PULS Open Air – 09.+10.06.2017 – Schloss Kaltenberg

#1

Chris ist zurück! Und mit im Gepäck hat er seinen Bericht zum PULS Open Air auf Schloss Kaltenberg.

Ich bin ja selbst noch ganz verzaubert vom Modular Festival und wenn ich da so seine Eindrücke vom PULS lese, stellt sich bei mir augenblicklich ganz schlimmer Post-Festival-Blues ein. Vor allem bei Sigrid und Giant Rooks hätte ich nichts dagegen gehabt, sie (noch einmal) live zu sehen.

Was gut war, was schlecht war und was irgendwo dazwischen lag…und was es mit dieser berühmten Ananas auf sich hatte. So hat Chris das PULS Open Air 2017 erlebt:

(Und wer vergleichen möchte: Hier gibt es meinen Bericht vom letzten Jahr)

Allgemein

  • Über die Location hat die liebe Ramona ja letztes Jahr schon einiges Positives schreiben können. Auch ich bin der Meinung, dass die Schlossanlage und das PULS Open Air einfach wie Ritterpo auf Nachttopf passen. Die Bühnen und ergänzenden Essenstände fügen sich so organisch ein, dass man glauben könnte, das wäre der allgemeine Status Quo auf Schloss Kaltenberg. Schön wär’s!

#2

#2.5

  • Ich habe natürlich keine Ahnung, wie es 2016 war, aber die verschiedenen Merch- und Werbestände haben sich dieses Jahr teilweise echt einiges einfallen lassen. Da gab es z. B. ein in einem Zelt aufgebautes Wohnzimmer, das mit Sprüchen wie „Plattenbau statt Reihenhaus“ und den größten Hip-Hop-Hits für einen bekannten Nuss-Schnaps warb, wie ich später herausfand. Ein Stand, bei dem man verschiedene T-Shirts u. ä. kaufen konnte, war musikalisch auch immer top aufgestellt und zog mit Bilderbuch, Falco & Co jederzeit einige Leute an, die sich in einer tanzenden Traube davor versammelten.

#3

  • Die Preise für Verpflegung sind wirklich human und auch als Veggie-Besucher hat man sich ohne Probleme durchfuttern können. Ein dickes Plus für die große Vielfalt! Mjamm.

#4

  • Wettertechnisch waren die Tage im Vergleich zum letzten Jahr genau umgedreht: Während am Freitag der Himmel grau und wolkenverhangen war und es stellenweise immer ein wenig genieselt hat, knallte am Samstag die Sonne herunter und ließ das Festivalfeeling vollends aufleben.

 

 

 

 


Tag 1

  • Schon beim Betreten des Festivals wurde klar: Heute spielen Bilderbuch. Der Spirit war schon an allen Ecken zu entdecken und jeder freute sich auf die österreichischen Virtuosen. „Frinks“ habe ich aber leider keine mehr bekommen :(

#9

  • Erste Band waren für mich und meine Truppe die Jungs von Giant Rooks. Da mich deren Debüt-EP sofort zum Fan gemacht hat, war ich dementsprechend auch umso mehr gehyped, dass sie mein erstes PULS Open Air eröffnen sollten. Und es war mega! Wenn man die Jungspunde (ich bin alt und darf solche Wörter verwenden) beim Soundcheck beobachtet hat, könnte man nie erwarten, was für einen Sound die fünf aus Hamm zustande bringen. Art-Pop wie die Großen! Viele können mit ihrer Single New Estate am meisten anfangen, aber ich finde, sie haben viel stärkere Songs und deshalb war ich sehr happy, als das Piano-Intro von Chapels erklang – einfach nur schön.

#10

#11

#12

  • Um die Wartezeit zu Sigrid zu überbrücken, organisierten wir uns etwas zum Trinken und lauschten während wir in der Schlange warteten HONNE, die die Kugelbühne einweihen durften. Ich lasse mich ja durchaus für Electro(pop) begeistern, aber irgendwie wollte der Funke bei mir nicht überspringen. Prädikat: Ganz nett.

#14

  • Dafür war ich bei Sigrid, auf die ich mich am meisten vom ganzen Festival-Line-Up gefreut habe, Feuer und Flamme. Das ist mal Popmusik, die einfach nur Spaß macht und mitreißt. Die junge Norwegerin hüpfte über die Bühne wie ein Flummi in ihrem roten Trainingsanzug. Und wenn sie in ihren Songs singt Don’t Kill My Vibe oder You’re Playing Games Like A Wannabe, dann lebt sie das auch auf der Bühne. Mit viel Selbstbewusstsein und einer positiven „I don’t give a fuck“-Attitüde tanzte Sigrid sich in die Herzen des Publikums. Fürs Herz gab es dann auch ruhige Balladen, die das Tempo gedrosselt haben und nochmal zeigen konnten, was für ein Gesangstalent die 20-Jährige ist.

#15

#16

  • Als ich da so mit meiner Kamera stand, nahm auf einmal ein Typ neben mir meinen linken Arm und malte mir mit einem schwarzen Filzer das Astra-Logo darauf. Als ich dann ihn und seine lachende Gruppe fragte, ob ich denn jetzt in einer Gang sei, antwortete einer nur: „Nee, aber du darfst jetzt nur noch Astra trinken!“ Auf mein lautes “Verdammt!“ folgte nur noch mehr Gelächter. PULS, deine Besucher sind die Besten!

#17

  • Die nächste Überbrückungsband war Tua, die mit ihrem Mix aus deutschen Texten und Berghain-Electro-Beats wie das fleischgewordene Klischee ihrer Heimatstadt Berlin wirkte. Stimmung haben sie durchaus machen können, meins waren sie halt überhaupt nicht.

#18

  • Dann ging endlich Fil Bo Riva auf die Bühne. Da ich ihn in Augsburg Anfang des Jahres leider verpasst hatte, war ich sehr gespannt, ob er seinen ganzen Lorbeeren und guten Kritiken gerecht wird. Klar, die krasse Stimme macht viel aus und der Italiener hat auch wirklich viele gut geschriebene Songs. Nur irgendwie wurde der Stil auf Dauer etwas langweilig, die unspektakuläre Show und die mehr als holprigen und gezwungenen Ansagen machten es auch nicht besser.

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  • Hinzu kam, dass ab einem gewissen Zeitpunkt eine Ananas Fil Bo Riva die Aufmerksamkeit des Publikums gestohlen hat. Das Stück Obst war den Tag über zum Social-Media Star des Puls Open Airs geworden. Bei Fil Bo Riva wurde sie dann von einem Festivalbesucher hoch über die Köpfe der anderen gehalten und mit einem Schild und Instagram-Namen beworben. Einfach nur verrückt!

#20

  • Die Schilder waren sowieso eines der Highlights in diesem Jahr. Ursprünglich für einen Freestyle-Rap von Roger Reckless gedacht, bei dem er die Wörter oder Texte der Pappkartons einbauen sollte, wurden die Schilder für alles Mögliche benutzt, u. a. zur Dekoration der Chill-Area, in der wir uns von weitem Mura Masa anhörten und auf Bilderbuch warteten. Eine Auswahl gibt es hier:

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#23

  • Bilderbuch bildeten den perfekten Abschluss des Abends (höhö). Obwohl ich sie schon mehrmals live genießen konnte, kann man von der durchgeknallten Truppe nicht genug bekommen. Vor allem mit den Hits der neuen Platte Magic Life wie Bungalow oder Baba wurde das Konzert der Knaller (was nicht nur den Blitzen des im Hintergrund vorbeiziehenden Gewitters geschuldet war). Auch wenn es am Anfang Probleme mit der Technik gab und man bis zum Refrain von I ❤ Stress keinen Gesang hören konnte, lieferten die Österreicher vor ihrer riesigen Wand aus weißen Sneakern ab und brachten die Menge zum Tanzen.

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#26


Tag 2

  • Da es als Augsburger ohne fahrbaren Untersatz etwas umständlich ist, zum Gelände zu gelangen, war ich umso froher, dass ich am zweiten Tag bei Freunden im Auto mitfahren konnte. Dadurch habe ich aber auch dePresno und Malky verpasst. Da ich aber ersteren dieses Jahr schon in München gesehen habe, war das alles gar nicht so schlimm. An dieser Stelle nochmal die Empfehlung, den charmanten Bjarte De Presno Borthen + Band unbedingt mal live zu sehen. Der wird noch groß!

#27

  • Zum Glück kamen wir noch rechtzeitig zu Dan Croll, von dem ich bisher nur ein paar Lieder kannte (Shame on me!). Meine Neugier hatte er aber definitiv geweckt. Uns erwartete durchdachter und sehr tanzbarer Alternative/Indie, der vom sympathischen Frontmann getragen wurde. Der zeigte nicht nur auf der Bühne, was für eine coole Socke er ist, sondern auch Backstage, wie eine unglaublich süße Aktion zeigt, die PULS auf ihrer Facebook-Seite gepostet hat.

#28

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  • Um bei der Hitze nicht vollends aus den Latschen zu kippen, füllten wir unsere leeren Plastikbecher an den überall aufgestellten Wasserstellen auf und schauten kurz bei Milliarden vorbei. Deren Indie-Punk-Irgendwas-Rock kann mich persönlich zwar nicht überzeugen, aber so wie es aussah, gab es genug Fans auf Schloss Kaltenberg. Die waren dann auch voll dabei und haben sich dann auch dazu hinreißen lassen, sich kollektiv in den Sand vor der Bühne zu setzen, um dann wieder wild aufzuspringen.

#29

  • Zu James Hersey lässt sich eigentlich gar nicht so viel sagen. Perfekte Open-Air-Band mit klasse Sound, die wie gemacht fürs PULS waren. Sympathische Ansagen und Interaktionen mit dem Publikum. Und Juliet ist einfach ein überragender Song ❤

#30

  • Überraschung des Festivals waren für mich definitiv Golf. Normalerweise haben es deutschsprachige Bands generell schwer bei mir zu punkten (siehe Milliarden), aber die Jungs aus Kölle haben es geschafft. Man merkt ihnen sofort an, wie sie für ihre Musik leben und dementsprechend waren sie mit vollem Einsatz dabei. So sehr, dass der Keyboarder gleich mal die Bühnenhalterung und die Boxen erklommen und von dort oben weitergesungen hat. Für alle Fans von Roosevelt und Keshavara (die neue „Kölner Schule“, wie ein Kumpel treffend bemerkte) definitiv eine Hör-Empfehlung.

