Lieblingssong: Hannah And The Neighbours – Home

Wer Musiker, jung und neu im Business ist, der strebt gern nach Höherem. Klar. Bekanntheit, Groopies, der fette Plattendeal. Als ein vermeintliches Sprungbrett dafür kann dann schon mal der ein oder andere Wettbewerb auserkoren werden. Dass das aber wirklich so aufgeht, klappt vielleicht bei…0,1 Prozent? Darum und wegen Peinlichkeiten wie DSDS hab ich solche Aktionen immer eher belächelt. Nicht weil ich die Teilnehmer lächerlich finde, sondern eher weil die Prozedur an sich kaum Nutzen bringt. Meine Devise lautet: Wer es nicht ohne schafft, wird es auch mit einem Wettbewerb nicht weit bringen.

So finde ich auch den Augsburger Bandwettbewerb Band des Jahres semi gewinnbringend für die Teilnehmer. Man bekommt Bühnenerfahrung und kann austesten, wie die eigene Musik beim Publikum ankommt. Gut. Aber sonst…Außer den Killerpilzen ist damit eigentlich noch niemandem der Durchbruch gelungen. Allein der Slogan „Deutschlands ältester Bandwettbewerb“ wirkt so eingestaubt wie langweilig. Für mich hat der Wettbewerb nur den einen Nutzen: dass ich neue Bands entdecken kann.

In den letzten Jahren hab ich also Band des Jahres immer weniger verfolgt. Haben doch meine Favoriten eh nie gewonnen. Ob das jetzt von meinem besonders guten oder besonders schlechten Geschmack zeugt, sei mal dahingestellt. Auch dieses Jahr haben es meine Lieblinge zwar ins Finale jedoch nicht aufs Treppchen geschafft. Und ich hab das überhaupt nicht verstanden. Bis ich dieses Video von Hannah And The Neighbours, der diesjährigen Gewinnerin, gesehen hab und vollkommen baff war. Wie eine zweite Adele. Nur tausendmal authentischer. Also diesmal verdientermaßen gewonnen. Und ich drücke ihr die Daumen, dass sie der Preis auch weiterbringt. Jetzt muss ich sie nur noch irgendwann mal live sehen. Geschwärmt wird ja viel von ihrer Band, die sich so erst wenige Wochen vorm Finale spontan und durch Zufall geformt hat. Über ihre Cellistin ist Hannah angeblich auf dem Augsburger Rathausplatz gestolpert. Wortwörtlich.

Foto: Nessa Ina Photographie

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Next: Folk Road Show im Striese

Langsam beginnt wieder diese eine Zeit im Jahr. Die Konzerte werden merklich weniger, die Festivalsaison läuft dafür langsam an. Und da ich – obwohl ich Jahr für Jahr beim Modular Festival mitarbeite – nicht diesen überschwänglichen Drang verspüre, eine Open Air Veranstaltung nach der anderen abzuklappern, wird mein Kalender immer leerer. Schade für diesen Blog, weil Futter fehlt. Gut für mich, weil ich merke, dass ich eine Pause brauch und weil das Modular immer näher rückt und somit mehr Aufmerksamkeit verlangt.

Aber hier und da finden sich dann doch vereinzelt noch ein paar Konzerte. Am 20. Mai z.B. gastiert die Folk Road Show im Striese, einer eher ungewöhnlichen Location für Konzerte in Augsburg. Doch auch die Folk Road Show ist alles andere als eine normale Band. Keine Show und doch wie ein Theaterstück. Die Bandmitglieder sind eigentlich vier Singer-Songwriter und ein Schlagzeuger, die sich zu einer Gruppe zusammengeschlossen haben. Noch dazu aus unterschiedlichen Ländern und drei verschiedenen Kontinenten (Amerika, Europa und Australien)! Und doch kocht hier keiner sein eigenes Süppchen. Von Song zu Song wechselt der Leadsänger, der Rest tauscht die Instrumente. Immer im Einklang miteinander entstehen gefühlvolle, fünfstimmige Lieder. Ich bin mir sicher, dass das ein ziemlich spaßiges und mitreißendes Konzert wird (schaut euch nur mal das Video von Sofar an – umwerfend!).

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Lieblingssong: Budapester Puppenmuseum – The Dark Triangle

Liebes Augsburg, wo treibst du eigentlich immer wieder diese verrückten, schrulligen und deswegen besonders liebenswerten Bands auf? Zuerst Fräulein Brecheisen, dann OSCA, jetzt Budapester Puppenmuseum.

