PULS Open Air - Princess Pietsch - Musik - Festival - Sigrid

PULS Open Air – 09.+10.06.2017 – Schloss Kaltenberg

#1

Chris ist zurück! Und mit im Gepäck hat er seinen Bericht zum PULS Open Air auf Schloss Kaltenberg.

Ich bin ja selbst noch ganz verzaubert vom Modular Festival und wenn ich da so seine Eindrücke vom PULS lese, stellt sich bei mir augenblicklich ganz schlimmer Post-Festival-Blues ein. Vor allem bei Sigrid und Giant Rooks hätte ich nichts dagegen gehabt, sie (noch einmal) live zu sehen.

Was gut war, was schlecht war und was irgendwo dazwischen lag…und was es mit dieser berühmten Ananas auf sich hatte. So hat Chris das PULS Open Air 2017 erlebt:

(Und wer vergleichen möchte: Hier gibt es meinen Bericht vom letzten Jahr)

Allgemein

  • Über die Location hat die liebe Ramona ja letztes Jahr schon einiges Positives schreiben können. Auch ich bin der Meinung, dass die Schlossanlage und das PULS Open Air einfach wie Ritterpo auf Nachttopf passen. Die Bühnen und ergänzenden Essenstände fügen sich so organisch ein, dass man glauben könnte, das wäre der allgemeine Status Quo auf Schloss Kaltenberg. Schön wär’s!

#2

#2.5

  • Ich habe natürlich keine Ahnung, wie es 2016 war, aber die verschiedenen Merch- und Werbestände haben sich dieses Jahr teilweise echt einiges einfallen lassen. Da gab es z. B. ein in einem Zelt aufgebautes Wohnzimmer, das mit Sprüchen wie „Plattenbau statt Reihenhaus“ und den größten Hip-Hop-Hits für einen bekannten Nuss-Schnaps warb, wie ich später herausfand. Ein Stand, bei dem man verschiedene T-Shirts u. ä. kaufen konnte, war musikalisch auch immer top aufgestellt und zog mit Bilderbuch, Falco & Co jederzeit einige Leute an, die sich in einer tanzenden Traube davor versammelten.

#3

  • Die Preise für Verpflegung sind wirklich human und auch als Veggie-Besucher hat man sich ohne Probleme durchfuttern können. Ein dickes Plus für die große Vielfalt! Mjamm.

#4

  • Wettertechnisch waren die Tage im Vergleich zum letzten Jahr genau umgedreht: Während am Freitag der Himmel grau und wolkenverhangen war und es stellenweise immer ein wenig genieselt hat, knallte am Samstag die Sonne herunter und ließ das Festivalfeeling vollends aufleben.

 

 

 

 


Tag 1

  • Schon beim Betreten des Festivals wurde klar: Heute spielen Bilderbuch. Der Spirit war schon an allen Ecken zu entdecken und jeder freute sich auf die österreichischen Virtuosen. „Frinks“ habe ich aber leider keine mehr bekommen :(

#9

  • Erste Band waren für mich und meine Truppe die Jungs von Giant Rooks. Da mich deren Debüt-EP sofort zum Fan gemacht hat, war ich dementsprechend auch umso mehr gehyped, dass sie mein erstes PULS Open Air eröffnen sollten. Und es war mega! Wenn man die Jungspunde (ich bin alt und darf solche Wörter verwenden) beim Soundcheck beobachtet hat, könnte man nie erwarten, was für einen Sound die fünf aus Hamm zustande bringen. Art-Pop wie die Großen! Viele können mit ihrer Single New Estate am meisten anfangen, aber ich finde, sie haben viel stärkere Songs und deshalb war ich sehr happy, als das Piano-Intro von Chapels erklang – einfach nur schön.

#10

#11

#12

  • Um die Wartezeit zu Sigrid zu überbrücken, organisierten wir uns etwas zum Trinken und lauschten während wir in der Schlange warteten HONNE, die die Kugelbühne einweihen durften. Ich lasse mich ja durchaus für Electro(pop) begeistern, aber irgendwie wollte der Funke bei mir nicht überspringen. Prädikat: Ganz nett.