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#32

  • Als großer Folk-Fan habe ich mich dann auch zu den Mighty Oaks auf die Tribünen gesetzt. Die Berliner haben leider das Problem, dass sie nicht wirklich viel Abwechslung in ihren Songs haben und für meinen Geschmack viel zu poppig geworden sind. Aber hey, immerhin überhaupt eine Folkband auf dem Festival, die ich anhören konnte.

#33

  • Weil mir ziemlich viele Leute empfohlen haben, war mein nächster Halt die Shout Out Louds. Da ich recht spät den Indie für mich entdeckt habe, war diese Band eine der vielen, bei denen ich noch eine gehörige Wissenslücke besaß. Meine Begleiter waren zunächst ziemlich happy, als die Helden von früher ihre Klassiker und neues Material auspackten. Ungefähr zur Hälfte des Sets war meine Gruppe dann aber etwas gelangweilt und enttäuscht, weil sie sich mehr erhofft hatten und so zogen wir weiter, um uns für Moderat zu positionieren. Ob die vielen Luftballons, die herumflogen und die man immer wieder von sich wegwerfen musste, dazu beigetragen haben? Jedenfalls war es wie mit dem Crowdsurfen: Am Anfang ist es noch lustig, auf Dauer geht es ordentlich auf den Sack.

#34

#35

  • Ziemlich ermüdet von zwei Tagen Festival (auch hier wieder: man wird alt) setzten wir uns gemütlich hin, um uns Moderat zu geben. Das tat zwar den müden Knochen gut, sorgte aber auch dafür, dass wir uns einfach nicht so für die Musik begeistern konnten, wie man es würde, wenn man vorne in der Masse steht und der Bass so richtig schön durch den ganzen Körper wummert. Trotzdem war es wie immer eine beeindruckende Show mit unglaublich gut produzierten Visuals und Lichteffekten – ein Genuss für Ohren UND Augen. Seinen Headliner-Slot hat sich das Trio jedenfalls verdient.

#36

  • Zum Abschluss dieses wirklich grandiosen Wochenendes und meines gelungenen PULS-Open-Air-Debüts gab es noch die rundum perfekte Performance von SOHN. Electronica, Post-Dubstep, R&B – wie auch immer man es nennen mag, was der Brite und Wahl-Österreicher zusammenzimmert, es ist einfach der Hammer! Wie Mastermind Christopher Taylor nur an seinem Keyboard saß und die Lichtshow ihn perfekt in Szene setzte, während sich seine Band im Hintergrund bescheiden zurückhielt – wow!

#37

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Singoldsand Festival – 26.+27.08.2016 – Schwabmünchen

Im letzten Jahr hatte ich das Singoldsand Festival als eines der schönsten in der Umgebung erlebt. Gut, ich bin zwar nicht der große Festivalgänger, aber ich kann mir nur schwer vorstellen, dass jemand diese Perle am Ufer der Singold übertreffen kann. Diese Schönheit gepaart mit einem 1 A Line-up wollte ich mir auch dieses Jahr nicht entgehen lassen. Und so machten ich, meine Begleitung und noch drei andere Mädels von der Modular-Crew uns am späten Freitagnachmittag auf den Weg nach Schwabmünchen.

Singoldsand Festival 2016


Allgemein

  • Alle, die zum ersten Mal aufm Singoldsand waren, waren richtig begeistert von der Deko und der Detailverliebtheit mit der dieses Festival gestaltet ist. Ich wusste ja schon in etwa, was mich erwarten würde, aber selbst ich war wieder hin und weg. Über dem Weg zum Biergarten hing mitten in den Bäumen eine gigantische Diskokugel aus CDs. Wenige Meter weiter hatte man vor der Seebühne ein Newtonsches Pendel über den Köpfen der Menschen installiert. Im Zauberwald blühten wieder überdimensionale Blumen und jedes Mal, wenn man am Bauzaun vor der Geyerburg vorbei lief, hatte wieder jemand etwas Neues mit den Scrabblebuchstaben geschrieben. Wohl am witzigsten waren aber die zwei gelben Telefonzellen, die an entgegengesetzten Enden des Geländes standen und tatsächlich miteinander verbunden waren. Wie diese Dosentelefone, die man als Kind gebastelt hat.

Singoldsand Festival 2016

Singoldsand Festival 2016

  • Was beim ersten Erkundungsrundgang auch auffiel, war die größere Seebühne. Letzes Jahr musste man ja fast Angst haben, dass die Musiker bei nur einem unbedachten Schritt kopfüber in der Singold landen. Die Bühne bot jedoch diesmal nicht nur mehr Platz für die Bands sondern auch besseren Sound fürs Publikum. Aus Fehlern lernt man. Well done, Singoldsand!

Vimes @ Singoldsand Festival 2016

Singoldsand Festival 2016

  • Überragend waren auch die Anmoderationen in Form von Hörspielen. Beim ersten Mal war ich noch total verwirrt, wo das plötzlich her kam und was zum Teufel das überhaupt ist. Danach war ich schon immer ganz gespannt, was sie sich für das nächste Konzert haben einfallen lassen. Kinder im Museum, ein Mann im Beautysalon oder Schlümpfe auf der Suche nach Schlumpfine. Egal, lustig war’s immer.

Singoldsand Festival 2016

Singoldsand Festival 2016

  • Es ist einfach toll, wie sich die Crew um die Presse kümmert. Wie auch im letzten Jahr gab es wieder einen WhatsApp-Broadcast, über den alle Presseleute über Interviewmöglichkeiten und ähnliches informiert wurden. Nur leider war ich dieses Jahr nicht mit von der Partie. Beim Check-in hat man vergessen der Pressekoordinatorin Bescheid zu geben und auch mir selbst ist es erst im Laufe des zweiten Tages aufgefallen. Aber bin ich traurig darüber? Nein, nicht wirklich. Lieber wollte ich die Zeit entspannt mit Freunden genießen. Dafür sind doch Festivals da.

Singoldsand Festival 2016


1. Tag

  • Kaum angekommen liefen wir schon zielgerichtet zur kleinen Seebühne, um King The Fu zu sehen. Ich mag die Jungs und vor allem mag ich ihre Musik, aber an dem Tag waren sie eindeutig nicht ganz auf der Höhe. Da hab ich zweifellos bessere Konzerte in Erinnerung. Die Songs machten Spaß (bei Happysad Moon gerate ich immer wieder aufs Neue ins Schwärmen), die Leute planschten vor der Bühne im Wasser und auch der improvisiert wirkende Instrumentalpart war gut. Trotzdem wollte nicht so recht Stimmung aufkommen. Zum Teil lag das wahrscheinlich auch daran, dass Sänger Gregor ständig was von technischen Problemen faselte und auch sonst recht konfus wirkte. Schade.

King The Fu @ Singoldsand Festival 2016

  • Als nächstes standen Isolation Berlin auf dem Plan, die von vielen als das nächste große Ding gehyped werden. Für mich total unverständlich, mit ihrer Musik kann ich leider nichts anfangen. Darum steuerten wir an der Hauptbühne vorbei und checkten erst mal die Essensangebote aus.
  • Auf Vimes war ich schon mega gespannt. Doch leider waren sie dann doch nicht das, was ich erwartete. Das Kölner Duo präsentierte sich unglaublich wortkarg. Ab und zu kam ihnen gerade noch so ein Danke über die Lippen. Auch sonst dominierte in ihrem Set eher der instrumentale Electro und weniger der Gesang, was einfach nicht meins ist. Als ich gerade schon wieder gehen wollte, spielten sie ihre Single Mind, die ich dann doch noch abwartete. Aber umstimmen konnte mich das auch nicht und so zog ich weiter zur Antilopen Gang.

Vimes @ Singoldsand Festival 2016

Vimes @ Singoldsand Festival 2016

  • Die Rapper bildeten ein wahres Kontrastprogramm zu Vimes. Da war auf der Bühne richtig was los, da wurde mit dem Publikum kommuniziert und die Band verstand es die Leute mitzureißen. Ein wahrer Blickfang war das Schlagzeug. An einem wackelig wirkenden Rahmen baumelten Becken über dem Drummer und auch der Rest schien nur aus Schrott zu bestehen. Die Antilopen Gang legte mit einem Song über die Bedeutung des Rapgenres in unserer heutigen Gesellschaft los und feuerte eine prahlerische Hymne über sich selbst hinterher. Beides Dinge bei denen sich bei Konzerten erst mal meine Stirn in Falten legt und ich meine Nase rümpfe. Und so blieb das leider auch. Obwohl Danger Dan immer wieder das Festival lobte und in Erinnerungen an seine eigene Jugend auf dem Dorf schwelgte…das konnte er nicht mehr retten. Mittlerweile hatte ich eh meine Leute verloren und beschloss darum erst mal weiter zu ziehen und auf die Suche zu gehen.

Antilopen Gang @ Singoldsand Festival 2016

  • Das letzte Konzert und der letzte, der noch Potential hatte mich zu begeistern, war Kid Simius. Bei der Hörspielanmoderation wurde schon von wummernden Bässen etc. geredet und ich dachte mir nur: „Ey, was laberst du?“ Aber als ich mich kurz darauf für ein paar Fotos in den Bühnengraben begab, wusste ich was los war. Ich bekam kaum noch Luft, so viel Bums hatte der Bass. Ich schaute also, dass ich da schnell wieder raus kam und betrachtete das Konzert lieber vom Rand aus. Auch hier gestaltete sich das Ganze zu Beginn etwas zäh. Kid Simius und sein Bandkollege wirkten in ihre Keyboards, Knöpfchen und Schalter vertieft. Zum Glück spielten sie gleich als zweiten Track Grapefruit. Und von da ab wurde es besser. Der Spanier feuerte unaufhörlich das Publikum an und so landeten auch wir irgendwann inmitten der Menge und tanzten ausgelassen.

