Enno Bunger - Augsburg - Kantine - Princess Pietsch

Konzert: Enno Bunger – 03.03.2016 – Kantine

Enno Bunger und Element Of Crime spielen am selben Abend in Augsburg. Für mich keine schwere Entscheidung – andere hatten da schon eher ihre Probleme. Und auch Enno Bunger spielte mit dem Gedanken lieber zu Element Of Crime anstatt auf sein eigenes Konzert zu gehen. Hat er dann Gott sei Dank doch nicht gemacht. Das wäre auch zu schade gewesen.

Ganz überraschend stand er zu Beginn des Abends sogar selbst auf der Bühne, kündigte seine Vorbands an und stellte kurz dieses „Festival auf Reisen“, wie er es nannte, vor. Seine Band bildete nämlich mit ihren eigenen Projekten die Supportacts. Ungewöhnlich, was es aber nur noch interessanter machte.

Ich hatte ja die Befürchtung, dass sich das ganz schön ziehen könnte, aber das haben sie wirklich gut gelöst. Lestat Vermon, die den Anfang machten, spielten nur zwei Songs. Das war…kurz. Bevor man sich wirklich auf die Musik einlassen konnte, war die Band quasi schon wieder von der Bühne verschwunden bzw. ein Teil davon. Der Sänger/Gitarrist ging, der Schlagzeuger wechselte kurz den Platz, ein anderer Gitarrist betrat die Bühne und Onno Dreier an den Keys übernahm den Gesang. Tadaaa: Projektor. Das ging wirklich fix. Und auch hier wurde der Auftritt mit nur drei Songs sehr kurz gehalten. Der erste war sehr sphärisch, beim zweiten ging es dann schon mehr in Richtung Indie und beim dritten haben sie in der Hinsicht sogar nochmal eine Schippe drauf gelegt. Die Idee, die eigenen Bandmitglieder mit ihren jeweiligen Projekten spielen zu lassen, finde ich richtig gut. So hängt einfach alles viel mehr zusammen und man konnte vor allem schon zu Beginn erahnen, wie dieser Konzertabend so wird. Nämlich ziemlich, ziemlich düster.

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Als später Lestat Vermon und Projektor zusammen mit Enno Bunger zurück auf die Bühne kamen, war es nämlich genau das: sehr finster. Und es wurde eigentlich während dem ganzen Konzert kaum heller. Es war neblig und duster und das Licht kam immer von hinten, so dass man von der Band selbst nicht viel sah. Einzig und allein Enno stand im Scheinwerferlicht, den Rest nahm man gar nicht wirklich wahr. Ich fand das sehr schön.

Enno begann mit seinem Song Renn!. Danach folgten noch ein paar mehr vom aktuellen Album, bevor er dazu überging auch ältere Sachen zu spielen. Zum Beispiel Regen, Abspann und Roter Faden, die allesamt zu meinen Lieblings-Enno-Songs gehören. Was also mit Renn! und Neonlicht noch relativ positiv begann (so positiv wie Enno Bunger eben sein kann), wurde dann doch wieder traurig und melancholisch – so wie ich es von seinem letzten Konzert noch kannte. Man kann es sich eigentlich kaum vorstellen, doch seine Ansagen zwischen den Songs sind dafür umso komischer. Allein bei der Geschichte zu den Erfahrungen, die er mal als Support einer Metalband gemacht hat, musste wohl jeder im Raum schmunzeln. Bei seinen Konzerten kann man lachen und weinen. Abwechselnd im Minutentakt. Was man jedoch nicht kann ist tanzen und mitsingen. Glaubt mir, ich hab’s ausprobiert. Das funktioniert nicht, das fühlt sich sogar irgendwie falsch an. Dafür kann Enno Bunger mit seiner Musik etwas ganz anderes, fast noch besseres. All die Gefühle und Gedanken, die er mit seinen Liedern transportiert, füllen dich komplett aus. Machen dich traurig, sentimental, nachdenklich, motiviert. Du stehst einfach nur da und hörst zu. Und Enno lässt dich fühlen. So ging es wohl den meisten in der Kantine, denn viel bewegt hat sich eigentlich keiner.

Zum Schluss folgte noch ein wahres Special: Als erste Zugabe coverte er einen Song von Element Of Crime, die seine Lieblingsband sind und wie gesagt am selben Abend in Augsburg spielten. Ich weiß leider nicht mehr welches Lied es war und auch Enno musste ab und zu auf seinem Smartphone spicken, da er den Text nicht auswendig konnte, aber ich muss sagen: Wenn Enno was von Element Of Crime spielt, dann kann sogar ich mir diese Band anhören. Dann klingt das plötzlich gut. Die letzte Nummer des Abends war Hamburg, der Song mit diesem krassen siebenminütigen Live-Disco-Techno-Dingens am Ende. Ein mehr als geeigneter Abschluss für dieses Ausnahmekonzert!

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