#14

  • Dafür war ich bei Sigrid, auf die ich mich am meisten vom ganzen Festival-Line-Up gefreut habe, Feuer und Flamme. Das ist mal Popmusik, die einfach nur Spaß macht und mitreißt. Die junge Norwegerin hüpfte über die Bühne wie ein Flummi in ihrem roten Trainingsanzug. Und wenn sie in ihren Songs singt Don’t Kill My Vibe oder You’re Playing Games Like A Wannabe, dann lebt sie das auch auf der Bühne. Mit viel Selbstbewusstsein und einer positiven „I don’t give a fuck“-Attitüde tanzte Sigrid sich in die Herzen des Publikums. Fürs Herz gab es dann auch ruhige Balladen, die das Tempo gedrosselt haben und nochmal zeigen konnten, was für ein Gesangstalent die 20-Jährige ist.

#15

#16

  • Als ich da so mit meiner Kamera stand, nahm auf einmal ein Typ neben mir meinen linken Arm und malte mir mit einem schwarzen Filzer das Astra-Logo darauf. Als ich dann ihn und seine lachende Gruppe fragte, ob ich denn jetzt in einer Gang sei, antwortete einer nur: „Nee, aber du darfst jetzt nur noch Astra trinken!“ Auf mein lautes “Verdammt!“ folgte nur noch mehr Gelächter. PULS, deine Besucher sind die Besten!

#17

  • Die nächste Überbrückungsband war Tua, die mit ihrem Mix aus deutschen Texten und Berghain-Electro-Beats wie das fleischgewordene Klischee ihrer Heimatstadt Berlin wirkte. Stimmung haben sie durchaus machen können, meins waren sie halt überhaupt nicht.

#18

  • Dann ging endlich Fil Bo Riva auf die Bühne. Da ich ihn in Augsburg Anfang des Jahres leider verpasst hatte, war ich sehr gespannt, ob er seinen ganzen Lorbeeren und guten Kritiken gerecht wird. Klar, die krasse Stimme macht viel aus und der Italiener hat auch wirklich viele gut geschriebene Songs. Nur irgendwie wurde der Stil auf Dauer etwas langweilig, die unspektakuläre Show und die mehr als holprigen und gezwungenen Ansagen machten es auch nicht besser.

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  • Hinzu kam, dass ab einem gewissen Zeitpunkt eine Ananas Fil Bo Riva die Aufmerksamkeit des Publikums gestohlen hat. Das Stück Obst war den Tag über zum Social-Media Star des Puls Open Airs geworden. Bei Fil Bo Riva wurde sie dann von einem Festivalbesucher hoch über die Köpfe der anderen gehalten und mit einem Schild und Instagram-Namen beworben. Einfach nur verrückt!

#20

  • Die Schilder waren sowieso eines der Highlights in diesem Jahr. Ursprünglich für einen Freestyle-Rap von Roger Reckless gedacht, bei dem er die Wörter oder Texte der Pappkartons einbauen sollte, wurden die Schilder für alles Mögliche benutzt, u. a. zur Dekoration der Chill-Area, in der wir uns von weitem Mura Masa anhörten und auf Bilderbuch warteten. Eine Auswahl gibt es hier:

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#23

  • Bilderbuch bildeten den perfekten Abschluss des Abends (höhö). Obwohl ich sie schon mehrmals live genießen konnte, kann man von der durchgeknallten Truppe nicht genug bekommen. Vor allem mit den Hits der neuen Platte Magic Life wie Bungalow oder Baba wurde das Konzert der Knaller (was nicht nur den Blitzen des im Hintergrund vorbeiziehenden Gewitters geschuldet war). Auch wenn es am Anfang Probleme mit der Technik gab und man bis zum Refrain von I ❤ Stress keinen Gesang hören konnte, lieferten die Österreicher vor ihrer riesigen Wand aus weißen Sneakern ab und brachten die Menge zum Tanzen.

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Tag 2

  • Da es als Augsburger ohne fahrbaren Untersatz etwas umständlich ist, zum Gelände zu gelangen, war ich umso froher, dass ich am zweiten Tag bei Freunden im Auto mitfahren konnte. Dadurch habe ich aber auch dePresno und Malky verpasst. Da ich aber ersteren dieses Jahr schon in München gesehen habe, war das alles gar nicht so schlimm. An dieser Stelle nochmal die Empfehlung, den charmanten Bjarte De Presno Borthen + Band unbedingt mal live zu sehen. Der wird noch groß!

