OSCA - Konzert - Augsburg - live - Princess Pietsch

Konzert: OSCA – 03.02.2017 – Zisternenkeller

Am Freitagabend machte ich mich auf den Weg zu einem Konzert und zwar zu einem, das alles andere als gewöhnlich werden sollte. So viel wusste ich schon vorab. Ansonsten hatte ich aber kaum eine Ahnung, was mich erwartet. Genaugenommen wusste ich noch nicht mal, wo das Konzert stattfinden würde. Treffpunkt war an der Haltestelle Mozarthaus. Dort standen auch schon einige Leute, die ganz bestimmt nicht auf die Straßenbahn warteten. OSCA haben nämlich schon im Vorfeld ihren Grundsatz „overdressing is virtue, overthetopdressing is genius“ gestreut. Dort warteten nun also glitzernde Schuhe, bunte Hosen und zwei Gestalten mit goldenen Umhängen, verzierten Masken und Trommeln sowie zwei Mädchen mit Fackeln. Angeführt von diesen Figuren, die uns trommelnd den Weg wiesen, zogen wir irgendwann los. Mein erster Gedanke war ja, dass wir im Murphy’s Law landen würden, aber wir gingen noch ein paar Häuser weiter, wo wir in einem Hauseingang durch einen roten Vorhang schlüpften und dann eine schier nicht enden wollende Wendeltreppe nach unten stiegen. Rechts ging es zu einer Bar, links noch ein paar weitere Treppen nach unten zu einem Kellergewölbe in dem schon die Instrumente bereit standen.

Leider mussten wir dann noch über eine Stunde warten, da es anscheinend Nachzügler gab. Ich hätte es besser gefunden, wäre man nach unten gekommen und das Konzert wäre sofort losgegangen. Das hätte noch mehr meiner Vorstellung von einem geheimen Konzert und vor allem dieser Band entsprochen. Aber auch so gab’s schon mal einiges zu sehen. Da war z. B. diese riesige Frau mit der schwarz-goldenen Gesichtsbemalung, den langen schwarzen Haaren, den dunklen Augen und dem hautengen Kostüm. Und ohne jegliche Mimik. Das wirkte ziemlich unheimlich. Auch die Band hatte sich schon in ihre Kostüme geworfen. Die Männer trugen Uniformjacken mit großen Epauletten (das sind diese Schulterstücke), dazu goldener Turban, roter Lippenstift, Glitzer im Gesicht und Sonnenbrille. Sängerin Yuka wirkte aber nicht weniger aufregend: ein schwarzer Catsuit, der sowohl vorne als auch hinten tief blicken lies, große, schwere Ketten, mächtige Feder-Epauletten und weiße Kontaktlinsen.

Als es dann endlich losging, war es zunächst gar nicht mal so spektakulär. Große Gesten, große Erwartungen. Aber egal, man war eh noch genug mit dem Bestaunen der Kostüme und der Bühnendeko beschäftigt. Die Musik war deutlich jazziger als ich es erwartet hätte. Manchmal war es mehr Pop, manchmal ein bisschen sphärisch. Nach ein paar Songs griff Yuka zur Gitarre und kletterte auf einen Hocker. Es folgte ein sehr singer-songwritermäßiges Lied, das komplett aus dem Raster dieser Band zu fallen schien. Dann gab es aber auch wiederum Songs, die so pur und cool daher kamen wie ein Bond-Soundtrack. Und zwischen all diesen jazzigen Nummern spielten sie Songs und taten Dinge…die einfach unbeschreiblich waren. Mit grinsenden Plastikmündern zwischen den Zähnen gaben sie quietschende, gackernde Laute von sich. Schlagzeuger Dominik Scherer und Sängerin Yuka vollführten mit Schellenkränzen in den Händen einen fast absurd albernen Tanz. Und dann nahm er sie so blitzschnell auf die Schultern und wirbelte mit ihr über das kleine bisschen Bühne, dass ich schon das Schlimmste befürchtete. Es flog Konfetti und die Zuschauer tanzten im Stroboskoplicht. Dazwischen auch mal eine normale Trompete oder Geige und Ansagen mal auf Deutsch, mal auf Englisch. Als Zugabe spielten OSCA ein japanisches Cover, das in puncto Albern- und Ausgelassenheit nur noch das Tüpfelchen auf dem i war.

Diese Band kann sich nicht entscheiden, welche Art von Musik sie machen möchte. Aber muss sie das überhaupt? Nein. Denn nur durch die „Tiefen“ kommen überhaupt diese übertriebenen Spitzen zur Geltung. Am Eingang hatten wir nicht nur für das Konzert, sondern auch für den „Verlust unserer Würde“ gezahlt. Spätestens am Ende mit all dem Konfetti und Glitzer in unseren Haaren machte das Sinn. „Ich hoffe, ihr konntet euren Alltag vergessen“, meinte Yuka zum Schluss. Wenn nicht hier, wo dann?!

OSCA - Konzert - Augsburg - live - Princess Pietsch

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