Next: Sommerluft Festival auf dem Sonnendeck

Es gibt ein neues Festival in der Stadt!

Und darüber bin ich ganz schön froh. Denn das Sommerluft Festival findet zeitgleich mit dem Singoldsand Festival in Schwabmünchen statt, das ich die letzten beiden Jahre besucht habe. Dieses Jahr überzeugt mich persönlich das Line-up nur leider nicht. Was mich mehr oder weniger interessiert hab ich alles schon mal live gesehen. Bis auf FM Belfast und Balbina. Letztere kommt im Herbst für ein Clubkonzert nach Augsburg. Also rentiert es sich für mich noch weniger mit dem Zug durch die Gegend zu gondeln.

Da zieh ich diesmal eindeutig die Alternative namens Sommerluft Festival vor. Zwar ist es nur ein Ein-Tages-Festival (25.08.2017), aber dafür findet es auf dem Sonnendeck satt! Sand zwischen den Zehen, den Blick über Augsburgs Dächer schweifen lassen und Top-Musiker auf der Bühne. Mit am Start ist Xavier Darcy, der bestimmt wieder wie ein Tornado über die Stage fegt und alle mitreißt. Außerdem die Augburger Indiepopper Mary Lou, die schon seit einiger Zeit auf meiner Liste stehen, und die Singer-Songwriterin Henny Herz, die mich jetzt ehrlich gesagt nicht ganz so begeistert. Aber vielleicht ändert sich das ja auf dem Festival. Und…last but not least: Mundhaarmonika! Ich denke, ihr erratet mittlerweile, warum ich dieses Festival fest in meinem Kalender platziert habe?!

Tickets gibt’s im Vorverkauf für 8 Euro auf dem Sonnendeck. Ich empfehle schnell zu sein ;) weitere Infos in der Facebook-Veranstaltung.

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Next: Taubenschlag am Königsplatz

Wir Augsburger haben wirklich unverschämtes Glück. Als Bayern haben wir eh schon die meisten Feiertage Deutschlands abbekommen. Doch wir nehmen uns noch einen weiteren und haben mit dem Friedensfest am 8. August (einen Tag vor meinem Geburtstag) die meisten freien Tage in der Bundesrepublik. Schon schön.

Außerdem ziemlich schön am Friedensfest ist auch das Programm rund rum, das immer Wochen im Voraus beginnt und über die ganze Stadt verteilt hunderte von Veranstaltungen aller Art präsentiert. Seit letztem Jahr ist der Taubenschlag Teil davon. Heuer breitet er mit drei großen Holztauben, die als Café, Bühne und Kunst- & Denklabor dienen, zwischen den Bäumen am Königsplatz seine Flügel aus.

Dabei bietet dieses alternative Projekt Kultur im öffentlichen Raum und lädt zum mitmachen ein. Neben Diskussionsrunden (z. B. über Nachhaltigkeit oder den Helmut-Haller-Platz in Oberhausen) und Workshops (z. B. ein Kochevent mit Home in a Bowl) gibt es natürlich auch jede Menge Musik. Immer freitags und samstags gehört die Bühne den Musikern. Und dabei vorzugsweise den kleinen Augsburger Bands. Oh, wie mich das freut! Ala Cya spielt z. B. schon heute Abend zur Eröffnung. Es folgen Woodend, Deadline 54, Jack Snipe und Der Eulenspiegel. Den Abschluss machen The Big Band Theory am Friedensfest selbst. Dazwischen ist das Programm immer wieder mit DJ-Sets von Monstaub, Grizu etc. gespickt. Besonders interessant klingt für mich auch der Dokumentarfilm Aus dem Takt über Menschen mit Demenz (1. August – 20 Uhr).

Ein buntes Programm ganz auf Augsburg zugeschnitten. Und ich hoffe, dass ich es diesmal endlich zu meinen Must-See-Bands Ala Cya und The Big Band Theory schaffe.

Ala Cya – 21. Juli – 17 Uhr

Jack Snipe – 21. Juli – 19 Uhr

Der Eulenspiegel – 21. Juli  – 20:30 Uhr

Woodend – 4. August – 16 Uhr

Deadline 54 – 5. August – 16:30 Uhr

The Big Band Theory – 8. August – 21 Uhr

Titelbild: Ines Flögel

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Next: Sammersee vs. Südufer

Man hat das Gefühl, in den letzten Jahren sprießen die Festivals wie die Pilze im Wald und jedes kleine Dorf macht nun sein eigenes Open Air. So hat man rund um Augsburg mittlerweile ein echt gutes Angebot. Man muss nur wenige Kilometer fahren und kann jedes Wochenende eine andere Veranstaltung besuchen. Klasse so weit. „Fehler“ im System sind bei einer solchen Frequenz aber vorprogrammiert. Es kam, was kommen musste: zwei tolle Festivals finden an den selben Tagen statt. Und mich zerreißt es fast, denn am liebsten würde ich über beide Wiesen tanzen.

Das Sammersee in Schondorf am Ammersee sowie das Südufer am Friedberger Bagersee finden beide am 21. und 22. Juli statt.

Würde es mir rein nach den Bands gehen, würde ich wohl das Südufer Festival bevorzugen. Von der ersten bis zur letzten sind das alles meine Lieblinge. Und dann treten da auch noch Bands auf, die ich schon so lange mal live sehen wollte! Wirklich, so was ist schon zu verrückt um wahr zu sein. Nihils aus Österreich! Auf die warte ich schon seit Jahren. Oder Hadern im Sternenhagel. Aaaaaahhhh! Kombiniert mit meinen All-Time-Favorites wie Claire, Adulescens, Kytes, Lola Marsh, Pool und Skydrunk. Ich mein, wie wahrscheinlich ist das denn, dass es ein Festival gibt, das musikalisch 100 Prozent nach deinem Geschmack ist?!

Beim Sammersee sieht das ein bisschen anders aus. Kids Of Adelaide stehen ebenfalls schon lange auf meiner Liste. Und Leoniden gehen eh immer (siehe mein Konzertbericht vom April). Dann wären da noch ZULU, die früher mal Shaky Foundation hießen (und ich wunder mich noch, warum da plötzlich immer dieses ZULU in meiner Facebook-Timeline auftaucht). Und von Baba Shrimps bin ich erst seit fünf Sekunden Fan. Seit ich mir den Timetable angesehen hab. Und will sie jetzt unbedingt mal live sehen. Never ending story… Aber zum Sammersee würde ich eher fahren, weil es da so schön sein soll. Am See und die Bäume und die Lichter. Und nicht zuletzt weil es ein Benefizfestival ist, das seinen jährlichen Gewinn komplett an gemeinnützige Organisationen spendet.

Für welches Festival würdet ihr euch entscheiden? Lieblingsbands oder wunderschöne Atmosphäre? Vielleicht habt ihr ja Glück und eines der Festivals vereint in euren Augen beides ;)

Und wer errät, auf welches Festival ich nun letztendlich gehe, der bekommt ne Überraschung (ich mein das ernst).

Programm Sammersee Festival

Zulu / 22. Juli 2017 / 19:45 Uhr / Seebühne

Baba Shrimps / 22. Juli 2017 / 22:30 Uhr / Hauptbühne

Kids Of Adelaide / 22. Juli 2017 / 21:30 Uhr / Seebühne

Programm Südufer Festival

Lola Marsh / 22. Juli 2017 / 22:30 Uhr / Uferbühne

Neufundland / 21. Juli 2017 / 19:00 Uhr / Uferbühne

Nihils / 22. Juli 2017 / 21:30 Uhr / Uferbühne

Hadern Im Sternenhagel / 22. Juli 2017 / 17:45 Uhr / Uferbühne

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PULS Open Air – 09.+10.06.2017 – Schloss Kaltenberg

#1

Chris ist zurück! Und mit im Gepäck hat er seinen Bericht zum PULS Open Air auf Schloss Kaltenberg.

Ich bin ja selbst noch ganz verzaubert vom Modular Festival und wenn ich da so seine Eindrücke vom PULS lese, stellt sich bei mir augenblicklich ganz schlimmer Post-Festival-Blues ein. Vor allem bei Sigrid und Giant Rooks hätte ich nichts dagegen gehabt, sie (noch einmal) live zu sehen.