Die vierköpfige Band erinnert mich vom Namen her an Wes Andersons Grand Budapest Hotel, hat aber von ihrem Auftreten her rein gar nichts mit dem Film gemein. Höchstens dass sie anders sind und bestimmt nicht jedem gefallen. Beim ersten Mal Reinhören waren noch keine zehn Sekunden vergangen, da hatte mein Kopf schon eine ganz andere Verknüpfung hergestellt: Das klingt wie die Rocky Horror Picture Show! Und jetzt in allen Köpfen so:

It’s a jump to the left

and then a step to the ri-i-i-i-ight

Irgendwie ziemlich passend, finde ich. Immerhin hat Elias Loeb, um den sich die skurrile Gruppierung scharrt, seit jeher ein Fabel für Gruselgeschichten. Als gelernter Maskenbildner hat er dann auch gleich seiner gesamten Band noch einen neuen Anstrich verpasst. Der kommt vor allem in ihrem Crowdfundingvideo zum Debütalbum schön zur Geltung. Oh Mann, ich hab selten ein so gutes Kampagnenvideo gesehen.

Unter https://www.startnext.com/bpm-debuetalbum kann man das Budapester Puppenmuseum auf ihrem Weg zum ersten Album unterstützen und sich wie üblich gegen eine Geldspende ein Dankeschön aussuchen.

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Konzert: Leoniden – 08.04.2017 – Soho Stage

Zwei Tage nachdem ich im Rahmen der Downtown Acoustic Night selbst auf der Bühne der Soho Stage Musik machen durfte, war ich schon wieder in der Location unterwegs. Diesmal aber wie gewohnt vor der Bühne. Dafür aber nicht mehr ganz so fit und schon leicht krank. Nachdem ich aber zu den Konzerten von Leoniden schon so einige begeisterte Kritiken gelesen hatte, wollte ich mir ihren Auftritt in Augsburg nicht entgehen lassen.

Der Abend startete mit Supportact I Salute. Da die Bühne randvoll gestellt war mit Instrumenten performte der Sänger mit seinen Synthies unten inmitten des Publikums, während sein Bandkollege am Schlagzeug noch auf der Bühne Platz fand. Die Musik war laut und scheppernd, die Texte drückend. Nicht wenige Songs endeten mit einem Schrei. Der Sänger steuerte hin und wieder die Synthies an, die meisten Zeit bewegte er sich jedoch in gebückter Haltung auf die Leute zu. So ein bisschen auf Gollumart. Genauso begeistert wirkte dann auch das Publikum. Und auch ich konnte mich nicht so ganz entscheiden, ob ich es gruselig finden soll oder toll, weil so eigen. Hm.

I Salute - Konzert - Musik - Augsburg - Princess Pietsch

Mit den Leoniden waren wir da allesamt deutlich besser bedient. Ich hätte ja nie gedacht, dass die live so abgehen! Aber von der ersten bis zur letzten Sekunde war das eine Stimmung…Wahnsinn! Dazu beigetragen hat mit Sicherheit auch die Tatsache, dass der Sänger mehr oder weniger gezwungen war, ab und zu unten bei seinen Fans zu performen. Die Leoniden sprengten nämlich zu fünft deutlich die kleine Bühne der Soho Stage, so dass Keyboarder und Sänger trotz Anbau beim Wechsel ihrer Instrumente gezwungen waren kurz die Bühne zu verlassen. Einmal wurden dann auch gleich die Percussioninstrumente nach unten verfrachtet und einfach dort weitergespielt. Apropos Percussion: Hört man die Singles der Band, würde man nie auf die Idee kommen, die hätten so was drauf. Aber Mann – war das gut! Aus 1990 machten sie sogar eine Extended Edition und lieferten sich am Ende ein wahres Percussion-Battle. Sowieso gönnten sich die Leoniden zu keiner Zeit eine Pause, sondern spielten ein Konzert voller Power. Schon nach wenigen Minuten standen jedem Bandmitglied die Schweißperlen auf der Stirn. Am meisten beeindruckt hat mich ja durchaus der Gitarrist, der immer wieder wie wild durch die Gegend wirbelte und dabei gern sein Instrument überm Kopf schwang. Ich rechnete ja schon fast damit, dass er es jede Sekunde auf dem Bühnenboden entzweischmettern würde.

