PULS Open Air – 09.+10.06.2017 – Schloss Kaltenberg

#1

Chris ist zurück! Und mit im Gepäck hat er seinen Bericht zum PULS Open Air auf Schloss Kaltenberg.

Ich bin ja selbst noch ganz verzaubert vom Modular Festival und wenn ich da so seine Eindrücke vom PULS lese, stellt sich bei mir augenblicklich ganz schlimmer Post-Festival-Blues ein. Vor allem bei Sigrid und Giant Rooks hätte ich nichts dagegen gehabt, sie (noch einmal) live zu sehen.

Was gut war, was schlecht war und was irgendwo dazwischen lag…und was es mit dieser berühmten Ananas auf sich hatte. So hat Chris das PULS Open Air 2017 erlebt:

(Und wer vergleichen möchte: Hier gibt es meinen Bericht vom letzten Jahr)

Allgemein

  • Über die Location hat die liebe Ramona ja letztes Jahr schon einiges Positives schreiben können. Auch ich bin der Meinung, dass die Schlossanlage und das PULS Open Air einfach wie Ritterpo auf Nachttopf passen. Die Bühnen und ergänzenden Essenstände fügen sich so organisch ein, dass man glauben könnte, das wäre der allgemeine Status Quo auf Schloss Kaltenberg. Schön wär’s!

#2

#2.5

  • Ich habe natürlich keine Ahnung, wie es 2016 war, aber die verschiedenen Merch- und Werbestände haben sich dieses Jahr teilweise echt einiges einfallen lassen. Da gab es z. B. ein in einem Zelt aufgebautes Wohnzimmer, das mit Sprüchen wie „Plattenbau statt Reihenhaus“ und den größten Hip-Hop-Hits für einen bekannten Nuss-Schnaps warb, wie ich später herausfand. Ein Stand, bei dem man verschiedene T-Shirts u. ä. kaufen konnte, war musikalisch auch immer top aufgestellt und zog mit Bilderbuch, Falco & Co jederzeit einige Leute an, die sich in einer tanzenden Traube davor versammelten.

#3

  • Die Preise für Verpflegung sind wirklich human und auch als Veggie-Besucher hat man sich ohne Probleme durchfuttern können. Ein dickes Plus für die große Vielfalt! Mjamm.

#4

  • Wettertechnisch waren die Tage im Vergleich zum letzten Jahr genau umgedreht: Während am Freitag der Himmel grau und wolkenverhangen war und es stellenweise immer ein wenig genieselt hat, knallte am Samstag die Sonne herunter und ließ das Festivalfeeling vollends aufleben.

 

 

 

 


Tag 1

  • Schon beim Betreten des Festivals wurde klar: Heute spielen Bilderbuch. Der Spirit war schon an allen Ecken zu entdecken und jeder freute sich auf die österreichischen Virtuosen. „Frinks“ habe ich aber leider keine mehr bekommen :(

#9

  • Erste Band waren für mich und meine Truppe die Jungs von Giant Rooks. Da mich deren Debüt-EP sofort zum Fan gemacht hat, war ich dementsprechend auch umso mehr gehyped, dass sie mein erstes PULS Open Air eröffnen sollten. Und es war mega! Wenn man die Jungspunde (ich bin alt und darf solche Wörter verwenden) beim Soundcheck beobachtet hat, könnte man nie erwarten, was für einen Sound die fünf aus Hamm zustande bringen. Art-Pop wie die Großen! Viele können mit ihrer Single New Estate am meisten anfangen, aber ich finde, sie haben viel stärkere Songs und deshalb war ich sehr happy, als das Piano-Intro von Chapels erklang – einfach nur schön.

#10

#11

#12

  • Um die Wartezeit zu Sigrid zu überbrücken, organisierten wir uns etwas zum Trinken und lauschten während wir in der Schlange warteten HONNE, die die Kugelbühne einweihen durften. Ich lasse mich ja durchaus für Electro(pop) begeistern, aber irgendwie wollte der Funke bei mir nicht überspringen. Prädikat: Ganz nett.

#14

  • Dafür war ich bei Sigrid, auf die ich mich am meisten vom ganzen Festival-Line-Up gefreut habe, Feuer und Flamme. Das ist mal Popmusik, die einfach nur Spaß macht und mitreißt. Die junge Norwegerin hüpfte über die Bühne wie ein Flummi in ihrem roten Trainingsanzug. Und wenn sie in ihren Songs singt Don’t Kill My Vibe oder You’re Playing Games Like A Wannabe, dann lebt sie das auch auf der Bühne. Mit viel Selbstbewusstsein und einer positiven „I don’t give a fuck“-Attitüde tanzte Sigrid sich in die Herzen des Publikums. Fürs Herz gab es dann auch ruhige Balladen, die das Tempo gedrosselt haben und nochmal zeigen konnten, was für ein Gesangstalent die 20-Jährige ist.

#15

#16

  • Als ich da so mit meiner Kamera stand, nahm auf einmal ein Typ neben mir meinen linken Arm und malte mir mit einem schwarzen Filzer das Astra-Logo darauf. Als ich dann ihn und seine lachende Gruppe fragte, ob ich denn jetzt in einer Gang sei, antwortete einer nur: „Nee, aber du darfst jetzt nur noch Astra trinken!“ Auf mein lautes “Verdammt!“ folgte nur noch mehr Gelächter. PULS, deine Besucher sind die Besten!

#17

  • Die nächste Überbrückungsband war Tua, die mit ihrem Mix aus deutschen Texten und Berghain-Electro-Beats wie das fleischgewordene Klischee ihrer Heimatstadt Berlin wirkte. Stimmung haben sie durchaus machen können, meins waren sie halt überhaupt nicht.

#18

  • Dann ging endlich Fil Bo Riva auf die Bühne. Da ich ihn in Augsburg Anfang des Jahres leider verpasst hatte, war ich sehr gespannt, ob er seinen ganzen Lorbeeren und guten Kritiken gerecht wird. Klar, die krasse Stimme macht viel aus und der Italiener hat auch wirklich viele gut geschriebene Songs. Nur irgendwie wurde der Stil auf Dauer etwas langweilig, die unspektakuläre Show und die mehr als holprigen und gezwungenen Ansagen machten es auch nicht besser.

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  • Hinzu kam, dass ab einem gewissen Zeitpunkt eine Ananas Fil Bo Riva die Aufmerksamkeit des Publikums gestohlen hat. Das Stück Obst war den Tag über zum Social-Media Star des Puls Open Airs geworden. Bei Fil Bo Riva wurde sie dann von einem Festivalbesucher hoch über die Köpfe der anderen gehalten und mit einem Schild und Instagram-Namen beworben. Einfach nur verrückt!

#20

  • Die Schilder waren sowieso eines der Highlights in diesem Jahr. Ursprünglich für einen Freestyle-Rap von Roger Reckless gedacht, bei dem er die Wörter oder Texte der Pappkartons einbauen sollte, wurden die Schilder für alles Mögliche benutzt, u. a. zur Dekoration der Chill-Area, in der wir uns von weitem Mura Masa anhörten und auf Bilderbuch warteten. Eine Auswahl gibt es hier:

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#23

  • Bilderbuch bildeten den perfekten Abschluss des Abends (höhö). Obwohl ich sie schon mehrmals live genießen konnte, kann man von der durchgeknallten Truppe nicht genug bekommen. Vor allem mit den Hits der neuen Platte Magic Life wie Bungalow oder Baba wurde das Konzert der Knaller (was nicht nur den Blitzen des im Hintergrund vorbeiziehenden Gewitters geschuldet war). Auch wenn es am Anfang Probleme mit der Technik gab und man bis zum Refrain von I ❤ Stress keinen Gesang hören konnte, lieferten die Österreicher vor ihrer riesigen Wand aus weißen Sneakern ab und brachten die Menge zum Tanzen.

