Modular Festival – 26. bis 28.05.2016 – Wittelsbacher Park

Das Modular Festival 2016 ist vorbei und ich platt, müde, traurig und melancholisch, weil ich es vermisse, aber trotzdem super happy, weil es ein wunderschönes Erlebnis war. Nie im Traum hätte ich gedacht, dass es eine so geniale Zeit werden würde. So here we go: die schönsten und unglaublichsten Fakten zum Modular!

IMG_5336


Allgemein und sowieso

  • Das Festivalgelände übertrumpft sich von Jahr zu Jahr selbst! Diesmal war es noch größer, es gab sogar eine dritte Bühne und überall hing traumhafte Upcycling-Deko.
  • Ich bin total verliebt in unsere Crew! Es ist unglaublich, was da über die Tage für ein Zusammenhalt entstanden ist. So viele Leute haben sooo viel Energie reingesteckt und sind so krass engagiert.
  • #crewloveistruelove! Einige Personen hab ich so dermaßen ins Herz geschlossen, dass ich bereits am ersten Tag etwas melancholisch wurde, weil ja bald alles vorbei ist und ich die Leute dann nicht mehr jeden Tag sehe.
  • Unser Crewzelt war dieses Jahr ein Traum! Liegestühle, Couchen, ein Banner auf dem sich die 2016er Crew verewigen durfte, immer leckeres, frisches Essen (die Pizzatruppe hatte echt drauf) und meiner Meinung nach die beste Idee: eine Becherbar, damit auch jeder seinen Becher wiederfindet.
  • Ich war im Durchschnitt und grob überschlagen täglich 15 Stunden auf dem Gelände. Fünf Tage in Folge. Von Mittwoch bis Sonntag. Dieses Jahr hab ich so viel Zeit und Energie reingesteckt wie noch nie und bereue es keine Sekunde.
  • Das hat natürlich seine Spuren hinterlassen. Schon am zweiten Tag hat mich eine Freundin mit den Worten „Du siehst aber müde aus“ begrüßt. Vormittags. Um elf. Fragt nicht wie ich nach dem fünften Tag ausgeschaut hab.
  • Bei all der Arbeit kam aber auf keinen Fall der Spaß zu kurz. Unsere Sidecrew hat sich z. B. einen eigenen Stammtisch gebastelt und jeden Tag halbernste To-Do-Listen aufgehängt. Und für ein Feierabendbier war immer Zeit, auch um drei Uhr morgens.
  • Mein inoffizielles Festivalhighlight waren eindeutig die EcoToiletten. Kürzere Schlangen und im Gegensatz zu ekligen, stinkenden Dixiklos sogar ganz schick.
  • Die beste Idee überhaupt war die Bauchtasche, die mir Video-Marcel von Mundhaarmonika geliehen hat. Klein genug, um nicht zu nerven. Groß genug, um alles unterzukriegen.
  • Durch die Arbeit aufm Festival hab ich einen ganzen Haufen toller Leute kennen gelernt. Genau das gefällt mir so gut am Modular. Und dass ich dort immer alte Schulfreunde wiedertreffe, die ich sonst das ganze Jahr nicht seh.
  • Ach ja, ich hab diesmal hinter der Bar im Backstage gearbeitet. Artistbetreuung also. Da sind einige coole, witzige und vollkommen überraschende Sachen passiert. Aber was backstage passiert, bleibt auch da. Sorry!
  • Während der Schicht konnte man auch mal kurz weg und sich eine Band anschauen. Alles super locker dort und unsere Supervisorgirls waren richtig lieb.
  • In meiner Freizeit hab ich mich dieses Jahr komplett auf die Konzerte konzentriert. Von den Workshops, PoetrySlam, DIYs usw. hab ich leider absolut nichts mitgekriegt.
  • Das Wetter: es war perfekt. Zwar hat es jeden Tag ein halbes Stündchen vor sich hingeregnet, aber dann haben sich die Wolken wieder verzupft. Zum Glück. Denn Gewitter waren angekündigt und jeder hatte Schiss, dass das Festival wie letztes Jahr wieder bei Aaaa…upsi, also dem Secret Act (Auflösung gibt’s unten) abgebrochen werden muss.
  • Hoppla, fast vergessen: Wir waren an allen drei Tagen ausverkauft. Tschaka!