Nach über drei Wochen des Tourens war Augsburg die vorletzte Station der Leoniden, doch sie beteuerten, dass sie immer so weitermachen könnten. Oh ja, das hätten wir auch gekonnt. Das war definitiv eines der wenigen Konzerte, bei denen ich mir wünschte, die Band würde noch länger spielen. Und man bedenke, ich war krank. Ich hätte also jeden Grund gehabt, heim zu wollen. Aber es war einfach sooo gut! Doch irgendwann muss natürlich Schluss sein. Als Sänger Jakob verkündete bei ihnen würde es sowas wie eine Zugabe nicht geben, denn sie würden einfach alle Songs spielen, tat ich das noch als Schwindel ab. Ich meine, wie viele Bands haben das schon behauptet?! Doch dann stürmte er nach dem letzten Song tatsächlich von der Bühne, mitten durch die Zuschauer Richtung Ausgang. Die anderen Bandmitglieder ihm hinterher. Sein Mikro lies er dabei fast direkt vor meinen Füßen fallen, das dann dort lag und von allen angestarrt wurde wie eine tickende Bombe, vor der es kein Entrinnen mehr gab. Soll es das wirklich schon gewesen sein?

Leoniden - Konzert - Musik - Augsburg - Princess Pietsch

Leoniden - Konzert - Musik - Augsburg - Princess Pietsch

Leoniden - Konzert - Musik - Augsburg - Princess Pietsch

Leoniden - Konzert - Musik - Augsburg - Princess Pietsch

Leoniden - Konzert - Musik - Augsburg - Princess Pietsch

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Die Augsburger Musiklandschaft fördern / 5 Möglichkeiten für jedermann

Viele Leute appellieren an die Politiker, schimpfen oder jammern, dass man doch mehr für die Kulturförderung tun müsste. Es fehle an Geld, an Unterstützung, an Alternativen. Manche ärgern sich auch, dass gerade die heimische Musikszene zu kurz kommt. Was jedoch viele nicht bedenken: Jeder Einzelne kann einen Beitrag dazu leisten, damit die Augsburger Musiklandschaft auch weiterhin viel zu bieten hat. In diesem Blogbeitrag hab ich ein paar Ideen gesammelt, wie du dich engagieren kannst.

Metzgerei - Augsburg - Princess Pietsch - Musik - Raumpflegekultur

Werde Mitgleid beim Raumpflegekultur e. V.

Der Verein Raumpflegekultur wurde von ein paar jungen Leuten ins Leben gerufen, die mit viel Einsatz und Leidenschaft alte Räumlichkeiten wie Die Metzgerei und den Provino Club aufgeräumt haben (wobei aufgeräumt eigentlich in Anführungszeichen gesetzt werden sollte…ich hab da Geschichten gehört, wonach es wahrscheinlich in keinem Keller und auf keinem Dachboden auch nur annährend so schlimm aussieht) und diese nun mit ganz viel kulturellem Leben füllen. Dort finden nicht nur Konzerte sondern auch Kneipenabende, Flohmärkte, Schafkopfturniere und Ausstellungen statt. Viele der Mitglieder des Vereins kümmern sich aktiv um die Raumpflege. Andere – so wie ich – machen das eher passiv durch den jährlichen Mitgliedsbeitrag, der so verschwindend gering ist, dass es keinem weh tut. Wenn du interessiert bist, frag einfach die lieben Leute hinter der Theke und du bekommst garantiert einige spannende Geschichten erzählt.

Club & Kulturkommission Augsburg - Princess Pietsch - Musik

Oder beim Club & Kulturkommission Augsburg e. V.