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#26


Tag 2

  • Da es als Augsburger ohne fahrbaren Untersatz etwas umständlich ist, zum Gelände zu gelangen, war ich umso froher, dass ich am zweiten Tag bei Freunden im Auto mitfahren konnte. Dadurch habe ich aber auch dePresno und Malky verpasst. Da ich aber ersteren dieses Jahr schon in München gesehen habe, war das alles gar nicht so schlimm. An dieser Stelle nochmal die Empfehlung, den charmanten Bjarte De Presno Borthen + Band unbedingt mal live zu sehen. Der wird noch groß!

#27

  • Zum Glück kamen wir noch rechtzeitig zu Dan Croll, von dem ich bisher nur ein paar Lieder kannte (Shame on me!). Meine Neugier hatte er aber definitiv geweckt. Uns erwartete durchdachter und sehr tanzbarer Alternative/Indie, der vom sympathischen Frontmann getragen wurde. Der zeigte nicht nur auf der Bühne, was für eine coole Socke er ist, sondern auch Backstage, wie eine unglaublich süße Aktion zeigt, die PULS auf ihrer Facebook-Seite gepostet hat.

#28

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  • Um bei der Hitze nicht vollends aus den Latschen zu kippen, füllten wir unsere leeren Plastikbecher an den überall aufgestellten Wasserstellen auf und schauten kurz bei Milliarden vorbei. Deren Indie-Punk-Irgendwas-Rock kann mich persönlich zwar nicht überzeugen, aber so wie es aussah, gab es genug Fans auf Schloss Kaltenberg. Die waren dann auch voll dabei und haben sich dann auch dazu hinreißen lassen, sich kollektiv in den Sand vor der Bühne zu setzen, um dann wieder wild aufzuspringen.

#29

  • Zu James Hersey lässt sich eigentlich gar nicht so viel sagen. Perfekte Open-Air-Band mit klasse Sound, die wie gemacht fürs PULS waren. Sympathische Ansagen und Interaktionen mit dem Publikum. Und Juliet ist einfach ein überragender Song ❤

#30

  • Überraschung des Festivals waren für mich definitiv Golf. Normalerweise haben es deutschsprachige Bands generell schwer bei mir zu punkten (siehe Milliarden), aber die Jungs aus Kölle haben es geschafft. Man merkt ihnen sofort an, wie sie für ihre Musik leben und dementsprechend waren sie mit vollem Einsatz dabei. So sehr, dass der Keyboarder gleich mal die Bühnenhalterung und die Boxen erklommen und von dort oben weitergesungen hat. Für alle Fans von Roosevelt und Keshavara (die neue „Kölner Schule“, wie ein Kumpel treffend bemerkte) definitiv eine Hör-Empfehlung.

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#32

  • Als großer Folk-Fan habe ich mich dann auch zu den Mighty Oaks auf die Tribünen gesetzt. Die Berliner haben leider das Problem, dass sie nicht wirklich viel Abwechslung in ihren Songs haben und für meinen Geschmack viel zu poppig geworden sind. Aber hey, immerhin überhaupt eine Folkband auf dem Festival, die ich anhören konnte.

#33

  • Weil mir ziemlich viele Leute empfohlen haben, war mein nächster Halt die Shout Out Louds. Da ich recht spät den Indie für mich entdeckt habe, war diese Band eine der vielen, bei denen ich noch eine gehörige Wissenslücke besaß. Meine Begleiter waren zunächst ziemlich happy, als die Helden von früher ihre Klassiker und neues Material auspackten. Ungefähr zur Hälfte des Sets war meine Gruppe dann aber etwas gelangweilt und enttäuscht, weil sie sich mehr erhofft hatten und so zogen wir weiter, um uns für Moderat zu positionieren. Ob die vielen Luftballons, die herumflogen und die man immer wieder von sich wegwerfen musste, dazu beigetragen haben? Jedenfalls war es wie mit dem Crowdsurfen: Am Anfang ist es noch lustig, auf Dauer geht es ordentlich auf den Sack.

#34

#35

  • Ziemlich ermüdet von zwei Tagen Festival (auch hier wieder: man wird alt) setzten wir uns gemütlich hin, um uns Moderat zu geben. Das tat zwar den müden Knochen gut, sorgte aber auch dafür, dass wir uns einfach nicht so für die Musik begeistern konnten, wie man es würde, wenn man vorne in der Masse steht und der Bass so richtig schön durch den ganzen Körper wummert. Trotzdem war es wie immer eine beeindruckende Show mit unglaublich gut produzierten Visuals und Lichteffekten – ein Genuss für Ohren UND Augen. Seinen Headliner-Slot hat sich das Trio jedenfalls verdient.

#36

  • Zum Abschluss dieses wirklich grandiosen Wochenendes und meines gelungenen PULS-Open-Air-Debüts gab es noch die rundum perfekte Performance von SOHN. Electronica, Post-Dubstep, R&B – wie auch immer man es nennen mag, was der Brite und Wahl-Österreicher zusammenzimmert, es ist einfach der Hammer! Wie Mastermind Christopher Taylor nur an seinem Keyboard saß und die Lichtshow ihn perfekt in Szene setzte, während sich seine Band im Hintergrund bescheiden zurückhielt – wow!

#37

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Konzert: Leoniden – 08.04.2017 – Soho Stage

Zwei Tage nachdem ich im Rahmen der Downtown Acoustic Night selbst auf der Bühne der Soho Stage Musik machen durfte, war ich schon wieder in der Location unterwegs. Diesmal aber wie gewohnt vor der Bühne. Dafür aber nicht mehr ganz so fit und schon leicht krank. Nachdem ich aber zu den Konzerten von Leoniden schon so einige begeisterte Kritiken gelesen hatte, wollte ich mir ihren Auftritt in Augsburg nicht entgehen lassen.

Der Abend startete mit Supportact I Salute. Da die Bühne randvoll gestellt war mit Instrumenten performte der Sänger mit seinen Synthies unten inmitten des Publikums, während sein Bandkollege am Schlagzeug noch auf der Bühne Platz fand. Die Musik war laut und scheppernd, die Texte drückend. Nicht wenige Songs endeten mit einem Schrei. Der Sänger steuerte hin und wieder die Synthies an, die meisten Zeit bewegte er sich jedoch in gebückter Haltung auf die Leute zu. So ein bisschen auf Gollumart. Genauso begeistert wirkte dann auch das Publikum. Und auch ich konnte mich nicht so ganz entscheiden, ob ich es gruselig finden soll oder toll, weil so eigen. Hm.