Was gut war, was schlecht war und was irgendwo dazwischen lag…und was es mit dieser berühmten Ananas auf sich hatte. So hat Chris das PULS Open Air 2017 erlebt:

(Und wer vergleichen möchte: Hier gibt es meinen Bericht vom letzten Jahr)

Allgemein

  • Über die Location hat die liebe Ramona ja letztes Jahr schon einiges Positives schreiben können. Auch ich bin der Meinung, dass die Schlossanlage und das PULS Open Air einfach wie Ritterpo auf Nachttopf passen. Die Bühnen und ergänzenden Essenstände fügen sich so organisch ein, dass man glauben könnte, das wäre der allgemeine Status Quo auf Schloss Kaltenberg. Schön wär’s!

#2

#2.5

  • Ich habe natürlich keine Ahnung, wie es 2016 war, aber die verschiedenen Merch- und Werbestände haben sich dieses Jahr teilweise echt einiges einfallen lassen. Da gab es z. B. ein in einem Zelt aufgebautes Wohnzimmer, das mit Sprüchen wie „Plattenbau statt Reihenhaus“ und den größten Hip-Hop-Hits für einen bekannten Nuss-Schnaps warb, wie ich später herausfand. Ein Stand, bei dem man verschiedene T-Shirts u. ä. kaufen konnte, war musikalisch auch immer top aufgestellt und zog mit Bilderbuch, Falco & Co jederzeit einige Leute an, die sich in einer tanzenden Traube davor versammelten.

#3

  • Die Preise für Verpflegung sind wirklich human und auch als Veggie-Besucher hat man sich ohne Probleme durchfuttern können. Ein dickes Plus für die große Vielfalt! Mjamm.

#4

  • Wettertechnisch waren die Tage im Vergleich zum letzten Jahr genau umgedreht: Während am Freitag der Himmel grau und wolkenverhangen war und es stellenweise immer ein wenig genieselt hat, knallte am Samstag die Sonne herunter und ließ das Festivalfeeling vollends aufleben.

 

 

 

 


Tag 1

  • Schon beim Betreten des Festivals wurde klar: Heute spielen Bilderbuch. Der Spirit war schon an allen Ecken zu entdecken und jeder freute sich auf die österreichischen Virtuosen. „Frinks“ habe ich aber leider keine mehr bekommen :(

#9

  • Erste Band waren für mich und meine Truppe die Jungs von Giant Rooks. Da mich deren Debüt-EP sofort zum Fan gemacht hat, war ich dementsprechend auch umso mehr gehyped, dass sie mein erstes PULS Open Air eröffnen sollten. Und es war mega! Wenn man die Jungspunde (ich bin alt und darf solche Wörter verwenden) beim Soundcheck beobachtet hat, könnte man nie erwarten, was für einen Sound die fünf aus Hamm zustande bringen. Art-Pop wie die Großen! Viele können mit ihrer Single New Estate am meisten anfangen, aber ich finde, sie haben viel stärkere Songs und deshalb war ich sehr happy, als das Piano-Intro von Chapels erklang – einfach nur schön.

#10

#11

#12

  • Um die Wartezeit zu Sigrid zu überbrücken, organisierten wir uns etwas zum Trinken und lauschten während wir in der Schlange warteten HONNE, die die Kugelbühne einweihen durften. Ich lasse mich ja durchaus für Electro(pop) begeistern, aber irgendwie wollte der Funke bei mir nicht überspringen. Prädikat: Ganz nett.

#14

  • Dafür war ich bei Sigrid, auf die ich mich am meisten vom ganzen Festival-Line-Up gefreut habe, Feuer und Flamme. Das ist mal Popmusik, die einfach nur Spaß macht und mitreißt. Die junge Norwegerin hüpfte über die Bühne wie ein Flummi in ihrem roten Trainingsanzug. Und wenn sie in ihren Songs singt Don’t Kill My Vibe oder You’re Playing Games Like A Wannabe, dann lebt sie das auch auf der Bühne. Mit viel Selbstbewusstsein und einer positiven „I don’t give a fuck“-Attitüde tanzte Sigrid sich in die Herzen des Publikums. Fürs Herz gab es dann auch ruhige Balladen, die das Tempo gedrosselt haben und nochmal zeigen konnten, was für ein Gesangstalent die 20-Jährige ist.

#15

#16

  • Als ich da so mit meiner Kamera stand, nahm auf einmal ein Typ neben mir meinen linken Arm und malte mir mit einem schwarzen Filzer das Astra-Logo darauf. Als ich dann ihn und seine lachende Gruppe fragte, ob ich denn jetzt in einer Gang sei, antwortete einer nur: „Nee, aber du darfst jetzt nur noch Astra trinken!“ Auf mein lautes “Verdammt!“ folgte nur noch mehr Gelächter. PULS, deine Besucher sind die Besten!

#17

  • Die nächste Überbrückungsband war Tua, die mit ihrem Mix aus deutschen Texten und Berghain-Electro-Beats wie das fleischgewordene Klischee ihrer Heimatstadt Berlin wirkte. Stimmung haben sie durchaus machen können, meins waren sie halt überhaupt nicht.

#18

  • Dann ging endlich Fil Bo Riva auf die Bühne. Da ich ihn in Augsburg Anfang des Jahres leider verpasst hatte, war ich sehr gespannt, ob er seinen ganzen Lorbeeren und guten Kritiken gerecht wird. Klar, die krasse Stimme macht viel aus und der Italiener hat auch wirklich viele gut geschriebene Songs. Nur irgendwie wurde der Stil auf Dauer etwas langweilig, die unspektakuläre Show und die mehr als holprigen und gezwungenen Ansagen machten es auch nicht besser.

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  • Hinzu kam, dass ab einem gewissen Zeitpunkt eine Ananas Fil Bo Riva die Aufmerksamkeit des Publikums gestohlen hat. Das Stück Obst war den Tag über zum Social-Media Star des Puls Open Airs geworden. Bei Fil Bo Riva wurde sie dann von einem Festivalbesucher hoch über die Köpfe der anderen gehalten und mit einem Schild und Instagram-Namen beworben. Einfach nur verrückt!

#20

  • Die Schilder waren sowieso eines der Highlights in diesem Jahr. Ursprünglich für einen Freestyle-Rap von Roger Reckless gedacht, bei dem er die Wörter oder Texte der Pappkartons einbauen sollte, wurden die Schilder für alles Mögliche benutzt, u. a. zur Dekoration der Chill-Area, in der wir uns von weitem Mura Masa anhörten und auf Bilderbuch warteten. Eine Auswahl gibt es hier:

#21

#23

  • Bilderbuch bildeten den perfekten Abschluss des Abends (höhö). Obwohl ich sie schon mehrmals live genießen konnte, kann man von der durchgeknallten Truppe nicht genug bekommen. Vor allem mit den Hits der neuen Platte Magic Life wie Bungalow oder Baba wurde das Konzert der Knaller (was nicht nur den Blitzen des im Hintergrund vorbeiziehenden Gewitters geschuldet war). Auch wenn es am Anfang Probleme mit der Technik gab und man bis zum Refrain von I ❤ Stress keinen Gesang hören konnte, lieferten die Österreicher vor ihrer riesigen Wand aus weißen Sneakern ab und brachten die Menge zum Tanzen.

#25

#26


Tag 2

  • Da es als Augsburger ohne fahrbaren Untersatz etwas umständlich ist, zum Gelände zu gelangen, war ich umso froher, dass ich am zweiten Tag bei Freunden im Auto mitfahren konnte. Dadurch habe ich aber auch dePresno und Malky verpasst. Da ich aber ersteren dieses Jahr schon in München gesehen habe, war das alles gar nicht so schlimm. An dieser Stelle nochmal die Empfehlung, den charmanten Bjarte De Presno Borthen + Band unbedingt mal live zu sehen. Der wird noch groß!

#27

  • Zum Glück kamen wir noch rechtzeitig zu Dan Croll, von dem ich bisher nur ein paar Lieder kannte (Shame on me!). Meine Neugier hatte er aber definitiv geweckt. Uns erwartete durchdachter und sehr tanzbarer Alternative/Indie, der vom sympathischen Frontmann getragen wurde. Der zeigte nicht nur auf der Bühne, was für eine coole Socke er ist, sondern auch Backstage, wie eine unglaublich süße Aktion zeigt, die PULS auf ihrer Facebook-Seite gepostet hat.

