Next: Sommerluft Festival auf dem Sonnendeck

Es gibt ein neues Festival in der Stadt!

Und darüber bin ich ganz schön froh. Denn das Sommerluft Festival findet zeitgleich mit dem Singoldsand Festival in Schwabmünchen statt, das ich die letzten beiden Jahre besucht habe. Dieses Jahr überzeugt mich persönlich das Line-up nur leider nicht. Was mich mehr oder weniger interessiert hab ich alles schon mal live gesehen. Bis auf FM Belfast und Balbina. Letztere kommt im Herbst für ein Clubkonzert nach Augsburg. Also rentiert es sich für mich noch weniger mit dem Zug durch die Gegend zu gondeln.

Da zieh ich diesmal eindeutig die Alternative namens Sommerluft Festival vor. Zwar ist es nur ein Ein-Tages-Festival (25.08.2017), aber dafür findet es auf dem Sonnendeck satt! Sand zwischen den Zehen, den Blick über Augsburgs Dächer schweifen lassen und Top-Musiker auf der Bühne. Mit am Start ist Xavier Darcy, der bestimmt wieder wie ein Tornado über die Stage fegt und alle mitreißt. Außerdem die Augburger Indiepopper Mary Lou, die schon seit einiger Zeit auf meiner Liste stehen, und die Singer-Songwriterin Henny Herz, die mich jetzt ehrlich gesagt nicht ganz so begeistert. Aber vielleicht ändert sich das ja auf dem Festival. Und…last but not least: Mundhaarmonika! Ich denke, ihr erratet mittlerweile, warum ich dieses Festival fest in meinem Kalender platziert habe?!

Tickets gibt’s im Vorverkauf für 8 Euro auf dem Sonnendeck. Ich empfehle schnell zu sein ;) weitere Infos in der Facebook-Veranstaltung.

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Konzert: Mundhaarmonika – 20.12.2016 – Milla

Dienstagnachmittag. 15 Uhr. In wenigen Stunden würden Mundhaarmonika die Bühne im Milla betreten und ihr erstes Konzert nach einem Jahr Abstinenz spielen. Und ich war sowas von nicht gewillt, mich in den Zug nach München zu setzen. Nicht etwa weil ich Mundhaarmonika nicht gut finde. Ganz im Gegenteil! Vielmehr ist meine Begleitung kurzfristig krank geworden und ich konnte ums Verrecken keinen Ersatz finden. Weihnachtsfeiern, Krankheit, Stress in der Uni oder der Arbeit. Und alleine wollte ich nun auch nicht hingehen. Stundenlang hab ich mit mir selbst gerungen, bis ich mich dann doch dafür entschied. Zu lange hab ich schon auf dieses Konzert gewartet. Zu gern mag ich diese Jungs.

Also doch, auf nach München. Auf der Suche nach dem Milla bin ich erst mal kurz orientierungslos durch die Gegend geirrt. Aber wie gut dass es Google Maps gibt. Wie oft hat mich das schon auf der Suche nach einer Konzertlocations gerettet. Als ich dann erst mal dort war, war der ganze Unwille der letzten Stunden schnell vergessen. Mundhaarmonika waren gerade noch mitten im Soundcheck. Darum hat Marcel mich und den DJ erst mal mit nach hinten ins Backstage genommen, was seinen Namen mehr als verdient hat. Immerhin liegt es tatsächlich hinter der Bühne und wird nur durch einen Vorhang von dieser getrennt. Das Milla war früher mal ein Abwasserkanal, hab ich mir sagen lassen. Darum ist das so ein langgezogener Schlauch, der von der Bar zur Bühne hin immer weiter abfällt. Die Wände sind von oben bis unten vollgetaggt.

Entgegen meiner Vorstellungen herrschte im Backstage die ganze Zeit über rege Betriebsamkeit. Es wurde gegessen, Hemden gesucht, versucht Kameras zu updaten oder einfach nur kurz durchgeatmet. Kurz vorm Beginn hab ich mich dann nach vorne verkrümelt und schon mal in Position gebracht. Das Milla war gut besucht und einige Fans warteten schon auf die Band.