I Salute - Konzert - Musik - Augsburg - Princess Pietsch

Mit den Leoniden waren wir da allesamt deutlich besser bedient. Ich hätte ja nie gedacht, dass die live so abgehen! Aber von der ersten bis zur letzten Sekunde war das eine Stimmung…Wahnsinn! Dazu beigetragen hat mit Sicherheit auch die Tatsache, dass der Sänger mehr oder weniger gezwungen war, ab und zu unten bei seinen Fans zu performen. Die Leoniden sprengten nämlich zu fünft deutlich die kleine Bühne der Soho Stage, so dass Keyboarder und Sänger trotz Anbau beim Wechsel ihrer Instrumente gezwungen waren kurz die Bühne zu verlassen. Einmal wurden dann auch gleich die Percussioninstrumente nach unten verfrachtet und einfach dort weitergespielt. Apropos Percussion: Hört man die Singles der Band, würde man nie auf die Idee kommen, die hätten so was drauf. Aber Mann – war das gut! Aus 1990 machten sie sogar eine Extended Edition und lieferten sich am Ende ein wahres Percussion-Battle. Sowieso gönnten sich die Leoniden zu keiner Zeit eine Pause, sondern spielten ein Konzert voller Power. Schon nach wenigen Minuten standen jedem Bandmitglied die Schweißperlen auf der Stirn. Am meisten beeindruckt hat mich ja durchaus der Gitarrist, der immer wieder wie wild durch die Gegend wirbelte und dabei gern sein Instrument überm Kopf schwang. Ich rechnete ja schon fast damit, dass er es jede Sekunde auf dem Bühnenboden entzweischmettern würde.

Nach über drei Wochen des Tourens war Augsburg die vorletzte Station der Leoniden, doch sie beteuerten, dass sie immer so weitermachen könnten. Oh ja, das hätten wir auch gekonnt. Das war definitiv eines der wenigen Konzerte, bei denen ich mir wünschte, die Band würde noch länger spielen. Und man bedenke, ich war krank. Ich hätte also jeden Grund gehabt, heim zu wollen. Aber es war einfach sooo gut! Doch irgendwann muss natürlich Schluss sein. Als Sänger Jakob verkündete bei ihnen würde es sowas wie eine Zugabe nicht geben, denn sie würden einfach alle Songs spielen, tat ich das noch als Schwindel ab. Ich meine, wie viele Bands haben das schon behauptet?! Doch dann stürmte er nach dem letzten Song tatsächlich von der Bühne, mitten durch die Zuschauer Richtung Ausgang. Die anderen Bandmitglieder ihm hinterher. Sein Mikro lies er dabei fast direkt vor meinen Füßen fallen, das dann dort lag und von allen angestarrt wurde wie eine tickende Bombe, vor der es kein Entrinnen mehr gab. Soll es das wirklich schon gewesen sein?

Leoniden - Konzert - Musik - Augsburg - Princess Pietsch

Leoniden - Konzert - Musik - Augsburg - Princess Pietsch

Leoniden - Konzert - Musik - Augsburg - Princess Pietsch

Leoniden - Konzert - Musik - Augsburg - Princess Pietsch

Leoniden - Konzert - Musik - Augsburg - Princess Pietsch

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Femme Jam mit Maybellene

Es ist eigentlich verrückt, wie viele, talentierte Musikerinnen es in Augsburg gibt, und wie wenige man davon auf Bühnen sieht. Das dachte sich auch unsere Popkulturbeauftragte Barbara Friedrichs und rief darum den Femme Jam – einen monatlich stattfindenden Jam-Abend speziell für Frauen – ins Leben. Seit gut zwei Jahren gibt es dieses Format nun schon, wobei der Jam im ersten Jahr noch nicht öffentlich statt fand, um den Ladys erstmal eine grundlegende Selbstsicherheit zu geben. Bei den ersten Treffen war ich damals auch dabei, doch seit den Anfängen hat sich einiges getan. Mittlerweile ist der Femme Jam vom City Club in die Kresslesmühle umgezogen und bevor gejammt wird, spielt nun immer eine Künstlerin ein kleines Konzert. Auch – so hab ich das Gefühl – hat sich die Aktion mittlerweile rumgesprochen und wird gerne angenommen. Beim Jam im März war ich nämlich dabei und hab mir das Ganze mal angeschaut.

Ausschlaggebend warum ich mir genau diesen Abend ausgesucht habe, war vor allem Maybellene, die den Jam mit einem Konzert eröffnet hat. Ich mochte ihre frühere Band Katze mit Bart und wollte sie deswegen gern mal solo sehen, denn ihre Stimme ist ziemlich ungewöhnlich. Von den Auftritten mit ihrer Band hatte ich sie als eher schüchtern in Erinnerung, aber diesmal schien sie wie ausgewechselt. Selbstsicher plapperte das Mädchen mit den feuerroten Haaren, die übrigens eine Ausbildung zur Pyrotechnikerin macht, vor sich hin und betonte immer wieder, dass sie eigentlich gar keine Ahnung von Musik hätte, ihr das musikalische Gehör fehle und sie ihre zahlreichen Instrumente (Mandoline, Klavier, Ukulele, Gitarre, Autoharp) allesamt gar nicht gut beherrsche. Aha. Dafür klang das aber ganz ausgezeichnet! Ihre Ansprachen fand ich vor dem Hintergrund des Jamabends dennoch überaus passend. Es muss nicht immer alles perfekt und auf dem höchsten Level sein. Auch einfach kann so gut sein.

Femme Jam - Augsburg - Musik - Princess Pietsch - Maybellene

Nach dem Konzert passierte dann erstmal genau das, womit ich eigentlich schon fast gerechnet hatte: viele gingen. Doch was ich absolut nicht erwartet hätte: es kamen auch einige! Manche sogar mit eigenen Instrumenten. Und auch Männer! In der Ecke neben der Bühne sprang schon ganz aufgeregt ein Mädel mit zwei Drumsticks in den Händen auf und ab und schwang sich sofort ans Schlagzeug, als die Bühne zum Jamen freigegeben wurde.  Zusammen mit zwei Jungs an E-Gitarre und E-Bass spielte sie ein paar rockige Sachen. Ich plauderte derweil mit Barbara – aufgrund des beherzten Spielens auf der Bühne unter etwas erschwerten Umständen. Sie erzählte mir, dass der Femme Jam durchgehend gut besucht sei, viele kommen regelmäßig. Und mit den Männern ist das eigentlich kein Problem. Blöde Vorfälle („Ausziehen“) gab es bisher nur zweimal, die hätten sich aber recht schnell in Luft aufgelöst.

Femme Jam - Augsburg - Musik - Princess Pietsch

In der Zwischenzeit hatte sich noch eine zweite Musikerin auf die Bühne getraut und die Klänge wurden eher jazzig. Barbara verriet mir, dass sie immer noch selbst jedes Mal die Instrumente, die das downtown music institute zur Verfügung stellt, von dort abholt und zur Kresslesmühle bringt. „Da kann ich auch echt verstehen, warum so wenig Mädels Bass spielen. Die Amps sind einfach so verdammt schwer. Die ersten, die wir hatten, konnten wir nur zu zweit tragen!“, erzählte sie. In dem Moment ist ein Mann am Klavier in den Jam miteingestiegen. Ich fand es großartig, wie alle zusammen ganz zwanglos Musik machten, dazukamen oder pausierten wie es ihnen gefiel.

Generell scheint das mit dem Femme Jam ziemlich easy zu laufen. Die Musikerinnen fürs Konzert frägt Barbara an, oft kommen aber auch Mädels auf sie zu, die z. B. vorher selbst Teil der Jamsessions waren. Der regelmäßige Abend trägt also definitiv Früchte: Augsburgs Musikerinnen gehen auf die Bühne! Und nicht nur das. Mittlerweile konnten dadurch sogar schon Kontakte geknüpft werden. Maybellene z. B. hat durch das Treffen in der Kresslesmühle jemanden gefunden, bei dem sie nun ihr Album aufnimmt.