#28

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  • Um bei der Hitze nicht vollends aus den Latschen zu kippen, füllten wir unsere leeren Plastikbecher an den überall aufgestellten Wasserstellen auf und schauten kurz bei Milliarden vorbei. Deren Indie-Punk-Irgendwas-Rock kann mich persönlich zwar nicht überzeugen, aber so wie es aussah, gab es genug Fans auf Schloss Kaltenberg. Die waren dann auch voll dabei und haben sich dann auch dazu hinreißen lassen, sich kollektiv in den Sand vor der Bühne zu setzen, um dann wieder wild aufzuspringen.

#29

  • Zu James Hersey lässt sich eigentlich gar nicht so viel sagen. Perfekte Open-Air-Band mit klasse Sound, die wie gemacht fürs PULS waren. Sympathische Ansagen und Interaktionen mit dem Publikum. Und Juliet ist einfach ein überragender Song ❤

#30

  • Überraschung des Festivals waren für mich definitiv Golf. Normalerweise haben es deutschsprachige Bands generell schwer bei mir zu punkten (siehe Milliarden), aber die Jungs aus Kölle haben es geschafft. Man merkt ihnen sofort an, wie sie für ihre Musik leben und dementsprechend waren sie mit vollem Einsatz dabei. So sehr, dass der Keyboarder gleich mal die Bühnenhalterung und die Boxen erklommen und von dort oben weitergesungen hat. Für alle Fans von Roosevelt und Keshavara (die neue „Kölner Schule“, wie ein Kumpel treffend bemerkte) definitiv eine Hör-Empfehlung.

#31

#32

  • Als großer Folk-Fan habe ich mich dann auch zu den Mighty Oaks auf die Tribünen gesetzt. Die Berliner haben leider das Problem, dass sie nicht wirklich viel Abwechslung in ihren Songs haben und für meinen Geschmack viel zu poppig geworden sind. Aber hey, immerhin überhaupt eine Folkband auf dem Festival, die ich anhören konnte.

#33

  • Weil mir ziemlich viele Leute empfohlen haben, war mein nächster Halt die Shout Out Louds. Da ich recht spät den Indie für mich entdeckt habe, war diese Band eine der vielen, bei denen ich noch eine gehörige Wissenslücke besaß. Meine Begleiter waren zunächst ziemlich happy, als die Helden von früher ihre Klassiker und neues Material auspackten. Ungefähr zur Hälfte des Sets war meine Gruppe dann aber etwas gelangweilt und enttäuscht, weil sie sich mehr erhofft hatten und so zogen wir weiter, um uns für Moderat zu positionieren. Ob die vielen Luftballons, die herumflogen und die man immer wieder von sich wegwerfen musste, dazu beigetragen haben? Jedenfalls war es wie mit dem Crowdsurfen: Am Anfang ist es noch lustig, auf Dauer geht es ordentlich auf den Sack.

#34

#35

  • Ziemlich ermüdet von zwei Tagen Festival (auch hier wieder: man wird alt) setzten wir uns gemütlich hin, um uns Moderat zu geben. Das tat zwar den müden Knochen gut, sorgte aber auch dafür, dass wir uns einfach nicht so für die Musik begeistern konnten, wie man es würde, wenn man vorne in der Masse steht und der Bass so richtig schön durch den ganzen Körper wummert. Trotzdem war es wie immer eine beeindruckende Show mit unglaublich gut produzierten Visuals und Lichteffekten – ein Genuss für Ohren UND Augen. Seinen Headliner-Slot hat sich das Trio jedenfalls verdient.

#36

  • Zum Abschluss dieses wirklich grandiosen Wochenendes und meines gelungenen PULS-Open-Air-Debüts gab es noch die rundum perfekte Performance von SOHN. Electronica, Post-Dubstep, R&B – wie auch immer man es nennen mag, was der Brite und Wahl-Österreicher zusammenzimmert, es ist einfach der Hammer! Wie Mastermind Christopher Taylor nur an seinem Keyboard saß und die Lichtshow ihn perfekt in Szene setzte, während sich seine Band im Hintergrund bescheiden zurückhielt – wow!

#37

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Next: Modular Festival 2017

Zack-zack, schon wieder ein Jahr rum. Was sich die letzten Jahre zur Tradition entwickelt hat, darf auch 2017 in meinem Kalender nicht fehlen: das Modular Festival im Wittelsbacher Park. Ganz nach dem Motto #modularjedesjahr – das Festival begleitet mich immerhin schon seit 2012.

Doch dieses Jahr wird sich für mich im Hinblick auf diesen Blog im Zusammenhang mit dem Modular eine Kleinigkeit ändern. Bevor nächstes Jahr alles anders wird. So zumindest mein Plan. Wie weit ich damit kommen werde, warten wir mal ab. Also erst mal step-by-step. Dieses Jahr will ich nämlich nicht über das Modular Festival bloggen. Ich bin wieder zum Arbeiten dort und helfe diesmal im Bereich der Crew Hospitality – also sich um die anderen Volunteers kümmern, das Zelt sauber halten und vor allem für Essen sorgen. Soweit so gut. Doch der Stress letztes Jahr – zu arbeiten und zusätzlich noch vor und nach jeder Schicht bepackt mit der Kamera übers Festivalgelände zu hetzen, um ja kein Konzert zu verpassen…Nö, darauf hab ich heuer keine Lust. Hab ich schon mal erwähnt, dass ich seit Kurzem viel Yoga mache und meditiere? Ich schieb das als Ausrede für meine Leck-mich-am-Arsch-Attitüde vor, die ich neuerdings immer öfter ans Tageslicht lege.

Dieses Jahr werde ich also meine Schichten absolvieren, die teilweise schon um 9 Uhr morgens beginnen (!!!), und werde anschließend übers Festivalgelände schlendern. Ja, alles ganz gemütlich, mit einem Eis in der Hand oder im Gras sitzend was essen. Hach, Essen im Sitzen. Ein Traum! Und ich werde die Konzerte genießen! Kaum zu fassen, dass ich bisher noch kein einziges Festival mitgemacht habe, ohne dass mich ständig Gedanken wie „Ich darf diesen Auftritt nicht verpassen“ oder „Wie schreib ich das auf meinem Blog?“ verfolgen.

Also liebe Leute…am Arsch vorbei! Ich genieße dieses Jahr das Modular in vollen Zügen. Und das solltet ihr auch. Also schaut vorbei und bildet euch eure eigene Meinung. Denn hier wird es keinen Bericht geben. Nur diese Ankündigung. Und dann schauen wir mal weiter was nächstes Jahr wird.

Meine Liste ist wie immer endlos lang, aber die App ist mir heuer wirklich eine große Hilfe. Man hat alle Infos in der Tasche dabei und bekommt zu jedem seiner Favoriten eine Erinnerung kurz vorm Konzert. Das Festival ist für mich wieder der perfekte Mix aus Local Heros, Bands, die ich bereits live kenne, und welche deren Konzert ich zum ersten Mal besuche. Unfassbarerweise liegen alle meine Will-ich-sehen-Bands außerhalb und alle „schrecklichen“ Bands innerhalb meiner Schichten. Hallelujah!

Moop Mama / Fr. 16. Juni, 22:00 / Bühne am Turm

Bdot Issa / Fr. 16. Juni, 15:00 / Bühne am Turm

Carnival Youth / Fr. 16. Juni, 20:15 / Bühne im Park

Faber / Sa. 17. Juni, 19:00 / Bühne am Turm

Rikas / Sa. 17. Juni, 15:15 / Bühne am Turm

Mule & Man / Do. 15. Juni, 22:00 / Bühne am Turm

Missincat / Do. 15. Juni, 15:45 / Bühne am Turm

Sea Moya / Do. 15 Juni, 17:00 Bühne auf der Terrasse / 23:00 Club Stage

The Red Aerostat / Fr. 16. Juni, 17:00 / Club Stage

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Next: PULS Open Air 2017 auf Schloss Kaltenberg

Eines der schönsten Festivals der Umgebung ist unter Garantie das PULS Open Air auf Schloss Kaltenberg. Allein schon wegen des spektakulären Schauplatzes. Auch wenn es nicht so super bunt ist wie andere Festivals, hab ich mich beim letztjährigen Debüt dennoch ein bisschen verguckt. Diesmal werde ich jedoch nicht selbst zugegen sein, sondern Chris, der sich hier langsam als treuer Gastblogger entpuppt, hinschicken. 2016  hat er die Southside-Apokalypse überlebt und danach nochmal ordentlich auf dem Highfield gefeiert. Momentan ist er in Barcelona auf dem Primavera unterwegs. Genügend Festival-Know-How bringt er also zweifelsohne mit. Auf was er sich beim PULS am meisten freut, erzählt er euch aber am besten selbst…


Huhu! Ich bin weder Prinzessin noch Prinz, darf aber trotzdem als rasender Gastreporter für diesen wunderbaren Blog dieses Jahr auf dem Puls Open Air unterwegs sein. Kurz zu mir: Bis Anfang des Jahres habe ich mit meinem eigenen Blog Browmeister das Internet unsicher gemacht, habe ihn aber fürs Erste auf unbestimmte Zeit ruhen lassen. Momentan kann man dafür regelmäßig auf Ahoimag von mir lesen. Und dieses Mal auch hier auf princesspietsch.com!