Mundhaarmonika - Konzert - Milla - München - Princess Pietsch

Mundhaarmonika - Konzert - Milla - München - Princess Pietsch

Mundhaarmonika - Konzert - Milla - München - Princess Pietsch

Mundhaarmonika - Konzert - Milla - München - Princess Pietsch

Mundhaarmonika - Konzert - Milla - München - Princess Pietsch

Als Erster kam Tem auf die Bühne, der seit Neuestem live für die Samples zuständig ist. Nach und nach folgten auch die anderen, alle in Schwarz und mit großen weißen Kopfhörern auf den Ohren. Als letzter steigt Simon aka Mundhaarmonika himself in Weiß und mit Sonnenbrille die Treppen zur Bühne runter. Zu Beginn gibt die Band ein paar ihrer „älteren“ Songs zum Besten, u. a. Gefällt mir. Nur leider verstand man bei den ersten paar Liedern kaum was vom Gesang. Ich dachte schon, es läge an meinem Gehörschutz, aber auch ohne war es kaum besser. Zum Glück schien dem Tonmann das bald aufzufallen und behob den Fehler. Dem restlichen Publikum hingegen schien das kaum gestört zu haben. Alle waren voller Euphorie, sangen mit und bouncten mit den Händen in der Luft zum Takt. Ich hab aber auch ehrlich gesagt selten einen Sänger erlebt, der so easy und eigentlich aus dem Stand raus vom ersten Song weg das Publikum mitnimmt und nicht mehr loslässt. Da musste er sogar nicht mal mehr viel erklären. Die Leute nahmen ihm den Text sogar teilweise schon vorweg. Ein Bekannter bezeichnete Mundhaarmonika mal fast abschätzig als Spaßband. Im Grunde kann ich das nur bestätigen. Oh ja, ein Konzert dieser Band macht Spaß!

In einem eigens dafür geschriebenen Song, bei dem das Publikum durch Zurufe miteingebunden wurde, wurde jedes Bandmitglied vorgestellt. Ich als Mundhaarmonika-Konzert-Neuling war aber etwas erstaunt als nach den ersten zwei schon wieder Schluss war. Und der Rest? Der wurde in zwei weiteren Sequenzen etwas später vorgestellt und dabei auch den Fans ausführlich gedankt. Gute Idee, das mit dem Aufteilen. So wird’s dem Publikum nicht langweilig. Wobei…das wäre auch so nicht passiert. Das ganze Konzert hindurch war immer wieder etwas anderes geboten, was die eineinhalbstündige Show überraschend kurweilig gestaltete. Egal, ob sich Frontmann Simon zum Philosophieren auf die vorderste Treppe setzte oder beim Song Zwenig Mehl gegen die AFD wetterte. Bei Farbfilm bekam er Unterstützung von seinem Bruder und bei Weil’s eh Wurscht is (einem meiner Lieblingssongs) sprang er mal eben nach hinten ins Backstage, was witzig war, da man dank dem kabellosen Mikro noch immer seine Kommentare hören konnte. Zurück kam er mit einem Kleidungsstück, dass er zum Finale des Songs überm Kopf schwang.

Leider verlief der Wiedereinstieg der Band in die Konzertphase nicht ganz ohne Probleme. Bei Goldstaub schienen irgendwie die Samples zu hängen. Da konnte auch Simon mit seinem fachmännischen Blick den Fehler nicht entdecken. Trotzdem überspielte er das Malheur gekonnt und meinte ganz locker, dass sie Tem jetzt einfach noch einen Song lang Zeit geben, die Samples wiederzufinden. Und er hat sie wiedergefunden.

Keine Releaseshow ohne Zugabe. Und da hauten Mundhaarmonika ihre besten Hits raus. Für Ab da kam nochmal Simons Bruder auf die Bühne. Nur leider muss da wer geschlafen haben, denn die ersten Sekunden lang war sein Mikro nicht an und so verstand man leider nicht mal in der ersten Reihe was. Als letzten Song spielten die Jungs Schweben, das zum Abschluss für diesen Abend voller Spaß und Dankbarkeit kaum besser hätte passen können. Ganz am Ende wechselte Simon sogar noch an den Bass und Felix spielte zu den letzten Takten Saxophon. Ah, ich liebe dieses Instrument. Schade eigentlich, dass es nur ganz zum Schluss live zum Einsatz kam.

