Ich bin ja großer Fan des Augsburger Bandcontests Band des Jahres. Jedes Jahr entdecke ich aufs Neue tolle Bands und Musiker. Oft begeistern mich sogar die am meisten, die bereits bei den Vorentscheiden ausscheiden. Leider. Nichtsdestotrotz gingen auch schon so Knaller wie die Killerpilze aus den Reihen des Wettbewerbs hervor. Ich frag mich nur, warum ich jedes Mal den Vorentscheid mit mindestens einer, eher schon zwei Metalbands erwischen muss. Da komm ich mir immer so verloren vor wie ein einsamer Singer-Songwriter.

Zum 3. Vorentscheid am vergangenen Freitag bin ich in erster Linie wegen Based On A True Story. Letztes Jahr durch Zufall entdeckt und zufällig kommen die Jungs wie ich aus Schrobenhausen. Ausgelaugt und müde von der Woche (auch ein bisschen wegen Salzburg) legte ich an diesem Abend wenig Wert auf Pünktlichkeit und wie sich herausstellte, war das im Hinblick auf meinen Musikgeschmack nicht weiter schlimm.

Als ich ins Schwimmbad (der kleinere Floor der Kantine) kam, waren Projekt 26 schon mitten in ihrem Set. Projekt 26 sind ein Brüderduo, das live von einem Keyboarder unterstützt wird und Oldschool-EBM machen. EBM? Das steht für Electronic Body Music wie sie z. B. Kraftwerk oder Oomph! gemacht haben. Also etwas härtere Musik, die hauptsächlich auf elektronischen Elementen und Shouts basiert. Ja, ich musste das auch erst googeln. Nein, mir gefällt solche Musik nicht. Ich fand auch die E-Drums etwas befremdlich. Solche stell ich mir eher in einer kleinen Mietwohnung mit zehn Nachbarn außen rum vor und nicht bei einem Livekonzert, wo man doch so richtig schön reinballern kann. Ist ja auch nicht so, dass keine zwei Meter neben dem Schlagzeuger (der by the way das ganze Konzert über stand – why?) kein normales Schlagzeug gestanden hätte…

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Zweiter Act war Phil Igran, der schon mehr meinem Gusto entsprach und mich eigentlich vom Fleck weg begeisterte. Man kennt ihn vielleicht als Kopf der Rock’n’Roll-Band The Kickstarters, die letztes Jahr einen Auftritt im Finale hatten. Diesmal war er solo als Singer-Songwriter dabei und hatte sozusagen als Bandersatz seine Loop-Station mit. Ich liebe ja solche Loop-Geschichten und finde es total faszinierend wie die Musiker live Schritt für Schritt das Grundgerüst für ihren Song aufnehmen. Seine Gitarre hat Phil Igran dabei auch als Schlagzeug benutzt und mit einem zweiten Mikro mehrstimmigen Gesang eingebaut. Vom Sound her kann man es wohl als typische Singer-Songwriter-Musik bezeichnen, bei der aber immer ein Touch von Rock’n’Roll mitschwingt. Richtig krass überrascht hat mich jedoch der letzte Song. I’m My Own Man hieß der. Und da fing er doch tatsächlich zum Rappen an. Wie cool ist das denn? Also wenn ich sage, dass in dem Moment meine Kinnlade auf dem Boden aufschlug, ist das definitiv nicht gelogen.

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Als nächstes waren meine Hometown-Jungs Based On A True Story dran. Die sind bei Band des Jahres schon sowas wie Dauergäste. Das vierte Mal war es dieses Jahr. Ich hoffe ja, dass sich ihre Hartnäckigkeit bald auszahlt. Sie werden nämlich immer besser, der Gesang klarer und die Bewegungen lockerer. Nur die leicht unsicheren und verwirrten Ansagen des Sängers könnte man noch optimieren. Christian, der Gitarrist, darf aber gern weiter so viel grinsen. Neben ein paar Songs ihrer bereits veröffentlichten EPs spielten sie auch zwei neue Lieder. Insgesamt klang die Band weniger rockig wie auf Platte, was aber auch daran liegen könnte, dass sie laut eigener Aussage an diesem Abend etwas langsam waren. Hm, also mir gefiel’s.

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Last but not least: Sweeping Death. Für Ramona kein Band des Jahres-Konzert ohne Metal-Band. Tja, da muss man durch. Oder auch nicht. Ich sah eigentlich die ganze Zeit nur Haare fliegen. Doch ich muss zugeben, dass da stellenweise auch ganz nette, melodiöse Parts und gute Gitarren-Solos dabei waren. Wenn man genau hinhört und das ganze Geschrei kurz ausblendet. Ich kann mit sowas leider überhaupt nichts anfangen, deswegen bleibt der Auftritt an dieser Stelle einfach mal unkommentiert und ohne Urteil. Vielleicht fanden eingefleischte Metal-Fans die ja sogar ganz gut. Ich bin trotzdem nach den ersten zwei Songs nach Hause gegangen.

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