Kid Simius @ Singoldsand Festival 2016

Kid Simius @ Singoldsand Festival 2016


2. Tag

  • Neuer Tag, neues Glück. Es konnte nur besser werden. Da wir wussten, dass uns Stacia und ihre Musik noch nie gefiel und daran auch das Singoldsand nichts ändern können wird, reisten wir etwas später aber dafür pünktlich zu Das Ding ausm Sumpf an. Diese Band gefiel mir widerum richtig, richtig gut. Tolle, intelligente und teils auch kritische Texte. Eine Djane (yay!). Und ein Rapper, der nicht nur gelassen über seinen verkackten Freestylerap hinwegsieht, sondern auch spontan und witzig auf eine anhaltende Rückkopplung zu reagieren weiß. Das macht gute Stimmung. Und das schon um die Uhrzeit! Während weiter vorne ein paar Leute im Wasser planschten und mitschrieen, wenn das Das Ding ausm Sumpf dazu aufrief, legten wir uns erst mal etwas abseits ins Gras und genossen die Sonne.

Das Ding ausm Sumpf @ Singoldsand Festival 2016

  • Nach Das DAS wollte ich eigentlich nur kurz aufs Klo gehen, blieb dann aber auf dem Rückweg bei der Strandbühne hängen, wo gerade No Spam als Ersatz für Van Holzen spielten. Hätte ich die Band Zuhause angehört, ich hätte mir bei den Texten bestimmt mehrmals an den Kopf gefasst. Aber so auf dem Festival war das einfach nur witzig, stimmig und richtig gut. Das Publikum war voll dabei und war sich erst recht nicht zu schade, um bei der Choreographie zu Pflanzenmann mitzumachen. Blöderweise hatte ich alle meine Sachen bei meiner Begleitung gelassen, weil ich wollte ja nur kurz aufs Klo. Darum muss hier ein verwackeltes Handyfoto reichen.

No Spam @ Singoldsand Festival 2016

  • Nach dieser kleinen Überraschung ging es wieder zurück auf die Wiese. Darjeeling hatte ich noch so gut von ihrem Konzert in Augsburg in Erinnerung und freute mich schon darauf, die Band aus Wuppertal gemütlich von der Picknickdecke aus zu erleben. Doch irgendwie schien diesmal der Wurm drin zu sein. Alle meine Favoriten schwächelten gewaltig. Auch wenn die Tatsache, dass der Part des Sängers vom Gitarristen, Bassisten und Keyboarder immer wieder neu besetzt wurde, das Konzert äußerst abwechslungsreich gestaltete, war das Ganze leider doch nicht so der Bringer. Es gab gute Songs, vor allem die schnelleren. Und dann hatte man als Zuhörer wieder mit Durststrecken zu kämpfen. Die meisten Songs bestachen durch ihre ausgedehnten Instrumentalparts und weniger durch den Gesang. Vielleicht war auch das der Fehler? Auf jeden Fall hätte es diese Schrei-Krach-Schepper-Affengeräusche zum Schluss definitiv nicht gebraucht. Das war…einfach nur…schräg.

Darjeeling @ Singoldsand Festival 2016

Darjeeling @ Singoldsand Festival 2016

  • Zu späterer Stunde folgten nun meine letzten Favoriten und ich hatte schon fast die Hoffnung aufgegeben, dass sich das Blatt noch wenden könnte. Doch der Musikgott schien ein Nachsehen zu haben und bescherte mir mit Graham Candy endlich den langersehnten Musikgenuss. Seine Stimme ist wirklich gewöhnungsbedürftig und einige Male hörte ich Ausrufe wie „Ich dachte immer, das singt eine Frau“ oder „Was hat der denn für ne krasse Stimme?!“. Seit dem Singoldsand weiß ich nun, dass er nicht nur so singt sondern auch so redet. Aber genau das, seine hohe, schräge Stimme, macht ihn eben interessant. Und der Fakt, dass er richtig gut drauf zu sein schien. Barfuß sprang er über die Bühne, drehte sich wie wild im Kreis und bekundete immer wieder seine Begeisterung: „Ich liebe euch, Singoldsand Festival!“ Schon ziemlich am Anfang spielte er seine neue Single Back Into It, die ein wahrer Stimmungsgarant ist. Ich tanzte und tanzte. Endlich war es so gut, wie ich mir das Festival erhofft hatte. Ich bin selbst immer wieder überwältigt von den Glücksgefühlen, die man empfindet, wenn die Musik und alles drum herum passt und sich einfach nur richtig anfühlt. Graham Candy spielte nicht nur eigene Song, vielmehr hob er die Disziplin des Coverns auf ein ganz neues Level. Nicht nur dem bereits totgespielten Hit Pumped Up Kicks von Foster The People verhalf er zu einem neuen und besseren Gewand. Auch der uralte Schinken Maneater von Hall & Oates klang plötzlich wieder cool. Seine durch die Charts bekannten Features mit Parov Stelar (The Sun) und Alle Farben (She Moves) spielte er solo und unplugged mit Gitarre und Bassdrum. Spätestens da fühlte sich das Publikum textsicher genug, um mitzusingen und trällerte auch bei dem ein oder anderen unbekannten Song unter Mr. Candys Anleitung mit. Es waren einfach alle gut drauf: die Festivalgäste, Graham Candy sowieso und sein Band nicht weniger. Einmal sah ich den Keyboarder sogar lachend Luftgitarre spielen. Am Ende gab es eine Zugabe obendrein, mit der ich gar nicht mehr gerechnet hätte, nachdem es den Timetable einzuhalten galt und die Band schon mit gut 15 Minuten Verspätung angefangen hatte. Es war so wunderbar gut und ich nach den bisherigen Enttäuschungen wieder vollauf zufrieden.

Graham Candy @ Singoldsand Festival 2016

Graham Candy @ Singoldsand Festival 2016

Graham Candy @ Singoldsand Festival 2016

  • Nach einem kurzen Abstecher zu Loisach Marcy, ging es bald darauf schon wieder zurück zur Strandbühne. Es war Zeit für Bonaparte. Ich erwartete Großes und bekam nicht weniger zu sehen. Am Anfang versperrten noch vier große, halb durchsichtige Wände die Sicht. Doch was sich dahinter abspielte konnte man schon erahnen: Frontmann Tobias Jundt gekleidet in ein chubakaartiges Fetzenkostüm und zwei Frauen mit roten Perücken – bereit um das Festival zu rocken und die Kleinstadt zu schocken (meine Reime waren auch schon mal besser). Bonaparte legte los mit Anti, Anti und weitere Hits wie Too Much, Computer In Love oder Two Girls folgten. Sobald die Wände zur Seite geräumt waren, gab es kein Halten mehr. Aber wer hätte denn auch was anderes erwartet? Bei den Kostümen wurde an Knappheit und Absurdität nicht gespart und als eines der Mädels auf einem aufblasbaren Schwan sitzend über die Menge surft, wundert man sich schon fast gar nicht mehr. Die Show war krass, aber leider lenkt sowas auch ganz schön von der Musik ab. Den allgegenwärtigen Abriss beobachtend hab ich sogar einmal viel zu spät geschalten und deswegen gar nicht mitbekommen, wie Sänger Tobias nur eine handbreit vor mir vorbei flitzte. Zwei Meter weiter sprang er auf den Rücken eines Fans und lies sich unter Wiehern und Schnauben nach vorne zurück zur Bühne tragen. Der pure Wahnsinn!

Bonaparte @ Singoldsand Festival 2016

Bonaparte @ Singoldsand Festival 2016

Bonaparte @ Singoldsand Festival 2016

Bonaparte @ Singoldsand Festival 2016

Bonaparte @ Singoldsand Festival 2016

  • Bei Bonaparte hab ich es gar nicht bis zum Schluss ausgehalten. Denn was mich viel mehr interessierte war die Gruppe Golf. Als ich bei der Seebühne ankam, hörte ich gerade noch die letzten Takte von Zeit zu Zweit. Schade, hatte ich doch echt mein Lieblingslied verpasst. Aber es folgten noch weitere Ohrwürmer (selbstverständlich auch Macaulay Culkin) und so dauerte es nicht lange, bis alle tanzten und immer mehr Leute in die Singold sprangen und dort weiter feierten. Da konnte ich dem Sänger nur zustimmen: noch nie hat ihr Song Wasser so gut gepasst. Und auch sonst passte alles perfekt. Eine sympathische Band und lockere Ansangen. Ich mag Golf. Weil sie für mich die coolste Uncoolness (das Wort sieht komisch aus, aber ich denke, das gehört so) verkörpern. Ein perfektes letztes Konzert für ein Festival, das so holprig begann.

Golf @ Singoldsand Festival 2016

Golf @ Singoldsand Festival 2016

Golf @ Singoldsand Festival 2016

Golf @ Singoldsand Festival 2016

Naja, fast. Am Ende wollten wir doch noch einen kurzen Blick auf das Pullup Orchestra werfen. Die sollten angeblich einen energiegeladenen und krönenden Abschluss bieten. Aber von der Truppe um die fünf Blässer hätte ich mehr erwartet als ein merkwürdiges Mashup-Zusammengeschrammel verschiedenster Coversongs aus den Charts. Gut, ein paar eigene Sachen waren auch dabei. Glaube ich. Die knallgelben Jogginganzüge des Gesangsduos waren jedoch ein definitives No-Go. Wer nicht Bonaparte oder Tweety heißt, sollte das auf der Bühne besser lassen.

Dann lieber doch sofort nach Hause, bevor die guten Erinnerungen wieder mit schlechten überdeckt werden. Nach einem letzten Rundgang über’s Gelände machten wir uns auf den Weg. Das gemütliche Bett wartete schon.