Ganz ehrlich…mir ging bei diesem Abend das Herz auf. Der Femme Jam hat so klein angefangen und ist jetzt ein fester Anlaufpunkt sowohl für Frauen als auch für Männer. Vielleicht steckt in mir doch ein bisschen mehr Feministin, als ich bisher dachte.

Femme Jam - Augsburg - Musik - Princess Pietsch

Femme Jam - Augsburg - Musik - Princess Pietsch

Der nächste Femme Jam findet am 11. April zusammen mit Hannah And The Neighbours statt. Der Eintritt ist wie immer frei.


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Konzert: John Garner – 18.02.2017 – Kresslesmühle

Als ich am Samstagabend in die Kresslesmühle kam, war diese schon gesteckt voll. Das Releasekonzert von John Garner war nach erfolgreichem Crowdfunding-Projekt seit Wochen ausverkauft. Die Bühne wirkte mit Sessel, Leselampe und Orientteppich so behaglich wie das heimische Wohnzimmer. Das versprach ein gemütlicher Abend zu werden.

Im Raum wurde es dunkel und Poetry Slamer Christian Weiblen betrat die Bühne. Er erklärte uns, dass er der Band heute etwas unter die Arme greifen würde, was die Ansagen betrifft. Das wäre bei John Garner nämlich immer die reinste Katastrophe. Zu dem Zeitpunkt dachte ich mir noch, dass das doch gar nicht so schlimm sein kann. Aber  ich wurde schon bald eines besseren belehrt…

Die Band kam auf die Bühne und der erste Ton, den sie von sich gaben war gleich mal der Auftakt zum schönsten dreistimmigen Gesang, den ich je gehört habe. Die Dreistimmigkeit zog sich durch den ganzen Abend und man merkte richtig, wie viel Aufwand darin steckte und dass das alles andere als 0815-Akkorde waren. Ich war also erst mal ganz schön baff. Währenddessen spielte die Band einen wunderschönen Song um den anderen und hielten sich vorerst mit dem Reden zurück. Nach dem ersten Block kam wieder Christian Weiblen auf die Bühne und trug ein paar seiner Texte vor, die das Thema des Abends (Writing Letters) immer wieder gut aufgriffen. John Garner nahmen sich indessen wohl ein Beispiel an ihm und versuchten sich bald selbst mit den Ansagen. Ab da wurde klar, warum Christian an diesem Abend da war. Doch trotz aller Fettnäpfchen und Verplantheit, die die drei an den Tag legten, wirkten sie so ehrlich und sympathisch wie ich das bisher bei kaum einer Band zuvor erlebt habe. Bei jedem vergessenen Text oder Lachanfall nahmen sie sich gegenseitig auf den Arm, so dass man bald nicht mehr wusste, ob das ein Konzert- oder Comedyabend ist. Ich hab Tränen gelacht! Eigentlich kaum zu glauben, aber den Spagat zu den eher ernsten Songs haben sie erstaunlich gut hinbekommen.

Nach einigen Songs ist mir jedoch aufgefallen, dass die Band gar nicht sooo kreativ ist, wie ich zunächst gedacht habe. Fast jedes Lied enthält einen ausgeprägten Ooooohh-Teil, der einmal durch alle Lagen grätscht. Und wenn es kein „Oooh“ war, dann ein „Aaah“. Eine schöne Abwechslung waren die Coversongs, u. a. von Mumfords & Sons aber auch von weitaus weniger bekannten Bands, die sie perfekt in ihr eigenes Bandkonzept verpackten.

Als es zur Zugabe kam, stand ich dann plötzlich selbst auf der Bühne. Das hätte ich mir ja auch nie träumen lassen. Für I Want You To Stay holten sich John Garner nochmal den Studio-Chor zur Unterstützung und mir hätte es keine größere Ehre sein können, dafür auf die Bühne zu hüpfen. Doch damit war das Konzert noch nicht zu Ende. Der letzte Song war ein äußerst ungewöhnlicher: Nachdem Lisa von ihren Freunden und Bandkollegen ein um ein paar Minuten verfrühtes Geburtstagsgeschenk bekommen hatte (ein eigenes Akkordeon!), sang das komplette Publikum Happy Birthday für sie. Oooohhh :)

Auch wenn das dieser Text vielleicht gar nicht so deutlich macht, aber ich müsste wirklich lügen, würde ich sagen, das sei nicht einer der besten Abende meines Lebens gewesen!

John Garner - Konzert - Augsburg - Kresslesmühle - Princess Pietsch - Musik

John Garner - Konzert - Augsburg - Kresslesmühle - Princess Pietsch - Musik

John Garner - Konzert - Augsburg - Kresslesmühle - Princess Pietsch - Musik

John Garner - Konzert - Augsburg - Kresslesmühle - Princess Pietsch - Musik

John Garner - Konzert - Augsburg - Kresslesmühle - Princess Pietsch - Musik

John Garner - Konzert - Augsburg - Kresslesmühle - Princess Pietsch - Musik

John Garner - Konzert - Augsburg - Kresslesmühle - Princess Pietsch - Musik

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Konzert: Pool – 10.02.2017 – Soho Stage

Mit guten Konzerten ist es oft so wie mit guten Partys: Wenn man keine großen Erwartungen hat, wird es meist fantastisch! Genauso war das diesmal mit Pool und mir.

Schon von der Vorband Coals war ich so begeistert, wie ich es nie für möglich gehalten hätte als ich die zwei schüchternen Gestalten im ersten Moment auf der Bühne erblickt habe. Sie sang und wiegte sich dabei unablässig von links nach rechts – stets mit geschlossenen Augen. Er spielte Keyboard, E-Gitarre, Drums und den ganzen Rest und wirkte dabei nicht weniger in sich gekehrt. Die Ansagen waren in holprigem Englisch und anscheinend war die Sängerin sogar krank. Dafür noch mehr Hochachtung wie fesselnd ihre Musik war! Die Songtexte bestanden aus sehr vielen Wiederholungen, aber gerade das machte es noch eindringlicher, so dass man sich richtig schön in den Sound einmummeln konnte. Man könnte es ganz gut mit Daughter vergleichen – schön düster! In ihrem Heimatland Polen müssen Coals wohl sogar gar nicht mal so unbekannt sein.

Coals - Soho Stage - Augsburg - Princess Pietsch - Konzert

Mit Pool hingegen ging es dann in eine ganz andere Richtung weiter. Happy Indie, der zum Tanzen aufforderte. Was mir als erstes auffiel, war das Licht. Hinter der Band waren mehrere bewegliche Schweinwerfer aufgestellt, die das Konzert perfekt in Szene setzten. Hab ich mich letztes Mal beim Auftritt von Oliver Gottwald noch darüber beschwert, dass es mir zu dunkel war, hätte ich diesmal gerne eine Sonnenbrille gehabt. Nein, Spaß beiseite – es war wirklich perfekt! Pool selbst wirkten an diesem Abend allerdings etwas müde. Zumindest waren sie mir vom Singoldsand Festival 2015 her noch um einiges aufgedrehter in Erinnerung. Vor allem Daniel am Schlagzeug war damals viel wilder drauf. Diesmal fehlte dem ganzen ein bisschen die Leidenschaft. Doch das tat der Stimmung keinen Abbruch. Der Sound ging vom Ohr direkt in die Beine. Ich tanzte und alle um mich rum tanzten noch ausgelassener. Alle schienen richtig happy. Und ist das nicht die Hauptsache? Dass uns Musik aufputscht wie eine Droge?

