Next: Sommerluft Festival auf dem Sonnendeck

Es gibt ein neues Festival in der Stadt!

Und darüber bin ich ganz schön froh. Denn das Sommerluft Festival findet zeitgleich mit dem Singoldsand Festival in Schwabmünchen statt, das ich die letzten beiden Jahre besucht habe. Dieses Jahr überzeugt mich persönlich das Line-up nur leider nicht. Was mich mehr oder weniger interessiert hab ich alles schon mal live gesehen. Bis auf FM Belfast und Balbina. Letztere kommt im Herbst für ein Clubkonzert nach Augsburg. Also rentiert es sich für mich noch weniger mit dem Zug durch die Gegend zu gondeln.

Da zieh ich diesmal eindeutig die Alternative namens Sommerluft Festival vor. Zwar ist es nur ein Ein-Tages-Festival (25.08.2017), aber dafür findet es auf dem Sonnendeck satt! Sand zwischen den Zehen, den Blick über Augsburgs Dächer schweifen lassen und Top-Musiker auf der Bühne. Mit am Start ist Xavier Darcy, der bestimmt wieder wie ein Tornado über die Stage fegt und alle mitreißt. Außerdem die Augburger Indiepopper Mary Lou, die schon seit einiger Zeit auf meiner Liste stehen, und die Singer-Songwriterin Henny Herz, die mich jetzt ehrlich gesagt nicht ganz so begeistert. Aber vielleicht ändert sich das ja auf dem Festival. Und…last but not least: Mundhaarmonika! Ich denke, ihr erratet mittlerweile, warum ich dieses Festival fest in meinem Kalender platziert habe?!

Tickets gibt’s im Vorverkauf für 8 Euro auf dem Sonnendeck. Ich empfehle schnell zu sein ;) weitere Infos in der Facebook-Veranstaltung.

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Next: Taubenschlag am Königsplatz

Wir Augsburger haben wirklich unverschämtes Glück. Als Bayern haben wir eh schon die meisten Feiertage Deutschlands abbekommen. Doch wir nehmen uns noch einen weiteren und haben mit dem Friedensfest am 8. August (einen Tag vor meinem Geburtstag) die meisten freien Tage in der Bundesrepublik. Schon schön.

Außerdem ziemlich schön am Friedensfest ist auch das Programm rund rum, das immer Wochen im Voraus beginnt und über die ganze Stadt verteilt hunderte von Veranstaltungen aller Art präsentiert. Seit letztem Jahr ist der Taubenschlag Teil davon. Heuer breitet er mit drei großen Holztauben, die als Café, Bühne und Kunst- & Denklabor dienen, zwischen den Bäumen am Königsplatz seine Flügel aus.

Dabei bietet dieses alternative Projekt Kultur im öffentlichen Raum und lädt zum mitmachen ein. Neben Diskussionsrunden (z. B. über Nachhaltigkeit oder den Helmut-Haller-Platz in Oberhausen) und Workshops (z. B. ein Kochevent mit Home in a Bowl) gibt es natürlich auch jede Menge Musik. Immer freitags und samstags gehört die Bühne den Musikern. Und dabei vorzugsweise den kleinen Augsburger Bands. Oh, wie mich das freut! Ala Cya spielt z. B. schon heute Abend zur Eröffnung. Es folgen Woodend, Deadline 54, Jack Snipe und Der Eulenspiegel. Den Abschluss machen The Big Band Theory am Friedensfest selbst. Dazwischen ist das Programm immer wieder mit DJ-Sets von Monstaub, Grizu etc. gespickt. Besonders interessant klingt für mich auch der Dokumentarfilm Aus dem Takt über Menschen mit Demenz (1. August – 20 Uhr).

Ein buntes Programm ganz auf Augsburg zugeschnitten. Und ich hoffe, dass ich es diesmal endlich zu meinen Must-See-Bands Ala Cya und The Big Band Theory schaffe.

Ala Cya – 21. Juli – 17 Uhr

Jack Snipe – 21. Juli – 19 Uhr

Der Eulenspiegel – 21. Juli  – 20:30 Uhr

Woodend – 4. August – 16 Uhr

Deadline 54 – 5. August – 16:30 Uhr

The Big Band Theory – 8. August – 21 Uhr

Titelbild: Ines Flögel

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Next: Sammersee vs. Südufer

Man hat das Gefühl, in den letzten Jahren sprießen die Festivals wie die Pilze im Wald und jedes kleine Dorf macht nun sein eigenes Open Air. So hat man rund um Augsburg mittlerweile ein echt gutes Angebot. Man muss nur wenige Kilometer fahren und kann jedes Wochenende eine andere Veranstaltung besuchen. Klasse so weit. „Fehler“ im System sind bei einer solchen Frequenz aber vorprogrammiert. Es kam, was kommen musste: zwei tolle Festivals finden an den selben Tagen statt. Und mich zerreißt es fast, denn am liebsten würde ich über beide Wiesen tanzen.

Das Sammersee in Schondorf am Ammersee sowie das Südufer am Friedberger Bagersee finden beide am 21. und 22. Juli statt.