Jetzt aber wieder zu den wirklich wichtigen Dingen: Bald geht’s wieder rund auf Schloss Kaltenberg! Wo sonst die Touris staunen und sich die Ritter kloppen, gibt es vom 8.06. bis 10.06. Festivalatmosphäre in einer der spannendsten und schönsten Kulissen Deutschlands. Und genau wie letztes Jahr hat sich das Puls-Team nicht lumpen lassen und ein Line-Up zusammengezimmert, dass sich sehen lassen kann! Egal ob der neue heiße Scheiß, Geheimtipps oder altbekannte Garanten für eine mega Stimmung: Eine Pilgerfahrt zum Schloss ist auch 2017 für Musikliebhaber wieder ein Muss.

Ich persönlich freue mich schon riesig auf die geballte Pop-Power aus dem Norden mit Sigrid und dePresno. Beide sind jung und kommen aus Norwegen, aber ihre Bekanntheitsgrade unterscheiden sich deutlich: Während die 20-jährige Sigrid mit ihren kraftvollen und enorm viel Spaß machenden Hits wie Don’t Kill My Vibe steil die Karriereleiter hochklettert, muss der charmante dePresno erst noch entdeckt werden. Dabei stehen seine Elektro-Pop-Nummern denen seiner Landsmännin in keinster Weise nach und können live einiges!

Das schöne am Puls Open Air ist auch, dass ich mir einige Acts, die mir leider aus den verschiedensten Gründen in der letzten Zeit entgangen sind, nachholen kann. Da wäre zum Beispiel Fil Bo Riva, der Italiener mit der Ausnahmestimme. Dann gibt es gefühlvolle Songs irgendwo zwischen Folk und Soul und mit dem Henning May-Kratzstimmen-Effekt – nur in gut. Groß ist die Vorfreude auch auf Giant Rooks aus Hamm, die sich mit ihrer New Estate-EP direkt in mein Herz gespielt haben. Allein das Piano-Intro von Chapels – traumhaft! Und wenn es zeitlich hinhaut, wird auch noch SOHN gegönnt, den ich schon seit seinem Debüt 2014 auf der Watchlist habe und im Februar wegen meines leeren Geldbeutels sausen lassen musste.

Selbstverständlich wird es mich auch zu den Headlinern ziehen, die mir auch dieses Jahr sehr zusagen. Die Ausnahmetalente von Bilderbuch gehen immer und kann man nicht oft genug anhören. Mit neuem Album im Gepäck wird die Show dann definitiv auch neue Überraschungen bieten. Am Samstag habe ich dann auch endlich wieder die Chance, das Trio von Moderat live zu erleben. 2014 auf dem Southside sträflicherweise nur für den Song Bad Kingdom vom Zelteingang gehört (weil ich damals nur wenig der Band kannte), werde ich mir diesmal sicherlich die volle Länge des Auftritts reinziehen und mir schön den Bass durch den ganzen Körper wummern lassen.

Insgesamt werden das sicherlich nicht die einzigen Acts sein, die ich mir vor Ort reinziehen werde, aber wohin es mich letztendlich verschlägt bleibt optional und das erfahrt ihr dann in meinem ausführlichen Bericht hier auf Princess Pietsch. Bis dann, man sieht sich auf Schloss Kaltenberg!

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Singoldsand Festival – 26.+27.08.2016 – Schwabmünchen

Im letzten Jahr hatte ich das Singoldsand Festival als eines der schönsten in der Umgebung erlebt. Gut, ich bin zwar nicht der große Festivalgänger, aber ich kann mir nur schwer vorstellen, dass jemand diese Perle am Ufer der Singold übertreffen kann. Diese Schönheit gepaart mit einem 1 A Line-up wollte ich mir auch dieses Jahr nicht entgehen lassen. Und so machten ich, meine Begleitung und noch drei andere Mädels von der Modular-Crew uns am späten Freitagnachmittag auf den Weg nach Schwabmünchen.

Singoldsand Festival 2016


Allgemein

  • Alle, die zum ersten Mal aufm Singoldsand waren, waren richtig begeistert von der Deko und der Detailverliebtheit mit der dieses Festival gestaltet ist. Ich wusste ja schon in etwa, was mich erwarten würde, aber selbst ich war wieder hin und weg. Über dem Weg zum Biergarten hing mitten in den Bäumen eine gigantische Diskokugel aus CDs. Wenige Meter weiter hatte man vor der Seebühne ein Newtonsches Pendel über den Köpfen der Menschen installiert. Im Zauberwald blühten wieder überdimensionale Blumen und jedes Mal, wenn man am Bauzaun vor der Geyerburg vorbei lief, hatte wieder jemand etwas Neues mit den Scrabblebuchstaben geschrieben. Wohl am witzigsten waren aber die zwei gelben Telefonzellen, die an entgegengesetzten Enden des Geländes standen und tatsächlich miteinander verbunden waren. Wie diese Dosentelefone, die man als Kind gebastelt hat.

Singoldsand Festival 2016

Singoldsand Festival 2016

  • Was beim ersten Erkundungsrundgang auch auffiel, war die größere Seebühne. Letzes Jahr musste man ja fast Angst haben, dass die Musiker bei nur einem unbedachten Schritt kopfüber in der Singold landen. Die Bühne bot jedoch diesmal nicht nur mehr Platz für die Bands sondern auch besseren Sound fürs Publikum. Aus Fehlern lernt man. Well done, Singoldsand!

Vimes @ Singoldsand Festival 2016

Singoldsand Festival 2016

  • Überragend waren auch die Anmoderationen in Form von Hörspielen. Beim ersten Mal war ich noch total verwirrt, wo das plötzlich her kam und was zum Teufel das überhaupt ist. Danach war ich schon immer ganz gespannt, was sie sich für das nächste Konzert haben einfallen lassen. Kinder im Museum, ein Mann im Beautysalon oder Schlümpfe auf der Suche nach Schlumpfine. Egal, lustig war’s immer.

Singoldsand Festival 2016

Singoldsand Festival 2016

  • Es ist einfach toll, wie sich die Crew um die Presse kümmert. Wie auch im letzten Jahr gab es wieder einen WhatsApp-Broadcast, über den alle Presseleute über Interviewmöglichkeiten und ähnliches informiert wurden. Nur leider war ich dieses Jahr nicht mit von der Partie. Beim Check-in hat man vergessen der Pressekoordinatorin Bescheid zu geben und auch mir selbst ist es erst im Laufe des zweiten Tages aufgefallen. Aber bin ich traurig darüber? Nein, nicht wirklich. Lieber wollte ich die Zeit entspannt mit Freunden genießen. Dafür sind doch Festivals da.

Singoldsand Festival 2016


1. Tag

  • Kaum angekommen liefen wir schon zielgerichtet zur kleinen Seebühne, um King The Fu zu sehen. Ich mag die Jungs und vor allem mag ich ihre Musik, aber an dem Tag waren sie eindeutig nicht ganz auf der Höhe. Da hab ich zweifellos bessere Konzerte in Erinnerung. Die Songs machten Spaß (bei Happysad Moon gerate ich immer wieder aufs Neue ins Schwärmen), die Leute planschten vor der Bühne im Wasser und auch der improvisiert wirkende Instrumentalpart war gut. Trotzdem wollte nicht so recht Stimmung aufkommen. Zum Teil lag das wahrscheinlich auch daran, dass Sänger Gregor ständig was von technischen Problemen faselte und auch sonst recht konfus wirkte. Schade.