Vorfreude aufs Singoldsand Festival 2016

Nachdem ich schon letztes Jahr so überaus begeistert war von diesem kleinen, wunderhübsch zurechtgemachten Festival mit dem fantastischen Line-up, geht’s für mich auch dieses Jahr wieder zum Singoldsand nach Schwabmünchen. Schon als vor wenigen Monaten die ersten Bands bekannt gegeben wurden, bekam ich ganz große Augen, die mit jeder Bandwelle noch größer wurden. Ich meine, für mich stand ja im Prinzip schon seit Anfang des Jahres fest, dass ich wieder zum Singoldsand will. Den Organisatoren vertraute ich blind, dass sie gute Bands an Land ziehen würden. Doch sie haben meine Erwartungen nicht nur erfüllt sondern sogar übertroffen und einige Künstler geholt, die ich ziemlich gut finde oder schon immer mal gerne live sehen wollte.

Golf zum Beispiel; eine unglaublich ungooglebare Band, die ich früher schon ganz interessant fand und spätestens seit ihrem Song Macaulay Culkin Fan bin. Oder Bonaparte, die die Meisten durch ihren Hit Anti, Anti kennen dürften. Bei ihrem Konzert damals im Augsburger Theater fand ich diesen Haufen an bunten und skurillen Figuren bizarr bis gruselig und wurde überhaupt nicht warm mit ihnen. Dann hat sich Frontmann Tobias Jundt dem Soundtrack für den Film Becks letzter Sommer gewidmet. Den Film hab ich bisher noch nicht gesehen, dafür aber das ziemlich gute Buch gelesen. Und seit dieser Verbindung bin ich doch ganz angetan von Bonaparte. Und dann wäre da auch noch Graham Candy, um den es nach seinem Feature She Moves mit Alle Farben recht ruhig wurde. Jetzt gibt’s ein neues Album und quasi auch einen neuen Graham Candy. Mit weniger hohen Piepsstimme, aber weiterhin tollem Sound. Und Vimes. Ja, unbedingt Vimes. Auf die hab ich beim PULS Open Air extra verzichtet, um sie lieber im (hoffentlich, aber da bin ich mir eigentlich sicher) schönen Ambiente des Singoldsand Festivals zu genießen. Dann hätten wir da auch noch meine all time favourites King The Fu. Die gehen immer. Immer wieder. Und Darjeeling, die ich schon mal im Grandhotel gesehen habe und mich sehr freue, dass die sympathischen Jungs noch einmal in die Nähe kommen. Das Ding ausm Sumpf und seinen HipHop möchte ich nun auch endlich mal live sehen. Und wenn wir schon beim Thema HipHop sind: die Antilopen Gang. Die ging bisher komplett an mir vorbei. Also wahrgenommen, dass es die gibt, hab ich sie natürlich schon, aber mein Interesse haben sie bisher (komischerweise) noch nicht geweckt. Aber jetzt, beim Durchhören vom Line-up…ja, das könnte schon ganz gut werden. Wer OK KID mag, wird die auch mögen. Einzig und allein bei Kid Simius bin ich noch sehr am zweifeln. Seinen Song Grapefruit zusammen mit Pari San finde ich mega! Ansonsten ist mir seine Musik aber zu electrolastig.

Ziemlich gespannt bin ich auch auf das Drumherum. Das Gelände ist nicht nur vergrößert sondern, was die Bühnen betrifft, auch umgestalten worden. So stehen sich nun beide Bühnen mehr oder weniger gegenüber. Ob das hilft, dass die kleinere Seebühne nicht wieder in der Geräuschkulisse der größeren Strandbühne verschwindet, ist fragwürdig. Andererseits wirkt das Line-up dieses Jahr etwas ausgedünnter, was ergo weniger Überschneidungen bedeutet. In der Kleinstadtidylle wird halt noch auf Qualität statt Quantität (sprich Profit) gesetzt.

7 österreichische Bands, die ihr diesen Sommer nicht verpassen solltet

Die erste Stadt liegt schon hinter mir. Nach Malmö bin ich mittlerweile in Göteborg angekommen und heute geht’s auf einen Ausflug nach Strömstad. Während es mich also immer weiter gen Norden treibt, erwartet euch heute hier auf dem Blog ein Gastbeitrag aus eher südlicher Richtung. Andrea wohnt in Österreich, genauer gesagt Wien, und schreibt normalerweise auf ihrem Blog wienkonzert über all die Konzerte, die sie so besucht. Ja, Andrea ist ein wahrer Konzertjunkie. Wer dachte, dass ich mit meinen 50 Konzerten pro Jahr viel unterwegs bin, sollte mal bei Andrea vorbei schauen. Die hat diese Marke nämlich schon längst überschritten und das Jahr ist noch nicht mal halb rum! Mit Livemusik kennt sie sich also bestens aus. Darum hat sie für euch ihre liebsten und besten Landsmänner…äh…-bands rausgesucht und ausgecheckt, wo ihr sie auf deutschen Festivals live erleben könnt.


Österreichische Acts boomen in Deutschland. Oder genauer gesagt: Wanda und Bilderbuch boomen. Zumindest aus der Sicht des kleinen Österreichers. Aber das sind längst nicht alle Künstler, die Österreich zu bieten hat. Als Musik- und Konzertbloggerin mit Sitz in Wien, beschäftige ich mich auf meinem Blog wienkonzert.com mit allen Künstlern, die in Wien auf der Bühne stehen. Natürlich auch mit Fokus auf österreichische Musiker. Und dass ihr diese auch kennen lernt, habe ich für euch die deutschen Festivals durchsucht um euch den einen oder anderen Konzerttipp für euren Festivalsommer mitzugeben.

Mein absoluter Pro-Tipp und wärmste Empfehlung: lernt Leyya kennen! Nicht nur weil Superego ein super Song ist, sondern auch ihre neueste Veröffentlichung Butter ein wahrer Sommerhit für den Musiknerd werden kann. Die Band rund um Sophie und Marco versteht es smoothen, experimentellen Elektro-Pop zu machen, ohne ihre Coolness zu verlieren. Unbedingt reinhören!

Leyya auf deutschen Festivals: Zeltival in Karlsruhe (08.07.-07.08.2016), Artlake Festival (19.08.-21.08.2016)

 

Ebenfalls super Musik machen die Steaming Satellites aus Salzburg. Der Indie-Rock, der sich anhört, als wäre er aus einem britischen Outer-Space eingeflogen worden, lässt einen regelmäßig reinkippen und ein bisschen abheben. Viel Gitarren, viel Gefühl, viel Träumerei. Kann man nachmittags genauso gut hören wie auch spätabends. Musik für jede Tageszeit also.

Steaming Satellites auf deutschen Festivals: Chiemsee Summer (24.08.-27.08.2016)

 

Ja, Wanda sind immer noch beliebt und werden dieses Status auch so schnell nicht verlieren – ihre Live-Shows sind einfach mitreissend und unterhaltend. Der Wiener Schmäh wird auch diesen Sommer auf einigen Festivals Einzug halten.

Wanda auf deutschen Festivals: Southside Festival (24.06.-26.06.2016), Highfield Festival (19.08.-21.08.2016), Chiemsee Summer (24.08.-27.08.2016)

 

Die Menschen von HVOB waren ursprünglich mal in einer mittelmäßigen Indie-Band involviert bis sie für sich herausfanden, dass elektronische Musik viel besser zu ihnen passt. Mittlerweile touren sie durch die ganze Welt und begeistern mit ihren minimalistischen Klängen.

HVOB auf deutschen Festivals: Southside Festival (24.06.-26.06.2016), Deichbrand Festival (21.07.-24.07.2016)

 

Russkaja sind in einer österreichischen Late-Nite-Show die Studio-Band und werden deshalb gar nicht mehr so wirklich als wahnsinnig gute Festival-Live-Band begriffen. Man sollte aber nicht ausser Acht lassen, dass sie wirklich unglaublich gute Shows hinlegen und ein Garant für gute Stimmung sind.

Russkaja auf deutschen Festivals: Deichbrand Festival (21.07.-24.07.2016)

 

Farewell Dear Ghost machen sphärische Indie-Musik und glänzen ebenfalls mit besonders hübschen Merchandise. Eine sympathische Truppe, denen ihr auch mal euer Gehör schenken solltet!

Farewell Dear Ghost auf deutschen Festivals: Zeltival in Karlsruhe (08.07.-07.08.2016)

 

Wer es ein bisschen wilder, rockiger und verkleideter mag: die Bloodsucking Zombies From Outer Space haben nicht verlernt wie richtiger Rock’n’Roll geht und begeistern auch noch mit ihrer Schminke im Gesicht.

Bloodsucking Zombies From Outer Space auf deutschen Festivals: Amphi Festival (23.07. – 24.07.2016)

 

Zusammenfassend: Besonders viel Österreich auf einem Festival bekommt man beim Open Flair Festival. Da spielen die begnadeten Turbobier sowie Erwin & Edwin. Und auch das Splash Festival geizt nicht mit Acts aus dem Nachbarland: Crack Ignaz, Dame und Yung Hurn solltet ihr euch dort auf jeden Fall reinziehen. Ebenfalls empfehlenswert: das MS Dockville Festival. Verpasst dort auf keinen Fall Bilderbuch und Möwe!

PULS Open Air – 10.+11.06.2016 – Schloss Kaltenberg

Das PULS Open Air. Dieses neue Festival. Irgendwo südlich von Augsburg. Auf einem Schloss. Was gibt es bitte Schöneres für eine musikbloggende Prinzessin als ein Festival zu besuchen, das auf einem Schloss stattfindet? Wahrscheinlich nichts.

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Allgemein

  • Die Location war einfach herrlich. Das Schlossgelände befand sich in einem kleinen Wäldchen und überall waren Türmchen, alte Holzbuden und große Tore zu sehen. Das coolste war aber auf jeden Fall die (überdachte) Tribüne rund um die Kugelbühne. Gemütlicher konnte man wohl kaum ein Konzert genießen.
  • Wobei das aber auch ein bisschen das Konzert-Feeling raubte. Eine Band von so weit weg zu sehen, ist wie fernsehen. Schon geil, aber am Ende klatscht man halt doch nicht.
  • Bei Regen war die Tribüne trotzdem die beste Option. Während am ersten Tag noch die Sonne vom Himmel knallte, regnete es am zweiten fast durchgehend.

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  • Den Burg- äh, Bühnengraben hab ich deswegen recht bald gemieden, da ich keine Lust hatte abzusaufen. Ohne Scheiß: vor der Waldbühne stand 40 cm hoch das Wasser!