Würde es mir rein nach den Bands gehen, würde ich wohl das Südufer Festival bevorzugen. Von der ersten bis zur letzten sind das alles meine Lieblinge. Und dann treten da auch noch Bands auf, die ich schon so lange mal live sehen wollte! Wirklich, so was ist schon zu verrückt um wahr zu sein. Nihils aus Österreich! Auf die warte ich schon seit Jahren. Oder Hadern im Sternenhagel. Aaaaaahhhh! Kombiniert mit meinen All-Time-Favorites wie Claire, Adulescens, Kytes, Lola Marsh, Pool und Skydrunk. Ich mein, wie wahrscheinlich ist das denn, dass es ein Festival gibt, das musikalisch 100 Prozent nach deinem Geschmack ist?!

Beim Sammersee sieht das ein bisschen anders aus. Kids Of Adelaide stehen ebenfalls schon lange auf meiner Liste. Und Leoniden gehen eh immer (siehe mein Konzertbericht vom April). Dann wären da noch ZULU, die früher mal Shaky Foundation hießen (und ich wunder mich noch, warum da plötzlich immer dieses ZULU in meiner Facebook-Timeline auftaucht). Und von Baba Shrimps bin ich erst seit fünf Sekunden Fan. Seit ich mir den Timetable angesehen hab. Und will sie jetzt unbedingt mal live sehen. Never ending story… Aber zum Sammersee würde ich eher fahren, weil es da so schön sein soll. Am See und die Bäume und die Lichter. Und nicht zuletzt weil es ein Benefizfestival ist, das seinen jährlichen Gewinn komplett an gemeinnützige Organisationen spendet.

Für welches Festival würdet ihr euch entscheiden? Lieblingsbands oder wunderschöne Atmosphäre? Vielleicht habt ihr ja Glück und eines der Festivals vereint in euren Augen beides ;)

Und wer errät, auf welches Festival ich nun letztendlich gehe, der bekommt ne Überraschung (ich mein das ernst).

Programm Sammersee Festival

Zulu / 22. Juli 2017 / 19:45 Uhr / Seebühne

Baba Shrimps / 22. Juli 2017 / 22:30 Uhr / Hauptbühne

Kids Of Adelaide / 22. Juli 2017 / 21:30 Uhr / Seebühne

Programm Südufer Festival

Lola Marsh / 22. Juli 2017 / 22:30 Uhr / Uferbühne

Neufundland / 21. Juli 2017 / 19:00 Uhr / Uferbühne

Nihils / 22. Juli 2017 / 21:30 Uhr / Uferbühne

Hadern Im Sternenhagel / 22. Juli 2017 / 17:45 Uhr / Uferbühne

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Lieblingssong: Ein Quantum Horst – Augenblick

Freitagabend, Kanal-C-Party: Just in dem Moment als ich den Raum betrat, kamen Ein Quantum Horst auf die Bühne. Perfektes Timing. Perfekter Start. Perfekter Auftritt. Die anderen Bands dieses Mini-Folk-Festivals konnten das leider nicht mehr toppen. Die Lischkapelle klang mir zu klapprig und The Moonband zu fad. Und da fiel mir ein, dass ich zwar hier immer wieder von den Horstis schwärme, euch aber noch nie was zum Anhören gegeben habe. So here we go…

Ein Quantum Horst - Konzert - Augsburg - Kantine - Princess Pietsch

Was mich an Ein Quantum Horst immer wieder fasziniert, ist der Gegensatz zwischen dem rauen Gesang und der teilweise sehr feinen Instrumentierung. Das wird bei Augenblick vielleicht nicht ganz so deutlich, aber live…mindblowing!

Mittlerweile hat der Schlagzeuger der Band (bzw. der Cajonist – wenn man das so sagt) gewechselt. Seit Neuestem sitzt da Daniele, mit dem ich früher mal im selben Chor gesungen hab. Ich finde ja: Exzellenter Ersatz! Denn auch wenn es vorher schon ziemlich gut war, klingt es jetzt nochmal ne ganze Ecke tighter. Und die Percussion…in manchen Songs das Tüpfelchen auf dem i.

Was nur leider ziemlich schade ist: Live sind Ein Quantum Horst umwerfend, doch ihre erste EP Lackschuh, die so hopplahopp erschienen ist, ist im Ganzen betrachtet ein äußerst fades Produkt. Die hört sich dann doch wieder zu glattgebügelt an. Also besucht sie besser einfach mal bei einem Konzert. Ihr werdet verstehen, was ich meine ;)

Die nächsten Horsti-Konzerte:
29.07.2017 – Dinkel Festival – Dinkelscherben
26.08.2017 – Singoldsand Festival – Schwabmünchen

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Lieblingsmusiker: Dominik Scherer – Drumming Mishmash

Das schönste am Bloggen ist eindeutig, dass man Menschen kennen lernt, mit denen man sonst nie ins Gespräch kommen würde. Oder die man sonst immer nur von Weitem beobachten und bewundern würde. Eine Begegnung, die mich ganz besonders freut, ist die mit Dominik Scherer.

