Dienstagabend nach Weihnachten. Ich hatte Urlaub und war wenig motiviert auf ein Konzert zu gehen. Aber heißt es nicht immer, dass es dann am besten wird, wenn man gar keine Lust hat? Okay, challenge accepted!

Wir waren viel zu früh bei der Soho Stage. Entweder hatte ich da was falsch gelesen oder nachträglich wurden nochmal die Zeiten geändert. Ich vermute eher ersteres. Aber ich war dann mittlerweile doch recht neugierig auf Oliver Gottwald. Außerdem hatte ich eine tolle Begleitung dabei und so verging die Zeit schnell.

Oliver Gottwald samt Band begann mit seiner neuen Single Mustangmann, die anfangs in etwas Introähnliches abgewandelt war. Hm, gleich mit dem neuen, megaguten Song starten und das Pulver verschießen? Das fand ich seltsam. Und für mich, die zum ersten Mal bewusst ein Konzert von Oliver Gottwald verfolgt, war das Highlight somit schon rum. Die erste halbe Stunde lang war es dann auch wirklich schwer, irgendwas zu entdecken, dass einem begeistern könnte. Das Licht war – wie man es in der Soho Stage ja eigentlich schon fast gewohnt ist – mal wieder unterirdisch. Ich mein…es kann doch nicht so schwer sein, den Spot mal auf den Frontmann, den Protagonisten, den wichtigsten Menschen der Band zu richten. Stattdessen stand Oliver immer im Dunkeln und der Schlagzeuger verschwand komplett in einem schwarzen Loch. Einzig und allein Keyboarder Samuel bekam ab und zu ein bisschen Licht ab. Dass dieser ein recht begnadeter Mann an den Tasten sein soll, hab ich schon öfter gehört. Das unterstrich auch nochmal der Aufkleber „Bester Keyboarder der Welt“ an seinem Instrument. Was er spielte klang wirklich toll und machte mit den teilweise überkreuzten Händen über verschiedene Instrumente hinweg auch was her. Aber sein Gesang…Es war wirklich nicht leicht die schiefen Töne zu überhören. Zum Schluss hin hatte sich seine Nervosität aber anscheinend irgendwann gelegt und das Talent kam wieder durch. Aber davor. Kein gerader Ton…

Ansonsten fiel mir auf, dass mal wieder alles nach der gleichen Leier klang. Dazu unterstrich Oliver mit seiner linken Hand jeden Vers im Takt, was die Eintönigkeit noch deutlicher machte. Nur wenige Songs stachen als andersartig und weniger abgehackt raus (ja, seine Musik klingt für mich immer ein bisschen abgehackt), so z. B. Stadt, Land, Fluss.

Aber es war ja nicht alles schlecht. Im Verlauf des Konzerts wurden die Ansagen immer besser. Und die Idee, das Publikum mit verschiedenen Stempeln in zwei Gruppen zu teilen, fand ich auch überaus witzig. Mir fiel es ja erst auf, dass auf meinem Handgelenk ein „Ausgebüxt“ stand, während das meiner Begleitung ein „Wirbelsturm und Drang“ zierte, als Oliver es bei Franzi +2 erwähnte. Die Aktion mit den Schildern, die Samuel bei dem Männer-Cover…Bochum…irgendwas (ich hab’s leider nicht verstanden) hochhielt und dann wild hinter sich schleuderte, hat einige Leute zum Grinsen gebracht.

Und dann bringen einen seine Songs halt auch irgendwie zum Tanzen. Das muss man ihm schon lassen. Vor allem bei Monika Tanzband, der Zugabe, gab’s kein Halten mehr. Alle sangen unaufgefordert und begeistert den Chor. Und ganz zum Schluss spielten sie auch nochmal Mustangmann. Da war ich glücklich.

Doch dem fachkundigen Fan wird aufgefallen sein, dass die Setlist auch einige Songs von Oliver Gottwalds früherer Band Anajo enthielt. Nicht nur einen oder zwei – eher eine ganze Hand voll. Kann vielleicht nur so ein Oliver-Gottwald-Konzert funktionieren? Kommen die Leute nur, weil sie wissen, dass sie auch Songs einer früheren, mittlerweile gar nicht mehr existenten Band hören werden?

Oliver Gottwald - Soho Stage - Augsburg

Oliver Gottwald - Soho Stage - Augsburg

Oliver Gottwald - Soho Stage - Augsburg

Oliver Gottwald - Soho Stage - Augsburg

Oliver Gottwald - Soho Stage - Augsburg

5 thoughts

  1. Das ist die mit Abstand unnötigste „Kritik“ die ich jemals gelesen habe.
    Es ist ein Oliver Gotwald Konzert gewesen.
    Alles was du beschreibst ist schlicht und ergreifend Teil eines Oliver Gottwald Konzertes, was soviel bedeutet dass die Gäste gewusst haben dass es so klingen wird. Du als fachkundige Musiktante scheinst die einzige zu sein die ganze davon überrascht worden ist.
    Und wenn du keinen Bock hast auf ein Konzert zu gehen dann geh auch nicht hin und vor allem schreib dann nicht auch noch drüber.
    Und das Licht In der Soho Stage? Gegenfrage: wo soll den in dem kleinen Laden das Licht aufgehangen werden dass du so wehement förderst?
    Du bist keine Konzertkritikerin! Dafür fehlt dir die Ahnung von Musik und einfach auch Wissen!

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    1. Hallo Bert,
      ich finde meine Kritik durchaus berechtigt. Musik ist Geschmacksfrage. Und Oliver Gottwald trifft meinen Geschmack eben nur teilweise, was ich auch schon vorher wusste. Aber das heißt noch lange nicht, dass ich keine Lust auf das Konzert hatte. Ich finde es wichtig, auch ab und zu auf Konzerte zu gehen und sich möglicherweise von der Band überraschen zu lassen. Während einem Konzert hat sich meine Meinung über eine Band schon oft um 180° gedreht. Ist hier halt leider nicht passiert.
      Zum Licht: In der Soho hängen genug Scheinwerfer. Die sind nur teilweise falsch eingestellt oder werden falsch bedient. Wenn Bands ihre eigenen Lichttechniker mitbringen, funktioniert’s nämlich plötzlich immer ganz wunderbar ;) soviel dazu.
      Und ich denke, ich muss mir definitiv nicht vorwerfen lassen, dass ich keine Ahnung von Musik hätte. Zum einen bin ich nämlich selbst Musikerin und zum anderen betreibe ich den Blog hier schon seit einigen Jahren. Da hat sich durchaus fundiertes Wissen angesammelt ;)
      Aber anscheinend hab ich in deinen Augen deine Lieblingsband beleidigt. Das tut mir leid.

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