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  • Das bedeutete aber auch: Endlich hab ich mal ein Festival im Regen erlebt. Und meine quietschgelbe Regenjacke kam auch mal wieder zum Einsatz! (Maeckes beweist: gelbe Regenjacken haben Style!)

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  • Ich finde es immer wieder schön, wie glücklich Menschen auf Festivals sind. Am ersten Tag haben alle die Sonne genossen, am zweiten sprang man dann mit Gummistiefeln (oder barfuß) in die Pfützen und tanzte im Regen.

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  • Ein großer Minuspunkt war jedoch: das Festival war verdammt dreckig. Und damit mein ich nicht den wetterbedingten Matsch sondern den Müll. Es gab einfach viel zu wenig Mülleimer.
  • Dafür aber Daumen hoch für die humanen Essenspreise!

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Tag 1

  • Am ersten Tag sind wir mehr als zwei Stunden später angekommen als geplant. Darum hab ich leider Hadern im Sternhagel und auch Kytes verpasst. Immerhin haben wir es zu Leyya gerade noch so geschafft. Sonst wäre ich wahrscheinlich todtraurig gewesen. Live machen sowohl Superego als auch ihr neuester Song Butter ganz gut was her. Ich hab mir die beiden nur nicht so kühl vorgestellt. Ein bisschen mehr Publikumsinteraktion täte vielleicht ganz gut.

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  • Danach haben wir es uns erst mal auf der Tribüne gemütlich gemacht und Frittenbude von dort oben auf uns wirken lassen. Links und rechts von uns strömten die Leute, die etwas motivierter waren als wir, nach unten und näher zur Band hin. Auch wenn Frittenbude es definitiv geschafft haben, auch die in der letzten Reihe noch zum mitmachen und tanzen zu bringen, muss ich sagen, dass die zu Zeiten, als noch die Kuscheltiere auf der Bühne umhersprangen, irgendwie besser waren. Jeden Song auf der gleichen Tonhöhe zu singen, das wird halt irgendwann langweilig. Zum Schluss hat’s Mindestens in 1000 Jahren, der Frittenbudesong schlechthin, wenigstens wieder einigermaßen rausgerissen.

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  • Als ich zur Pyramidenbühne rüber bin, um Abby zu sehen, tauchte plötzlich dieses Modular-Leuchte-Flatter-Dingens auf und unsere Modular-Clique so: Ooooooh, wie cool! <3

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  • Abby machen auf jeden Fall die perfekte Musik zum Tanzen. Und schweben. Ja, irgendwie möchte man einfach die Hände seitlich vom Körper strecken und sich im Takt der Musik treiben lassen. Außerdem bin ich voll pro Chello bei Konzerten!

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  • Anschließend wurde es spannend. Zumindest für mich. Denn die Mädels von Boy standen auf dem Plan. Früher fand ich die zwei mal richtig gut, bis ich dieses Interview hier auf Musikblog gelesen habe. Seitdem waren sie bei mir unten durch. Tja, aber wenn dann jemand wie Boy auf der Bühne steht, auf jedem Foto, das ich mache, einfach nur gut aussieht, die Songs eigentlich wirklich schön sind, es eine super Lichtshow gibt und die zwei auch noch so nett wirken, dann muss ich mich wohl doch geschlagen geben. Nur diese merkwürdigen Ausflüge ins Electrogenre kann ich dennoch nicht gut finden.

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  • Weiter ging’s mit OK KID. Ich weiß nicht warum, aber für mich sind Die Orsons, Frittenbude und OK KID ein und der selbe Topf. Und dann spielen die halt auch noch alle drei beim PULS (Die Orsons in Form von Maeckes). Das fand ich nicht sonderlich spannend. Aber immerhin weiß ich jetzt endlich was hinter OK KIDs Song Bombay Calling steckt. Bisher war das für mich immer so ein Hä-um-was-geht’s-da-eigentlich-Song. Jetzt weiß ich: um Gin. Bombay Gin. Das Lieblingsgetränk der Band. Aha. Das Publikum fand’s aber ziemlich cool und feierte vor allem Songs wie Ich kann alles und Gute Menschen.

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  • Die letzte Band am Freitag war für mich Crystal Fighters aus Spanien. Ich hätte ja nicht gedacht, dass das solche Hippies sind. Alle trugen weiße Wallekleider, sprangen wild und aufgedreht umher und die Bühne glich mit all den Pflanzen schon fast einem Urwald. Als der Sänger auf die Bühne kam, schwenkte er Räucherstäbchen oder was in der Art, dass mir schon fast schwindelig wurde. Musikalisch ist die Band leider auch nicht so ganz mein Fall. Songs wie Love Is All I Got oder You & I machen Lust auf Tanzen, der Rest ist nur so: Hä? Was ist das?

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Tag 2

  • Wieder kam ich später an als geplant. Der Regen war schuld. Wer will denn da schon vor die Tür? Also hab ich mich so spät von der Couch bequemt wie es sein musste, um nicht Lola Marsh zu verpassen. Mir ist ja vorher nie aufgefallen, dass die – bis auf ihren Song You’re Mine – total wie Lana Del Rey klingen. Und ich bin leider kein Fan von Lana Del Rey. Aber Sängerin Yael Shoshana ist schon zuckersüß mit ihrem riesigen Blumenkranz im Haar und wie sie die Worte „Scheiß Wetter“ auf Deutsch ausspricht.

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  • Ich muss ja ehrlich zugeben: Maeckes hat mich live echt überzeugt. Zum einen wegen seiner coolen, gelben Regenjacke, zum anderen weil er nicht nur Gitarre, sondern auch noch Keyboard spielen kann. Ich mein: Wie viele Rapper spielen auf Konzerten denn auch noch Instrumente, anstatt nur tschaka-boom-cool von links nach rechts zu springen? Außerdem ging er auf der Bühne mega ab. Und die Zuschauer im strömenden Regen fast noch mehr (Ein Kerl wirbelte seine Freundin an den Armen durch die Luft und die ganze Tribüne applaudierte!). Nur ab und zu war er absolut nicht auf der Höhe. Bei einem Song verkackte er total den Einsatz und bei einem etwas ruhigeren Lied klang er nach einem schüchternen Schüler.

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  • Aurora, die kleine norwegische Elfe, hat mich total in ihren Bann gezogen. Sie wirkt so zart, aber trotzdem unglaublich laut und eindringlich. Wie sie zappelt und zuckt, ihre Augen weit aufreißt und die Arme ausstreckt. Ich saß auf der Tribühne, ewig weit weg und wippte – ja, tanzte fast mit. Sie wirkt einfach so echt und ungekünstelt. Beim letzten Song zog sie sogar noch ihre Schuhe aus. Elfen tanzen eben barfuß.

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  • Kakkmaddafakka nicht mit dem Wort Party in Verbindung zu bringen ist eigentlich fast unmöglich. Ein Konzert der Jungs ist immer eine mega Show! Allein das klassische Stück als Intro und das 90s Cover machen schon unglaublich Spaß. Einziger Wermutstropfen: die zwei Backgroundsänger waren diesmal nicht dabei. Obwohl die doch eigentlich fast das Beste an der Band sind. Und die Songs von der neuen Platte fetzen live halt leider auch nicht ganz so gut wie die älteren Sachen.

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  • Was hab ich mich auf Sara Hartman gefreut! Sie war der einzige Act, den ich mir auf der Waldbühne anschaute. Dort balancierte ich auf schiefen Planken und betete, dass ich nicht in die teichgroße Pfütze vor mir fiel. Hach, die Rockgöre mit ihrer schwaren Lockenmähne war einfach fantastisch. Ich liebe ihre Songs! Es war nur leider ein bisschen kurz.

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  • Von MØ war ich hingegen nicht mal halb so angetan. Es mag vielleicht ihre Art und vielleicht auch ihr Konzept sein, aber für mich passt bei dieser Frau einfach nichts zusammen. Allein schon ihr komisches Outfit, bestehend aus einem Sport-BH und einem durchsichtigen Spitzenrock, und dass sie richtig anzüglich tanzt…würde sie HipHop machen, würde das perfekt passen. Aber doch nicht zu ihren melodischen, happy, powervollen und teilweise sehr ruhigen Songs. Ihr Auftritt war auch generell nicht so der Hit. Im Prinzip spazierte sie nur von Links nach Rechts. Und legte sich immer wieder auf den Boden. Also so richtig flach, sodass man sie minutenlang gar nicht mehr sah. Why?!

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  • Meute waren der vorletzte Act für mich an diesem Abend. Techno höre ich ja eigentlich überhaupt nicht. Wenn er aber live und mit echten Instrumenten gemacht ist, finde ich das schon interessant. Vor allem diese riesige, weiße Tuba oder was das war, war schon ziemlich cool. Ansonsten – okay, es war jetzt auch nicht sooo der Hammer. Ohne Gesang ist das halt immer schwierig und das Publikum nicht ganz so aufmerksam. Zum nebenbei sich unterhalten war’s aber ganz gut. Und mal was anderes.

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  • Ich versteh echt nicht, was alle so toll finden an Milky Chance. Das Gelände rund um die Kugelbühne war bei ihrem Auftritt rappelvoll. Die Tribüne und auch unten die Arena, alles voller Leute. Alle Besucher hatten sich scheinbar hier versammelt. Aber alles was man zu sehen bekam, waren zwei schwarze Silhouetten. 1 Stunde und 15 Minuten lang. Erst nach 45 Minuten hat man zum ersten Mal ihre Gesichter gesehen. Aber das auch nur gaaaaanz kurz. Noch dazu kam total viel vom Band. Und ihr wisst ja: davon bin ich absolut kein Fan! Es gibt doch kaum etwas, das man nicht irgendwie live mit einer Band hinkriegen könnte. Stattdessen haben sie auch noch ihren Drummer hinter einer Wand aus weißem Licht versteckt. Und von den planlosen Ansagen will ich gar nicht erst anfangen. Waren die bekifft?