Tag 1

  • Am ersten Tag war ich schon früh am Vormittag vor Ort, weil noch der Check-In-Bereich, die Künstlergarderoben und der Cateringraum vorbereitet werden mussten. Außerdem durfte ich noch Gemüse schnibbeln, Obst, Semmeln, Wurst und Käse herrichten, damit die Bands gleich nach der Ankunft schon ein bisschen was snaken konnten. Neben der Barschicht gehörte auch das zu unseren Aufgaben.
  • Danach hab ich erst mal das Gelände erkundet und geschaut, wo was ist. Super praktisch war dieses Jahr auch die Wasserbar der Stadtwerke, wo man kostenlos bestes Augsburger Trinkwasser bekam. Ganz ehrlich: sowas hab ich mir für’s Modular schon immer gewünscht.
  • Die erste Band auf meinem persönlichen Timetable war The Living, eine der Bands, die wir Youngstars gebucht haben. Dass das geklappt hat, fand ich ziemlich geil, denn The Living wollte ich schon seit Längerem live sehen, aber dafür nicht unbedingt in eine andere Stadt fahren. Musikalisch könnte man sie mit Kytes vergleichen, also super zum Tanzen geeignet und ganz viel happy Indie. Während alle anderen chillig im Gras saßen, hab ich also getanzt. Einen besseren Festivaleinstieg hätte es wohl kaum geben können.

IMG_5065

IMG_5059

  • Später schauten wir noch bei Tom & Flo vorbei. Da hatte sich schon eine große Menschenmenge um die kleine Bühne im Basar versammelt. Zu Recht. 60s-Sound geht immer. Auch auf einem Festival.

IMG_5101

  • Zwischendrin hab ich immer wieder und ständig Freunde und Bekannte getroffen mit denen ich mich nicht selten verratscht hab. Manche Bands hab ich dadurch leider nur so am Rande mitbekommen.
  • So kam es dann leider auch, dass ich zwei Bands komplett verpasst habe. Giant Rocks und Al Bairre. Im Nachhinein ärgert es mich ganz schön, dass ich den Timetable nicht besser studiert habe. Beide Konzerte müssen nämlich krass gut gewesen sein. Schade.

IMG_5095


Tag 2

  • Meine Verplantheit vom ersten Tag war mir eine Lehre. Darum hab ich für die nächsten Tage alles ganz genau ausgecheckt und mir die volle Breitseite an Konzerten gegeben.
  • Gleich als aller Erstes auf der Park-Bühne, kurz nach Mittag und eher zufällig: Bdot-Issa. Seinen HipHop fand ich ziemlich gut und wollte auch Fotos machen. Nur leider hatte ich mein Eis noch nicht fertig geschleckt. Und als ich dann fertig war, war’s Bdot-Issa leider auch. Mist.
  • Anschließend sind wir zu Nick Yume, der fantastisch war und mit seinen roten Bäckchen echt lieb aussah.

IMG_5123

  • Auf I Am Jerry hab ich mich schon wahnsinnig gefreut. Der Sänger war eindeutig hyperaktiv, hat mit seiner Art aber einige Leute vor die Bühne gelockt. Also richtig nah an die Bühne, nicht zehn Meter entfernt im Gras sitzend. Die Show war mega gut. Leider hab ich immer noch nicht rausgefunden, wer der creapy Typ auf dem fetten Backdrop war. Der gehörte nämlich irgendwie zur Band, auch wenn er nicht auf der Bühne stand…

IMG_5136

IMG_5133

IMG_5135

IMG_5155

  • Dieses Jahr trat zum ersten Mal ein Zauberer auf. The Great Joy Leslie. Hab ich mir gegeben, hätte es aber nicht unbedingt gebraucht. Seine Witze haben leider nicht meinen Humor getroffen, die waren mir eindeutig zu wenig einfallsreich. Aber den Kindern, die zahlreich versammelt waren, hat das bestimmt getaugt.