Der Augsburger gilt als Tausendsassa in der hiesigen Musikszene. Geschäftsführer und Dozent für Schlagzeug und Trompete bei der Musikschule Beathof. Produzent einiger namhafter Unternehmen und Musiker (Bayerischer Rundfunk, Ludovico Einaudi, Yamaha, Lischkapelle…). Zahlreiche Shows mit nicht weniger bekannten Leuten (Ich & Ich, Stefan Raab, Berlin Fashion Week…). Die Liste ist lang. Und ich gerade ziemlich baff. Denn wenn man Dominik kennen lernt, hat man nicht den Eindruck, dass da sowas wie ein Star vor einem steht. Er ist engagiert, oh ja. Und Musiker aus Leidenschaft. Und wie Oma sagen würde: ein ganz ein Lieber. Auch wenn diese ihn wahrscheinlich etwas skeptisch beäugt hätte, hätte sie ihn zu seinen LUUP-Zeiten und mit den Kajal umrandeten Augen kennen gelernt.

Also wie man sich nun denken kann, ist Dominik ein ziemlich umtriebiger Typ. Immer ein neues Projekt am Start. Immer was originelles und neuartiges. So hat er vor Kurzem mit einer Videoreihe zu seinem Projekt Drumming Mishmash angefangen, wozu diesen Montag schon der zweite Clip erschien. Fand die erste Session noch in einem Supermarkt statt (the best: der Hund), ging es diesmal in den Augsburger Untergrund – in einen Bunker aus dem 2. Weltkrieg! Beide Male entstanden dabei fantastische Aufnahmen. Einmal eben eher verspielt, das andere Mal sehr dramatisch.

Ich bin gespannt, was da noch so kommt. Denn zwei weitere Videos stehen noch aus.

Foto: Lisa Seifert

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Next: Kanal C Geburtstagsparty in der Kantine

Kaum zu glauben, Kanal C – Augsburgs Studentenradio – wird heuer schon 20 Jahre alt! Kommt mir wie gestern vor, dass sie ihre Volljährigkeit gefeiert haben. Sie werden so schnell groß, die Kleinen…

Für diesen Geburtstag ist nun eine Riesensause in der Kantine geplant. Es wird Süßkram for free geben und die ersten 50 Gäste bekommen Getränkegutscheine. Wuhu! Früh kommen, lohnt sich also. Nicht nur um was abzustauben, denn keine Geburtstagsparty ohne special Showeinlage. Und die übernehmen an diesem Abend drei Bands. Meine Augsburger Lieblingshorstis Ein Quantum Horst sowie die Lischkapelle und The Moonband aus München. Grandiose Wahl! Und mir scheint, als würde das Team von Kanal C sehr auf Folk stehen. But why not?! I love it too <3

Den restlichen Abend legt dann u. a. Chris, den ihr hier schon als Gastblogger kennen gelernt habt, feinste Musik aus 20 Jahren Kanal C auf. Und es werden vor Ort Karten fürs Chiemsee Summer verlost. Wie verrückt ist das denn alles?

Und wen ich jetzt immer noch nicht überzeugen konnte, dass das eine feine Party wird, für den hab ich hier zwei absolute Totschlagargumente:

  1. Zu dieser Geburtstagsfeier müsst ihr kein Geschenk mitbringen. Ich weiß – Wahnsinn, oder?! und…
  2. Wem die 8 Euro Eintritt zu viel sind (I got you, ihr armen Studenten), der hat hier die Chance 1 x 2 Gästelistenplätze zu gewinnen. Einfach bis zum 05.07.2017, 12 Uhr, diesen Facebookbeitrag sowie meine FB-Seite liken. Der/die Gewinner/-in wird ausgelost und bekommt dann von mir Bescheid.

Weitere Infos findet ihr in der Facebook-Veranstaltung.

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PULS Open Air – 09.+10.06.2017 – Schloss Kaltenberg

#1

Chris ist zurück! Und mit im Gepäck hat er seinen Bericht zum PULS Open Air auf Schloss Kaltenberg.

Ich bin ja selbst noch ganz verzaubert vom Modular Festival und wenn ich da so seine Eindrücke vom PULS lese, stellt sich bei mir augenblicklich ganz schlimmer Post-Festival-Blues ein. Vor allem bei Sigrid und Giant Rooks hätte ich nichts dagegen gehabt, sie (noch einmal) live zu sehen.

Was gut war, was schlecht war und was irgendwo dazwischen lag…und was es mit dieser berühmten Ananas auf sich hatte. So hat Chris das PULS Open Air 2017 erlebt:

(Und wer vergleichen möchte: Hier gibt es meinen Bericht vom letzten Jahr)

Allgemein

  • Über die Location hat die liebe Ramona ja letztes Jahr schon einiges Positives schreiben können. Auch ich bin der Meinung, dass die Schlossanlage und das PULS Open Air einfach wie Ritterpo auf Nachttopf passen. Die Bühnen und ergänzenden Essenstände fügen sich so organisch ein, dass man glauben könnte, das wäre der allgemeine Status Quo auf Schloss Kaltenberg. Schön wär’s!

#2

#2.5

  • Ich habe natürlich keine Ahnung, wie es 2016 war, aber die verschiedenen Merch- und Werbestände haben sich dieses Jahr teilweise echt einiges einfallen lassen. Da gab es z. B. ein in einem Zelt aufgebautes Wohnzimmer, das mit Sprüchen wie „Plattenbau statt Reihenhaus“ und den größten Hip-Hop-Hits für einen bekannten Nuss-Schnaps warb, wie ich später herausfand. Ein Stand, bei dem man verschiedene T-Shirts u. ä. kaufen konnte, war musikalisch auch immer top aufgestellt und zog mit Bilderbuch, Falco & Co jederzeit einige Leute an, die sich in einer tanzenden Traube davor versammelten.