Mundhaarmonika - Konzert - Milla - München - Princess Pietsch

Mundhaarmonika - Konzert - Milla - München - Princess Pietsch

Mundhaarmonika - Konzert - Milla - München - Princess Pietsch

Mundhaarmonika - Konzert - Milla - München - Princess Pietsch

Mundhaarmonika - Konzert - Milla - München - Princess Pietsch

Mundhaarmonika - Konzert - Milla - München - Princess Pietsch

Mundhaarmonika - Konzert - Milla - München - Princess Pietsch

Mundhaarmonika - Konzert - Milla - München - Princess Pietsch

Mundhaarmonika - Konzert - Milla - München - Princess Pietsch

Mundhaarmonika - Konzert - Milla - München - Princess Pietsch

Mundhaarmonika - Konzert - Milla - München - Princess Pietsch

Next: Mundhaarmonika im Milla

Das Jahr 2016 ist fast rum. Das heißt, dass der Konzertendspurt begonnen hat! In den letzten Monaten hab ich bewusst viele Chancen auf tolle Konzerte ungenutzt gelassen, da ich das Hamsterrad, das dieser Blog manchmal zu sein scheint, etwas ausbremsen wollte. Auch wenn ich mich damit anfangs noch schwer getan hab, ist nun die Blogpostfrequenz von drei auf mittlerweile aller höchstens einen pro Woche gesunken. Und es fühlt sich wunderbar an!

Mit diesem ganzen Entschleunigungsshizzle ging auch einher, dass ich mich nur noch auf die mir wichtigsten Projekte konzentriert habe. Allein eine einzige Band blieb dabei über das ganze Jahr 2016 hinweg eine Konstante: Mundhaarmonika! Ich hab noch nie erlebt, dass mich eine Band so lieb unterstützt und konsequent auf dem Laufenden hält. Natürlich ist das ein beiderseitiges Geben und Nehmen. Aber manchmal frag ich mich schon, ob ihnen vielleicht bisher noch gar nicht aufgefallen ist, dass Princess Pietsch ja nur ein klitzekleiner Musikblog ist…

Bei unserem Interview im Februar hab ich schonmal vorsichtig angefragt, ob man denn dieses Jahr noch ein Album erwarten darf. Und jetzt ist es endlich so weit! Seit heute gibt es das Debütalbum Raptestdummy der Münchner Band, das sie erfolgreich über Crowdfunding finanziert haben. Darauf finden sich hauptsächlich Songs, die man schon von ihren zahlreichen Musikvideos, welche im Laufe des Jahres peu à peu erschienen sind, kennt. Manche fand ich auf Anhieb gut, bei anderen widerrum hab ich etwas Zeit gebraucht. Mittlerweile find ich jeden Song granatenmäßig. Ich mag diese Lässigkeit, die Kreativität und ja, auch diese gewisse Art von Verspieltheit, die sich nicht nur in den Musikvideos sondern auch auf Raptestdummy immer wieder findet.

Bei ihrem neuesten Werk zu Goldstaub hab ich mich nach den ersten 30 Sekunden kaum mehr eingekriegt. Denn ab da war so gut wie klar: Es ist ein One-Shot-Video! Und ich liebe One-Shot-Videos! Keine Ahnung warum, aber ich finde die Dinger genial. Immerhin braucht es dafür nicht gerade wenig Vorbereitung. Vermute ich mal. Noch dazu entstand das Video als Projekt der Hochschule Fresenius zusammen mit Mundhaarmonikas hauseigenem Videoproduzenten Marcel Chylla. Der führt dort als Gastredner anhand von Musikvideos die Studenten an die Filmpraxis heran.

Auf was ich eigentlich die ganze Zeit raus will, aber einfach nicht die Kurve krieg, weil es über Mundhaarmonika zu viel Gutes zu sagen gibt: Am Dienstag spielen sie im Milla in München ein Releasekonzert. Kaum zu glauben, dass ich da die Band erst zum zweiten Mal live sehen werde. Kommen lohnt sich auf jeden Fall. Nicht nur wegen der Musik. Denn das Konzert wird gefilmt und alle Besucher bekommen die Möglichkeit vor allen anderen die Aufzeichnung zu sehen.

Tickets für die Releaseshow am 20.12.2016 im Milla (München) bekommt ihr hier für nicht mal 10 Euro. Das Album Raptestdummy gibt’s seit heute überall, wo es Musik zu kaufen gibt, z. B. auf Amazon.

Ach ja…Marcel: Falls du das hier liest, ich bring dir am Dienstag deine Bauchtasche mit, die du mir vor einem halben Jahr geliehen hast. Ich hab’s nicht vergessen!

Mundhaarmonika – Ab da & Tschüssinger tschausn

Sommerloch. Immer noch. Zumindest was die musikalischen Genüsse in front of stage betrifft. Ich hab beschlossen, dass ich nicht zu We Were Promised Jetpacks am Freitag gehen werde, denn mit der Band hatte ich eigentlich noch nie was am Hut – warum dann hingehen? Auch das Noisehausen Festival Ende Juli in meiner Heimat werde ich nicht besuchen. Das Line-up hat mich leider nicht überzeugt. Alles was ich kenne und gut finde, hab ich erst vor Kurzem live gesehen und das was ich nicht kenne, trifft nicht meinen Musikgeschmack. Schade.