Ganz überrascht war ich von Holding On To Summer, das in einer anschließenden Wiederholung etwas funkig-souliger daher kam. Nach State Of Mind als letzten Song verschwand die Band von der Bühne und kam so schnell wieder zurück, dass das Publikum kaum Zeit hatte, so richtig in ekstatische Zugaberufe zu verfallen. Auch Nils meinte dazu, dass das jetzt doch ein bisschen schnell ging, es aber einfach zu viel Spaß machen würde für uns zu spielen. Ach, ich weiß nicht…irgendwie wirkte das an dem Abend alles so gewollt, auch wenn ich wirklich jede Menge Spaß hatte und mir erst bei der Zugabe auffiel, wie schnell doch die Zeit vergangen war. Das Finale bestand dann sogar aus vier Songs, unter anderem mit Forever Like That und meinem Lieblingspoolsong Pink Pussy. Dennoch: Der Eindruck, dass dieses Konzert unter einer Maske stattfand, blieb.

Pool - Soho Stage - Augsburg - Princess Pietsch - Konzert

Pool - Soho Stage - Augsburg - Princess Pietsch - Konzert

Pool - Soho Stage - Augsburg - Princess Pietsch - Konzert

Pool - Soho Stage - Augsburg - Princess Pietsch - Konzert

Pool - Soho Stage - Augsburg - Princess Pietsch - Konzert

Pool - Soho Stage - Augsburg - Princess Pietsch - Konzert

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Konzert: OSCA – 03.02.2017 – Zisternenkeller

Am Freitagabend machte ich mich auf den Weg zu einem Konzert und zwar zu einem, das alles andere als gewöhnlich werden sollte. So viel wusste ich schon vorab. Ansonsten hatte ich aber kaum eine Ahnung, was mich erwartet. Genaugenommen wusste ich noch nicht mal, wo das Konzert stattfinden würde. Treffpunkt war an der Haltestelle Mozarthaus. Dort standen auch schon einige Leute, die ganz bestimmt nicht auf die Straßenbahn warteten. OSCA haben nämlich schon im Vorfeld ihren Grundsatz „overdressing is virtue, overthetopdressing is genius“ gestreut. Dort warteten nun also glitzernde Schuhe, bunte Hosen und zwei Gestalten mit goldenen Umhängen, verzierten Masken und Trommeln sowie zwei Mädchen mit Fackeln. Angeführt von diesen Figuren, die uns trommelnd den Weg wiesen, zogen wir irgendwann los. Mein erster Gedanke war ja, dass wir im Murphy’s Law landen würden, aber wir gingen noch ein paar Häuser weiter, wo wir in einem Hauseingang durch einen roten Vorhang schlüpften und dann eine schier nicht enden wollende Wendeltreppe nach unten stiegen. Rechts ging es zu einer Bar, links noch ein paar weitere Treppen nach unten zu einem Kellergewölbe in dem schon die Instrumente bereit standen.

Leider mussten wir dann noch über eine Stunde warten, da es anscheinend Nachzügler gab. Ich hätte es besser gefunden, wäre man nach unten gekommen und das Konzert wäre sofort losgegangen. Das hätte noch mehr meiner Vorstellung von einem geheimen Konzert und vor allem dieser Band entsprochen. Aber auch so gab’s schon mal einiges zu sehen. Da war z. B. diese riesige Frau mit der schwarz-goldenen Gesichtsbemalung, den langen schwarzen Haaren, den dunklen Augen und dem hautengen Kostüm. Und ohne jegliche Mimik. Das wirkte ziemlich unheimlich. Auch die Band hatte sich schon in ihre Kostüme geworfen. Die Männer trugen Uniformjacken mit großen Epauletten (das sind diese Schulterstücke), dazu goldener Turban, roter Lippenstift, Glitzer im Gesicht und Sonnenbrille. Sängerin Yuka wirkte aber nicht weniger aufregend: ein schwarzer Catsuit, der sowohl vorne als auch hinten tief blicken lies, große, schwere Ketten, mächtige Feder-Epauletten und weiße Kontaktlinsen.

Als es dann endlich losging, war es zunächst gar nicht mal so spektakulär. Große Gesten, große Erwartungen. Aber egal, man war eh noch genug mit dem Bestaunen der Kostüme und der Bühnendeko beschäftigt. Die Musik war deutlich jazziger als ich es erwartet hätte. Manchmal war es mehr Pop, manchmal ein bisschen sphärisch. Nach ein paar Songs griff Yuka zur Gitarre und kletterte auf einen Hocker. Es folgte ein sehr singer-songwritermäßiges Lied, das komplett aus dem Raster dieser Band zu fallen schien. Dann gab es aber auch wiederum Songs, die so pur und cool daher kamen wie ein Bond-Soundtrack. Und zwischen all diesen jazzigen Nummern spielten sie Songs und taten Dinge…die einfach unbeschreiblich waren. Mit grinsenden Plastikmündern zwischen den Zähnen gaben sie quietschende, gackernde Laute von sich. Schlagzeuger Dominik Scherer und Sängerin Yuka vollführten mit Schellenkränzen in den Händen einen fast absurd albernen Tanz. Und dann nahm er sie so blitzschnell auf die Schultern und wirbelte mit ihr über das kleine bisschen Bühne, dass ich schon das Schlimmste befürchtete. Es flog Konfetti und die Zuschauer tanzten im Stroboskoplicht. Dazwischen auch mal eine normale Trompete oder Geige und Ansagen mal auf Deutsch, mal auf Englisch. Als Zugabe spielten OSCA ein japanisches Cover, das in puncto Albern- und Ausgelassenheit nur noch das Tüpfelchen auf dem i war.

Diese Band kann sich nicht entscheiden, welche Art von Musik sie machen möchte. Aber muss sie das überhaupt? Nein. Denn nur durch die „Tiefen“ kommen überhaupt diese übertriebenen Spitzen zur Geltung. Am Eingang hatten wir nicht nur für das Konzert, sondern auch für den „Verlust unserer Würde“ gezahlt. Spätestens am Ende mit all dem Konfetti und Glitzer in unseren Haaren machte das Sinn. „Ich hoffe, ihr konntet euren Alltag vergessen“, meinte Yuka zum Schluss. Wenn nicht hier, wo dann?!

OSCA - Konzert - Augsburg - live - Princess Pietsch

OSCA - Konzert - Augsburg - live - Princess Pietsch

OSCA - Konzert - Augsburg - live - Princess Pietsch

OSCA - Konzert - Augsburg - live - Princess Pietsch

OSCA - Konzert - Augsburg - live - Princess Pietsch

OSCA - Konzert - Augsburg - live - Princess Pietsch

OSCA - Konzert - Augsburg - live - Princess Pietsch

OSCA - Konzert - Augsburg - live - Princess Pietsch

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Konzert: Fil Bo Riva – 19.01.2017 – Soho Stage

Am Donnerstagabend sprang ich kurz vor Konzertbeginn aus dem Haus. Es hat schon Vorteile so nah an einer Location zu wohnen. Mein Plan war, schnell durch die eisige Kälte laufen und geschwind rein in die Soho Stage. Zwei Minuten später würde das Konzert anfangen, keine Vorband (da nirgends angekündigt) und um 10 würde ich wieder Zuhause sein. Doch als ich ankam, konnte ich meinen Augen kaum trauen: Da war eine lange Schlange, die sich leider kaum vorwärts bewegte. Das Konzert war ausverkauft und die vielen anstehenden Leute bestätigten nur nocheinmal mehr, wie heiß die Augsburger auf das Konzert von Fil Bo Riva waren. Nicht zuletzt hatten mich im Laufe des Tages tatsächlich mehrere Leute gefragt, ob ich nicht wüsste, wo man noch ein Ticket herbekommen könnte.

