Eigentlich war es von Anfang an der Plan, dass ich während meiner dreiwöchigen Schwedenreise selbstverständlich auch dort auf ein Konzert gehe. Aber die Suche gestaltete sich schwieriger als gedacht und wenige Tage bevor es los ging, stand ich kurz davor darauf zu pfeifen. Ich hoffte ja sehr, dass mir ticketmaster.se (quasi das schwedische Eventim) weiter helfen könnte, aber die Seite spuckte kaum Brauchbares aus. Peter Bjorn and John spielten ein paar Tage bevor ich überhaupt in Schweden wäre, Damien Rice war mir zu teuer, Jose Gonzalez trat auf, aber an einem Tag, an dem ich mehr oder weniger am anderen Ende des Landes war, und Rihanna und Iron Maiden waren natürlich auch keine Option. Also wollte ich die Idee über Bord werfen und lieber einen richtigen Urlaub zum Ausspannen und Abschalten machen, alles Zuhause und den Blog mal Blog sein lassen. Aber so wirklich in Ruhe gelassen hat es mich dann doch nicht und so gab ich Debaser noch eine Chance. Debaser betreibt in Stockholm (früher auch in Malmö) mehrere Restaurants, Clubs und Bars, wo auch regelmäßig Konzerte weitestgehend abseits vom Mainstream stattfinden.

So entdeckte ich dann tatsächlich das Konzert von Hein Cooper, der am 23. Juni in der Bar Brooklyn in Stockholm spielte. Ich hätte ja auch ganz gern einen schwedischen Interpreten live gesehen, aber man muss nehmen, was man kriegt ne. In diesem Fall eben einen Australier. Die Bar Brooklyn liegt am westlichen Ende vom Szeneviertel Södermalm, direkt am Wasser. Und da es ein schöner, warmer Tag war, saßen fast mehr Leute draußen auf der Terrasse als drinnen in der doch recht finsteren Bar. Als ich ankam holte ich mir erstmal was zu trinken und quatschte ein bisschen mit dem Barkeeper und dem Typen neben mir über das gute schwedische Wasser. Das eben dieser Kerl der Act des Abends war, fiel mir mal wieder viel zu spät auf.

Hein Cooper begann mit einem ruhigen Song in typischer Singer-Songwriter-Manier. Beim nächsten verwendete er dann schon seinen Laptop sowie das kleine DrumPad und lies sein Instrument nun mehr nach einer E-Gitarre klingen. Danach folgte wieder ein ruhigerer Song und so ging es immer abwechselnd weiter. Zwischendrin streute er auch zwei Coversongs ein, die ich zwar definitiv kannte, nur leider die Titel vergessen habe, da es doch eher unbekanntere Nummern waren. Mit seinen wenigen, aber durchaus humorvollen Ansagen, konnte mich Hein Cooper auf jeden Fall begeisternSeinen Song Rusty finde ich großartig und der machte auch live einiges her. Da war dann auch der Patzer zwei Songs vorher schnell vergessen, als er den Anfang leicht vermurkste und nochmal von vorne anfing. Ich war also hin und weg und wiegte mich im Takt der Musik, während es mit der Begeisterung um mich rum eher mau aussah. Auch wenn Stockholm eine ziemlich coole Stadt ist, wenn da ein etwas unbekannterer Singer-Songwriter auf der Bühne steht, ist das Publikum halt auch nicht besser als das in Augsburg. Allein das kleine, blonde Mädel neben mir schien genauso begeistert wie ich zu sein. Nach gut einer Stunde war das Konzert aber auch schon wieder vorbei. Und das ohne Zugabe! Das hat mich dann schon leicht gewundert, denn meiner Meinung nach hätte der Applaus durchaus einen weiteren Song gerechtfertigt. Ebenfalls etwas komisch fand ich, dass das Konzert keinen Eintritt gekostet hat, aber zum Schluss dennoch kein Hut rumging, um für den Musiker zu sammeln. Solche Leidenschaft in allen Ehren, wenn man ein Konzert sogar für umsonst spielt, aber allein aus Respekt hätte ich ihm schon gerne ein paar Kronen gegönnt.

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