King The Fu @ Singoldsand Festival 2016

  • Als nächstes standen Isolation Berlin auf dem Plan, die von vielen als das nächste große Ding gehyped werden. Für mich total unverständlich, mit ihrer Musik kann ich leider nichts anfangen. Darum steuerten wir an der Hauptbühne vorbei und checkten erst mal die Essensangebote aus.
  • Auf Vimes war ich schon mega gespannt. Doch leider waren sie dann doch nicht das, was ich erwartete. Das Kölner Duo präsentierte sich unglaublich wortkarg. Ab und zu kam ihnen gerade noch so ein Danke über die Lippen. Auch sonst dominierte in ihrem Set eher der instrumentale Electro und weniger der Gesang, was einfach nicht meins ist. Als ich gerade schon wieder gehen wollte, spielten sie ihre Single Mind, die ich dann doch noch abwartete. Aber umstimmen konnte mich das auch nicht und so zog ich weiter zur Antilopen Gang.

Vimes @ Singoldsand Festival 2016

Vimes @ Singoldsand Festival 2016

  • Die Rapper bildeten ein wahres Kontrastprogramm zu Vimes. Da war auf der Bühne richtig was los, da wurde mit dem Publikum kommuniziert und die Band verstand es die Leute mitzureißen. Ein wahrer Blickfang war das Schlagzeug. An einem wackelig wirkenden Rahmen baumelten Becken über dem Drummer und auch der Rest schien nur aus Schrott zu bestehen. Die Antilopen Gang legte mit einem Song über die Bedeutung des Rapgenres in unserer heutigen Gesellschaft los und feuerte eine prahlerische Hymne über sich selbst hinterher. Beides Dinge bei denen sich bei Konzerten erst mal meine Stirn in Falten legt und ich meine Nase rümpfe. Und so blieb das leider auch. Obwohl Danger Dan immer wieder das Festival lobte und in Erinnerungen an seine eigene Jugend auf dem Dorf schwelgte…das konnte er nicht mehr retten. Mittlerweile hatte ich eh meine Leute verloren und beschloss darum erst mal weiter zu ziehen und auf die Suche zu gehen.

Antilopen Gang @ Singoldsand Festival 2016

  • Das letzte Konzert und der letzte, der noch Potential hatte mich zu begeistern, war Kid Simius. Bei der Hörspielanmoderation wurde schon von wummernden Bässen etc. geredet und ich dachte mir nur: „Ey, was laberst du?“ Aber als ich mich kurz darauf für ein paar Fotos in den Bühnengraben begab, wusste ich was los war. Ich bekam kaum noch Luft, so viel Bums hatte der Bass. Ich schaute also, dass ich da schnell wieder raus kam und betrachtete das Konzert lieber vom Rand aus. Auch hier gestaltete sich das Ganze zu Beginn etwas zäh. Kid Simius und sein Bandkollege wirkten in ihre Keyboards, Knöpfchen und Schalter vertieft. Zum Glück spielten sie gleich als zweiten Track Grapefruit. Und von da ab wurde es besser. Der Spanier feuerte unaufhörlich das Publikum an und so landeten auch wir irgendwann inmitten der Menge und tanzten ausgelassen.

Kid Simius @ Singoldsand Festival 2016

Kid Simius @ Singoldsand Festival 2016


2. Tag

  • Neuer Tag, neues Glück. Es konnte nur besser werden. Da wir wussten, dass uns Stacia und ihre Musik noch nie gefiel und daran auch das Singoldsand nichts ändern können wird, reisten wir etwas später aber dafür pünktlich zu Das Ding ausm Sumpf an. Diese Band gefiel mir widerum richtig, richtig gut. Tolle, intelligente und teils auch kritische Texte. Eine Djane (yay!). Und ein Rapper, der nicht nur gelassen über seinen verkackten Freestylerap hinwegsieht, sondern auch spontan und witzig auf eine anhaltende Rückkopplung zu reagieren weiß. Das macht gute Stimmung. Und das schon um die Uhrzeit! Während weiter vorne ein paar Leute im Wasser planschten und mitschrieen, wenn das Das Ding ausm Sumpf dazu aufrief, legten wir uns erst mal etwas abseits ins Gras und genossen die Sonne.

Das Ding ausm Sumpf @ Singoldsand Festival 2016

  • Nach Das DAS wollte ich eigentlich nur kurz aufs Klo gehen, blieb dann aber auf dem Rückweg bei der Strandbühne hängen, wo gerade No Spam als Ersatz für Van Holzen spielten. Hätte ich die Band Zuhause angehört, ich hätte mir bei den Texten bestimmt mehrmals an den Kopf gefasst. Aber so auf dem Festival war das einfach nur witzig, stimmig und richtig gut. Das Publikum war voll dabei und war sich erst recht nicht zu schade, um bei der Choreographie zu Pflanzenmann mitzumachen. Blöderweise hatte ich alle meine Sachen bei meiner Begleitung gelassen, weil ich wollte ja nur kurz aufs Klo. Darum muss hier ein verwackeltes Handyfoto reichen.

No Spam @ Singoldsand Festival 2016

  • Nach dieser kleinen Überraschung ging es wieder zurück auf die Wiese. Darjeeling hatte ich noch so gut von ihrem Konzert in Augsburg in Erinnerung und freute mich schon darauf, die Band aus Wuppertal gemütlich von der Picknickdecke aus zu erleben. Doch irgendwie schien diesmal der Wurm drin zu sein. Alle meine Favoriten schwächelten gewaltig. Auch wenn die Tatsache, dass der Part des Sängers vom Gitarristen, Bassisten und Keyboarder immer wieder neu besetzt wurde, das Konzert äußerst abwechslungsreich gestaltete, war das Ganze leider doch nicht so der Bringer. Es gab gute Songs, vor allem die schnelleren. Und dann hatte man als Zuhörer wieder mit Durststrecken zu kämpfen. Die meisten Songs bestachen durch ihre ausgedehnten Instrumentalparts und weniger durch den Gesang. Vielleicht war auch das der Fehler? Auf jeden Fall hätte es diese Schrei-Krach-Schepper-Affengeräusche zum Schluss definitiv nicht gebraucht. Das war…einfach nur…schräg.

Darjeeling @ Singoldsand Festival 2016

Darjeeling @ Singoldsand Festival 2016

  • Zu späterer Stunde folgten nun meine letzten Favoriten und ich hatte schon fast die Hoffnung aufgegeben, dass sich das Blatt noch wenden könnte. Doch der Musikgott schien ein Nachsehen zu haben und bescherte mir mit Graham Candy endlich den langersehnten Musikgenuss. Seine Stimme ist wirklich gewöhnungsbedürftig und einige Male hörte ich Ausrufe wie „Ich dachte immer, das singt eine Frau“ oder „Was hat der denn für ne krasse Stimme?!“. Seit dem Singoldsand weiß ich nun, dass er nicht nur so singt sondern auch so redet. Aber genau das, seine hohe, schräge Stimme, macht ihn eben interessant. Und der Fakt, dass er richtig gut drauf zu sein schien. Barfuß sprang er über die Bühne, drehte sich wie wild im Kreis und bekundete immer wieder seine Begeisterung: „Ich liebe euch, Singoldsand Festival!“ Schon ziemlich am Anfang spielte er seine neue Single Back Into It, die ein wahrer Stimmungsgarant ist. Ich tanzte und tanzte. Endlich war es so gut, wie ich mir das Festival erhofft hatte. Ich bin selbst immer wieder überwältigt von den Glücksgefühlen, die man empfindet, wenn die Musik und alles drum herum passt und sich einfach nur richtig anfühlt. Graham Candy spielte nicht nur eigene Song, vielmehr hob er die Disziplin des Coverns auf ein ganz neues Level. Nicht nur dem bereits totgespielten Hit Pumped Up Kicks von Foster The People verhalf er zu einem neuen und besseren Gewand. Auch der uralte Schinken Maneater von Hall & Oates klang plötzlich wieder cool. Seine durch die Charts bekannten Features mit Parov Stelar (The Sun) und Alle Farben (She Moves) spielte er solo und unplugged mit Gitarre und Bassdrum. Spätestens da fühlte sich das Publikum textsicher genug, um mitzusingen und trällerte auch bei dem ein oder anderen unbekannten Song unter Mr. Candys Anleitung mit. Es waren einfach alle gut drauf: die Festivalgäste, Graham Candy sowieso und sein Band nicht weniger. Einmal sah ich den Keyboarder sogar lachend Luftgitarre spielen. Am Ende gab es eine Zugabe obendrein, mit der ich gar nicht mehr gerechnet hätte, nachdem es den Timetable einzuhalten galt und die Band schon mit gut 15 Minuten Verspätung angefangen hatte. Es war so wunderbar gut und ich nach den bisherigen Enttäuschungen wieder vollauf zufrieden.