Irgendwann war ich dann endlich drin und erstaunt, dass man doch noch recht gut durchkommen konnte. Zunächst noch allein, sicherte ich mir einen Platz beim FOH (immerhin ist dort der Sound immer am besten). Doch kurz darauf erblickte ich ein bekanntes Gesicht in der Menschenmenge und schickte ein kleines „Danke“ Richtung Himmel, dafür dass Augsburg halt doch nur ein Dorf ist.

Als das Konzert begann und mir klar wurde, dass es doch einen Supportact gibt, wechselte ich augenblicklich wieder in den Grumpy-Cat-Modus. Aber nur kurzzeitig. Denn was Matt Maltese solo am Piano zauberte, fand ich überraschend ziemlich einnehmend und schön. Klar, es war Singer-Songwriter-Musik. Aber die so richtig dick ausgefüllt. Am besten könnte man es mit dem Soundtrack für eine romantische Komödie assoziieren. Ich mag romantische Komödien. Sehr sogar. Und auch das Publikum schien ganz ergriffen und war zwischendurch sogar mucksmäuschenstill. Unfassbar. Der Engländer mit den raspelkurzen Haaren kam auch noch total sympathisch rüber und machte Witze über sich selbst und andere. Zu Fil Bo Rivas Gitarristen, der ihn beim letzten Song unterstützte, meinte er nur „Don’t fuck it up“. Denn sie hätten nur 10 Minuten zusammen geübt. Doch alles passte ganz wunderbar und so war der Ansturm am Merch im Anschluss nicht unbegründet.

Matt Maltese - Augsburg - Soho Stage - Princess Pietsch - Konzert

Fil Bo Riva liesen dann noch ganz schön auf sich warten. Mittlerweile war es 10 Uhr – und mein Plan im Eimer. Zuerst kam nur ein Bandmitglied auf die Bühne, schaltete anscheinend das Intro an und verschwand wieder. Das Intro selbst war dann auch irgendwie merkwürdig. Ein Gespräch? Werbung? Ich bin nicht so recht schlau draus geworden. Es folgten diffuse Musikklänge, die ich so gar nicht in Einklang mit Fil Bo Riva bringen konnte. Doch als er und sein Gitarrist anfingen, war das alles schnell vergessen. Ich war baff, welch fetten Sound sie zu zweit erzeugen konnten. Wie kann man nur so viel Power mit so wenigen Mitteln ins Publikum feuern? Gigantisch. Trotzdem war ich zuerst noch verwundert, warum ein komplettes Schlagzeug im Eck steht, wenn Fil Bo Riva doch eh selbst die Kick spielt. Nach nur zwei Songs und pünktlich zu Killer Queen kletterte aber dann doch der Schlagzeuger auf die Bühne und die Musik wurder noch bombastischer.

Ich war total drin und musste zu jedem Song mitwippen. Still stehen war unmöglich. Ganz schön überrascht war ich über das Cover von Where Is My Mind von den Pixies, weil es am Anfang so gar nicht danach klang. Erst am unverwechselbaren Gitarrenriff erkannte ich es. Das nenne ich mal eine gelungene Coverversion und wie man aus einem fremden seinen eigenen Song macht. Beim folgenden Song kündigte Fil Bo Riva schon an, dass den eigentlich nie jemand erkennt, weil sie ihn immer ganz anders spielen als sie ihn aufgenommen haben. Es handelte sich um Franzis, wobei ich das auch nur am Text erkannte. Ansonsten klang der Song komplett anders, was aber wirklich schade ist. Ich denke nämlich, dass die Leute bestimmt noch mehr abgegangen wären, wenn man den Song Takt für Takt gekannt hätte.

Die Band belustigte das Publikum immer wieder mit wirren Aussagen über teils äußerst Offensichtliches, z. B. „Wir spielen heute Musik.“ So ging das fast den ganzen Abend und man fragte sich schon, was da los war. Aber es war wirklich witzig.

Als Zugabe folgten noch ein äußerst ruhiger Song. Und zum großen Finale Like Eye Did. Danach war das Publikum noch immer ganz ungewillt, die Band ziehen zu lassen. „Wir haben alle unsere Songs gespielt und zwei Cover. Was wollt ihr noch?“, meinte der Sänger ganz direkt. Auf ein „Nochmal von vorn“ ließen sie sich dann doch nicht ein, obwohl das diesmal sogar ich ganz cool gefunden hätte. Dennoch war es ein wunderschönes Konzert, bei dem die Zeit wie im Flug verging und das mir richtig gute Laune verpasste.

Fil Bo Riva - Augsburg - Soho Stage - Princess Pietsch - Konzert

Fil Bo Riva - Augsburg - Soho Stage - Princess Pietsch - Konzert

Fil Bo Riva - Augsburg - Soho Stage - Princess Pietsch - Konzert

Konzert: Oliver Gottwald – 27.12.2016 – Soho Stage

Dienstagabend nach Weihnachten. Ich hatte Urlaub und war wenig motiviert auf ein Konzert zu gehen. Aber heißt es nicht immer, dass es dann am besten wird, wenn man gar keine Lust hat? Okay, challenge accepted!

Wir waren viel zu früh bei der Soho Stage. Entweder hatte ich da was falsch gelesen oder nachträglich wurden nochmal die Zeiten geändert. Ich vermute eher ersteres. Aber ich war dann mittlerweile doch recht neugierig auf Oliver Gottwald. Außerdem hatte ich eine tolle Begleitung dabei und so verging die Zeit schnell.

Oliver Gottwald samt Band begann mit seiner neuen Single Mustangmann, die anfangs in etwas Introähnliches abgewandelt war. Hm, gleich mit dem neuen, megaguten Song starten und das Pulver verschießen? Das fand ich seltsam. Und für mich, die zum ersten Mal bewusst ein Konzert von Oliver Gottwald verfolgt, war das Highlight somit schon rum. Die erste halbe Stunde lang war es dann auch wirklich schwer, irgendwas zu entdecken, dass einem begeistern könnte. Das Licht war – wie man es in der Soho Stage ja eigentlich schon fast gewohnt ist – mal wieder unterirdisch. Ich mein…es kann doch nicht so schwer sein, den Spot mal auf den Frontmann, den Protagonisten, den wichtigsten Menschen der Band zu richten. Stattdessen stand Oliver immer im Dunkeln und der Schlagzeuger verschwand komplett in einem schwarzen Loch. Einzig und allein Keyboarder Samuel bekam ab und zu ein bisschen Licht ab. Dass dieser ein recht begnadeter Mann an den Tasten sein soll, hab ich schon öfter gehört. Das unterstrich auch nochmal der Aufkleber „Bester Keyboarder der Welt“ an seinem Instrument. Was er spielte klang wirklich toll und machte mit den teilweise überkreuzten Händen über verschiedene Instrumente hinweg auch was her. Aber sein Gesang…Es war wirklich nicht leicht die schiefen Töne zu überhören. Zum Schluss hin hatte sich seine Nervosität aber anscheinend irgendwann gelegt und das Talent kam wieder durch. Aber davor. Kein gerader Ton…

Ansonsten fiel mir auf, dass mal wieder alles nach der gleichen Leier klang. Dazu unterstrich Oliver mit seiner linken Hand jeden Vers im Takt, was die Eintönigkeit noch deutlicher machte. Nur wenige Songs stachen als andersartig und weniger abgehackt raus (ja, seine Musik klingt für mich immer ein bisschen abgehackt), so z. B. Stadt, Land, Fluss.

