Elias Hadjeus @ Unter Deck, München

Konzert: Elias Hadjeus – 25.09.2016 – Unter Deck

Wenn in München Wiesnzeit ist und alles aufs Oktoberfest rennt, dann vermeide ich es normalerweise tunlichst auch nur einen Fuß in diese Stadt zu setzen. Da ich kein Auto hab, bin ich auf Züge angewiesen. Und Zugfahren macht während dem Oktoberfest wirklich keinen Spaß. Hin geht ja noch, aber zurück…Einmal und nie wieder.

Und dann kamen die Nachholtermine für die bereits im Frühjahr angesetzte Tour von Elias Hadjeus raus. Und der in München lag tatsächlich mitten in der Wiesnzeit. Neeeeeeeeeeiiiiiiiiin! Viele Musiker hätte ich in diesem Fall ohne mit der Wimper zu zucken links liegen gelassen. Aber nicht Elias. Nicht nachdem ich von seinem Album so dermaßen begeistert war. Also irgendwie würde das schon gehen. (Wen es interessiert: ganz am Ende erzähle ich von der Heimfahrt)

Als ich in die Location wollte, hatte ich aber erst mal ein ganz anders Problem: Ich und meine Begleitung standen nicht auf der Gästeliste. Der Mann an der Tür war strikt. Meinen Emailverlauf lies er nicht als Beweis gelten. Zum Glück kam gerade Elias vorbei, der helfen konnte das Missverständnis zu klären. Und zack waren wir drin.

Im Unter Deck in München war ich bisher noch nie. Aber die Location gefiel mir. Eine kleine, richtig, richtig dunkle Bar mit einer Bühne am Ende des Raums. Alte Sofas und vollgetaggte Wände. Das Konzert hab ich mit viel Spannung erwartet. Zum ersten Mal seit sehr langer Zeit hab ich es mal wieder so richtig ausgiebig genossen. So sehr, dass ich tatsächlich von Anfang bis Ende kein einziges Mal an den Blog gedacht habe. Genau so sollten Konzerten sein. Das vergesse ich leider viel zu oft. Aber mit Elias auf der Bühne fiel das überhaupt nicht schwer.

Er startete wie auch das Album startet mit Vorglühen. Also dem Song – nicht dem anderen. Dann Bellende Hunde. Dann ein neues Lied namens Die Party des Jahrtausends, was schon ne Leistung ist, wenn man bedenkt, dass erst zwei Tage zuvor sein Debütalbum erschienen ist. Die ersten Songs spielte er einfach nur, sagte nichts oder nicht viel. Nur Tobi, der ihn mit der E-Gitarre begleitete, schmunzelte das komplette Konzert über wie ein Lausbub. So vergingen die ersten Songs recht unspektakulär, so weit Songs von Elias Hadjeus unspektakulär sein können. Und dann fing er an zu reden und Geschichten zu erzählen. Er redete viel, kam vom Hundertsten ins Tausendste und brachte mit seinen Erlebnissen und Anekdoten das Publikum zum Lachen. Genau so mag ich das. Es gibt nichts Schöneres als Musik zu hören und Geschichten zu lauschen.

Er erzählte von seiner Winkekatze Herbert, die er Zuhause vergessen hatte, und von seinen recht unterhaltsamen Erlebnissen mit Tom Heßler, dem Frontmann der Fotos, den er mal auf seiner Solotour als Support begleiten durfte. Als Elias in die Runde fragte (lustigerweise 90 % Frauen), wer ihn schon mal auf früheren Konzerten als Vorband gesehen hat, ging zu so gut wie jeder Tour mindestens eine Hand hoch. Schön und eigentlich kaum verwunderbar, dass er schon damals so punkten konnte, dass die Leute wieder kommen. Es war auch einfach fantastisch. Manchmal ruhig, oft tanzbar, poppig und mehr Rap als man denkt.

Als Zugabe spielte er einen bisher unveröffentlichten Song, der aber der aller erste ist, den er jemals geschrieben hat. Astra Ostkreuz. Und natürlich erzählte er auch dazu wieder die ein oder andere Geschichte. Es hätte nicht schöner sein können.

Elias Hadjeus @ Unter Deck, München

Elias Hadjeus @ Unter Deck, München

Elias Hadjeus @ Unter Deck, München

Elias Hadjeus @ Unter Deck, München

Kleiner Exkurs: Hinfahren war natürlich kein Problem, weil um 18 Uhr fast keiner von außerhalb noch zur Wiesn fährt. Und für die Rückfahrt hab ich mir ausnahmsweise einen ICE gegönnt. Die 17 Euro waren gut angelegtes Geld. Ich hatte einen Sitzplatz und musste keine Angst haben angekotzt zu werden. Und ich hab mich mit meinem Sitznachbar sehr gut unterhalten. Der war übrigens Inder, der in Singapur arbeitet, dienstlich in Hamburg war und für einen Tag das Oktoberfest besucht hat. Morgens hin, abends zurück. Verrückte Welt. Dass zur selben Zeit das Reeperbahn Festival in Hamburg stattfand, hat ihn komplett kalt gelassen. Noch verrückter. Ach ja, in seiner Freizeit tanzt er gern zusammen mit Freunden zu Bollywoodmusik. True Story!

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