#3

  • Die Preise für Verpflegung sind wirklich human und auch als Veggie-Besucher hat man sich ohne Probleme durchfuttern können. Ein dickes Plus für die große Vielfalt! Mjamm.

#4

  • Wettertechnisch waren die Tage im Vergleich zum letzten Jahr genau umgedreht: Während am Freitag der Himmel grau und wolkenverhangen war und es stellenweise immer ein wenig genieselt hat, knallte am Samstag die Sonne herunter und ließ das Festivalfeeling vollends aufleben.

 

 

 

 


Tag 1

  • Schon beim Betreten des Festivals wurde klar: Heute spielen Bilderbuch. Der Spirit war schon an allen Ecken zu entdecken und jeder freute sich auf die österreichischen Virtuosen. „Frinks“ habe ich aber leider keine mehr bekommen :(

#9

  • Erste Band waren für mich und meine Truppe die Jungs von Giant Rooks. Da mich deren Debüt-EP sofort zum Fan gemacht hat, war ich dementsprechend auch umso mehr gehyped, dass sie mein erstes PULS Open Air eröffnen sollten. Und es war mega! Wenn man die Jungspunde (ich bin alt und darf solche Wörter verwenden) beim Soundcheck beobachtet hat, könnte man nie erwarten, was für einen Sound die fünf aus Hamm zustande bringen. Art-Pop wie die Großen! Viele können mit ihrer Single New Estate am meisten anfangen, aber ich finde, sie haben viel stärkere Songs und deshalb war ich sehr happy, als das Piano-Intro von Chapels erklang – einfach nur schön.

#10

#11

#12

  • Um die Wartezeit zu Sigrid zu überbrücken, organisierten wir uns etwas zum Trinken und lauschten während wir in der Schlange warteten HONNE, die die Kugelbühne einweihen durften. Ich lasse mich ja durchaus für Electro(pop) begeistern, aber irgendwie wollte der Funke bei mir nicht überspringen. Prädikat: Ganz nett.

#14

  • Dafür war ich bei Sigrid, auf die ich mich am meisten vom ganzen Festival-Line-Up gefreut habe, Feuer und Flamme. Das ist mal Popmusik, die einfach nur Spaß macht und mitreißt. Die junge Norwegerin hüpfte über die Bühne wie ein Flummi in ihrem roten Trainingsanzug. Und wenn sie in ihren Songs singt Don’t Kill My Vibe oder You’re Playing Games Like A Wannabe, dann lebt sie das auch auf der Bühne. Mit viel Selbstbewusstsein und einer positiven „I don’t give a fuck“-Attitüde tanzte Sigrid sich in die Herzen des Publikums. Fürs Herz gab es dann auch ruhige Balladen, die das Tempo gedrosselt haben und nochmal zeigen konnten, was für ein Gesangstalent die 20-Jährige ist.

#15

#16

  • Als ich da so mit meiner Kamera stand, nahm auf einmal ein Typ neben mir meinen linken Arm und malte mir mit einem schwarzen Filzer das Astra-Logo darauf. Als ich dann ihn und seine lachende Gruppe fragte, ob ich denn jetzt in einer Gang sei, antwortete einer nur: „Nee, aber du darfst jetzt nur noch Astra trinken!“ Auf mein lautes “Verdammt!“ folgte nur noch mehr Gelächter. PULS, deine Besucher sind die Besten!

#17

  • Die nächste Überbrückungsband war Tua, die mit ihrem Mix aus deutschen Texten und Berghain-Electro-Beats wie das fleischgewordene Klischee ihrer Heimatstadt Berlin wirkte. Stimmung haben sie durchaus machen können, meins waren sie halt überhaupt nicht.

#18

  • Dann ging endlich Fil Bo Riva auf die Bühne. Da ich ihn in Augsburg Anfang des Jahres leider verpasst hatte, war ich sehr gespannt, ob er seinen ganzen Lorbeeren und guten Kritiken gerecht wird. Klar, die krasse Stimme macht viel aus und der Italiener hat auch wirklich viele gut geschriebene Songs. Nur irgendwie wurde der Stil auf Dauer etwas langweilig, die unspektakuläre Show und die mehr als holprigen und gezwungenen Ansagen machten es auch nicht besser.

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  • Hinzu kam, dass ab einem gewissen Zeitpunkt eine Ananas Fil Bo Riva die Aufmerksamkeit des Publikums gestohlen hat. Das Stück Obst war den Tag über zum Social-Media Star des Puls Open Airs geworden. Bei Fil Bo Riva wurde sie dann von einem Festivalbesucher hoch über die Köpfe der anderen gehalten und mit einem Schild und Instagram-Namen beworben. Einfach nur verrückt!