Aber es war ja nicht alles schlecht. Im Verlauf des Konzerts wurden die Ansagen immer besser. Und die Idee, das Publikum mit verschiedenen Stempeln in zwei Gruppen zu teilen, fand ich auch überaus witzig. Mir fiel es ja erst auf, dass auf meinem Handgelenk ein „Ausgebüxt“ stand, während das meiner Begleitung ein „Wirbelsturm und Drang“ zierte, als Oliver es bei Franzi +2 erwähnte. Die Aktion mit den Schildern, die Samuel bei dem Männer-Cover…Bochum…irgendwas (ich hab’s leider nicht verstanden) hochhielt und dann wild hinter sich schleuderte, hat einige Leute zum Grinsen gebracht.

Und dann bringen einen seine Songs halt auch irgendwie zum Tanzen. Das muss man ihm schon lassen. Vor allem bei Monika Tanzband, der Zugabe, gab’s kein Halten mehr. Alle sangen unaufgefordert und begeistert den Chor. Und ganz zum Schluss spielten sie auch nochmal Mustangmann. Da war ich glücklich.

Doch dem fachkundigen Fan wird aufgefallen sein, dass die Setlist auch einige Songs von Oliver Gottwalds früherer Band Anajo enthielt. Nicht nur einen oder zwei – eher eine ganze Hand voll. Kann vielleicht nur so ein Oliver-Gottwald-Konzert funktionieren? Kommen die Leute nur, weil sie wissen, dass sie auch Songs einer früheren, mittlerweile gar nicht mehr existenten Band hören werden?

Oliver Gottwald - Soho Stage - Augsburg

Oliver Gottwald - Soho Stage - Augsburg

Oliver Gottwald - Soho Stage - Augsburg

Oliver Gottwald - Soho Stage - Augsburg

Oliver Gottwald - Soho Stage - Augsburg

Meine 6 besten Konzerte 2016

Am Ende eines Jahres blicke ich immer ganz gerne auf das vergangene zurück und versuche mir bewusst zu werden, was ich in den letzten 52 Wochen alles erreicht und erlebt habe. Vor allem auf den Blog bezogen ist das immer ziemlich interessant. Oft ist es so viel mehr, als man sich bewusst ist.

So war ich im Jahr 2016 auf insgesamt 32 Konzerten und 3 Festivals. Deutlich weniger als im Vorjahr, aber immer noch überraschend viel. Noch dazu war ich dieses Jahr auf einigen Konzerten, über die (leider) nicht gebloggt wurde. Da kommen also schätzungsweise nochmal 5 bis 10 dazu.

Aber welche waren denn meine persönlichen Highlights dieses Jahr? Es war schwer. Sehr schwer sich da auf ein paar wenige zu beschränken. Aber hier sind die Top 6!

I'm From Barcelona - Salzburg - Princess Pietsch

I’m From Barcelona

Konzert: I’m From Barcelona – 27.01.2016 – Rockhouse Salzburg

Den spontanen Roadtrip nach Salzburg zusammen mit zwei guten Freunden werde ich so schnell nicht vergessen. Das Konzert wegen dem wir dort hin sind aber auch nicht. So viele Leute auf einer Bühne hab ich selten gesehen. So viel Spaß und Verspieltheit auch nicht.

Husbands - egoFM Fest - Princess Pietsch - München

Husbands beim egoFM Fest

Konzert: egoFM Fest – 01.04.2016 – Muffatwerk

Insgesamt gesehen war das egoFM Fest ja eher durchwachsen. Aber der Auftritt von Husbands aus Frankreich hat mich echt vom Hocker gehauen. Ich weiß noch, dass ich fast wie versteinert vor der Bühne stand. Ziemlich geflasht von all der Energie, die der Frontman ins Publikum schickte.

Von Welt - Augsburg - Princess Pietsch - Modular

Von Welt

Konzert: Von Welt – 20.05.2016 – Annastraße/Modular Festival Zentrale

Ahhh…das grandiose Kopfhörerkonzert. Und das Konzept dahinter erst. Diese Band sollte man sich wahrlich nicht entgehen lassen. Allein wegen dem Kopfhörer-Erlebnis! (2017 geht Von Welt übrigens wieder auf Tour, die Tourdaten findet ihr hier)

Enno Bunger - Augsburg - Kantine - Princess Pietsch

Enno Bunger

Konzert: Enno Bunger – 03.03.2016 – Kantine

Bei Enno Bunger krieg ich immer Gänsehaut. Und muss Tränen lachen. Melancholie gepaart mit so viel Witz. Das kriegt nur Enno so hin.

Elias Hadjeus @ Unter Deck, München

Elias Hadjeus

Konzert: Elias Hadjeus – 25.09.2016 – Unter Deck

Sein Album hat mich überrascht wie dieses Jahr kein zweites. Und auch das Konzert war mit so vielen schönen Geschichten und Anekdoten gefüllt. Und unser tolles Interview mit den verrückten Fotos erst!

Adulescens Kantine Augsburg Release Ataxia

Adulescens

Konzert: Adulescens – 28.10.2016 – Kantine

Ohne Augsburgs Exportschlager geht natürlich nichts. 2016 hab ich sie mehrmals live gesehen, aber an ihr Releasekonzert zu Ataxia kommt so schnell nichts ran. Ich träum noch immer von den fetten Instrumentalparts.


Konzert Smartphone

Aber auch abseits von Konzerten gab es dieses Jahr einige wunderbare Ereignisse. Ich durfte z. B. im Zuge des Projekts Modular Youngstars hinter die Kulissen eines Festivals blicken. Außerdem ist der Blog um die Kategorie „How To“ reicher geworden, in der ich Tipps und Kurzanleitungen zu allem rund um Musik geben möchte. Ich durfte der Augsburger Band John Garner im Studio über die Schulter schauen. Und ich habe Bloggerkollegin Andrea in Wien besucht, durfte zum ersten Mal Gast beim Radio sein und war auf meinem erstes Metalkonzert. Mittlerweile war ich sogar schon auf einem zweiten. Nicht etwa weil ich Gefallen an der Musik gefunden hätte. Nein, das hatte andere Gründe.

Besonders gefreut hab ich mich über jeden einzelnen, der mir gesagt hat, dass er meinen Blog und vor allem meinen sehr persönlichen Schreibstil mag. Vielen Dank! Ihr wisst gar nicht, was mir das bedeutet!

