Wow! Ich bin noch immer vollkommen geflasht und überwältigt, was für ein fantastisches Konzert das am Samstagabend war. An dem Tag spielte Timothy Auld ebenso wie Deichkind in Augsburg. Das hat mir die Wochen vorher ganz schön Kopfzerbrechen bereitet. Auf einem Konzert von Deichkind war ich noch nie, dafür hat mich Timothy Auld schon beim Singoldsand Festival wahnsinnig begeistert. Das Schicksal hat’s mal wieder möglich gemacht und mir die Entscheidung abgenommen (keinen Gästelistenplatz für Deichkind bekommen, dafür ne Interviewanfrage von Timothy Auld): es sollte am Samstag also in die Soho Stage gehen.

Es war kalt und regnerisch an diesem Abend und an der Garderobe stauten sich die Menschen. Die komplette Treppe hoch. Während oben noch einige darauf warteten, ihre Jacken abgeben zu dürfen, startete unten schon Singer-Songwriter Peter Pux, dessen Stimme und Sound stark an Philipp Poisel erinnerten. Seine deutschen, recht schnulzigen Texte haben mich zuerst ziemlich kalt gelassen. Aber irgendwann ist die Leidenschaft, mit der er seine Lieder vortrug, auch zu mir übergeschwappt. Und diese Stimme! Eigentlich unmöglich da weg zu hören. Vor allem bei den Rap-Parts, bei denen er immer schneller und schneller wurde, so dass ihm zum Schluss schon fast die Luft weg blieb. Das war nicht schlecht. Das war sogar ganz schön gut!

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Als später Timothy Auld mit seiner Band die Bühne betrat, wusste ich noch nicht, dass das, das mit Abstand beste Konzert der letzten Monate werden würde. Es ist einfach unglaublich, wie verdammt lässig jeder Einzelne seiner Song klingt. Wie sehr das groovt und wie wenig man sich dem Drang entziehen kann, jetzt sofort tanzen zu müssen. Genauso beeindruckend ist die Vielfältigkeit seiner Songs, wie spielend er annähernd alle Genres abhakt und es trotzdem immer unverkennbar nach ihm klingt. Timothy meinte, dass 90 % seiner Songs von Frauen, Alkohol und Autos handeln. Von mir aus hätte er mir auch seinen Einkaufszettel vorsingen können. Das wäre mit Sicherheit nicht weniger mitreißend gewesen. Das hat jedoch wiederum das Fotografieren an diesem Abend regelrecht zur Challenge gemacht. Ich. Wollte. Einfach. Nicht. Stillstehen. Mit Sicherheit hab ich mich aber nicht annähernd so cool bewegt wie Timothy. Die Moves sind schon einzigartig. Wie er die Arme zur Seite schwingt und sie anschließend vorm Körper überkreuzt, die Knie nach außen dreht und wieder nach innen.

Ach, das war so herrlich! Vor allem wie wenig ernst er sich selbst nimmt. Ein-, zweimal verliert er den Faden, aber das überspielt er gekonnt, macht einen Spaß daraus und lacht. Ja die ganze Band lächelt gefühlt in einer Tour. Klar, dass sowas das Publikum nicht kalt lässt und der Funke überspringt. Ich glaube, ich hab die Soho Stage noch nie so laut erlebt. Praktisch vom ersten Song an wurde laut gejubelt und das hat Timothy – der Fuchs – gleich mal ausgenutzt und uns immer wieder kleine Melodien nachsingen lassen. Das war teilweise so witzig, teilweise ist man sich schon fast verarscht vorgekommen (auf eine gute Art!), z. B. als er uns ein „Schalalalala“ in Stadionmanier nachgrölen ließ.

Für zwei Songs holte er sich dann aber doch profesionellere, gesangliche Unterstützung in Form von seinem Bruder, der hier in Augsburg lebt. Da wurde es dann richtig eng auf der Bühne, die ja leider viel zu wenig Platz bietet für Bands mit einer solch entfesselnden Energie. Dass so ein Konzert nicht ohne Zugabe enden darf ist eh klar. Als erstes spielte Timothy ohne Band dafür einzig und allein mit Loop-Station (Yay! I love that shit!) einen Song. Ganz zum Schluss noch Get Back Into My Car und dann war’s leider schon wieder vorbei. Im Verlauf des Konzerts hab ich total die Zeit vergessen, so sehr hab ich es genoßen und gefeiert. Also von mir aus hätte das auch ruhig noch ne Stunde so weiter gehen können. Während ich mich nämlich bei anderen Konzerten oft frage, wie viele Songs wohl noch kommen werden, wird Timothy Auld live einfach nicht langweilig.

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Ein kleinen Haken hat dieses super Konzert nun im Nachhinein doch noch: meine Fotos. Und zwar in der Hinsicht, dass ihr hier nur einen Bruchteil der wunderschönen und grandiosen Fotos sehen dürft, die ich geschossen habe. Dank der Lichttechnikerin, die die Band mitgebracht hatte, herrschten diesmal perfekte Bedingungen, damit auch jemand wie ich gute Fotos zustande bringt. Und ich kann euch versichern: da sind super Momentaufnahmen entstanden! Mit einem glücklichen Timothy. Mit Bandmitgliedern, die sich voll reinhängen. Mit seinem Bruder in Action. Doch diesmal durfte ich keine Fotos veröffentlichen ohne Freigabe. Das hat sein Management so gewollt. Und ich bin wirklich todunglücklich, dass es jetzt letztendlich genau die geworden sind, die am aller wenigsten den Abend wiederspiegeln. Aber vielleicht kann’s eure Fantasie ja richten!

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