#27

  • Zum Glück kamen wir noch rechtzeitig zu Dan Croll, von dem ich bisher nur ein paar Lieder kannte (Shame on me!). Meine Neugier hatte er aber definitiv geweckt. Uns erwartete durchdachter und sehr tanzbarer Alternative/Indie, der vom sympathischen Frontmann getragen wurde. Der zeigte nicht nur auf der Bühne, was für eine coole Socke er ist, sondern auch Backstage, wie eine unglaublich süße Aktion zeigt, die PULS auf ihrer Facebook-Seite gepostet hat.

#28

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  • Um bei der Hitze nicht vollends aus den Latschen zu kippen, füllten wir unsere leeren Plastikbecher an den überall aufgestellten Wasserstellen auf und schauten kurz bei Milliarden vorbei. Deren Indie-Punk-Irgendwas-Rock kann mich persönlich zwar nicht überzeugen, aber so wie es aussah, gab es genug Fans auf Schloss Kaltenberg. Die waren dann auch voll dabei und haben sich dann auch dazu hinreißen lassen, sich kollektiv in den Sand vor der Bühne zu setzen, um dann wieder wild aufzuspringen.

#29

  • Zu James Hersey lässt sich eigentlich gar nicht so viel sagen. Perfekte Open-Air-Band mit klasse Sound, die wie gemacht fürs PULS waren. Sympathische Ansagen und Interaktionen mit dem Publikum. Und Juliet ist einfach ein überragender Song ❤

#30

  • Überraschung des Festivals waren für mich definitiv Golf. Normalerweise haben es deutschsprachige Bands generell schwer bei mir zu punkten (siehe Milliarden), aber die Jungs aus Kölle haben es geschafft. Man merkt ihnen sofort an, wie sie für ihre Musik leben und dementsprechend waren sie mit vollem Einsatz dabei. So sehr, dass der Keyboarder gleich mal die Bühnenhalterung und die Boxen erklommen und von dort oben weitergesungen hat. Für alle Fans von Roosevelt und Keshavara (die neue „Kölner Schule“, wie ein Kumpel treffend bemerkte) definitiv eine Hör-Empfehlung.

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#32

  • Als großer Folk-Fan habe ich mich dann auch zu den Mighty Oaks auf die Tribünen gesetzt. Die Berliner haben leider das Problem, dass sie nicht wirklich viel Abwechslung in ihren Songs haben und für meinen Geschmack viel zu poppig geworden sind. Aber hey, immerhin überhaupt eine Folkband auf dem Festival, die ich anhören konnte.

#33

  • Weil mir ziemlich viele Leute empfohlen haben, war mein nächster Halt die Shout Out Louds. Da ich recht spät den Indie für mich entdeckt habe, war diese Band eine der vielen, bei denen ich noch eine gehörige Wissenslücke besaß. Meine Begleiter waren zunächst ziemlich happy, als die Helden von früher ihre Klassiker und neues Material auspackten. Ungefähr zur Hälfte des Sets war meine Gruppe dann aber etwas gelangweilt und enttäuscht, weil sie sich mehr erhofft hatten und so zogen wir weiter, um uns für Moderat zu positionieren. Ob die vielen Luftballons, die herumflogen und die man immer wieder von sich wegwerfen musste, dazu beigetragen haben? Jedenfalls war es wie mit dem Crowdsurfen: Am Anfang ist es noch lustig, auf Dauer geht es ordentlich auf den Sack.

#34

#35

  • Ziemlich ermüdet von zwei Tagen Festival (auch hier wieder: man wird alt) setzten wir uns gemütlich hin, um uns Moderat zu geben. Das tat zwar den müden Knochen gut, sorgte aber auch dafür, dass wir uns einfach nicht so für die Musik begeistern konnten, wie man es würde, wenn man vorne in der Masse steht und der Bass so richtig schön durch den ganzen Körper wummert. Trotzdem war es wie immer eine beeindruckende Show mit unglaublich gut produzierten Visuals und Lichteffekten – ein Genuss für Ohren UND Augen. Seinen Headliner-Slot hat sich das Trio jedenfalls verdient.

#36

  • Zum Abschluss dieses wirklich grandiosen Wochenendes und meines gelungenen PULS-Open-Air-Debüts gab es noch die rundum perfekte Performance von SOHN. Electronica, Post-Dubstep, R&B – wie auch immer man es nennen mag, was der Brite und Wahl-Österreicher zusammenzimmert, es ist einfach der Hammer! Wie Mastermind Christopher Taylor nur an seinem Keyboard saß und die Lichtshow ihn perfekt in Szene setzte, während sich seine Band im Hintergrund bescheiden zurückhielt – wow!

#37

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