Graham Candy @ Singoldsand Festival 2016

Graham Candy @ Singoldsand Festival 2016

Graham Candy @ Singoldsand Festival 2016

  • Nach einem kurzen Abstecher zu Loisach Marcy, ging es bald darauf schon wieder zurück zur Strandbühne. Es war Zeit für Bonaparte. Ich erwartete Großes und bekam nicht weniger zu sehen. Am Anfang versperrten noch vier große, halb durchsichtige Wände die Sicht. Doch was sich dahinter abspielte konnte man schon erahnen: Frontmann Tobias Jundt gekleidet in ein chubakaartiges Fetzenkostüm und zwei Frauen mit roten Perücken – bereit um das Festival zu rocken und die Kleinstadt zu schocken (meine Reime waren auch schon mal besser). Bonaparte legte los mit Anti, Anti und weitere Hits wie Too Much, Computer In Love oder Two Girls folgten. Sobald die Wände zur Seite geräumt waren, gab es kein Halten mehr. Aber wer hätte denn auch was anderes erwartet? Bei den Kostümen wurde an Knappheit und Absurdität nicht gespart und als eines der Mädels auf einem aufblasbaren Schwan sitzend über die Menge surft, wundert man sich schon fast gar nicht mehr. Die Show war krass, aber leider lenkt sowas auch ganz schön von der Musik ab. Den allgegenwärtigen Abriss beobachtend hab ich sogar einmal viel zu spät geschalten und deswegen gar nicht mitbekommen, wie Sänger Tobias nur eine handbreit vor mir vorbei flitzte. Zwei Meter weiter sprang er auf den Rücken eines Fans und lies sich unter Wiehern und Schnauben nach vorne zurück zur Bühne tragen. Der pure Wahnsinn!

Bonaparte @ Singoldsand Festival 2016

Bonaparte @ Singoldsand Festival 2016

Bonaparte @ Singoldsand Festival 2016

Bonaparte @ Singoldsand Festival 2016

Bonaparte @ Singoldsand Festival 2016

  • Bei Bonaparte hab ich es gar nicht bis zum Schluss ausgehalten. Denn was mich viel mehr interessierte war die Gruppe Golf. Als ich bei der Seebühne ankam, hörte ich gerade noch die letzten Takte von Zeit zu Zweit. Schade, hatte ich doch echt mein Lieblingslied verpasst. Aber es folgten noch weitere Ohrwürmer (selbstverständlich auch Macaulay Culkin) und so dauerte es nicht lange, bis alle tanzten und immer mehr Leute in die Singold sprangen und dort weiter feierten. Da konnte ich dem Sänger nur zustimmen: noch nie hat ihr Song Wasser so gut gepasst. Und auch sonst passte alles perfekt. Eine sympathische Band und lockere Ansangen. Ich mag Golf. Weil sie für mich die coolste Uncoolness (das Wort sieht komisch aus, aber ich denke, das gehört so) verkörpern. Ein perfektes letztes Konzert für ein Festival, das so holprig begann.

Golf @ Singoldsand Festival 2016

Golf @ Singoldsand Festival 2016

Golf @ Singoldsand Festival 2016

Golf @ Singoldsand Festival 2016

Naja, fast. Am Ende wollten wir doch noch einen kurzen Blick auf das Pullup Orchestra werfen. Die sollten angeblich einen energiegeladenen und krönenden Abschluss bieten. Aber von der Truppe um die fünf Blässer hätte ich mehr erwartet als ein merkwürdiges Mashup-Zusammengeschrammel verschiedenster Coversongs aus den Charts. Gut, ein paar eigene Sachen waren auch dabei. Glaube ich. Die knallgelben Jogginganzüge des Gesangsduos waren jedoch ein definitives No-Go. Wer nicht Bonaparte oder Tweety heißt, sollte das auf der Bühne besser lassen.

Dann lieber doch sofort nach Hause, bevor die guten Erinnerungen wieder mit schlechten überdeckt werden. Nach einem letzten Rundgang über’s Gelände machten wir uns auf den Weg. Das gemütliche Bett wartete schon.

Vorfreude aufs Singoldsand Festival 2016

Nachdem ich schon letztes Jahr so überaus begeistert war von diesem kleinen, wunderhübsch zurechtgemachten Festival mit dem fantastischen Line-up, geht’s für mich auch dieses Jahr wieder zum Singoldsand nach Schwabmünchen. Schon als vor wenigen Monaten die ersten Bands bekannt gegeben wurden, bekam ich ganz große Augen, die mit jeder Bandwelle noch größer wurden. Ich meine, für mich stand ja im Prinzip schon seit Anfang des Jahres fest, dass ich wieder zum Singoldsand will. Den Organisatoren vertraute ich blind, dass sie gute Bands an Land ziehen würden. Doch sie haben meine Erwartungen nicht nur erfüllt sondern sogar übertroffen und einige Künstler geholt, die ich ziemlich gut finde oder schon immer mal gerne live sehen wollte.

Golf zum Beispiel; eine unglaublich ungooglebare Band, die ich früher schon ganz interessant fand und spätestens seit ihrem Song Macaulay Culkin Fan bin. Oder Bonaparte, die die Meisten durch ihren Hit Anti, Anti kennen dürften. Bei ihrem Konzert damals im Augsburger Theater fand ich diesen Haufen an bunten und skurillen Figuren bizarr bis gruselig und wurde überhaupt nicht warm mit ihnen. Dann hat sich Frontmann Tobias Jundt dem Soundtrack für den Film Becks letzter Sommer gewidmet. Den Film hab ich bisher noch nicht gesehen, dafür aber das ziemlich gute Buch gelesen. Und seit dieser Verbindung bin ich doch ganz angetan von Bonaparte. Und dann wäre da auch noch Graham Candy, um den es nach seinem Feature She Moves mit Alle Farben recht ruhig wurde. Jetzt gibt’s ein neues Album und quasi auch einen neuen Graham Candy. Mit weniger hohen Piepsstimme, aber weiterhin tollem Sound. Und Vimes. Ja, unbedingt Vimes. Auf die hab ich beim PULS Open Air extra verzichtet, um sie lieber im (hoffentlich, aber da bin ich mir eigentlich sicher) schönen Ambiente des Singoldsand Festivals zu genießen. Dann hätten wir da auch noch meine all time favourites King The Fu. Die gehen immer. Immer wieder. Und Darjeeling, die ich schon mal im Grandhotel gesehen habe und mich sehr freue, dass die sympathischen Jungs noch einmal in die Nähe kommen. Das Ding ausm Sumpf und seinen HipHop möchte ich nun auch endlich mal live sehen. Und wenn wir schon beim Thema HipHop sind: die Antilopen Gang. Die ging bisher komplett an mir vorbei. Also wahrgenommen, dass es die gibt, hab ich sie natürlich schon, aber mein Interesse haben sie bisher (komischerweise) noch nicht geweckt. Aber jetzt, beim Durchhören vom Line-up…ja, das könnte schon ganz gut werden. Wer OK KID mag, wird die auch mögen. Einzig und allein bei Kid Simius bin ich noch sehr am zweifeln. Seinen Song Grapefruit zusammen mit Pari San finde ich mega! Ansonsten ist mir seine Musik aber zu electrolastig.

Ziemlich gespannt bin ich auch auf das Drumherum. Das Gelände ist nicht nur vergrößert sondern, was die Bühnen betrifft, auch umgestalten worden. So stehen sich nun beide Bühnen mehr oder weniger gegenüber. Ob das hilft, dass die kleinere Seebühne nicht wieder in der Geräuschkulisse der größeren Strandbühne verschwindet, ist fragwürdig. Andererseits wirkt das Line-up dieses Jahr etwas ausgedünnter, was ergo weniger Überschneidungen bedeutet. In der Kleinstadtidylle wird halt noch auf Qualität statt Quantität (sprich Profit) gesetzt.