IMG_5162

  • Nach einem kurzen Snack ging’s weiter zu Neonschwarz, deren Musik mir eigentlich nur so teilweise gefällt. Deswegen blieb ich einfach weiter hinten stehen und hab das Spektakel auf mich wirken lassen. Fahnen, viele Fahnen. Mit der Aufschrift „Refugees welcome“. Schön. Und dazwischen ab und zu ein Einhorn.

IMG_5185

IMG_5166

  • Bevor meine Schicht anfing, bin ich noch kurz zu den Augsburgern San Antonio Kid und danach zu Weekend. Zuerst Western-Gitarren-Sound, dann HipHop-Bang-Bang. Beides gut, beides hab ich aber wieder nur am Rande mitgekriegt, weil wegen Freunden und so.

IMG_5194

IMG_5241

  • Eine halbe Stunde nachdem ich meine Schicht angetreten hatte, hab ich mich dann schon wieder davongestohlen, um Drangsal sehen zu können. Backstage war Gott sei Dank wenig los, sodass das kein Problem war. Gerade als ich ankam ist nur leider dem wehrten Drangsal eine Saite gerissen. Mann, hat der geflucht bis das wieder gepasst hat. Ich hab mich auf jeden Fall sehr gefreut, dass ich ihn live sehen konnte. Einfach weil er immer so kühl und ein bisschen arrogant wirkt, ich das aber bei ihm komischerweise gar nicht blöd finde. Durchaus ein interessanter Mensch. Und gute Musik – 80s-Electro at it’s best.

IMG_5248

IMG_5266

  • Kaum zurück bin ich eine Stunde später schon zu Say Yes Dog gesprungen. Echt genial, dass das in unserem Team so easy funktioniert hat. Leider hat die Band nur wenige der bekannteren Songs gespielt, aber auch so war’s richtig gut. Die Leute haben getanzt und die Musik hat meiner Meinung nach perfekt zur Dämmerung gepasst. Ich bin nur leider nicht bis zum Ende geblieben, da ich meine Mädels nicht so lange allein lassen wollte. Am Ende muss das Publikum nämlich dezent empört gewesen sein, dass Say Yes Dog keine Zugabe spielen durften, und heftig gebuht haben.

IMG_5289

IMG_5288


Tag 3

  • Mittlerweile wurde das Aufstehen immer härter und wer nicht schon um 12 Uhr arbeiten musste, kam von Tag zu Tag später.
  • Spätestens um halb vier zu Dobré waren aber wieder die meisten fit und es wurde getanzt. Die machen aber auch einfach gute Laune die Jungs, auch wenn sie diesmal nur zu dritt waren. Als großer Fan der Band hat’s mich riesig gefreut, dass so viele Leute gekommen sind. Da wurde es schon fast eng.

IMG_5304

IMG_5308

IMG_5303

IMG_5294

  • Kafka Tamura hab ich vor ein paar Jahren bei ihrem Konzert in Augsburg verpasst, dann eben jetzt aufm Modular Festival. Ich steh total auf deren Musik, Frontfrau Emma machte nur leider die ganze Zeit über den Eindruck als sei sie ein verschrecktes Reh und hier irgendwie fehl am Platz. Na immerhin lockte sie eine Gänseblümchenkette, die ihr ein Fan schenkte, von der Bühne runter und zauberte kurzzeitig ein Lächeln auf ihr Gesicht.