Wenn man sich das so anschaut…ein ereignisreiches Jahr. Möge 2017 noch aufregender werden! Ich hätte da ja schon ein paar Ideen. Ich würde z. B. gerne eine Band auf Tour begleiten…

Konzert: Mundhaarmonika – 20.12.2016 – Milla

Dienstagnachmittag. 15 Uhr. In wenigen Stunden würden Mundhaarmonika die Bühne im Milla betreten und ihr erstes Konzert nach einem Jahr Abstinenz spielen. Und ich war sowas von nicht gewillt, mich in den Zug nach München zu setzen. Nicht etwa weil ich Mundhaarmonika nicht gut finde. Ganz im Gegenteil! Vielmehr ist meine Begleitung kurzfristig krank geworden und ich konnte ums Verrecken keinen Ersatz finden. Weihnachtsfeiern, Krankheit, Stress in der Uni oder der Arbeit. Und alleine wollte ich nun auch nicht hingehen. Stundenlang hab ich mit mir selbst gerungen, bis ich mich dann doch dafür entschied. Zu lange hab ich schon auf dieses Konzert gewartet. Zu gern mag ich diese Jungs.

Also doch, auf nach München. Auf der Suche nach dem Milla bin ich erst mal kurz orientierungslos durch die Gegend geirrt. Aber wie gut dass es Google Maps gibt. Wie oft hat mich das schon auf der Suche nach einer Konzertlocations gerettet. Als ich dann erst mal dort war, war der ganze Unwille der letzten Stunden schnell vergessen. Mundhaarmonika waren gerade noch mitten im Soundcheck. Darum hat Marcel mich und den DJ erst mal mit nach hinten ins Backstage genommen, was seinen Namen mehr als verdient hat. Immerhin liegt es tatsächlich hinter der Bühne und wird nur durch einen Vorhang von dieser getrennt. Das Milla war früher mal ein Abwasserkanal, hab ich mir sagen lassen. Darum ist das so ein langgezogener Schlauch, der von der Bar zur Bühne hin immer weiter abfällt. Die Wände sind von oben bis unten vollgetaggt.

Entgegen meiner Vorstellungen herrschte im Backstage die ganze Zeit über rege Betriebsamkeit. Es wurde gegessen, Hemden gesucht, versucht Kameras zu updaten oder einfach nur kurz durchgeatmet. Kurz vorm Beginn hab ich mich dann nach vorne verkrümelt und schon mal in Position gebracht. Das Milla war gut besucht und einige Fans warteten schon auf die Band.

Mundhaarmonika - Konzert - Milla - München - Princess Pietsch

Mundhaarmonika - Konzert - Milla - München - Princess Pietsch

Mundhaarmonika - Konzert - Milla - München - Princess Pietsch

Mundhaarmonika - Konzert - Milla - München - Princess Pietsch

Mundhaarmonika - Konzert - Milla - München - Princess Pietsch

Als Erster kam Tem auf die Bühne, der seit Neuestem live für die Samples zuständig ist. Nach und nach folgten auch die anderen, alle in Schwarz und mit großen weißen Kopfhörern auf den Ohren. Als letzter steigt Simon aka Mundhaarmonika himself in Weiß und mit Sonnenbrille die Treppen zur Bühne runter. Zu Beginn gibt die Band ein paar ihrer „älteren“ Songs zum Besten, u. a. Gefällt mir. Nur leider verstand man bei den ersten paar Liedern kaum was vom Gesang. Ich dachte schon, es läge an meinem Gehörschutz, aber auch ohne war es kaum besser. Zum Glück schien dem Tonmann das bald aufzufallen und behob den Fehler. Dem restlichen Publikum hingegen schien das kaum gestört zu haben. Alle waren voller Euphorie, sangen mit und bouncten mit den Händen in der Luft zum Takt. Ich hab aber auch ehrlich gesagt selten einen Sänger erlebt, der so easy und eigentlich aus dem Stand raus vom ersten Song weg das Publikum mitnimmt und nicht mehr loslässt. Da musste er sogar nicht mal mehr viel erklären. Die Leute nahmen ihm den Text sogar teilweise schon vorweg. Ein Bekannter bezeichnete Mundhaarmonika mal fast abschätzig als Spaßband. Im Grunde kann ich das nur bestätigen. Oh ja, ein Konzert dieser Band macht Spaß!

In einem eigens dafür geschriebenen Song, bei dem das Publikum durch Zurufe miteingebunden wurde, wurde jedes Bandmitglied vorgestellt. Ich als Mundhaarmonika-Konzert-Neuling war aber etwas erstaunt als nach den ersten zwei schon wieder Schluss war. Und der Rest? Der wurde in zwei weiteren Sequenzen etwas später vorgestellt und dabei auch den Fans ausführlich gedankt. Gute Idee, das mit dem Aufteilen. So wird’s dem Publikum nicht langweilig. Wobei…das wäre auch so nicht passiert. Das ganze Konzert hindurch war immer wieder etwas anderes geboten, was die eineinhalbstündige Show überraschend kurweilig gestaltete. Egal, ob sich Frontmann Simon zum Philosophieren auf die vorderste Treppe setzte oder beim Song Zwenig Mehl gegen die AFD wetterte. Bei Farbfilm bekam er Unterstützung von seinem Bruder und bei Weil’s eh Wurscht is (einem meiner Lieblingssongs) sprang er mal eben nach hinten ins Backstage, was witzig war, da man dank dem kabellosen Mikro noch immer seine Kommentare hören konnte. Zurück kam er mit einem Kleidungsstück, dass er zum Finale des Songs überm Kopf schwang.

Leider verlief der Wiedereinstieg der Band in die Konzertphase nicht ganz ohne Probleme. Bei Goldstaub schienen irgendwie die Samples zu hängen. Da konnte auch Simon mit seinem fachmännischen Blick den Fehler nicht entdecken. Trotzdem überspielte er das Malheur gekonnt und meinte ganz locker, dass sie Tem jetzt einfach noch einen Song lang Zeit geben, die Samples wiederzufinden. Und er hat sie wiedergefunden.

Keine Releaseshow ohne Zugabe. Und da hauten Mundhaarmonika ihre besten Hits raus. Für Ab da kam nochmal Simons Bruder auf die Bühne. Nur leider muss da wer geschlafen haben, denn die ersten Sekunden lang war sein Mikro nicht an und so verstand man leider nicht mal in der ersten Reihe was. Als letzten Song spielten die Jungs Schweben, das zum Abschluss für diesen Abend voller Spaß und Dankbarkeit kaum besser hätte passen können. Ganz am Ende wechselte Simon sogar noch an den Bass und Felix spielte zu den letzten Takten Saxophon. Ah, ich liebe dieses Instrument. Schade eigentlich, dass es nur ganz zum Schluss live zum Einsatz kam.

Mundhaarmonika - Konzert - Milla - München - Princess Pietsch

Mundhaarmonika - Konzert - Milla - München - Princess Pietsch

Mundhaarmonika - Konzert - Milla - München - Princess Pietsch

Mundhaarmonika - Konzert - Milla - München - Princess Pietsch

Mundhaarmonika - Konzert - Milla - München - Princess Pietsch

Mundhaarmonika - Konzert - Milla - München - Princess Pietsch

Mundhaarmonika - Konzert - Milla - München - Princess Pietsch

Mundhaarmonika - Konzert - Milla - München - Princess Pietsch

Mundhaarmonika - Konzert - Milla - München - Princess Pietsch

Mundhaarmonika - Konzert - Milla - München - Princess Pietsch

Mundhaarmonika - Konzert - Milla - München - Princess Pietsch