Doch nächste Woche scheint sich das Sommerloch kurz zu lichten. Am Freitag feiert Der Herr Polaris Plattentaufe im Provino Club (bei gutem Wetter sogar draußen im Wirgarten). Und am Samstag möchte ich zum Festival der Kulturen schauen (läuft vom 29. bis 30. Juli), das wie jedes Jahr im Rahmen des Programms zum Friedensfest stattfindet und immer wieder Spaß macht. Dieses Jahr wird sogar mein Klavierlehrer spielen. Danach verflüchtigen sich die Livegenüsse wieder für kurze Zeit in der schwülen Sommerluft.

Dass ich aber abgesehen davon nicht faul auf der Haut liege, könnt ihr z. B. auf Instagram nachverfolgen (klick!). Und dann gibt’s da ja auch noch Mundhaarmonika, die weiter an ihrem Plan festhalten und noch immer fleißig jeden Monat ein weiteres Video raushauen. Die letzten beiden waren zu Ab da und Tschüssinger tschausn, zu denen ich unbedingt noch ein paar Worte verlieren muss:

  1. Ab da: vergleiche ich gerne mit ihrem Hit Schweben, weil es genauso sommerlich und leicht klingt und auch in diesem Song diese kleine, süße Prise Verliebtheit mitschwingt. Außerdem ist es ein echter Ohrwurm. Meine Geschichte dazu: ich bin mitten in der Nacht aufgewacht und hatte diesen Song im Kopf. Sowas ist schlimm, richtig schlimm. Weil man im Halbschlaf ums Verrecken nicht drauf kommt, welcher Song das ist. Und ich Nerd bin halt dann so lange wach gelegen, bis es mir eingefallen ist. Didüm…
  2. Tschüssinger tschausn: Der Titel verwirrt mich genauso wie der zu ihrem Song Bauslupenband. Hab ich was verpasst? Geheimsprache? Neuer Jugendslang? Nee, kann nicht sein. Die Jungs sind älter als ich. Und vielleicht auch cooler?

Und warum beide Videos in einem Blogpost? Weil das zweite da anfängt, wo das erste aufhört. Buchstäblich und im übertragenen Sinn. Zuerst himmelhoch jauchzend und nach dem Fall eine gesunde Leck-mich-am-Arsch-Einstellung. Well done, boys!

Interview mit Mundhaarmonika

Vor einer Woche durfte ich die Band Mundhaarmonika zum Interview treffen. In ihrer Musik kommt so ziemlich alles zusammen, was ich gut finde: Rap abseits von Ich-bin-ja-ach-so-Gangster, poppiger HipHop, intelligente Texte und ein Saxophon – eines meiner Lieblingsinstrumente (vor ein paar Jahren hätte ich ja fast selbst angefangen Saxophon zu lernen). Bei Mundhaarmonika gefällt mir aber nicht nur die Musik; mich fasziniert, dass neben den Musikern auch diejenigen, die eher im Hintergrund agieren, völlig selbstverständlich zur Band gehören. Und so kam es, dass bei unserem Interview im Weißen Lamm nicht nur Simon (Rap) und Felix (Bass), sondern auch Marcel (dreht die Videos) und Temren (kümmert sich ums Management) dabei waren.


In Videos und bei Konzerten trittst du ja immer mit Melone und Sonnenbrille auf. Es weiß also im Prinzip keiner so recht, wer da drunter steckt. Ist das eine Art Konzept, das ihr von Anfang an festgelegt habt, dass du so ne Maske wie Cro oder Sido hast?

Simon: Es ist eigentlich keine Maskerade in dem Sinne. Sonst müssten wir wahrscheinlich eine Maske nehmen, die ein bisschen aufwendiger ist. Unterschwellig ist es natürlich eine Maske, weil man mich nicht erkennt. Aber ich bin da jetzt nicht so drauf erpicht. Den Hut hab ich damals schon in meiner alten Band getragen. Die hat sich dann aufgelöst…

Welche Band war das?