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Vorfreude aufs PULS Open Air

Nach dem Festival ist vor dem Festival. Oder so ähnlich. Am Freitag geht’s für mich zum PULS Open Air auf Schloss Kaltenberg. Ja, ein richtiges Schloss. Uuuuuhhh! Ich bin schon sehr gespannt. Das wird bestimmt richtig toll. Viele haben mir bereits versichert, dass die Location wunderschön sein soll. Sonst finden dort immer Ritterspiele und solche Sachen statt, diesmal gibt’s gute Musik auf die Ohren. Und ein Prinz muss dort auch irgendwo unterwegs sein. Also ohne Scheiß jetzt! Aber erst mal zur Musik – das mit dem Prinzen check ich dann am Wochenende vor Ort aus. Hihi.

Tatsächlich kommen zum PULS Open Air einige Bands, die ich schon seit einiger Zeit ziemlich gut finde und deswegen auch gern mal live sehen würde. Sara Hartman zum Beispiel, deren Song Satellite ich so sooooo schön finde. Oder Lola Marsh. Yeah – endlich Lola Marsh! Und Leyya. Wie lange schiele ich schon auf das österreichische Duo und warte darauf, dass sie mal in meine Nähe kommen. Auch auf Vimes freu ich mich total. Wobei ich überlege, mir die noch fürs Singoldsand Festival aufzuheben.

Dann wären da natürlich noch ein paar Neuentdeckungen. Also so neu sind die eigentlich gar nicht, aber nach Durchforsten des Line-ups hab ich sie zumindest für mich entdeckt. Da wären z. B. Hadern im Sternhagel mit ihrem melancholischen Synthpop. Oder Chinah aus Kopenhagen. Könnte ganz gut werden. Oh – oder Meute! Zieht euch die mal rein! Das ist eine Blaskapelle, die Techno macht. Und das klingt einfach unglaublich geil. Das muss ich mir auf jeden Fall anschauen. Abby und Maeckes würde ich auch gerne sehen. Wobei mir aber von Maeckes nur sein Song Herz voller Wespen so richtig gefällt. Der Rest – naja.

Tja, also so wie es aussieht bin ich dann mal wieder eher nachmittags unterwegs. Die Headliner am Abend – puh. Die werd ich mir natürlich auch anschauen. Ich mein, gegen Aurora, Crystal Fighters, MØ, Frittenbude, OK KID, Boy etc. kann man ja auch nichts sagen, allerdings waren die für mich nie ausschlaggebend, um zum PULS Open Air zu gehen.

Ach ja, fast vergessen. Meine Lieblinge Kytes spielen da auch. Schon klar, dass ich mir die anschauen werde oder? Ihr neuer Song I Got Something ist mal wieder voll der Ohrwurm.

Modular Festival – 26. bis 28.05.2016 – Wittelsbacher Park

Das Modular Festival 2016 ist vorbei und ich platt, müde, traurig und melancholisch, weil ich es vermisse, aber trotzdem super happy, weil es ein wunderschönes Erlebnis war. Nie im Traum hätte ich gedacht, dass es eine so geniale Zeit werden würde. So here we go: die schönsten und unglaublichsten Fakten zum Modular!

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Allgemein und sowieso

  • Das Festivalgelände übertrumpft sich von Jahr zu Jahr selbst! Diesmal war es noch größer, es gab sogar eine dritte Bühne und überall hing traumhafte Upcycling-Deko.
  • Ich bin total verliebt in unsere Crew! Es ist unglaublich, was da über die Tage für ein Zusammenhalt entstanden ist. So viele Leute haben sooo viel Energie reingesteckt und sind so krass engagiert.
  • #crewloveistruelove! Einige Personen hab ich so dermaßen ins Herz geschlossen, dass ich bereits am ersten Tag etwas melancholisch wurde, weil ja bald alles vorbei ist und ich die Leute dann nicht mehr jeden Tag sehe.
  • Unser Crewzelt war dieses Jahr ein Traum! Liegestühle, Couchen, ein Banner auf dem sich die 2016er Crew verewigen durfte, immer leckeres, frisches Essen (die Pizzatruppe hatte echt drauf) und meiner Meinung nach die beste Idee: eine Becherbar, damit auch jeder seinen Becher wiederfindet.
  • Ich war im Durchschnitt und grob überschlagen täglich 15 Stunden auf dem Gelände. Fünf Tage in Folge. Von Mittwoch bis Sonntag. Dieses Jahr hab ich so viel Zeit und Energie reingesteckt wie noch nie und bereue es keine Sekunde.
  • Das hat natürlich seine Spuren hinterlassen. Schon am zweiten Tag hat mich eine Freundin mit den Worten „Du siehst aber müde aus“ begrüßt. Vormittags. Um elf. Fragt nicht wie ich nach dem fünften Tag ausgeschaut hab.
  • Bei all der Arbeit kam aber auf keinen Fall der Spaß zu kurz. Unsere Sidecrew hat sich z. B. einen eigenen Stammtisch gebastelt und jeden Tag halbernste To-Do-Listen aufgehängt. Und für ein Feierabendbier war immer Zeit, auch um drei Uhr morgens.
  • Mein inoffizielles Festivalhighlight waren eindeutig die EcoToiletten. Kürzere Schlangen und im Gegensatz zu ekligen, stinkenden Dixiklos sogar ganz schick.
  • Die beste Idee überhaupt war die Bauchtasche, die mir Video-Marcel von Mundhaarmonika geliehen hat. Klein genug, um nicht zu nerven. Groß genug, um alles unterzukriegen.
  • Durch die Arbeit aufm Festival hab ich einen ganzen Haufen toller Leute kennen gelernt. Genau das gefällt mir so gut am Modular. Und dass ich dort immer alte Schulfreunde wiedertreffe, die ich sonst das ganze Jahr nicht seh.
  • Ach ja, ich hab diesmal hinter der Bar im Backstage gearbeitet. Artistbetreuung also. Da sind einige coole, witzige und vollkommen überraschende Sachen passiert. Aber was backstage passiert, bleibt auch da. Sorry!
  • Während der Schicht konnte man auch mal kurz weg und sich eine Band anschauen. Alles super locker dort und unsere Supervisorgirls waren richtig lieb.
  • In meiner Freizeit hab ich mich dieses Jahr komplett auf die Konzerte konzentriert. Von den Workshops, PoetrySlam, DIYs usw. hab ich leider absolut nichts mitgekriegt.
  • Das Wetter: es war perfekt. Zwar hat es jeden Tag ein halbes Stündchen vor sich hingeregnet, aber dann haben sich die Wolken wieder verzupft. Zum Glück. Denn Gewitter waren angekündigt und jeder hatte Schiss, dass das Festival wie letztes Jahr wieder bei Aaaa…upsi, also dem Secret Act (Auflösung gibt’s unten) abgebrochen werden muss.
  • Hoppla, fast vergessen: Wir waren an allen drei Tagen ausverkauft. Tschaka!

Tag 1

  • Am ersten Tag war ich schon früh am Vormittag vor Ort, weil noch der Check-In-Bereich, die Künstlergarderoben und der Cateringraum vorbereitet werden mussten. Außerdem durfte ich noch Gemüse schnibbeln, Obst, Semmeln, Wurst und Käse herrichten, damit die Bands gleich nach der Ankunft schon ein bisschen was snaken konnten. Neben der Barschicht gehörte auch das zu unseren Aufgaben.
  • Danach hab ich erst mal das Gelände erkundet und geschaut, wo was ist. Super praktisch war dieses Jahr auch die Wasserbar der Stadtwerke, wo man kostenlos bestes Augsburger Trinkwasser bekam. Ganz ehrlich: sowas hab ich mir für’s Modular schon immer gewünscht.
  • Die erste Band auf meinem persönlichen Timetable war The Living, eine der Bands, die wir Youngstars gebucht haben. Dass das geklappt hat, fand ich ziemlich geil, denn The Living wollte ich schon seit Längerem live sehen, aber dafür nicht unbedingt in eine andere Stadt fahren. Musikalisch könnte man sie mit Kytes vergleichen, also super zum Tanzen geeignet und ganz viel happy Indie. Während alle anderen chillig im Gras saßen, hab ich also getanzt. Einen besseren Festivaleinstieg hätte es wohl kaum geben können.

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  • Später schauten wir noch bei Tom & Flo vorbei. Da hatte sich schon eine große Menschenmenge um die kleine Bühne im Basar versammelt. Zu Recht. 60s-Sound geht immer. Auch auf einem Festival.

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  • Zwischendrin hab ich immer wieder und ständig Freunde und Bekannte getroffen mit denen ich mich nicht selten verratscht hab. Manche Bands hab ich dadurch leider nur so am Rande mitbekommen.
  • So kam es dann leider auch, dass ich zwei Bands komplett verpasst habe. Giant Rocks und Al Bairre. Im Nachhinein ärgert es mich ganz schön, dass ich den Timetable nicht besser studiert habe. Beide Konzerte müssen nämlich krass gut gewesen sein. Schade.

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Tag 2

  • Meine Verplantheit vom ersten Tag war mir eine Lehre. Darum hab ich für die nächsten Tage alles ganz genau ausgecheckt und mir die volle Breitseite an Konzerten gegeben.
  • Gleich als aller Erstes auf der Park-Bühne, kurz nach Mittag und eher zufällig: Bdot-Issa. Seinen HipHop fand ich ziemlich gut und wollte auch Fotos machen. Nur leider hatte ich mein Eis noch nicht fertig geschleckt. Und als ich dann fertig war, war’s Bdot-Issa leider auch. Mist.
  • Anschließend sind wir zu Nick Yume, der fantastisch war und mit seinen roten Bäckchen echt lieb aussah.

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  • Auf I Am Jerry hab ich mich schon wahnsinnig gefreut. Der Sänger war eindeutig hyperaktiv, hat mit seiner Art aber einige Leute vor die Bühne gelockt. Also richtig nah an die Bühne, nicht zehn Meter entfernt im Gras sitzend. Die Show war mega gut. Leider hab ich immer noch nicht rausgefunden, wer der creapy Typ auf dem fetten Backdrop war. Der gehörte nämlich irgendwie zur Band, auch wenn er nicht auf der Bühne stand…

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  • Dieses Jahr trat zum ersten Mal ein Zauberer auf. The Great Joy Leslie. Hab ich mir gegeben, hätte es aber nicht unbedingt gebraucht. Seine Witze haben leider nicht meinen Humor getroffen, die waren mir eindeutig zu wenig einfallsreich. Aber den Kindern, die zahlreich versammelt waren, hat das bestimmt getaugt.

