Mein Kopf schwirrt. So viel zu tun. Noch gut zwei Wochen bis zum Modular Festival. Tausend Dinge zu erledigen. In die Arbeit gehen, Chor und Musikunterricht, Meetings, es müssen noch Plakate aufgehängt werden, das bring ich aber heute nicht unter. Fotos machen, bearbeiten, an die richtigen Leute schicken. Zum Friseur müsste ich eigentlich auch mal wieder. Emails beantworten, den Haushalt schmeißen, mein Zahnarzt sagt es wäre mal wieder Zeit für einen Termin. Und meine Familie hab ich auch schon lange nicht mehr gesehen. Hut ab vor allen Leuten, die so richtig krass in der Festivalorganisation drinstecken. Ich tüdel da ja nur so am Rande mit und fühl mich trotzdem irgendwie dauermüde. Und dann ist da ja auch noch dieser Blog hier. Der schreibt sich nicht von allein, aber ich kann auch nicht einfach nicht bloggen. Hab ich gerade probiert und nach drei Stunden das Handtuch geworfen.

Musik ist bei mir allzeit gegenwärtig und meine Entdeckungen möchte ich gerne teilen. Der Song Brother von Mighty Oaks schlummert schon seit weiß Gott wann in meinen Entwürfen. Wenn ich ihn hör, muss ich immer an meine Schwester denken. Sie ist drei Jahre jünger als ich und als Kinder haben wir uns irgendwie ständig gestritten. Wir waren echt nicht lieb zueinander. Doch keine von uns zwei war besonders nachtragend und so waren wir kurz darauf wieder beste Freunde. Das Spiel konnten wir am Tag hunderte Male wiederholen. Mittlerweile sind wir groß, sie sogar noch ein kleines bisschen mehr wie ich, und wir streiten nicht mehr. Auch wenn wir uns gelegentlich noch ganz schön nerven. Wir sehen uns selten und das ist echt schade. Gerade denk ich oft an sie, weil wir vor genau einem Jahr zusammen auf Kuba waren. Beide zum ersten Mal allein miteinander im Urlaub, zum ersten Mal scheiße weit weg. Zum Schluss haben wir uns teilweise an den Rande des Wahnsinns getrieben und es war verdammt schön. Ich hab eben nur eine Schwester. Und das Tolle ist, dass man sich schon ein Leben lang kennt und einem nichts peinlich sein muss. Zusammen macht man die verballertsten Dinge und es ist ganz selbstverständlich. Manchmal schreiben wir uns gegenseitig aus heiterem Himmel und ohne bestimmten Grund Nachrichten, die nur aus einem einzigen Wort bestehen, einer Art Lautsprache, die wir wohl als Kinder selbst erfunden haben. Oder wir schicken uns stundenlang Tier-Emojis hin und her. Ohne Sinn oder zusätzlicher Worte. In turbulenten Zeiten ist sowas überraschenderweise wahnsinnig viel wert. Ja, wenn ich diesen Song höre, dann denk ich an sie.

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