Die Club & Kulturkommission ist noch recht jung. Der Verein besteht aus einem breit gefächerten Spektrum an Vertretern der Augsburger Gastronomie, Musikbranche und Club- und Kulturszene. Ihr Ziel ist der Austausch und die Vernetzung der Mitglieder untereinander ebenso wie mit einer Stimme gegenüber von Behörden, Medien und der Politik sprechen zu können, um die Allgemeinsituation der Branche für alle zu verbessern. Zuletzt hat sich die Kommission z. B. für eine faire Plakatierungsregelung in Augsburg eingesetzt. Mit der Verbreitung der Aktion „Ist Luisa hier?“ will sie Frauen helfen, die in Bars oder Clubs bedrängt werden. Weitere Mitglieder sind immer willkommen, hier findest du noch mehr Infos: www.clubundkultur.com

Modular Festival Augsburg - Princess Pietsch - Musik

Pack als Volunteer beim Modular Festival mit an

Es gibt wohl kaum eine schönere Möglichkeit die Kultur zu fördern als sie selbst mitzugestalten. Ich bin schon seit 2012 Volunteer beim Modular und hab dort mittlerweile in die verschiedensten Bereiche Einblick bekommen. Ich hab am Einlass gearbeitet oder war für die Künstlerbetreuung zuständig. Aktuell bin ich in der Promo mit dabei. Während dem Festival erlebt man dann drei ziemlich intensive Tage, aber nicht selten sind dort Freundschaften fürs Leben geschlossen worden. Wer Bock drauf hat, bekommt hier weitere Infos: www.modular-festival.de/crew-intern

downtown music institute - Princess Pietsch - Augsburg - Musik

Unterstütze den downtown Sozial- und Kulturfond

Meine Musikschule, das downtown music institute, engagiert sich schon seit Jahren mit vielen sozialen und kulturellen Projekten weit über das übliche Maß einer Musikschule hinaus. Dazu gehören z. B. das Mittelschulprojekt UNSERE SHOW, der Young Talente Award, das Pop College und die downtown pop convention auf dem Modular Festival. Wichtig ist dem downtown vor allem, dass auch Kinder aus wirtschaftlich schwachen Familien die Chance haben ein Instrument zu erlernen. Darum wurde vergangenes Jahr der downtown Sozial- und Kulturfond geschaffen. Das Vorhaben kannst du entweder durch deine Mitarbeit oder eine Spende unterstützen (www.downtown-music.de).

Adulescens Kantine Augsburg Release Ataxia

Geh auf Konzerte IN Augsburg

Es ist eigentlich so einleuchtend und logisch und wird trotzdem oft vergessen: Geh auf Konzerte in Augsburg! Am besten zu denen der Augsburger Bands! Wir haben hier so tolle Konzertlocations und wahnsinnig talentierte Bands. Aber die können ohne Gäste und Publikum nicht überleben. Deswegen fahr doch zur Abwechslung mal nicht zum fetten Konzert von diesem gehypten US-Künstler nach München, sondern besuch lieber ein gemütliches Konzert im kleinen Augsburg. Du sparst dabei nicht nur Zeit und Geld, du erweiterst gleichzeitig auch deinen Horizont und lernst deinen Wohnort und die Menschen, die hier leben, ein kleines bisschen besser kennen.


Wie sieht es bei euch aus? Gestaltet ihr die Augsburger Musiklandschaft aktiv mit? Seid ihr Mitglied in einem Verein? Oder ganz anders: Wie sieht es damit in anderen Städten aus? Ich bin gespannt auf eure Kommentare!

Next: Leoniden in der Soho Stage

Lange hab ich überlegt, ob ich zum Konzert von Leoniden gehen soll oder nicht. Mittlerweile frag ich mich wirklich, warum überhaupt. Also nicht warum ich da hingehen sollte, sondern warum ich so lange überlegt hab?! Eine Bekannte, die mir vor Wochen auf einem Konzert über den Weg gelaufen ist, hat mir damals die Band mit den Worten „Die könnten was für dich sein“ empfohlen. Und ich so: „Pah, Leoniden…noch nie was von denen gehört.“ Gesagt hab ich natürlich: „Hm, ja…ich hör mal rein.“ Hab ich aber nie gemacht.

Und eigentlich doch. Ich war mal wieder bei F., bei dem – wie schon mal erwähnt – immer Spotify läuft. Im Hintergrund plätscherte seine Discover-Weekly-Playlist. Und auf einmal kam da ein verdammt guter Song. So ziemlich das beste und reinste Indie-Geplämper, das man sich vorstellen kann. Überraschenderweise waren es die Leoniden. Mittlerweile wird mir die Band schon selbst auf Spotify empfohlen, weil wohl ähnlich wie KYTES. Ich komm also nicht um die Band drum rum. Gestern bin ich dann auch noch über einen Konzertbericht zur Kieler Band auf einem neu entdeckten Musikblog gestolpert. Also gut! Dann geh ich halt hin.