#20

  • Die Schilder waren sowieso eines der Highlights in diesem Jahr. Ursprünglich für einen Freestyle-Rap von Roger Reckless gedacht, bei dem er die Wörter oder Texte der Pappkartons einbauen sollte, wurden die Schilder für alles Mögliche benutzt, u. a. zur Dekoration der Chill-Area, in der wir uns von weitem Mura Masa anhörten und auf Bilderbuch warteten. Eine Auswahl gibt es hier:

#21

#23

  • Bilderbuch bildeten den perfekten Abschluss des Abends (höhö). Obwohl ich sie schon mehrmals live genießen konnte, kann man von der durchgeknallten Truppe nicht genug bekommen. Vor allem mit den Hits der neuen Platte Magic Life wie Bungalow oder Baba wurde das Konzert der Knaller (was nicht nur den Blitzen des im Hintergrund vorbeiziehenden Gewitters geschuldet war). Auch wenn es am Anfang Probleme mit der Technik gab und man bis zum Refrain von I ❤ Stress keinen Gesang hören konnte, lieferten die Österreicher vor ihrer riesigen Wand aus weißen Sneakern ab und brachten die Menge zum Tanzen.

#25

#26


Tag 2

  • Da es als Augsburger ohne fahrbaren Untersatz etwas umständlich ist, zum Gelände zu gelangen, war ich umso froher, dass ich am zweiten Tag bei Freunden im Auto mitfahren konnte. Dadurch habe ich aber auch dePresno und Malky verpasst. Da ich aber ersteren dieses Jahr schon in München gesehen habe, war das alles gar nicht so schlimm. An dieser Stelle nochmal die Empfehlung, den charmanten Bjarte De Presno Borthen + Band unbedingt mal live zu sehen. Der wird noch groß!

#27

  • Zum Glück kamen wir noch rechtzeitig zu Dan Croll, von dem ich bisher nur ein paar Lieder kannte (Shame on me!). Meine Neugier hatte er aber definitiv geweckt. Uns erwartete durchdachter und sehr tanzbarer Alternative/Indie, der vom sympathischen Frontmann getragen wurde. Der zeigte nicht nur auf der Bühne, was für eine coole Socke er ist, sondern auch Backstage, wie eine unglaublich süße Aktion zeigt, die PULS auf ihrer Facebook-Seite gepostet hat.

#28

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  • Um bei der Hitze nicht vollends aus den Latschen zu kippen, füllten wir unsere leeren Plastikbecher an den überall aufgestellten Wasserstellen auf und schauten kurz bei Milliarden vorbei. Deren Indie-Punk-Irgendwas-Rock kann mich persönlich zwar nicht überzeugen, aber so wie es aussah, gab es genug Fans auf Schloss Kaltenberg. Die waren dann auch voll dabei und haben sich dann auch dazu hinreißen lassen, sich kollektiv in den Sand vor der Bühne zu setzen, um dann wieder wild aufzuspringen.

#29

  • Zu James Hersey lässt sich eigentlich gar nicht so viel sagen. Perfekte Open-Air-Band mit klasse Sound, die wie gemacht fürs PULS waren. Sympathische Ansagen und Interaktionen mit dem Publikum. Und Juliet ist einfach ein überragender Song ❤

#30

  • Überraschung des Festivals waren für mich definitiv Golf. Normalerweise haben es deutschsprachige Bands generell schwer bei mir zu punkten (siehe Milliarden), aber die Jungs aus Kölle haben es geschafft. Man merkt ihnen sofort an, wie sie für ihre Musik leben und dementsprechend waren sie mit vollem Einsatz dabei. So sehr, dass der Keyboarder gleich mal die Bühnenhalterung und die Boxen erklommen und von dort oben weitergesungen hat. Für alle Fans von Roosevelt und Keshavara (die neue „Kölner Schule“, wie ein Kumpel treffend bemerkte) definitiv eine Hör-Empfehlung.

#31

#32

  • Als großer Folk-Fan habe ich mich dann auch zu den Mighty Oaks auf die Tribünen gesetzt. Die Berliner haben leider das Problem, dass sie nicht wirklich viel Abwechslung in ihren Songs haben und für meinen Geschmack viel zu poppig geworden sind. Aber hey, immerhin überhaupt eine Folkband auf dem Festival, die ich anhören konnte.

#33

  • Weil mir ziemlich viele Leute empfohlen haben, war mein nächster Halt die Shout Out Louds. Da ich recht spät den Indie für mich entdeckt habe, war diese Band eine der vielen, bei denen ich noch eine gehörige Wissenslücke besaß. Meine Begleiter waren zunächst ziemlich happy, als die Helden von früher ihre Klassiker und neues Material auspackten. Ungefähr zur Hälfte des Sets war meine Gruppe dann aber etwas gelangweilt und enttäuscht, weil sie sich mehr erhofft hatten und so zogen wir weiter, um uns für Moderat zu positionieren. Ob die vielen Luftballons, die herumflogen und die man immer wieder von sich wegwerfen musste, dazu beigetragen haben? Jedenfalls war es wie mit dem Crowdsurfen: Am Anfang ist es noch lustig, auf Dauer geht es ordentlich auf den Sack.

