PULS Open Air – 10.+11.06.2016 – Schloss Kaltenberg

Das PULS Open Air. Dieses neue Festival. Irgendwo südlich von Augsburg. Auf einem Schloss. Was gibt es bitte Schöneres für eine musikbloggende Prinzessin als ein Festival zu besuchen, das auf einem Schloss stattfindet? Wahrscheinlich nichts.

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Allgemein

  • Die Location war einfach herrlich. Das Schlossgelände befand sich in einem kleinen Wäldchen und überall waren Türmchen, alte Holzbuden und große Tore zu sehen. Das coolste war aber auf jeden Fall die (überdachte) Tribüne rund um die Kugelbühne. Gemütlicher konnte man wohl kaum ein Konzert genießen.
  • Wobei das aber auch ein bisschen das Konzert-Feeling raubte. Eine Band von so weit weg zu sehen, ist wie fernsehen. Schon geil, aber am Ende klatscht man halt doch nicht.
  • Bei Regen war die Tribüne trotzdem die beste Option. Während am ersten Tag noch die Sonne vom Himmel knallte, regnete es am zweiten fast durchgehend.

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  • Den Burg- äh, Bühnengraben hab ich deswegen recht bald gemieden, da ich keine Lust hatte abzusaufen. Ohne Scheiß: vor der Waldbühne stand 40 cm hoch das Wasser!

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  • Das bedeutete aber auch: Endlich hab ich mal ein Festival im Regen erlebt. Und meine quietschgelbe Regenjacke kam auch mal wieder zum Einsatz! (Maeckes beweist: gelbe Regenjacken haben Style!)

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  • Ich finde es immer wieder schön, wie glücklich Menschen auf Festivals sind. Am ersten Tag haben alle die Sonne genossen, am zweiten sprang man dann mit Gummistiefeln (oder barfuß) in die Pfützen und tanzte im Regen.

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  • Ein großer Minuspunkt war jedoch: das Festival war verdammt dreckig. Und damit mein ich nicht den wetterbedingten Matsch sondern den Müll. Es gab einfach viel zu wenig Mülleimer.
  • Dafür aber Daumen hoch für die humanen Essenspreise!

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Tag 1

  • Am ersten Tag sind wir mehr als zwei Stunden später angekommen als geplant. Darum hab ich leider Hadern im Sternhagel und auch Kytes verpasst. Immerhin haben wir es zu Leyya gerade noch so geschafft. Sonst wäre ich wahrscheinlich todtraurig gewesen. Live machen sowohl Superego als auch ihr neuester Song Butter ganz gut was her. Ich hab mir die beiden nur nicht so kühl vorgestellt. Ein bisschen mehr Publikumsinteraktion täte vielleicht ganz gut.

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  • Danach haben wir es uns erst mal auf der Tribüne gemütlich gemacht und Frittenbude von dort oben auf uns wirken lassen. Links und rechts von uns strömten die Leute, die etwas motivierter waren als wir, nach unten und näher zur Band hin. Auch wenn Frittenbude es definitiv geschafft haben, auch die in der letzten Reihe noch zum mitmachen und tanzen zu bringen, muss ich sagen, dass die zu Zeiten, als noch die Kuscheltiere auf der Bühne umhersprangen, irgendwie besser waren. Jeden Song auf der gleichen Tonhöhe zu singen, das wird halt irgendwann langweilig. Zum Schluss hat’s Mindestens in 1000 Jahren, der Frittenbudesong schlechthin, wenigstens wieder einigermaßen rausgerissen.

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  • Als ich zur Pyramidenbühne rüber bin, um Abby zu sehen, tauchte plötzlich dieses Modular-Leuchte-Flatter-Dingens auf und unsere Modular-Clique so: Ooooooh, wie cool! <3

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  • Abby machen auf jeden Fall die perfekte Musik zum Tanzen. Und schweben. Ja, irgendwie möchte man einfach die Hände seitlich vom Körper strecken und sich im Takt der Musik treiben lassen. Außerdem bin ich voll pro Chello bei Konzerten!

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  • Anschließend wurde es spannend. Zumindest für mich. Denn die Mädels von Boy standen auf dem Plan. Früher fand ich die zwei mal richtig gut, bis ich dieses Interview hier auf Musikblog gelesen habe. Seitdem waren sie bei mir unten durch. Tja, aber wenn dann jemand wie Boy auf der Bühne steht, auf jedem Foto, das ich mache, einfach nur gut aussieht, die Songs eigentlich wirklich schön sind, es eine super Lichtshow gibt und die zwei auch noch so nett wirken, dann muss ich mich wohl doch geschlagen geben. Nur diese merkwürdigen Ausflüge ins Electrogenre kann ich dennoch nicht gut finden.

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  • Weiter ging’s mit OK KID. Ich weiß nicht warum, aber für mich sind Die Orsons, Frittenbude und OK KID ein und der selbe Topf. Und dann spielen die halt auch noch alle drei beim PULS (Die Orsons in Form von Maeckes). Das fand ich nicht sonderlich spannend. Aber immerhin weiß ich jetzt endlich was hinter OK KIDs Song Bombay Calling steckt. Bisher war das für mich immer so ein Hä-um-was-geht’s-da-eigentlich-Song. Jetzt weiß ich: um Gin. Bombay Gin. Das Lieblingsgetränk der Band. Aha. Das Publikum fand’s aber ziemlich cool und feierte vor allem Songs wie Ich kann alles und Gute Menschen.