Ich hab mich durch ein paar Songs gehört und versteh mittlerweile echt nicht mehr, warum ich so lange gezörgert hab. Leoniden lassen mein Indie-Prinzessinen-Herz höher schlagen. Gitarren, viel Pling-Pling und jede Menge Power. Das mag ich ja am liebsten, wenn Songs so richtig nach vorne preschen und dich der wirbelnde Luftsog einfach mitzieht.

Die Leoniden haben ihren Namen übrigens vom gleichnamigen Meteorstrom (Sternschnuppeeeeeeeen!), dessen Radiant – also Ausgangspunkt – im Sternbild des Löwen liegt. Hab ich schon mal erwähnt, dass mein Sternzeichen Löwe ist? Ich bin absolut keine abergläubische Hexen-Voodoo-Tante. Aber die Zeichen sprechen eindeutig für dieses Konzert.

Tickets bekommt ihr im Vorverkauf für 13,90 Euro bei Eventim, eurem Ticketdealer des Vertrauens oder im Weissen Lamm (dort wie immer am günstigsten); Abendkasse 15,- Euro.

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Lieblingssong: #zweiraumsilke – Maria De La Tinder

#zweiraumsilke – ein etwas sperriger Bandname über dessen Bedeutung man nur rätseln kann. Die Band kommt aus dem Raum Nürnberg, Fürth, Erlangen und macht Musik in Richtung funkig, jazzigen Hip-Hop. Früher fand ich ja Jazz echt furchtbar. Mittlerweile allerdings…kann ich ihm auch ab und zu was abgewinnen. Wenn auch noch in versteckter Form und in ein Hip-Hop-Gewand eingewebt wie hier. #zweiraumsilke stehen insgesamt zu elft auf der Bühne! Für eine so junge Band sicherlich eine Herausforderung. Zum einen weil man in Anfangszeiten ja eher auf kleinen Bühnen spielt und da mit zehn Mann und einer Frau der Platz ganz schön eng sein muss. Zum anderen stell ich mir Proben chaotisch vor und wie schafft man es da überhaupt einen Song fertig zu kriegen bei so vielen Köpfen und Meinungen?

Entdeckt hab ich die Band irgendwie, irgendwo durch Zufall. Ich weiß es gar nicht mehr. Vielleicht war es auf Instagram. Von ihrem Sound war ich aber so hingerissen, dass sie mir nicht mehr aus dem Kopf gingen. Das lag mit Sicherheit auch zu einem Großteil an ihrem fantastischen Stop-Motion-Musikvideo zu Maria De La Tinder, das mittlerweile sogar einen Preis gewonnen hat.

Mein Traum wäre ja, #zweiraumsilke dieses Jahr auf einem Festival zu sehen. Und so abwegig wäre das gar nicht mal. Nach ihrem erfolgreichen Crowdfunding zur ersten EP, die im Mai erscheinen wird, steht ein langer Festivalsommer bevor. Und wenn #zweiraumsilke mal nicht auf Kissenbergen Skateboard fahren, dann hoffentlich mit ordentlichem von Trompeten, Saxophonen und Klarinetten erzeugtem Rückenwind von Festival zu Festival.

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Femme Jam mit Maybellene

Es ist eigentlich verrückt, wie viele, talentierte Musikerinnen es in Augsburg gibt, und wie wenige man davon auf Bühnen sieht. Das dachte sich auch unsere Popkulturbeauftragte Barbara Friedrichs und rief darum den Femme Jam – einen monatlich stattfindenden Jam-Abend speziell für Frauen – ins Leben. Seit gut zwei Jahren gibt es dieses Format nun schon, wobei der Jam im ersten Jahr noch nicht öffentlich statt fand, um den Ladys erstmal eine grundlegende Selbstsicherheit zu geben. Bei den ersten Treffen war ich damals auch dabei, doch seit den Anfängen hat sich einiges getan. Mittlerweile ist der Femme Jam vom City Club in die Kresslesmühle umgezogen und bevor gejammt wird, spielt nun immer eine Künstlerin ein kleines Konzert. Auch – so hab ich das Gefühl – hat sich die Aktion mittlerweile rumgesprochen und wird gerne angenommen. Beim Jam im März war ich nämlich dabei und hab mir das Ganze mal angeschaut.

