Konzert: Years & Years – 11.03.2016 – Tonhalle

Meine Schwester und ich machten uns am Freitagabend (zum Glück) besonders früh auf den Weg nach München. Nur keinen Stress. Dummerweise dachte mal wieder jemand, dass es eine gute Idee sei sich auf die Gleise zu legen. Wir mussten dann einen anderen Zug nehmen und einen Riesenumweg fahren und haben dadurch über eineinhalb Stunden bis München gebraucht. Puh. Bei der Tonhalle angekommen spielten bereits Klyne, ein Duo aus den Niederlanden. Wir suchten derweil das Ende der mal wieder viel zu langen Garderobenschlange (war die in der Tonhalle schon jemals kürzer als einmal quer durch die Halle?). Von der Vorband bekamen wir also nicht wirklich viel mit. Aber was ich so nebenbei aufgeschnappt habe, war das ganz hübscher Elektropop, der dem Applaus nach zu urteilen für Supportverhältnisse überaus gut beim Publikum ankam. Es klang wie eine minimalistischere Version von Years & Years und würde so eigentlich auch ganz gut in einen Club zum Tanzen passen.

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Pünktlich zum letzten Song von Klyne waren wir endlich unsere Jacken los. Die Halle war schon randvoll, doch wir wollten nach vorne und was sehen. Sich zu zweit irgendwo dazwischen quetschen – das sollte möglich sein, dachte ich mir. Wir haben dann am linken Rand ein Plätzchen gefunden, aber leider die Rechnung ohne die kleinen Bitches hinter uns gemacht. Die waren ganz schön angepisst, dass wir jetzt vor ihnen standen, was ehrlich gesagt vom Platz her gar kein Problem war. Dennoch bekamen wir erst mal deren Gemecker zu hören, dass das doch so echt nicht geht. Und anschließend wurde ich noch minutenlang mit dem Ellenbogen in den Rücken geboxt. Hallelujah – was war das für ein Kindergarten?! Mädel, ich kann auch nix dafür, dass du nur 1,62 m groß bist und dir das jeden Tag aufs Neue die Zornesfalte auf die Stirn treibt. Mein Argument, dass sie auch nicht besser sehen würde, wenn wir weg gehen würden, weil der Typ vor mir sogar noch größer war wie ich, hat ihr natürlich nicht eingeleuchtet. Trotzdem hörte der Zickenkrieg hinter uns irgendwann auf. Bevor ich kurz darauf dachte, ich wäre nun entgütlig in einem Teeniefilm gelandet.

Years & Years betraten die Bühne und um uns rum begann ein Kreischkonzert, dass mir buchstäblich hören und sehen verging. Mann, war ich froh, dass ich meine Ohrstöpsel dabei hatte! Ich hätte ja nie gedacht, dass diese Band solche Reaktionen auslösen bzw. solches Publikum anziehen würde. In den vorderen Reihen wurden auch permanent selbstgebastelte Schilder hochgehalten. Von den Handys will ich gar nicht erst anfangen. Sänger Olly Alexander schien das jedoch zu gefallen. Immer wieder grinste er beim Anblick all der Plakate. Von einem war er sogar so angetan, dass er das Mädchen auf die Bühne holte und zusammen mit ihr einen Song am Keyboard performte. Das war dann fast schon wieder süß.

Haut und Haare des Frontmanns glitzerten in feinster Vampiroptik. Zuerst dachte ich, das wäre Schweiß – aber nein, das war tatsächlich Glitzer (Passte nur meiner Meinung nach überhaupt nicht zu den weiten Baggy Pants und dem schlabbrigen Top). Die Energie, mit der er über die Bühne wirbelte und tanzte, war echt beeindruckend. Dafür war der Rest der Band umso statischer veranlagt. Song reihte sich an Song und irgendwie haben sich für mich keine Feinheiten herauskristallisiert. Dafür kannte ich wahrscheinlich auch einfach zu wenig von ihren Liedern. Einzig und allein bei Desire und King sang ich aus vollem Hals mit. Doch das reichte anscheinend aus, um mich heiser zu machen. Ansonsten kam mir nur noch das Mashup aus Drakes Hotline Bling und Katy Perrys Dark Horse bekannt vor. Als erste Zugabe coverten sie sogar noch einen weiteren Song und zwar Toxic von Britney Spears (diesen Song zu covern scheint wohl gerade in Mode zu sein). Zum großen Abschluss folgte noch King und wie sollte es anders sein, schnellten in dem Moment wieder zig Handys in die Höhe. Mir war es in dem Moment eigentlich schon sowas von egal, ob ich überhaupt auch nur ein einziges brauchbares Foto geschossen hatte. Ich hab einfach die Hände in die Luft geworfen und getanzt. Die kleine Zicke hinter mir hat wahrscheinlich deswegen kaum brauchbares Filmmaterial zusammen bekommen. Upsi. Die Band verneigte sich und bevor sie von der Bühne verschwanden, regnete es nochmal ein paar Stofftiere. Wtf?! Ich war definitiv im falschen Film…

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2 Gedanken zu „Konzert: Years & Years – 11.03.2016 – Tonhalle“

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