7 österreichische Bands, die ihr diesen Sommer nicht verpassen solltet

Die erste Stadt liegt schon hinter mir. Nach Malmö bin ich mittlerweile in Göteborg angekommen und heute geht’s auf einen Ausflug nach Strömstad. Während es mich also immer weiter gen Norden treibt, erwartet euch heute hier auf dem Blog ein Gastbeitrag aus eher südlicher Richtung. Andrea wohnt in Österreich, genauer gesagt Wien, und schreibt normalerweise auf ihrem Blog wienkonzert über all die Konzerte, die sie so besucht. Ja, Andrea ist ein wahrer Konzertjunkie. Wer dachte, dass ich mit meinen 50 Konzerten pro Jahr viel unterwegs bin, sollte mal bei Andrea vorbei schauen. Die hat diese Marke nämlich schon längst überschritten und das Jahr ist noch nicht mal halb rum! Mit Livemusik kennt sie sich also bestens aus. Darum hat sie für euch ihre liebsten und besten Landsmänner…äh…-bands rausgesucht und ausgecheckt, wo ihr sie auf deutschen Festivals live erleben könnt.


Österreichische Acts boomen in Deutschland. Oder genauer gesagt: Wanda und Bilderbuch boomen. Zumindest aus der Sicht des kleinen Österreichers. Aber das sind längst nicht alle Künstler, die Österreich zu bieten hat. Als Musik- und Konzertbloggerin mit Sitz in Wien, beschäftige ich mich auf meinem Blog wienkonzert.com mit allen Künstlern, die in Wien auf der Bühne stehen. Natürlich auch mit Fokus auf österreichische Musiker. Und dass ihr diese auch kennen lernt, habe ich für euch die deutschen Festivals durchsucht um euch den einen oder anderen Konzerttipp für euren Festivalsommer mitzugeben.

Mein absoluter Pro-Tipp und wärmste Empfehlung: lernt Leyya kennen! Nicht nur weil Superego ein super Song ist, sondern auch ihre neueste Veröffentlichung Butter ein wahrer Sommerhit für den Musiknerd werden kann. Die Band rund um Sophie und Marco versteht es smoothen, experimentellen Elektro-Pop zu machen, ohne ihre Coolness zu verlieren. Unbedingt reinhören!

Leyya auf deutschen Festivals: Zeltival in Karlsruhe (08.07.-07.08.2016), Artlake Festival (19.08.-21.08.2016)

 

Ebenfalls super Musik machen die Steaming Satellites aus Salzburg. Der Indie-Rock, der sich anhört, als wäre er aus einem britischen Outer-Space eingeflogen worden, lässt einen regelmäßig reinkippen und ein bisschen abheben. Viel Gitarren, viel Gefühl, viel Träumerei. Kann man nachmittags genauso gut hören wie auch spätabends. Musik für jede Tageszeit also.

Steaming Satellites auf deutschen Festivals: Chiemsee Summer (24.08.-27.08.2016)

 

Ja, Wanda sind immer noch beliebt und werden dieses Status auch so schnell nicht verlieren – ihre Live-Shows sind einfach mitreissend und unterhaltend. Der Wiener Schmäh wird auch diesen Sommer auf einigen Festivals Einzug halten.

Wanda auf deutschen Festivals: Southside Festival (24.06.-26.06.2016), Highfield Festival (19.08.-21.08.2016), Chiemsee Summer (24.08.-27.08.2016)

 

Die Menschen von HVOB waren ursprünglich mal in einer mittelmäßigen Indie-Band involviert bis sie für sich herausfanden, dass elektronische Musik viel besser zu ihnen passt. Mittlerweile touren sie durch die ganze Welt und begeistern mit ihren minimalistischen Klängen.

HVOB auf deutschen Festivals: Southside Festival (24.06.-26.06.2016), Deichbrand Festival (21.07.-24.07.2016)

 

Russkaja sind in einer österreichischen Late-Nite-Show die Studio-Band und werden deshalb gar nicht mehr so wirklich als wahnsinnig gute Festival-Live-Band begriffen. Man sollte aber nicht ausser Acht lassen, dass sie wirklich unglaublich gute Shows hinlegen und ein Garant für gute Stimmung sind.

Russkaja auf deutschen Festivals: Deichbrand Festival (21.07.-24.07.2016)

 

Farewell Dear Ghost machen sphärische Indie-Musik und glänzen ebenfalls mit besonders hübschen Merchandise. Eine sympathische Truppe, denen ihr auch mal euer Gehör schenken solltet!

Farewell Dear Ghost auf deutschen Festivals: Zeltival in Karlsruhe (08.07.-07.08.2016)

 

Wer es ein bisschen wilder, rockiger und verkleideter mag: die Bloodsucking Zombies From Outer Space haben nicht verlernt wie richtiger Rock’n’Roll geht und begeistern auch noch mit ihrer Schminke im Gesicht.

Bloodsucking Zombies From Outer Space auf deutschen Festivals: Amphi Festival (23.07. – 24.07.2016)

 

Zusammenfassend: Besonders viel Österreich auf einem Festival bekommt man beim Open Flair Festival. Da spielen die begnadeten Turbobier sowie Erwin & Edwin. Und auch das Splash Festival geizt nicht mit Acts aus dem Nachbarland: Crack Ignaz, Dame und Yung Hurn solltet ihr euch dort auf jeden Fall reinziehen. Ebenfalls empfehlenswert: das MS Dockville Festival. Verpasst dort auf keinen Fall Bilderbuch und Möwe!

PULS Open Air – 10.+11.06.2016 – Schloss Kaltenberg

Das PULS Open Air. Dieses neue Festival. Irgendwo südlich von Augsburg. Auf einem Schloss. Was gibt es bitte Schöneres für eine musikbloggende Prinzessin als ein Festival zu besuchen, das auf einem Schloss stattfindet? Wahrscheinlich nichts.

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Allgemein

  • Die Location war einfach herrlich. Das Schlossgelände befand sich in einem kleinen Wäldchen und überall waren Türmchen, alte Holzbuden und große Tore zu sehen. Das coolste war aber auf jeden Fall die (überdachte) Tribüne rund um die Kugelbühne. Gemütlicher konnte man wohl kaum ein Konzert genießen.
  • Wobei das aber auch ein bisschen das Konzert-Feeling raubte. Eine Band von so weit weg zu sehen, ist wie fernsehen. Schon geil, aber am Ende klatscht man halt doch nicht.
  • Bei Regen war die Tribüne trotzdem die beste Option. Während am ersten Tag noch die Sonne vom Himmel knallte, regnete es am zweiten fast durchgehend.

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  • Den Burg- äh, Bühnengraben hab ich deswegen recht bald gemieden, da ich keine Lust hatte abzusaufen. Ohne Scheiß: vor der Waldbühne stand 40 cm hoch das Wasser!

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  • Das bedeutete aber auch: Endlich hab ich mal ein Festival im Regen erlebt. Und meine quietschgelbe Regenjacke kam auch mal wieder zum Einsatz! (Maeckes beweist: gelbe Regenjacken haben Style!)

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  • Ich finde es immer wieder schön, wie glücklich Menschen auf Festivals sind. Am ersten Tag haben alle die Sonne genossen, am zweiten sprang man dann mit Gummistiefeln (oder barfuß) in die Pfützen und tanzte im Regen.

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  • Ein großer Minuspunkt war jedoch: das Festival war verdammt dreckig. Und damit mein ich nicht den wetterbedingten Matsch sondern den Müll. Es gab einfach viel zu wenig Mülleimer.
  • Dafür aber Daumen hoch für die humanen Essenspreise!

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Tag 1

  • Am ersten Tag sind wir mehr als zwei Stunden später angekommen als geplant. Darum hab ich leider Hadern im Sternhagel und auch Kytes verpasst. Immerhin haben wir es zu Leyya gerade noch so geschafft. Sonst wäre ich wahrscheinlich todtraurig gewesen. Live machen sowohl Superego als auch ihr neuester Song Butter ganz gut was her. Ich hab mir die beiden nur nicht so kühl vorgestellt. Ein bisschen mehr Publikumsinteraktion täte vielleicht ganz gut.