#34

#35

  • Ziemlich ermüdet von zwei Tagen Festival (auch hier wieder: man wird alt) setzten wir uns gemütlich hin, um uns Moderat zu geben. Das tat zwar den müden Knochen gut, sorgte aber auch dafür, dass wir uns einfach nicht so für die Musik begeistern konnten, wie man es würde, wenn man vorne in der Masse steht und der Bass so richtig schön durch den ganzen Körper wummert. Trotzdem war es wie immer eine beeindruckende Show mit unglaublich gut produzierten Visuals und Lichteffekten – ein Genuss für Ohren UND Augen. Seinen Headliner-Slot hat sich das Trio jedenfalls verdient.

#36

  • Zum Abschluss dieses wirklich grandiosen Wochenendes und meines gelungenen PULS-Open-Air-Debüts gab es noch die rundum perfekte Performance von SOHN. Electronica, Post-Dubstep, R&B – wie auch immer man es nennen mag, was der Brite und Wahl-Österreicher zusammenzimmert, es ist einfach der Hammer! Wie Mastermind Christopher Taylor nur an seinem Keyboard saß und die Lichtshow ihn perfekt in Szene setzte, während sich seine Band im Hintergrund bescheiden zurückhielt – wow!

#37

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Next: Modular Festival 2017

Zack-zack, schon wieder ein Jahr rum. Was sich die letzten Jahre zur Tradition entwickelt hat, darf auch 2017 in meinem Kalender nicht fehlen: das Modular Festival im Wittelsbacher Park. Ganz nach dem Motto #modularjedesjahr – das Festival begleitet mich immerhin schon seit 2012.

Doch dieses Jahr wird sich für mich im Hinblick auf diesen Blog im Zusammenhang mit dem Modular eine Kleinigkeit ändern. Bevor nächstes Jahr alles anders wird. So zumindest mein Plan. Wie weit ich damit kommen werde, warten wir mal ab. Also erst mal step-by-step. Dieses Jahr will ich nämlich nicht über das Modular Festival bloggen. Ich bin wieder zum Arbeiten dort und helfe diesmal im Bereich der Crew Hospitality – also sich um die anderen Volunteers kümmern, das Zelt sauber halten und vor allem für Essen sorgen. Soweit so gut. Doch der Stress letztes Jahr – zu arbeiten und zusätzlich noch vor und nach jeder Schicht bepackt mit der Kamera übers Festivalgelände zu hetzen, um ja kein Konzert zu verpassen…Nö, darauf hab ich heuer keine Lust. Hab ich schon mal erwähnt, dass ich seit Kurzem viel Yoga mache und meditiere? Ich schieb das als Ausrede für meine Leck-mich-am-Arsch-Attitüde vor, die ich neuerdings immer öfter ans Tageslicht lege.

Dieses Jahr werde ich also meine Schichten absolvieren, die teilweise schon um 9 Uhr morgens beginnen (!!!), und werde anschließend übers Festivalgelände schlendern. Ja, alles ganz gemütlich, mit einem Eis in der Hand oder im Gras sitzend was essen. Hach, Essen im Sitzen. Ein Traum! Und ich werde die Konzerte genießen! Kaum zu fassen, dass ich bisher noch kein einziges Festival mitgemacht habe, ohne dass mich ständig Gedanken wie „Ich darf diesen Auftritt nicht verpassen“ oder „Wie schreib ich das auf meinem Blog?“ verfolgen.

Also liebe Leute…am Arsch vorbei! Ich genieße dieses Jahr das Modular in vollen Zügen. Und das solltet ihr auch. Also schaut vorbei und bildet euch eure eigene Meinung. Denn hier wird es keinen Bericht geben. Nur diese Ankündigung. Und dann schauen wir mal weiter was nächstes Jahr wird.

Meine Liste ist wie immer endlos lang, aber die App ist mir heuer wirklich eine große Hilfe. Man hat alle Infos in der Tasche dabei und bekommt zu jedem seiner Favoriten eine Erinnerung kurz vorm Konzert. Das Festival ist für mich wieder der perfekte Mix aus Local Heros, Bands, die ich bereits live kenne, und welche deren Konzert ich zum ersten Mal besuche. Unfassbarerweise liegen alle meine Will-ich-sehen-Bands außerhalb und alle „schrecklichen“ Bands innerhalb meiner Schichten. Hallelujah!

Moop Mama / Fr. 16. Juni, 22:00 / Bühne am Turm

Bdot Issa / Fr. 16. Juni, 15:00 / Bühne am Turm

Carnival Youth / Fr. 16. Juni, 20:15 / Bühne im Park

Faber / Sa. 17. Juni, 19:00 / Bühne am Turm

Rikas / Sa. 17. Juni, 15:15 / Bühne am Turm

Mule & Man / Do. 15. Juni, 22:00 / Bühne am Turm

Missincat / Do. 15. Juni, 15:45 / Bühne am Turm

Sea Moya / Do. 15 Juni, 17:00 Bühne auf der Terrasse / 23:00 Club Stage

The Red Aerostat / Fr. 16. Juni, 17:00 / Club Stage

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Next: PULS Open Air 2017 auf Schloss Kaltenberg

