kurz an der Gitarre des anderen. Ein crowdsurfender Sänger. Ein grinsender Chorsänger. Ein herumzappelnder Chorsänger. Sie lachen sich über das Höschen kaputt, das ein Mädel auf die Bühne geschleudert hat. Alle laufen hin und her, jeder macht sein Ding, alle scheinen so unterschiedlich zu sein und trotzdem kreiren sie zusammen einen Sound, der vollkommen scheint und dich unmöglich still stehen lässt. Und hin und wieder fliegt ein Luftballon vorbei.

Selbstredend, dass eine solche Band ihre Fans nicht ohne Zugabe nach Hause gehen lässt. Zuerst kam Emanuel Lundgren, Frontmann und Gründer der Band, allein auf die Bühne zurück, was mir ehrlich gesagt einen kurzen Dämpfer versetzte. Jetzt ein ruhiges Soloding nach all dem Tanzen, Springen und Ausgelassen sein? Ja und nein. Er begann mit Growing Up Is For Trees und nach und nach kamen auch die anderen zurück auf die Bühne und stimmten mit ein. Es folgte ein kurzes schwedisches Lied, welches ein Publikumswunsch war. Den Abschluss machte Lucy und dann war dieser denkwürdige Abend auch leider schon wieder vorbei. Um kurz vor elf waren wir bereits auf dem Weg zurück Richtung Augsburg.

Dieses Konzert war wohl eines der besten seit langem und das obwohl ich mir schon im Vornherein dachte, dass es grandios werden könnte. Am meisten freut es mich aber, dass ich so tolle und verrückte Freunde habe, die mit mir spontan mal eben zu einem Konzert nach Salzburg fahren.

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6 Gedanken zu „Konzert: I’m From Barcelona – 27.01.2016 – Rockhouse Salzburg“

  1. Ich finde das ja interessant, dass du es „steif“ findest, wenn das selbe Outfit getragen wird. Hab ich nie so gesehen, ganz cool fand ich, als Kraftklub das mal erklärt haben (die sind ja auch uniformiert), dass sie das halt cooler finden, wenn eine Band auch optisch was hermacht.
    (Dann dürfte dir Itchy Poopzkid jedenfalls auch gefallen, die tragen nie das Selbe :P Schleichwerbung ftw!)

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    1. In dem Fall fand ich das wirklich „steif“, weil es einfach haargenau das gleiche war und leider nicht so lässig wie die Klamotten von Kraftklub. Vielleicht war es auch einfach nur der Gesamteindruck und die Uniform das Tüpfelchen auf dem i, das alles so steif wirken ließ.
      (Jaja, ich geh ja schon zum Itchy Poopzkid Konzert :D)

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