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  • Danach haben wir es uns erst mal auf der Tribüne gemütlich gemacht und Frittenbude von dort oben auf uns wirken lassen. Links und rechts von uns strömten die Leute, die etwas motivierter waren als wir, nach unten und näher zur Band hin. Auch wenn Frittenbude es definitiv geschafft haben, auch die in der letzten Reihe noch zum mitmachen und tanzen zu bringen, muss ich sagen, dass die zu Zeiten, als noch die Kuscheltiere auf der Bühne umhersprangen, irgendwie besser waren. Jeden Song auf der gleichen Tonhöhe zu singen, das wird halt irgendwann langweilig. Zum Schluss hat’s Mindestens in 1000 Jahren, der Frittenbudesong schlechthin, wenigstens wieder einigermaßen rausgerissen.

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  • Als ich zur Pyramidenbühne rüber bin, um Abby zu sehen, tauchte plötzlich dieses Modular-Leuchte-Flatter-Dingens auf und unsere Modular-Clique so: Ooooooh, wie cool! <3

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  • Abby machen auf jeden Fall die perfekte Musik zum Tanzen. Und schweben. Ja, irgendwie möchte man einfach die Hände seitlich vom Körper strecken und sich im Takt der Musik treiben lassen. Außerdem bin ich voll pro Chello bei Konzerten!

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  • Anschließend wurde es spannend. Zumindest für mich. Denn die Mädels von Boy standen auf dem Plan. Früher fand ich die zwei mal richtig gut, bis ich dieses Interview hier auf Musikblog gelesen habe. Seitdem waren sie bei mir unten durch. Tja, aber wenn dann jemand wie Boy auf der Bühne steht, auf jedem Foto, das ich mache, einfach nur gut aussieht, die Songs eigentlich wirklich schön sind, es eine super Lichtshow gibt und die zwei auch noch so nett wirken, dann muss ich mich wohl doch geschlagen geben. Nur diese merkwürdigen Ausflüge ins Electrogenre kann ich dennoch nicht gut finden.

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  • Weiter ging’s mit OK KID. Ich weiß nicht warum, aber für mich sind Die Orsons, Frittenbude und OK KID ein und der selbe Topf. Und dann spielen die halt auch noch alle drei beim PULS (Die Orsons in Form von Maeckes). Das fand ich nicht sonderlich spannend. Aber immerhin weiß ich jetzt endlich was hinter OK KIDs Song Bombay Calling steckt. Bisher war das für mich immer so ein Hä-um-was-geht’s-da-eigentlich-Song. Jetzt weiß ich: um Gin. Bombay Gin. Das Lieblingsgetränk der Band. Aha. Das Publikum fand’s aber ziemlich cool und feierte vor allem Songs wie Ich kann alles und Gute Menschen.

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  • Die letzte Band am Freitag war für mich Crystal Fighters aus Spanien. Ich hätte ja nicht gedacht, dass das solche Hippies sind. Alle trugen weiße Wallekleider, sprangen wild und aufgedreht umher und die Bühne glich mit all den Pflanzen schon fast einem Urwald. Als der Sänger auf die Bühne kam, schwenkte er Räucherstäbchen oder was in der Art, dass mir schon fast schwindelig wurde. Musikalisch ist die Band leider auch nicht so ganz mein Fall. Songs wie Love Is All I Got oder You & I machen Lust auf Tanzen, der Rest ist nur so: Hä? Was ist das?

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Tag 2

  • Wieder kam ich später an als geplant. Der Regen war schuld. Wer will denn da schon vor die Tür? Also hab ich mich so spät von der Couch bequemt wie es sein musste, um nicht Lola Marsh zu verpassen. Mir ist ja vorher nie aufgefallen, dass die – bis auf ihren Song You’re Mine – total wie Lana Del Rey klingen. Und ich bin leider kein Fan von Lana Del Rey. Aber Sängerin Yael Shoshana ist schon zuckersüß mit ihrem riesigen Blumenkranz im Haar und wie sie die Worte „Scheiß Wetter“ auf Deutsch ausspricht.

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  • Ich muss ja ehrlich zugeben: Maeckes hat mich live echt überzeugt. Zum einen wegen seiner coolen, gelben Regenjacke, zum anderen weil er nicht nur Gitarre, sondern auch noch Keyboard spielen kann. Ich mein: Wie viele Rapper spielen auf Konzerten denn auch noch Instrumente, anstatt nur tschaka-boom-cool von links nach rechts zu springen? Außerdem ging er auf der Bühne mega ab. Und die Zuschauer im strömenden Regen fast noch mehr (Ein Kerl wirbelte seine Freundin an den Armen durch die Luft und die ganze Tribüne applaudierte!). Nur ab und zu war er absolut nicht auf der Höhe. Bei einem Song verkackte er total den Einsatz und bei einem etwas ruhigeren Lied klang er nach einem schüchternen Schüler.

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  • Aurora, die kleine norwegische Elfe, hat mich total in ihren Bann gezogen. Sie wirkt so zart, aber trotzdem unglaublich laut und eindringlich. Wie sie zappelt und zuckt, ihre Augen weit aufreißt und die Arme ausstreckt. Ich saß auf der Tribühne, ewig weit weg und wippte – ja, tanzte fast mit. Sie wirkt einfach so echt und ungekünstelt. Beim letzten Song zog sie sogar noch ihre Schuhe aus. Elfen tanzen eben barfuß.

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  • Kakkmaddafakka nicht mit dem Wort Party in Verbindung zu bringen ist eigentlich fast unmöglich. Ein Konzert der Jungs ist immer eine mega Show! Allein das klassische Stück als Intro und das 90s Cover machen schon unglaublich Spaß. Einziger Wermutstropfen: die zwei Backgroundsänger waren diesmal nicht dabei. Obwohl die doch eigentlich fast das Beste an der Band sind. Und die Songs von der neuen Platte fetzen live halt leider auch nicht ganz so gut wie die älteren Sachen.

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  • Was hab ich mich auf Sara Hartman gefreut! Sie war der einzige Act, den ich mir auf der Waldbühne anschaute. Dort balancierte ich auf schiefen Planken und betete, dass ich nicht in die teichgroße Pfütze vor mir fiel. Hach, die Rockgöre mit ihrer schwaren Lockenmähne war einfach fantastisch. Ich liebe ihre Songs! Es war nur leider ein bisschen kurz.

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  • Von MØ war ich hingegen nicht mal halb so angetan. Es mag vielleicht ihre Art und vielleicht auch ihr Konzept sein, aber für mich passt bei dieser Frau einfach nichts zusammen. Allein schon ihr komisches Outfit, bestehend aus einem Sport-BH und einem durchsichtigen Spitzenrock, und dass sie richtig anzüglich tanzt…würde sie HipHop machen, würde das perfekt passen. Aber doch nicht zu ihren melodischen, happy, powervollen und teilweise sehr ruhigen Songs. Ihr Auftritt war auch generell nicht so der Hit. Im Prinzip spazierte sie nur von Links nach Rechts. Und legte sich immer wieder auf den Boden. Also so richtig flach, sodass man sie minutenlang gar nicht mehr sah. Why?!

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  • Meute waren der vorletzte Act für mich an diesem Abend. Techno höre ich ja eigentlich überhaupt nicht. Wenn er aber live und mit echten Instrumenten gemacht ist, finde ich das schon interessant. Vor allem diese riesige, weiße Tuba oder was das war, war schon ziemlich cool. Ansonsten – okay, es war jetzt auch nicht sooo der Hammer. Ohne Gesang ist das halt immer schwierig und das Publikum nicht ganz so aufmerksam. Zum nebenbei sich unterhalten war’s aber ganz gut. Und mal was anderes.

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  • Ich versteh echt nicht, was alle so toll finden an Milky Chance. Das Gelände rund um die Kugelbühne war bei ihrem Auftritt rappelvoll. Die Tribüne und auch unten die Arena, alles voller Leute. Alle Besucher hatten sich scheinbar hier versammelt. Aber alles was man zu sehen bekam, waren zwei schwarze Silhouetten. 1 Stunde und 15 Minuten lang. Erst nach 45 Minuten hat man zum ersten Mal ihre Gesichter gesehen. Aber das auch nur gaaaaanz kurz. Noch dazu kam total viel vom Band. Und ihr wisst ja: davon bin ich absolut kein Fan! Es gibt doch kaum etwas, das man nicht irgendwie live mit einer Band hinkriegen könnte. Stattdessen haben sie auch noch ihren Drummer hinter einer Wand aus weißem Licht versteckt. Und von den planlosen Ansagen will ich gar nicht erst anfangen. Waren die bekifft?

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