IMG_5326

IMG_5333

IMG_5337

  • Am späten Nachmittag gab’s geballte King-Power. Zuerst meine Augsburger Lieblinge King The Fu, deren Konzert ich mir zum Großteil vom Crewzelt aus anhörte. Da war der Sound zwar eher bescheiden, aber ich brauchte eine Pause. Anschließend noch zu The King Of Cons x Lil’L. Fand ich youtubemäßig bisher immer top, in dem Moment war mir das aber zu ruhig, zu verträumt. Wobei…so krass schnell wie Lil’L auf sein Drumpad einhackte…da stieg selbst meine Kamera aus.

IMG_5347

IMG_5348

IMG_5351

IMG_5356

IMG_5373

  • Ich bin auf jeden Fall weiter zu Timothy Auld. Die Chance ihn nochmal live zu sehen, wollte ich mir nicht entgehen lassen. Groovig und lässig wie immer – auch wenn ich zu Beginn erstmal über seine ganz schön kurzen Haare erschrocken bin.

IMG_5426

IMG_5416

IMG_5428

  • Bald war Schichtwechsel angesagt, aber ich wollte noch ein paar Bands auschecken. Allen voran Imarhan, die Indie-Touaregs und somit wohl die exotischste Band aufm Festival. Mich hat es total gefreut, dass so viele Leute nach drinnen zur Club Stage kamen, obwohl draußen fantastisches Wetter war und die Band in einer Sprache sang, die keiner verstand.

IMG_5434

IMG_5439

  • Vita Bergen waren eindeutig die Band, die mich am meisten überrascht hat. Ich erwartete ruhigen Indiepop wie etwa bei ihrem Song Curtains. Was ich aber hörte war eher was in Richtung Punkrock. Ich dachte ja echt, ich wäre irgendwie falsch abgebogen oder hätte mal wieder den Timetable vercheckt. Aber nein, das Bühnenbanner sagte: Vita Bergen. Also auf der Bühne ging’s dann ziemlich ab und der Sänger dreschte immer wieder voller Power auf seine Trommel ein. Und ja, ich muss sagen: mit seinen blauen Augen war er überaus hübsch zu fotografieren.

IMG_5454

IMG_5463

IMG_5471

IMG_5450

  • Kurz nach Schichtbeginn bin ich dann nochmal weg und zu Endlich Blüte, die sich Fotos wünschten. Die Augsburger Band hab ich an dem Abend zum ersten Mal live gesehen. Mein erster Gedanke war, dass die ein bisschen wie Oliver Gottwald klingen und siehe da, genau der stand beim Konzert nur wenige Schritte neben mir.

IMG_5477

IMG_5480

  • Zum Schluss: der Secret Act von dem man im Vorfeld schon munkelte, es könnten AnnenMayKantereit sein. Und ja, tatsächlich, sie waren es! Sie haben ihr Versprechen gehalten und sind zurück gekommen, um das Konzert, das letztes Jahr wegen einem Gewitter abgebrochen werden musste, zu Ende zu spielen. Ich wollte die Band eigentlich auslassen, denn ich sollte ja auch mal wieder arbeiten. Aber die anderen drängten mich schon fast dazu, jetzt doch bitte meine Kamera zu holen und in den Graben zu springen. Ooookay. In besagtem Bühnengraben traten sich Fotografen, Security und Festivalorganisatoren schon beinahe auf die Füße. Ehrlich…das fand ich in dem Moment schon fast interessanter als was da auf der Bühne passierte. Das Publikum schrie und jubelte sich derweil die Lunge aus dem Leib. Einmal bin ich kurz auf dieses Trittbrettchen der Absperrung gestiegen und hab den Blick über die Menge schweifen lassen. Wow, die Leute standen dicht an dicht von der Bühne bis hinter zur Kongresshalle. Das restliche Gelände muss wie ausgestorben gewesen sein. Spätestens da ist wahrscheinlich allen klar geworden, wofür man die restlichen Wochen und Monate gearbeitet hat.

IMG_5554

IMG_5530

IMG_5529

IMG_5558

IMG_5539

IMG_5559

Ein Gedanke zu “Modular Festival – 26. bis 28.05.2016 – Wittelsbacher Park”

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s