Simon: So eine Alternative-Rock-Band hier in Augsburg. Ich sag jetzt nicht den Namen, sonst fängst du an zu googlen (lacht). Das ist vogelwild…ein Video gibt’s noch bei Youtube. Da hatte ich den Hut schon. Das hat sich halt aufgelöst und dann hab ich viel Musik selber gemacht und den Hut einfach behalten. Als Markenzeichen. Oder eher als Wiedererkennungswert, dass man halt merkt „Ah, das ist dieser Typ mit Melone und Sonnenbrille“. Aber wegen der Maskerade jetzt nicht unbedingt.

Hast du dann schon mal Auftritte ohne gespielt?

Simon: Nee.

Ihr habt ja euer eigenes Label – Plattenmoped – und da steht auf der Homepage, dass ihr Clash Rap macht. Was versteht man denn unter Clash Rap?

Simon: Wer will? Ich weiß die Antwort…

Felix: Ich hab selber keine Ahnung, was Clash Rap bedeutet (lacht).

Simon: Das kam eigentlich daher: Letztes Jahr haben wir diesen Bandwettbewerb mit der Stadtsparkasse gewonnen, wo wir dann auch aufm Oben Ohne spielen durften. Und da haben wir ein Coaching bekommen mit einem großen Label in München. Die haben gesagt, wir müssen ganz genau definieren, was wir für eine Musikrichtung machen. Für uns selbst erst mal und dann aber auch für Leute, die uns buchen wollen. Wir sind natürlich schon geprägt von HipHop und Rap durch mich, aber durch die Jungs auch viel Jazz, Funk und sonst irgendwas. Da kommen ja wahnsinnig viele Musikrichtungen mit rein. Und wenn wir nur schreiben würden HipHop, dann bist du halt einer von vielen. Man soll seine eigene Stilistik ein bisschen umschreiben. Der Andi kommt mit Jazz, dann fang ich an drauf zu rappen. Der dritte kommt dann mit irgendwelcher Metal-Kacke – so aus Spaß. Im Songwriting ist es oft so, dass sich unsere Geschmäcker quasi clashen. Und so haben wir intern für uns beschlossen, dass es Clash Rap ist. Rap ist natürlich in jedem Song, aber was drunter passiert, das kann sich sehr wandeln. Das hat sich auch verändert von den Produktionen von früher zu heute. Das wird sich auch dieses Jahr wieder ändern. Wir haben schon ein paar Songs in der Pipeline, die sind schon mal wieder – ich sag mal: dezent etwas anders.

Früher warst du Straßenrapper. Was darf man sich darunter vorstellen? Straßenmusiker mit Gitarre kennt man ja, aber was macht ein Straßenrapper?

Simon: Das steht, glaub ich, in unserem Press-Kit, da hast du das wahrscheinlich gelesen. Damit hab ich eigentlich nicht gemeint, dass ich ein Straßenmusiker so an sich bin. Ich war halt immer einer, der in seinem kleinen Zimmer produziert hat, raus gegangen ist auf die Straße, gefilmt hat und das den Leuten und Freunden gezeigt hat. Ich hatte ja keine Band. Aber ich bin jetzt kein Straßenmusiker. Wär aber auch mal geil.

In euren Songs kommt auch immer wieder ein Saxophon vor. Eigentlich ein ziemlich ungewöhnliches Instrument fürs Rappgenre oder für HipHop allgemein. Wie kam es dazu?

Felix: Die ursprüngliche Band, die der Pianist zusammengestellt hat, waren ich am Bass, der Tom am Schlagzeug und eben der Andi an den Keys. Und wir haben uns gedacht, dass da irgendwas fehlt. Sei es Trompete oder Saxophon oder sonst was. Und ich kannte eben den Joachim vom Studium. Wir waren mal auf einer Party und es war schon relativ spät. Und irgendwann hab ich zum Simon gesagt: „Hey pass auf, das ist unser neuer Saxophonist.“ Das war kurz nachdem wir im Studio waren. Da hatten wir für unsere EP What’s Rap auch Bläser dabei und das wollten wir auch live umsetzen. Dadurch kam die Idee „Komm, lass uns zumindest einen Bläser dazu holen“. In den 80ern war ja fast in jedem Popsong so ein Sax-Solo drin und ich liebe die 80er so als Musikgenre. Da kamen coole Songs bei rum. Vielleicht also auch ein bisschen da drauf zurück gegriffen. Aber eben auch weil es inzwischen wieder innovativ ist, sowas zu machen. Und es passt auch zu unserem Sound.

Simon: Es ist einfach ein verdammt geiles Instrument.

Felix: Ich hab früher auch viel Saxophon gespielt. Deswegen bin ich dem auch nicht abgeneigt.

