Next: Taubenschlag am Königsplatz

Wir Augsburger haben wirklich unverschämtes Glück. Als Bayern haben wir eh schon die meisten Feiertage Deutschlands abbekommen. Doch wir nehmen uns noch einen weiteren und haben mit dem Friedensfest am 8. August (einen Tag vor meinem Geburtstag) die meisten freien Tage in der Bundesrepublik. Schon schön.

Außerdem ziemlich schön am Friedensfest ist auch das Programm rund rum, das immer Wochen im Voraus beginnt und über die ganze Stadt verteilt hunderte von Veranstaltungen aller Art präsentiert. Seit letztem Jahr ist der Taubenschlag Teil davon. Heuer breitet er mit drei großen Holztauben, die als Café, Bühne und Kunst- & Denklabor dienen, zwischen den Bäumen am Königsplatz seine Flügel aus.

Dabei bietet dieses alternative Projekt Kultur im öffentlichen Raum und lädt zum mitmachen ein. Neben Diskussionsrunden (z. B. über Nachhaltigkeit oder den Helmut-Haller-Platz in Oberhausen) und Workshops (z. B. ein Kochevent mit Home in a Bowl) gibt es natürlich auch jede Menge Musik. Immer freitags und samstags gehört die Bühne den Musikern. Und dabei vorzugsweise den kleinen Augsburger Bands. Oh, wie mich das freut! Ala Cya spielt z. B. schon heute Abend zur Eröffnung. Es folgen Woodend, Deadline 54, Jack Snipe und Der Eulenspiegel. Den Abschluss machen The Big Band Theory am Friedensfest selbst. Dazwischen ist das Programm immer wieder mit DJ-Sets von Monstaub, Grizu etc. gespickt. Besonders interessant klingt für mich auch der Dokumentarfilm Aus dem Takt über Menschen mit Demenz (1. August – 20 Uhr).

Ein buntes Programm ganz auf Augsburg zugeschnitten. Und ich hoffe, dass ich es diesmal endlich zu meinen Must-See-Bands Ala Cya und The Big Band Theory schaffe.

Ala Cya – 21. Juli – 17 Uhr

Jack Snipe – 21. Juli – 19 Uhr

Der Eulenspiegel – 21. Juli  – 20:30 Uhr

Woodend – 4. August – 16 Uhr

Deadline 54 – 5. August – 16:30 Uhr

The Big Band Theory – 8. August – 21 Uhr

Titelbild: Ines Flögel

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Konzert: Benni Benson – 19.07.2015 – Literaturspaziergang

Jetzt im Sommer passieren so viele tolle Sachen, die kann ich euch unmöglich vorenthalten, auch wenn es sich weder um ein normales Konzert noch um ein Album oder einen meiner Lieblingssongs handelt.

Wir hier in Augsburg haben ja einen Feiertag mehr als der Rest von Deutschland – das Friedensfest am 8. August. Dass das dieses Jahr auf einen Samstag fällt ist natürlich schade, denn normalerweise haben wir da frei. Nichtsdestotrotz hat vor wenigen Tagen das Rahmenprogramm dazu begonnen, das von den wunderbaren Kolleginnen vom Kulturamt organisiert wird. Mein Highlight war dieses Jahr mal wieder der Literaturspaziergang. Fünf AutorInnen lesen an fünf Stationen aus ihren Büchern. Wo die Reise hingeht, weiß man vorher nicht. Dass es aber wunderschöne Orte sind und vor allem solche, an die man normalerweise nicht kommt, ist garantiert.

Diesmal verkrochen wir uns in einem Keller und tranken Fanta, saßen im Klostergarten unter Apfelbäumen und nahmen auf einer Treppe an der Stadtmauer Platz. Wir waren im GAG (Gampls Arbeitsgemeinschaft musikalische Kultur und Bildung), was mir mein früherer Klavierlehrer schon vor…ähm…über einem Jahr empfohlen hat. Bisher war ich noch nie dort. Die letzte Station war die Kresslesmühle. Von den Lesungen selbst hab ich leider keine Fotos (hier gibt’s aber welche), waren aber alle sehr interessant, wenn auch nicht ganz so unterhaltsam wie letztes Jahr, sondern eher etwas ernster.

Im Anschluss folgte noch eine kleine Diskussionsrunde mit den AutorInnen, die aber – sorry – nicht mehr ganz so supi war. Vielleicht lag es aber auch daran, dass es stickig und warm war, bereits neun Uhr abends und das meiste auf Englisch. Da ist meine Konzentration schnell flöten gegangen. Ich hatte Hunger und musste dringend aufs Klo. Zwischendrin hab ich mir sogar schon überlegt, ob ich nicht einfach gehen soll.

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Dann hätte ich jedoch das Konzert von Benni Benson verpasst. Schon während dem Spaziergang hat er uns hier und da  unterwegs überrascht (haha, welch Wortspiel…wer seine Lieder kennt, weiß warum ;)). Stand wie ein Straßenmusiker am Wegesrand, vor sich einen Strohhut und hat seine Songs gespielt. Also blieb ich und war froh drum. Irgendwie war es nämlich echt nett. Wir waren nur noch wenige Leute, weil es wohl den meisten so ging wie mir. Benni spielte nur ein paar Songs – für mehr war es einfach zu heiß und stickig. Bis auf ein Lied kannte ich schon alle, trotzdem hör ich ihm immer wieder gern zu.