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  • Nach einem kurzen Snack ging’s weiter zu Neonschwarz, deren Musik mir eigentlich nur so teilweise gefällt. Deswegen blieb ich einfach weiter hinten stehen und hab das Spektakel auf mich wirken lassen. Fahnen, viele Fahnen. Mit der Aufschrift „Refugees welcome“. Schön. Und dazwischen ab und zu ein Einhorn.

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  • Bevor meine Schicht anfing, bin ich noch kurz zu den Augsburgern San Antonio Kid und danach zu Weekend. Zuerst Western-Gitarren-Sound, dann HipHop-Bang-Bang. Beides gut, beides hab ich aber wieder nur am Rande mitgekriegt, weil wegen Freunden und so.

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  • Eine halbe Stunde nachdem ich meine Schicht angetreten hatte, hab ich mich dann schon wieder davongestohlen, um Drangsal sehen zu können. Backstage war Gott sei Dank wenig los, sodass das kein Problem war. Gerade als ich ankam ist nur leider dem wehrten Drangsal eine Saite gerissen. Mann, hat der geflucht bis das wieder gepasst hat. Ich hab mich auf jeden Fall sehr gefreut, dass ich ihn live sehen konnte. Einfach weil er immer so kühl und ein bisschen arrogant wirkt, ich das aber bei ihm komischerweise gar nicht blöd finde. Durchaus ein interessanter Mensch. Und gute Musik – 80s-Electro at it’s best.

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  • Kaum zurück bin ich eine Stunde später schon zu Say Yes Dog gesprungen. Echt genial, dass das in unserem Team so easy funktioniert hat. Leider hat die Band nur wenige der bekannteren Songs gespielt, aber auch so war’s richtig gut. Die Leute haben getanzt und die Musik hat meiner Meinung nach perfekt zur Dämmerung gepasst. Ich bin nur leider nicht bis zum Ende geblieben, da ich meine Mädels nicht so lange allein lassen wollte. Am Ende muss das Publikum nämlich dezent empört gewesen sein, dass Say Yes Dog keine Zugabe spielen durften, und heftig gebuht haben.

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Tag 3

  • Mittlerweile wurde das Aufstehen immer härter und wer nicht schon um 12 Uhr arbeiten musste, kam von Tag zu Tag später.
  • Spätestens um halb vier zu Dobré waren aber wieder die meisten fit und es wurde getanzt. Die machen aber auch einfach gute Laune die Jungs, auch wenn sie diesmal nur zu dritt waren. Als großer Fan der Band hat’s mich riesig gefreut, dass so viele Leute gekommen sind. Da wurde es schon fast eng.

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  • Kafka Tamura hab ich vor ein paar Jahren bei ihrem Konzert in Augsburg verpasst, dann eben jetzt aufm Modular Festival. Ich steh total auf deren Musik, Frontfrau Emma machte nur leider die ganze Zeit über den Eindruck als sei sie ein verschrecktes Reh und hier irgendwie fehl am Platz. Na immerhin lockte sie eine Gänseblümchenkette, die ihr ein Fan schenkte, von der Bühne runter und zauberte kurzzeitig ein Lächeln auf ihr Gesicht.

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  • Am späten Nachmittag gab’s geballte King-Power. Zuerst meine Augsburger Lieblinge King The Fu, deren Konzert ich mir zum Großteil vom Crewzelt aus anhörte. Da war der Sound zwar eher bescheiden, aber ich brauchte eine Pause. Anschließend noch zu The King Of Cons x Lil’L. Fand ich youtubemäßig bisher immer top, in dem Moment war mir das aber zu ruhig, zu verträumt. Wobei…so krass schnell wie Lil’L auf sein Drumpad einhackte…da stieg selbst meine Kamera aus.

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  • Ich bin auf jeden Fall weiter zu Timothy Auld. Die Chance ihn nochmal live zu sehen, wollte ich mir nicht entgehen lassen. Groovig und lässig wie immer – auch wenn ich zu Beginn erstmal über seine ganz schön kurzen Haare erschrocken bin.

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  • Bald war Schichtwechsel angesagt, aber ich wollte noch ein paar Bands auschecken. Allen voran Imarhan, die Indie-Touaregs und somit wohl die exotischste Band aufm Festival. Mich hat es total gefreut, dass so viele Leute nach drinnen zur Club Stage kamen, obwohl draußen fantastisches Wetter war und die Band in einer Sprache sang, die keiner verstand.

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  • Vita Bergen waren eindeutig die Band, die mich am meisten überrascht hat. Ich erwartete ruhigen Indiepop wie etwa bei ihrem Song Curtains. Was ich aber hörte war eher was in Richtung Punkrock. Ich dachte ja echt, ich wäre irgendwie falsch abgebogen oder hätte mal wieder den Timetable vercheckt. Aber nein, das Bühnenbanner sagte: Vita Bergen. Also auf der Bühne ging’s dann ziemlich ab und der Sänger dreschte immer wieder voller Power auf seine Trommel ein. Und ja, ich muss sagen: mit seinen blauen Augen war er überaus hübsch zu fotografieren.

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  • Kurz nach Schichtbeginn bin ich dann nochmal weg und zu Endlich Blüte, die sich Fotos wünschten. Die Augsburger Band hab ich an dem Abend zum ersten Mal live gesehen. Mein erster Gedanke war, dass die ein bisschen wie Oliver Gottwald klingen und siehe da, genau der stand beim Konzert nur wenige Schritte neben mir.

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  • Zum Schluss: der Secret Act von dem man im Vorfeld schon munkelte, es könnten AnnenMayKantereit sein. Und ja, tatsächlich, sie waren es! Sie haben ihr Versprechen gehalten und sind zurück gekommen, um das Konzert, das letztes Jahr wegen einem Gewitter abgebrochen werden musste, zu Ende zu spielen. Ich wollte die Band eigentlich auslassen, denn ich sollte ja auch mal wieder arbeiten. Aber die anderen drängten mich schon fast dazu, jetzt doch bitte meine Kamera zu holen und in den Graben zu springen. Ooookay. In besagtem Bühnengraben traten sich Fotografen, Security und Festivalorganisatoren schon beinahe auf die Füße. Ehrlich…das fand ich in dem Moment schon fast interessanter als was da auf der Bühne passierte. Das Publikum schrie und jubelte sich derweil die Lunge aus dem Leib. Einmal bin ich kurz auf dieses Trittbrettchen der Absperrung gestiegen und hab den Blick über die Menge schweifen lassen. Wow, die Leute standen dicht an dicht von der Bühne bis hinter zur Kongresshalle. Das restliche Gelände muss wie ausgestorben gewesen sein. Spätestens da ist wahrscheinlich allen klar geworden, wofür man die restlichen Wochen und Monate gearbeitet hat.

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Vorfreude aufs Modular Festival 2016

Aaaaahhh! Es geht los! Morgen startet endlich das Modular Festival. Ich dreh schon seit Tagen komplett am Rad. Das wird so gut. Das wird soooo gut!

Und jetzt will ich euch auch endlich mal erzählen, auf welche Art und Weise ich dieses Jahr beim Modular mitwirken darf. Seit 2012 bin ich nämlich schon als Volunteer dabei und durfte bisher immer pro Tag einige Stunden am Einlass arbeiten. Doch diesmal wurde alles anders! Anfang des Jahres suchten die Modular Youngstars Verstärkung und auch wenn ich nicht mehr ganz so jung bin, hab ich mich trotzdem beworben. Und siehe da: ich wurde tatsächlich ins Team mitaufgenommen! Ich bin zwar mit meinen 23 Jahren so ungefähr die Oma unserer Gruppe, aber ich hab meine Jungs und Mädels mittlerweile so ins Herz geschlossen! #crewloveistruelove

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Foto: Lisa Seifert

Die Modular Youngstars sind ein Projekt des Modular Festivals bei dem junge Leute ins Festivalgeschehen reinschnuppern dürfen. Seit Februar treffen wir uns regelmäßig, stecken unsere Köpfe zusammen, planen und organisieren. So durften wir z. B. bei mehreren Slots selbst entscheiden, wer dort spielen wird, das Booking übernehmen und uns letztendlich schon mal in der Festival Zentrale in unsere jeweils zugeteilten Bereiche Programmkoordination, Hospitality, Technik und Öffentlichkeitsarbeit einarbeiten. Welches Aufgabengebiet ich zugeteilt bekam ist ja wohl klar ;)

Ziemlich interessant war auch der tiefere Einblick in die Projektarbeit, die ich dieses Jahr bekommen habe. Wie teilweise von heute auf morgen alles umgeworfen wird und man dann schon flexibel und spontan sein muss. Ich denke, das hat mir ziemlich viel gebracht, da ich gerade damit bisher immer etwas Probleme hatte. So kam es dann auch, dass unsere Youngstars-Bands nicht wie letztes Jahr auf einer eigenen Bühne spielen werden, sondern ganz normal im Line-up miteingebunden sind. Und unsere ursprüngliche Arbeit damit plötzlich weggefallen ist. Dafür sind wir jetzt für die Artistbetreuung zuständig. Darauf bin ich schon sehr gespannt. Also nicht weil ich jetzt groupiemäßig die Bands stalken will, sondern weil ich ja bisher immer nur beim Einlass war, quasi an der Front. Und diesmal eben im Backstage. Yaaaaay! Ich freu mich schon so dermaßen drauf! Eigentlich ganz schön ballaballa sich über einen Haufen Arbeit zu freuen, für die man nicht mal bezahlt wird. Aber die Crew ist so herzallerliebst und es macht einfach wahnsinnig viel Spaß. Wobei…meine Schichten sind diesmal von 18 bis 0 Uhr. Für mich als Frühaufsteher, der ab spätestens 23 Uhr todmüde ist, jetzt nicht so ideal. Aber zum Schlafen hat man ja nachm Festival noch genug Zeit.