Ausschlaggebend warum ich mir genau diesen Abend ausgesucht habe, war vor allem Maybellene, die den Jam mit einem Konzert eröffnet hat. Ich mochte ihre frühere Band Katze mit Bart und wollte sie deswegen gern mal solo sehen, denn ihre Stimme ist ziemlich ungewöhnlich. Von den Auftritten mit ihrer Band hatte ich sie als eher schüchtern in Erinnerung, aber diesmal schien sie wie ausgewechselt. Selbstsicher plapperte das Mädchen mit den feuerroten Haaren, die übrigens eine Ausbildung zur Pyrotechnikerin macht, vor sich hin und betonte immer wieder, dass sie eigentlich gar keine Ahnung von Musik hätte, ihr das musikalische Gehör fehle und sie ihre zahlreichen Instrumente (Mandoline, Klavier, Ukulele, Gitarre, Autoharp) allesamt gar nicht gut beherrsche. Aha. Dafür klang das aber ganz ausgezeichnet! Ihre Ansprachen fand ich vor dem Hintergrund des Jamabends dennoch überaus passend. Es muss nicht immer alles perfekt und auf dem höchsten Level sein. Auch einfach kann so gut sein.

Femme Jam - Augsburg - Musik - Princess Pietsch - Maybellene

Nach dem Konzert passierte dann erstmal genau das, womit ich eigentlich schon fast gerechnet hatte: viele gingen. Doch was ich absolut nicht erwartet hätte: es kamen auch einige! Manche sogar mit eigenen Instrumenten. Und auch Männer! In der Ecke neben der Bühne sprang schon ganz aufgeregt ein Mädel mit zwei Drumsticks in den Händen auf und ab und schwang sich sofort ans Schlagzeug, als die Bühne zum Jamen freigegeben wurde.  Zusammen mit zwei Jungs an E-Gitarre und E-Bass spielte sie ein paar rockige Sachen. Ich plauderte derweil mit Barbara – aufgrund des beherzten Spielens auf der Bühne unter etwas erschwerten Umständen. Sie erzählte mir, dass der Femme Jam durchgehend gut besucht sei, viele kommen regelmäßig. Und mit den Männern ist das eigentlich kein Problem. Blöde Vorfälle („Ausziehen“) gab es bisher nur zweimal, die hätten sich aber recht schnell in Luft aufgelöst.

Femme Jam - Augsburg - Musik - Princess Pietsch

In der Zwischenzeit hatte sich noch eine zweite Musikerin auf die Bühne getraut und die Klänge wurden eher jazzig. Barbara verriet mir, dass sie immer noch selbst jedes Mal die Instrumente, die das downtown music institute zur Verfügung stellt, von dort abholt und zur Kresslesmühle bringt. „Da kann ich auch echt verstehen, warum so wenig Mädels Bass spielen. Die Amps sind einfach so verdammt schwer. Die ersten, die wir hatten, konnten wir nur zu zweit tragen!“, erzählte sie. In dem Moment ist ein Mann am Klavier in den Jam miteingestiegen. Ich fand es großartig, wie alle zusammen ganz zwanglos Musik machten, dazukamen oder pausierten wie es ihnen gefiel.

Generell scheint das mit dem Femme Jam ziemlich easy zu laufen. Die Musikerinnen fürs Konzert frägt Barbara an, oft kommen aber auch Mädels auf sie zu, die z. B. vorher selbst Teil der Jamsessions waren. Der regelmäßige Abend trägt also definitiv Früchte: Augsburgs Musikerinnen gehen auf die Bühne! Und nicht nur das. Mittlerweile konnten dadurch sogar schon Kontakte geknüpft werden. Maybellene z. B. hat durch das Treffen in der Kresslesmühle jemanden gefunden, bei dem sie nun ihr Album aufnimmt.

Ganz ehrlich…mir ging bei diesem Abend das Herz auf. Der Femme Jam hat so klein angefangen und ist jetzt ein fester Anlaufpunkt sowohl für Frauen als auch für Männer. Vielleicht steckt in mir doch ein bisschen mehr Feministin, als ich bisher dachte.

Femme Jam - Augsburg - Musik - Princess Pietsch

Femme Jam - Augsburg - Musik - Princess Pietsch

Der nächste Femme Jam findet am 11. April zusammen mit Hannah And The Neighbours statt. Der Eintritt ist wie immer frei.