Eines der schönsten Festivals der Umgebung ist unter Garantie das PULS Open Air auf Schloss Kaltenberg. Allein schon wegen des spektakulären Schauplatzes. Auch wenn es nicht so super bunt ist wie andere Festivals, hab ich mich beim letztjährigen Debüt dennoch ein bisschen verguckt. Diesmal werde ich jedoch nicht selbst zugegen sein, sondern Chris, der sich hier langsam als treuer Gastblogger entpuppt, hinschicken. 2016  hat er die Southside-Apokalypse überlebt und danach nochmal ordentlich auf dem Highfield gefeiert. Momentan ist er in Barcelona auf dem Primavera unterwegs. Genügend Festival-Know-How bringt er also zweifelsohne mit. Auf was er sich beim PULS am meisten freut, erzählt er euch aber am besten selbst…


Huhu! Ich bin weder Prinzessin noch Prinz, darf aber trotzdem als rasender Gastreporter für diesen wunderbaren Blog dieses Jahr auf dem Puls Open Air unterwegs sein. Kurz zu mir: Bis Anfang des Jahres habe ich mit meinem eigenen Blog Browmeister das Internet unsicher gemacht, habe ihn aber fürs Erste auf unbestimmte Zeit ruhen lassen. Momentan kann man dafür regelmäßig auf Ahoimag von mir lesen. Und dieses Mal auch hier auf princesspietsch.com!

Jetzt aber wieder zu den wirklich wichtigen Dingen: Bald geht’s wieder rund auf Schloss Kaltenberg! Wo sonst die Touris staunen und sich die Ritter kloppen, gibt es vom 8.06. bis 10.06. Festivalatmosphäre in einer der spannendsten und schönsten Kulissen Deutschlands. Und genau wie letztes Jahr hat sich das Puls-Team nicht lumpen lassen und ein Line-Up zusammengezimmert, dass sich sehen lassen kann! Egal ob der neue heiße Scheiß, Geheimtipps oder altbekannte Garanten für eine mega Stimmung: Eine Pilgerfahrt zum Schloss ist auch 2017 für Musikliebhaber wieder ein Muss.

Ich persönlich freue mich schon riesig auf die geballte Pop-Power aus dem Norden mit Sigrid und dePresno. Beide sind jung und kommen aus Norwegen, aber ihre Bekanntheitsgrade unterscheiden sich deutlich: Während die 20-jährige Sigrid mit ihren kraftvollen und enorm viel Spaß machenden Hits wie Don’t Kill My Vibe steil die Karriereleiter hochklettert, muss der charmante dePresno erst noch entdeckt werden. Dabei stehen seine Elektro-Pop-Nummern denen seiner Landsmännin in keinster Weise nach und können live einiges!

Das schöne am Puls Open Air ist auch, dass ich mir einige Acts, die mir leider aus den verschiedensten Gründen in der letzten Zeit entgangen sind, nachholen kann. Da wäre zum Beispiel Fil Bo Riva, der Italiener mit der Ausnahmestimme. Dann gibt es gefühlvolle Songs irgendwo zwischen Folk und Soul und mit dem Henning May-Kratzstimmen-Effekt – nur in gut. Groß ist die Vorfreude auch auf Giant Rooks aus Hamm, die sich mit ihrer New Estate-EP direkt in mein Herz gespielt haben. Allein das Piano-Intro von Chapels – traumhaft! Und wenn es zeitlich hinhaut, wird auch noch SOHN gegönnt, den ich schon seit seinem Debüt 2014 auf der Watchlist habe und im Februar wegen meines leeren Geldbeutels sausen lassen musste.

Selbstverständlich wird es mich auch zu den Headlinern ziehen, die mir auch dieses Jahr sehr zusagen. Die Ausnahmetalente von Bilderbuch gehen immer und kann man nicht oft genug anhören. Mit neuem Album im Gepäck wird die Show dann definitiv auch neue Überraschungen bieten. Am Samstag habe ich dann auch endlich wieder die Chance, das Trio von Moderat live zu erleben. 2014 auf dem Southside sträflicherweise nur für den Song Bad Kingdom vom Zelteingang gehört (weil ich damals nur wenig der Band kannte), werde ich mir diesmal sicherlich die volle Länge des Auftritts reinziehen und mir schön den Bass durch den ganzen Körper wummern lassen.

Insgesamt werden das sicherlich nicht die einzigen Acts sein, die ich mir vor Ort reinziehen werde, aber wohin es mich letztendlich verschlägt bleibt optional und das erfahrt ihr dann in meinem ausführlichen Bericht hier auf Princess Pietsch. Bis dann, man sieht sich auf Schloss Kaltenberg!

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Play Me, I’m Yours in Augsburg

Jahrelang hab ich sehnsuchtsvoll nach München geschielt, wo jedes Jahr im Herbst die Aktion Play Me, I’m Yours stattfindet. Nun hat Augsburg dieses Frühjahr endlich seine eigenen Straßenklaviere bekommen. Zwanzig Tage lang standen zehn von Künstlern gestaltete Klaviere an öffentlichen Orten und luden zum Spielen ein. Ich war so begeistert, dass ich schon lange vorher Pläne für eine Tour, bei der ich auf jedem einzelnen Klavier spielen wollte, schmiedete. Ich war sogar so verrückt ein eigenes, kleines Stück – inspieriert von Giant Rooks‘ Chapels – nur für diesen Zweck zu komponieren.