Meine Festivalerkundungen und das Auschecken von Bands on stage wird sich daher eher auf den Nachmittag konzentrieren. Trifft sich eh ganz gut, da ich von einem Großteil der größeren Bands eh schon mal auf Konzerten war. Interessanterweise fühlt sich nämlich das Modular dieses Jahr wie ein Wiedersehen mit Freunden an, denn viele Bands hab ich in den letzten Monaten schon live gesehen – z. B. Timothy Auld, A Tale Of Golden Keys, L’Aupaire, Me And My Drummer, Tom & Flo, Adulescens, Chefket, Dobré, King The Fu, Jesper Munk…und auch den Secret Act.

Hier jetzt aber mal meine Auswahl an Bands, auf die ich mich dieses Jahr besonders freue und die ich unbedingt sehen will. Teilweise muss ich evtl. noch meine Youngstarskollegen bestechen, damit sie während meiner Schicht kurz für mich einspringen.

Ups, ganz schön viel…und das ist nur eine kleine Auswahl.

Modular Festival Zentrale 2016 #4 – Review

Das war’s! Klappe zu, Affe tot. Die Festival Zentrale ist für dieses Jahr Geschichte. Ich bin ja schon ein kleines bisschen traurig darüber, weil es einfach ne coole Zeit war. Dafür geht’s jetzt aber staight aufs Festival zu! Doch vorher will ich euch noch erzählen, was am letzten Wochenende so passiert ist:

Am Donnerstag hab ich wohl so ziemlich alles an emotionalen Höhen und Tiefen mitgemacht, was nur irgendwie ging. Schon vor Wochen hab ich beschlossen, dass ich bei der Open Stage auftreten will. Also hab ich fleißig Songs geschrieben. Fehlte nur noch ein Instrument, da ich mein Klavier ja leider nicht mitnehmen kann. Das Angebot einer Freundin, dass sie ihr Keyboard mitbringen könnte, verlief irgendwie im Sande, wegen Stress und so (was ich voll nachvollziehen kann und ihr absolut nicht böse bin). Außerdem hatte ich dieses f*cking Pedal immer noch nicht gefunden. Deswegen hab ich am Vormittag beschlossen, das Ganze abzusagen. Ehrlich gesagt, ist mir da ein riesiger Stein vom Herzen gefallen, weil ich einfach fett Panik geschoben hab. Alles war so stressig und fühlte sich nach einer Hauruck-Aktion an, die nur schief gehen konnte. Dann hat mir am Nachmittag Marius geschrieben, der den Abend moderierte, ob ich startklar wäre für meinen Auftritt. Ich hab dann zuerst mal ne Runde rumgejammert, bis er meinte, dass doch ein E-Piano da sei. Naaaaa toll. Also alles auf Anfang. Nach der Arbeit kurz zum Soundcheck gespurtet, fünfmal den Text vergessen, dann schnell heim, in ein neues Outfit geworfen und die Songs noch tausendmal gespielt. Irgendwas lief immer schief. Um kurz vor neun war ich dann vor lauter Aufregung schon völlig fertig. Zu allem Überfluss wurden die Teilnehmer nach und nach ausgelost. Ich wusste also nicht, wann ich dran sein würde. Und weil das Schicksal mir gerne noch eine mitgeben wollte, war ich tatsächlich die Letzte, die gezogen wurde. Was hab ich nur für ein Glück. Mittlerweile war mir aber alles recht egal. Vielleicht hat’s ja auch geholfen, dass mir alle so lieb Mut zugesprochen haben. Ich bin da rauf und hab das Ding gerockt. Oder so. Ich hab mich ein paar Mal verspielt, zwei Zeilen einer Strophe weggelassen, dafür einen Refrain gleich zweimal hintereinander gesungen. Komischerweise blendet man plötzlich alles aus, was so um einen rum passiert, wenn man da oben auf der Bühne steht. Trotzdem hab ich meine wackelige Stimme nicht unter Kontrolle gekriegt. Glaub ich zumindest. Das Video, das ich danach gesehen hab – oh Gott – wie schief ich geklungen hab! Vielleicht lag’s aber auch an der Videoqualität. Bestimmt lag es daran. Es war eine tolle Erfahrung und ich bin froh, dass ich es gemacht hab, aber so schnell kriegt mich niemand mehr auf eine Bühne und meine eigenen Songs motte ich vorerst auch ein.

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OMG – ich auf der Bühne!

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Am Freitag fand ein überraschend spontanes, aber wahnsinnig gutes Kopfhörerkonzert der Band Von Welt in der Zentrale statt. Dem Spektakel hab ich hier einen eigenen Blogbeitrag gewidmet, denn das war so gut, das hätte ich unmöglich in nur einem Satz beschreiben können. Später folgte Loisach Marci und auch der hat mich ganz schön überrascht. Ich bin ja schon fast rückwärts wieder aus der Zentrale rausgestolpert, als ich ankam und da einfach mal ein fett riesiges Alphorn mitten im Raum stand. Da hatte ich wieder kurz die Befürchtung, dass das ein grausiges Humptata-Konzert wird. Zumal Marci auch noch in Tracht auftrat. Aber was dann passierte…sowas kann man eigentlich kaum beschreiben. Das muss man selbst gehört haben, sonst glaubt man es nicht. Ich war echt beeindruckt wie cool das klingen kann, wenn man Elektro, HipHop, Glöckchen, Alphorn und Mundart-Rap miteinander verbindet.

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Am Samstag kam es dann etwas anders als erwartet. Es war der letzte Tag, an dem die Zentrale geöffnet hatte. Ich wollte feiern, Party machen, mir zwar nicht komplett die Kante geben (ich mein, sowas mach ich ja eh nie – ehrlich!), aber ausgelassen sein. Ich glaube, das wollten eigentlich alle. Aber es lag so eine komische Stimmung in der Luft. Dieser kleine Abschiedsschmerz. Es war einfach eine wunderbare Zeit, wir hatten so viel Spaß. Während der letzten Wochen hab ich einige tolle und coole Leute getroffen, Bekannte wurden zu Freunden und einige Freunde durfte ich noch besser kennen lernen. Ich könnte jeden einzelnen davon abknutschen.

Am Anfang war es also irgendwie komisch, obwohl einige Leute gekommen sind, nur um The Sensational Skydrunk Heartbeat Orchestra live zu sehen. Bei einer so großen Band wurde es diesmal richtig eng auf der Bühne. Immerhin gehören neben den „normalen“ Instrumenten auch drei Bläser und ein Akkordeonspieler zur Band. Meine kleine Melancholie hielt dann gar nicht mal so lange an. Irgendwann stand ich doch in der ersten Reihe und hab getanzt, wie zig andere auch. Bei Skydrunk kann man einfach nicht anders. Ist halt auch einfach zu geil mit diesem mega Bass und der Posaune! Und der Trompete. Und ich steh ja voll auf Saxophon!

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Modular Festival Zentrale 2016 #4

Endspuuuuurt! Noch eine Woche, dann startet das Modular Festival im Wittelsbacher Park. Kinder, wo ist nur die Zeit geblieben?! Mich überrascht das ja gerade selbst ein bisschen, dass es schon bald so weit ist. Vorher lassen wir es aber in der Festival Zentrale nochmal ordentlich krachen.

Heute Abend findet dort eine Open Stage Night statt. Es darf also jeder, der Lust hat, rauf auf die Bühne und irgendwas spielen, singen, was covern oder eigene Songs präsentieren. Inspiriert von dem Gedanken und der Chance eigene Lieder einem Publikum, das nicht nur aus Freunden und Familie besteht, vorspielen zu können, hab ich mich ans Klavier gesetzt und einen Song fertig geschrieben. Und weil ich gerade so im Flow war einfach noch nen zweiten hinterhergeworfen. Innerhalb von gut drei Tagen standen plötzlich zwei Songs. Und die sind jetzt sogar komplett fertig. Ich glaub, ich hab bisher noch nie einen fertig geschrieben. Angefangen tausende, aber zu Ende gebracht keinen einzigen…Die letzten Tage war ich dann immer super aufgeregt und verdammt unsicher. Denn komischerweise gefallen mir meine Sachen nie. Ein Keyboard habe ich schon so mehr oder weniger organisiert, da ich mein Klavier ja schlecht mitschleppen kann. Fehlt nur noch das Pedal, dass doch noch irgendwo hier rumliegen muss. Irgendwoooooo. Die ganze Bude auf den Kopf gestellt. Es ist leider nicht aufgetaucht. Falls nicht noch ein Wunder passiert, wird’s wohl doch nichts mit meinem kleinen Auftritt.
Wer aber mit Sicherheit dabei sein wird: Jan Plausteiner!

https://soundcloud.com/janplausteinermusic/its-ok

Facebook-Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/1769492849948979/

Freitag folgt dann – oh, Überraschung! – mal wieder ein Konzert. Als ich vor Wochen irgendwo gelesen habe, dass Loisach Marci eine Art moderne Volksmusik macht, mit Alphorn und so, dachte ich mir nur: „Oh nee, hau ab.“ Im Zuge dieses Blogeintrags musste ich dann aber doch etwas genauer recherchieren und siehe da: das was die Band so fabriziert klingt eigentlich ganz cool. Da spielen unter anderem Elemente aus dem HipHop oder der Elektromusik mit rein. Ich glaube, das könnte interessant werden.

Facebook-Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/1618672955122331/

Am Samstag findet unter dem Motto „Adíos la Central“ die Abschlussparty statt, denn am Sonntag werden wir in aller Frühe mit Sack und Pack aufs Festivalgelände übersiedeln. Und wie feiert man besser als – richtig – mit einem Konzert. Was denn auch sonst?! The Sensational Skydrunk Heartbeat Orchestra (Gott, Leute – kann bitte endlich mal jemand eine offizielle Abkürzung für die Band erfinden? :D) schauen dafür in der Zentrale vorbei und wenn diese Truppe auf der Bühne steht, dann wird’s mit Sicherheit ne fette Party. Let’s fetz, Baby!

Facebook-Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/948927118559225/