Und soll ich euch mal was total Bescheuertes verraten? Jedes Mal wenn ich Benni Benson live höre, denke ich mir: „Mensch Ramona, die Musik ist so geil, jetzt solltest du dir aber echt mal die Platte von dem Herrn kaufen.“ Zuhause höre ich mir dann diese Probeschnipsel auf Amazon an und denk mir: „Nee, klingt irgendwie…so platt…so leer…als ob was fehlt.“ Und lass es wieder. So lief das bisher noch jedes Mal ab. Doof oder? Vielleicht gibt es aber auch einfach Musiker, die man live kennen und lieben lernt. Alles andere ist dann einfach keine Option mehr.

Walls Come Tumbling Down!

Eigentlich wollte ich ja schon vor fast zwei Stunden damit anfangen, über das Konzert von gestern zu schreiben. Stattdessen habe ich über eine Stunde damit verbracht, mir ein Konzert von Leslie Clio und das dazugehörige Interview mit ihr anzusehen. Und danach hatte ich so Lust auf Klavier spielen…und jetzt hab ich eigentlich Hunger. Aber nix da! Ich kann mich nicht länger darum drücken.

Ich muss nämlich zugeben, dass ich mal komplett daneben lag, was eine bestimmte Sängerin betrifft. Vor gut einem Jahr habe ich mal ganz viele böse Sachen über Eva Gold und ihre Band Misuk geschrieben. Zurücknehmen möchte ich das jetzt nicht unbedingt. Das Solidaritätslied finde ich immer noch grauenhaft. Aber dass Eva Gold um Welten mehr drauf hat als ich dachte, habe ich gestern erfahren. Als Teil des Rahmenprogramms zum Friedensfest fand ein Konzert unter dem Motto “Walls Come Tumbling Down!” statt. Eine extra dafür gegründete Formation – eben mit Eva Gold – nahm eine Hand voll Protestsongs aus aller Welt (u. a. von bekannten Künstlern wie Bob Dylan und teilweise auch auf Türkisch und Bengalisch) und machte daraus wunderbaren Electro-Jazz. Schon beim ersten Song dachte ich: Wow, was für eine Stimme! Ich war wirklich sprachlos. Irgendwann konnten wir dann auch nicht mehr still sitzen und sind vor zur Bühne, um zu tanzen. Diese Frau hat’s wirklich drauf. Sorry, dass ich das nicht schon früher bemerkt habe.

Festival der Kulturen und Aftershowparty im City Club

Augsburg hat mit dem Friedensfest einen ganz besonderen Feiertag, den es sonst nirgends gibt. Das beste daran: man hat frei – der Rest Deutschlands darf arbeiten. Haha! Das zweitbeste daran: das Rahmenprogramm, das schon ungefähr drei Wochen vorm Friedensfest beginnt. Jeden Tag gibt es tolle Veranstaltungen und so fand am Wochenende das Festival der Kulturen statt. Zwei Tage lang traten mitten in Augsburg lokale und internationale Musiker und Bands auf.

Leider habe ich es erst am letzten Tag und zu späterer Stunde aufs Festival geschafft, so dass ich nur noch die letzte Band so wirklich mitbekommen habe. Boban I Marko Markovic Orkestar nannten sich die elf (oder waren es doch zwölf?) Männer aus Serbien. Ihre Musik wird als Balkan Brass bezeichnet. Das erste, was mir dazu einfiel, war La Brass Banda. Und so eine gewisse Ähnlichkeit bestand durchaus. Neben eigenen Liedern gaben die Serben auch Coversongs wie z. B. Michael Jacksons Smooth Criminal zum Besten. Ich war wirklich erstaunt welche Stimmung die Band verbreitete und den Annahof, den ich sonst als menschenleeren und ruhigen Ort kenne, in ein Meer aus jubelnden Menschen verwandelte.

Im Anschluss ging es dann zur Aftershowparty in den City Club. Dort war ich vorher noch nie, hab aber schon die ein andere Geschichte von diesem etwas anderen Club gehört, der um 5 Uhr morgens für eine Stunde schließt, um dann nochmal bis um 2 Uhr mittags zu öffnen. Danach sollen dort wohl nur noch merkwürdige Gestalten rausspazieren. Ganz so lange hab ich es nicht ausgehalten. Um 5 Uhr, als der Club zum ersten mal für diesen Tag zu machte, gingen auch wir nach Hause. Wahrscheinlich lag es vor allem an den tollen Leuten, mit denen ich gefeiert habe, aber ich hab dort wirklich die beste Nacht seit langem erlebt. Das dubiose Image des Clubs, das sich definitiv bewahrheitet hat, hat dann noch sein Übriges getan. Ich hatte wirklich viel Spaß. Und nein, da waren keine Drogen im Spiel. Vielleicht aber bei einem der anderen Besucher? Wer also mal in Augsburg ist, sollte unbedingt im City Club vorbei schauen! Ach…fast hätte ich ja noch das wichtigste vergessen: die Musik hat mir da eigentlich eher weniger gefallen…