Play Me, I'm Yours - Augsburg - Musik - Klavier - Princess Pietsch

Nachdem ich dann wochenlang um die Klaviere rumgeschlichen bin, war es letzten Donnerstag so weit. Ein paar Tage vor Ende der Aktion startete ich mit Kamera im Gepäck und F. als Fotografen an der Hand zu meiner ganz persönlichen Play Me, I’m Yours Tour. Da wir beide später noch andere Termine hatten, machten wir uns schon um kurz nach 10 Uhr auf den Weg. Da sollten die Klaviere, die alle von Paten betreut werden, schon offen sein. Doch bereits beim ersten Stopp am Rathausplatz standen wir vor einem verschlossenen Piano. Auch am Martin-Luther-Platz und am Kö hatten wir kein Glück. Erst beim Herkulesbrunnen in der Maxstraße. Kurz nach uns kam auch Cheechau, der sich dort um das Klangklavier kümmert, an, deckte es ab, brachte die über Nacht abgefallenen Trichter wieder an und legte Flyer aus. Jetzt konnte es losgehen! Gott sei Dank (weil Christi Himmelfahrt sogar buchstäblich) war Feiertag und deswegen noch kaum Leute unterwegs. So konnte ich ziemlich befreit mein Stück spielen. Denn ganz ehrlich: auf einem rappelvollen Rathausplatz hätte ich mich wohl eher nicht ans Klavier gesetzt.

Play Me, I'm Yours - Augsburg - Musik - Klavier - Princess Pietsch

Anschließend machten wir einen kleinen Abstecher über den Holbeinplatz zum Flower Power Klavier und dann nochmal die selbe Runde wie zuvor. Mittlerweile waren ein paar offen. Andere, die unverschlossen waren, öffneten wir einfach selbst. Denn auch das ist Play Me, I’m Yours: einfach die Initiative ergreifen.

Beim Augsburg Klavier am Martin-Luther-Platz, das von David Rother mit bekannten Augsburger Menschen bemalt wurde, brach mir zum ersten Mal mein Klavierliebhaberherz. Das Instrument war eigentlich kaum mehr bespielbar. Die vordere Abdeckung war locker und jede zweite Taste blieb beim Spielen hängen. Da macht das Musizieren keinen Spaß mehr. Kommt ja kaum mehr ein Ton raus. Auch der Mann, der nach mir am Klavier Platz nahm, schaute nach ein paar Anschlägen ziemlich enttäuscht. Liebe Leute, warum muss man denn so damit umgehen? Nur weil es zur öffentlichen Verfügung steht, heißt das nicht, dass jeder damit machen darf, was er will. Klar, das waren alles gebrauchte Instrumente (bei niegelnagelneuen Teilen, wäre die Ökotante in mir wahrscheinlich vom Glauben abgefallen), aber ein solcher Zustand kommt nicht von Wind und Wetter allein. Bedauerlicherweise war dieses Klavier kein Einzelfall.

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Weil Feiertag war, konnten wir leider nicht jedes Instrument besuchen. An das in der City Galerie kamen wir nämlich nicht ran. Zu denen in Hochzoll und im Spickel war mir dann auch der Weg zu weit. Immerhin war das Tourneeklavier nach einigen Umzügen mit seinem neuen Standort am Theodor-Heuss-Platz in fußläufige Nähe gelangt. Nach einer kleinen Mittagspause ging es am frühen Nachmittag weiter zum sechsten und letzten Klavier auf unserer Tour: Unsere Zeit läuft ab vor der Bibliothek auf dem Unigelände – für mich eins der schönsten Klaviere. Deswegen wollte ich da auch unbedingt noch hin. Dort haben wir dann ganz interessante Herren getroffen, die uns ziemlich an der Nase rumgeführt haben. Zuerst taten sie so, als hätten sie keine Ahnung vom Klavierspielen. Doch nach meiner kümmerlichen Darbietung setzte sich einer von ihnen selbst ans Instrument und haute mal eben ein ziemlich fetziges Stück raus, dass ich nur noch sprachlos daneben stand.

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Aber auch das ist Play Me, I’m Yours: Durch diese zauberhafte Aktion begegnet man Menschen. Zu oft hetzen wir durch die Innenstadt. Nach Feierabend schnell noch ein paar Besorgungen erledigen und dann ab nach Hause. Doch die letzten Wochen schien dieses Phänomen einem anderem gewichen zu sein. Plötzlich blieben die Menschen stehen, verweilten und hörten zu. Ich wohne mitten in der Innenstadt und bin dadurch täglich an mindestens einem Straßenklavier vorbeigekommen. Die Instrumente waren so gut wie durchgehend bespielt, überall erklang Musik in den Straßen. Kinder, junge und alte Menschen, Profis und Anfänger wagten sich an die Pianos. Manche spielten allein, andere zusammen mit einer Geige oder einer Klarinette. Das Schönste war jedoch, dass die Leute die Aktion wirklich genossen. Immer wieder muss ich an die Situation denken, als ich einmal spät abends am Holbeinplatz vorbeikam und dieser mit zig Leuten bevölkert war, die alle dem Pianisten lauschten. So weit ich das mitbekommen hab, war das weder ein angekündigtes Konzert, noch ein Profi am Werk. Aber als er fertig war, applaudierte sein Publikum begeistert, während er freudestrahlend und mit roten Backen das Podest verließ.

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