Letzten Freitag veröffentlichte die Band von Welt offiziell ihre erste EP mit dem Titel Milliardenstadt. Inoffiziell konnte man sie schon seit einiger Zeit bei ihren Stillen Konzerten ergattern. Und das nicht als 0815-CD sondern super schick als Fotobuch mit Download-Code. Seit ihrem Konzert in Augsburg, hab auch ich so ein kleines Büchlein, das ganz in den Bandfarben Blau, Grau und Schwarz gehalten ist. Die Idee gefällt mir. Eine CD im Regal ist zwar auch schön, aber so ein Buch (ja, es ist wirklich ein Buch und nicht nur ein getackertes Heft!) ist dann doch mal was anderes und sieht man sich vielleicht auch öfter an.

Die vier Lieder auf der EP sprechen alle eine ziemlich deutliche Sprache. Es geht um Veränderung, das Ende von Beziehungen und Lebensabschnitten, Hoffnungen und Sorgen. Davon hat mich von Anfang an ein Song besonders gepackt: Raus. Er handelt nämlich von etwas, das ich genau so auch selbst erlebt habe. Ich wuchs in einer Kleinstadt auf, in der einfach nichts los war. Als Kind mag einem sowas noch egal sein. Aber dann wird man erwachsen und will die Welt entdecken. Nur ist das dort nicht möglich, weil es einfach nichts zu entdecken gibt. Man träumt und schmiedet Pläne, was man alles machen könnte. Nur umsetzen tun das die Wenigsten. Ich wollte nie so enden. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, mit Mitte 20 in einem kleinen Einfamilienhaus mit meinem Mann und zwei Kindern zu leben. In einer kleinen Straße, wo am Tag maximal fünf Autos vorbei fahren. Am Rande der Kleinstadt. Und dann passiert Tag ein, Tag aus das Selbe. Horror!

Du wolltest immer schon raus, raus aus dem was sie Leben nennen.

Ich bin mehr als froh, dass ich, als ich mit 20 nach Augsburg gezogen bin, quasi den Absprung geschafft habe. Hier ist es schön, hier ist immer was los, hier fahren öffentliche Verkehrsmittel! Meine Freundinnen von früher hingegen tun mir leid. Gut, jeder muss selbst wissen, was er im Leben will. Aber mit Anfang 20 mit seinem Freund in ein kleines Dorf mit 200 Einwohnern zu ziehen und am Wochenende zu müde sein, um noch in die „Stadt“ zu fahren und sich dort auf einen Drink zu treffen. Nein. Nein. Nein! Das ist doch kein Leben. Vielleicht finde ich das mit 40 auch mal ganz angenehm, aber jetzt möchte ich doch meine besten Jahre nicht damit vergeuden mich zu langweilen.

 

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