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Next: John Garner im Rheingold

Monate- wenn nicht gar jahrelang bin ich um diese Band rumgeschlichen. Es ist eigentlich kaum zu glauben, dass John Garner aus Augsburg sind und ich es trotzdem lange Zeit nicht geschafft hab, zu einem ihrer Konzerte zu gehen. Und jetzt…seh ich sie innerhalb von vier Wochen gleich zweimal live!

Nachdem ihr Releasekonzert in der Kresslesmühle ziemlich schnell ausverkauft war, gingen natürlich einige Leute leer aus. Darum entschied sich die Band, am 18. März ein Zusatzkonzert im Rheingold zu spielen. Und was soll ich sagen…ich war so begeistert vom ersten Gig, dass ich es mir nicht nehmen lasse, auch beim zweiten dabei zu sein. Mittlerweile hab ich sogar ein paar Leute aus meinem Chor ganz verrückt gemacht. Die müssen jetzt alle mit.

Und bis dahin läuft John Garners Debütalbum in Dauerschleife. Meinen Lieblingssong „The Beauty Walks Hand In Hand With A Smile“ hör ich immer, wenn ich morgens laufen gehe. Der Song ist ideal dafür. Er passt sogar so gut, dass ich nach wenigen hundert Metern schon lächelnd der Dämmerung entgegen jogge :) am meisten bewundere ich an John Garner, dass sie unplugged genauso umwerfend klingen wie mit Mikros und dem ganzen anderen Schnick-Schnack, den man halt auf der Bühne hat. Das Video, das für Monaco Sessions in einer alten Scheune entstanden ist, ist wohl der beste Beweis dafür.

Tickets bekommt ihr für 10 € direkt bei der Band, wenn ihr z. B. über Facebook eine Nachricht an die drei schreibt. Und sollte es nicht wieder ausverkauft sein, natürlich auch an der Abendkasse. Aber darauf würde ich mich bei John Garner lieber nicht verlassen.

Foto: Hagaff-Fotografie

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Next: Lange Brechtnacht 2017

Eines meiner Festivalhighlights ist jedes Jahr wieder das Brechtfestival, das seinen musikalischen Höhepunkt in der Langen Brechtnacht findet.

2017 steht das Festival unter dem Motto und Zitat Brechts „Ändere die Welt, sie braucht es“. Über eine Woche lang ist in Augsburg einiges rund um Berthold Brecht geboten, der hier 1898 geboren wurde. Die Lange Brechtnacht findet am 4. März statt und wird wie jedes Jahr von Girisha Fernando kuratiert. Nachdem ich ja vom letztjährigen Programm mit Sophie Hunger und Co. nicht sonderlich angetan war, freu ich mich umso mehr, dass diesmal Künstler kommen, die ich eh schon seit Längerem auf meiner Liste stehen habe. Da trifft wohl mal wieder meine Devise „Warte geduldig, irgendwann kommen alle deine Lieblingskünstler auch nach Augsburg“ zu. Ha! Am meisten hat mich Käptn Peng gefreut, den (oder die) ich mir ja eigentlich fürs diesjährige Modular gewünscht hab. Jetzt kann ich die Band schon früher abhaken :)

Das zweite Häkchen kommt hinter Sarah Lesch, die ich vor Jahren im Grandhotel Cosmopolis verpasst hab und seither noch an gefühlt zehn anderen Orten in der Umgebung. Und dann ist da noch Mine. Auch wenn ich Katzen eigentlich doof finde, liebe ich ihren gleichnamigen Song! Wenn ich ganz ehrlich bin, kenn ich von keinem dieser Interpreten kaum mehr als einen oder zwei Songs. Aber es gibt diese Künstler, die wirken auf einen so anziehend und sympathisch, dass es gar nicht mehr dazu braucht.

Passieren wird das alles – anders als bisher – im Rathaus im Oberen Fletz, da das Große Haus vom Theater wegen Sanierung ja erstmal etwas länger nicht bespielt werden kann. Ich bin mir aber sicher, dass mit der neuen Location ein ebenso spektakulärer wie ungewöhnlicher Rahmen gefunden wurde.

Noch mehr Infos und was außer diesen drei Konzerten noch alles geboten sein wird, erfahrt ihr hier.

Tickets bekommt ihr für 19 € (Ermäßigt: 15 €) z. B. hier. An allen Veranstaltungsorten gibt es aber auch eine Abendkasse.

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