Konzert: Itchy Poopzkid – 20.04.2016 – Kantine

Kaum war ich aus Berlin zurück, ging es Zuhause schon wieder weiter mit Konzerten. Vergangenen Mittwoch stand Itchy Poopzkid in der Kantine auf dem Plan.

Die dreiköpfige Band hatte als Support den Singer-Songwriter Tim Vantol aus Amsterdam dabei. Und Mann! War ich schon lange nicht mehr so begeistert von einem Supportact! Also abgesehen von Farewell Dear Ghost am Montag, aber das war ja was ganz anderes. Tim Vantol kannte ich vorher noch gar nicht, doch mit seinem Folk-Rock, seiner überaus sympathischen Art und der kratzigen Stimme hat er mich voll überzeugt. Letzteres kann ja durchaus schwierig sein. Kratzige Stimmen muss man mögen, das muss passen. Und bei Tim tut es das. Den ersten Song sang er komplett ohne Mikrofon. Gefangen von der Wucht seiner Stimme wurde das Publikum zuerst ganz leise und später umso lauter, jubelte und spendete tosenden Applaus. Die Stimmung war wirklich wahnsinnig gut. Als er uns aufforderte, bei Nothing die Zeile „Nothing is what it seems, is what it seems“ mitzusingen, musste er das nicht zweimal sagen. Alle sangen mit und…ich hätte nie gedacht, dass ich einen so abgedroschenen Satz mal schreiben würde, aber…die Menge tobte! Vor allem als er, der sonst nur Englisch sprach, die Zeile auf Deutsch übersetzte und wir alle zusammen „Nix ist wie es scheint, ist wie es scheint“ sangen. Später als das Publikum wieder etwas unaufmerksamer wurde, versuchte er den Trick ohne Mikro zu singen nochmal. Da klappte das nicht mehr ganz so gut. Trotzdem: jemand wie Tim Vantol braucht keine Band. Der zieht auch allein alle in seinen Bann! Als Vorbereitung auf Itchy Poopzkid sollten wir dann alle nochmal mit ihm zusammen den Refrain von If We Go Down, We Will Go Together singen. Und das Publikum schrie sich die Lunge aus dem Leib, als ob es schon mit dem Vorhaben in die Kantine gekommen wäre, volle Kanne bei der Vorband abzugehen. Übrigens hat Tim Vantol den schönsten Merchandise, den ich je gesehen hab!

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Vollkommen geflasht verzogen wir uns erstmal an den Rand, raus aus dem späteren Epizentrum der Eskalation. Denn auf Pogo hatten wir keine Lust. Also standen wir am linken Rand, ein paar Stufen oberhalb des restlichen Publikums. Überraschenderweise war hier der Sound ziemlich gut und der Ausblick perfekt. Von der ersten Sekunde des Konzerts an gingen alle voll ab und besonders auf der Bühne war irgendwie immer Action. Sänger und Gitarrist sprangen wahlweise auf die Monitorboxen, balancierten auf der dünnen Kante der Absperrung zum Publikum hin oder hüpften gleich in selbiges rein und performten einfach dort weiter. Es jagte quasi ein Programmpunkt den nächsten. Da ich ja leider kaum einen Song von der Band kenne, kann ich nun auch nicht sagen, was zu welchem Lied passierte, aber das ist ja auch eigentlich egal. Für einen Song kletterte z. B. Bassist Panzer runter ins Publikum und spielte und sang diesen dort solo inmitten der Leute, die sich dafür alle auf den Boden setzten. Bei einem anderen forderten sie die Leute dazu auf, ein Kleidungsstück auszuziehen und es während dem Song über dem Kopf zu schwingen. Ich sag’s euch: ein Bild für Götter! Drinnen waren alle am pogen und angesichts der ganzen nackten Oberkörper war ich ein bisschen sehr froh am Rand zu stehen. Für eine weitere Aktion wollten sie jemanden aus dem Publikum auswählen, der für den einen Song Schlagzeug spielt. Kaum hatten sie die Idee ausgesprochen, schnellte schon eine Hand mit zwei Drummsticks hoch. Gut vorbereitet würde ich sagen! Trotzdem musste noch Schnick-Schnack-Schnuck gespielt werden, um zu entscheiden, wem die Ehre zu Teil wird. Aber besagter Typ hatte Erfolg und er machte seine Sache wirklich gut. Vielleicht einen Ticken zu langsam, doch ansonsten gab’s nichts zu meckern. Für den ein oder anderen Song holten sie ihren Stagehand-Buddy oder Tim Vantol auf die Bühne, die Gitarre oder Bass spielten, sangen, rappten, screamten. I don’t know – Action pur! Die Stimmung war wirklich fett, was wahrscheinlich auch dem ganzen Quatsch, den die Band so zwischen den Songs verzapfte, geschuldet war. Und obwohl ich vom vielen zu wenig schlafen der Nächte davor, ganz schön müde war, konnte auch ich mich dieser Wahnsinnsshow nicht entziehen und hab wahrscheinlich mehr getanzt als bei anderen Konzerten, wo ich mittendrin im Geschehen stand. Wie geil! Und genau diesen Energieschub konnte ich dann nach dem Konzert gut gebrauchen. Denn als ich heimfahren wollte, musste ich feststellen, dass mein Fahrrad einen Platten hat und laufen angesagt war…

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