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  • Die letzte Band am Freitag war für mich Crystal Fighters aus Spanien. Ich hätte ja nicht gedacht, dass das solche Hippies sind. Alle trugen weiße Wallekleider, sprangen wild und aufgedreht umher und die Bühne glich mit all den Pflanzen schon fast einem Urwald. Als der Sänger auf die Bühne kam, schwenkte er Räucherstäbchen oder was in der Art, dass mir schon fast schwindelig wurde. Musikalisch ist die Band leider auch nicht so ganz mein Fall. Songs wie Love Is All I Got oder You & I machen Lust auf Tanzen, der Rest ist nur so: Hä? Was ist das?

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Tag 2

  • Wieder kam ich später an als geplant. Der Regen war schuld. Wer will denn da schon vor die Tür? Also hab ich mich so spät von der Couch bequemt wie es sein musste, um nicht Lola Marsh zu verpassen. Mir ist ja vorher nie aufgefallen, dass die – bis auf ihren Song You’re Mine – total wie Lana Del Rey klingen. Und ich bin leider kein Fan von Lana Del Rey. Aber Sängerin Yael Shoshana ist schon zuckersüß mit ihrem riesigen Blumenkranz im Haar und wie sie die Worte „Scheiß Wetter“ auf Deutsch ausspricht.

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  • Ich muss ja ehrlich zugeben: Maeckes hat mich live echt überzeugt. Zum einen wegen seiner coolen, gelben Regenjacke, zum anderen weil er nicht nur Gitarre, sondern auch noch Keyboard spielen kann. Ich mein: Wie viele Rapper spielen auf Konzerten denn auch noch Instrumente, anstatt nur tschaka-boom-cool von links nach rechts zu springen? Außerdem ging er auf der Bühne mega ab. Und die Zuschauer im strömenden Regen fast noch mehr (Ein Kerl wirbelte seine Freundin an den Armen durch die Luft und die ganze Tribüne applaudierte!). Nur ab und zu war er absolut nicht auf der Höhe. Bei einem Song verkackte er total den Einsatz und bei einem etwas ruhigeren Lied klang er nach einem schüchternen Schüler.

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  • Aurora, die kleine norwegische Elfe, hat mich total in ihren Bann gezogen. Sie wirkt so zart, aber trotzdem unglaublich laut und eindringlich. Wie sie zappelt und zuckt, ihre Augen weit aufreißt und die Arme ausstreckt. Ich saß auf der Tribühne, ewig weit weg und wippte – ja, tanzte fast mit. Sie wirkt einfach so echt und ungekünstelt. Beim letzten Song zog sie sogar noch ihre Schuhe aus. Elfen tanzen eben barfuß.

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  • Kakkmaddafakka nicht mit dem Wort Party in Verbindung zu bringen ist eigentlich fast unmöglich. Ein Konzert der Jungs ist immer eine mega Show! Allein das klassische Stück als Intro und das 90s Cover machen schon unglaublich Spaß. Einziger Wermutstropfen: die zwei Backgroundsänger waren diesmal nicht dabei. Obwohl die doch eigentlich fast das Beste an der Band sind. Und die Songs von der neuen Platte fetzen live halt leider auch nicht ganz so gut wie die älteren Sachen.

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  • Was hab ich mich auf Sara Hartman gefreut! Sie war der einzige Act, den ich mir auf der Waldbühne anschaute. Dort balancierte ich auf schiefen Planken und betete, dass ich nicht in die teichgroße Pfütze vor mir fiel. Hach, die Rockgöre mit ihrer schwaren Lockenmähne war einfach fantastisch. Ich liebe ihre Songs! Es war nur leider ein bisschen kurz.

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  • Von MØ war ich hingegen nicht mal halb so angetan. Es mag vielleicht ihre Art und vielleicht auch ihr Konzept sein, aber für mich passt bei dieser Frau einfach nichts zusammen. Allein schon ihr komisches Outfit, bestehend aus einem Sport-BH und einem durchsichtigen Spitzenrock, und dass sie richtig anzüglich tanzt…würde sie HipHop machen, würde das perfekt passen. Aber doch nicht zu ihren melodischen, happy, powervollen und teilweise sehr ruhigen Songs. Ihr Auftritt war auch generell nicht so der Hit. Im Prinzip spazierte sie nur von Links nach Rechts. Und legte sich immer wieder auf den Boden. Also so richtig flach, sodass man sie minutenlang gar nicht mehr sah. Why?!

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  • Meute waren der vorletzte Act für mich an diesem Abend. Techno höre ich ja eigentlich überhaupt nicht. Wenn er aber live und mit echten Instrumenten gemacht ist, finde ich das schon interessant. Vor allem diese riesige, weiße Tuba oder was das war, war schon ziemlich cool. Ansonsten – okay, es war jetzt auch nicht sooo der Hammer. Ohne Gesang ist das halt immer schwierig und das Publikum nicht ganz so aufmerksam. Zum nebenbei sich unterhalten war’s aber ganz gut. Und mal was anderes.

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  • Ich versteh echt nicht, was alle so toll finden an Milky Chance. Das Gelände rund um die Kugelbühne war bei ihrem Auftritt rappelvoll. Die Tribüne und auch unten die Arena, alles voller Leute. Alle Besucher hatten sich scheinbar hier versammelt. Aber alles was man zu sehen bekam, waren zwei schwarze Silhouetten. 1 Stunde und 15 Minuten lang. Erst nach 45 Minuten hat man zum ersten Mal ihre Gesichter gesehen. Aber das auch nur gaaaaanz kurz. Noch dazu kam total viel vom Band. Und ihr wisst ja: davon bin ich absolut kein Fan! Es gibt doch kaum etwas, das man nicht irgendwie live mit einer Band hinkriegen könnte. Stattdessen haben sie auch noch ihren Drummer hinter einer Wand aus weißem Licht versteckt. Und von den planlosen Ansagen will ich gar nicht erst anfangen. Waren die bekifft?

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4 Gedanken zu „PULS Open Air – 10.+11.06.2016 – Schloss Kaltenberg“

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