Simon: Saueklig aber auch.

Felix: Eklig? Ja wegen der ganzen Spotze.

Temren: Das ist echt das widerlichste Instrument, das es gibt.

Simon: Mit dieser komischen Holzplatte, die man nass machen muss. Bäh!

Felix: Es geht noch ekliger. Posaunen oder so, die haben unten ne Klappe, wo dann einfach die Spotze rausläuft.

Simon: Ne Spotzenklappe (lacht).

Mmmmhhh…Dein erstes Video, das war zum Song Gefällt mir – da warst du ja noch ohne Band unterwegs, oder?

Simon: Ja.

Das hast du in der Augsburger Innenstadt gedreht. Euer letztes war dann schon in einer Münchner Wurstbude. Welche Bedeutung hat Augsburg noch für dich? Du kommst ja auch von hier oder?

Simon: Ja, eine große Bedeutung. Ich bin hier aufgewachsen, hab meine ganze Jugend hier verbracht. Meine ganzen Freunde sind hier. Ich war bis 21, 22 in Augsburg und bin dann wegen dem Studium nach München. Da hat sich so viel entwickelt. Mit der Band und auch von der Arbeit her. Ich mach mit Marcello – der hat eine eigene Firma – auch viel, was jetzt nichts mit der Band zu tun hat. Ein Kumpel von uns hat ein Start-up, da bin ich auch gerade angestellt. In München ist es eine ganz andere Situation, ein ganz anderes Netzwerk, das da durch Zufall entstanden ist. Aber wenn jetzt jemand fragen würde: „Was ist besser – Augsburg oder München?“ Das kann man nicht beantworten. Es ist einfach anders. Ich komm auch noch gern hier her und bin auch regelmäßig hier.

Kannst du dir dann vorstellen, mal wieder zurück zu ziehen?

Simon: Ausschließen würde ich es nicht. Wenn die Band mitkommt und wir hier ein fettes Studio haben, da bin ich der erste, der Ja sagt. Es steht halt aktuell nicht zur Debatte, weil jeder von uns in München studiert. Aber so finde ich Augsburg schon geil. Wir haben ja letztes Jahr auch da oben aufm Sonnendeck gespielt. Da kommt jetzt Mitte März auch das Video raus.

Hast du sonst noch einen favourite Place hier in Augsburg?

Simon: Da gibt’s viele, ganz viele. Hier (Anm. d. Red.: wir waren im Weißen Lamm), da oben aufm Sonnendeck, Golden Glimmer Bar…Wie heißt die neue am Königsplatz?

Die neue?

Simon: Ja, was heißt neu. Die gibt’s auch schon drei, vier Jahre.

City Club?

Simon: Ja, genau. Hallo Werner ist super nice. Wo ich ganz oft bin, ist Inningen. Da haben wir so ein Jugendhaus. Da war ich viel ehrenamtlich tätig.

Felix: Nicht der Plärrer.

Wir verstehen uns ;)
Ihr macht ja alles selbst, vom Design bis zum Produzieren. Habt ihr schon mal überlegt, das in andere Hände abzugeben?

Simon: Also ich kann nur für mich sprechen. Songtexte nicht und Design auch nicht (lacht). Nee, keine Ahnung. Wenn es irgendwann mal eskaliert und völlig ausrastet und wir von der Arbeit nicht mehr hinterher kommen, dann müssen wir es ja abgeben. Sollten wir mal auf Tour gehen, dann kannst du ja während der Tour nichts vorbereiten. Da bist du nur damit beschäftigt loszufahren, da anzukommen, alles aufzubauen, essen, spielen, einpacken und dann wieder weiter ziehen. Da kannst du ja von dem ganzen Organisatorischen nichts machen.

Felix: Also im Prinzip stellt sich die Frage erst, wenn es nicht mehr anders geht. Aber inzwischen ist es noch so, dass jeder seinen Kompetenzbereich hat und den voll ausschöpfen kann. Und es macht Spaß und ist halt unfassbar produktiv.

Ihr seid halt echt die einzige Band, die ich kenne, die alles selbst machen.

Simon: Du schreibst ja auch viel über Timothy Auld oder Impala Ray, die machen ja auch fast alles selber.

Aber die haben nicht ihren eigenen Manager.

Simon: Da macht das wahrscheinlich der Frontmann. Nicht? Hm, vielleicht brauchen wir auch ein Management.

Temren: Hey, jetzt aber Punkt hier! (lacht)

Anfang Februar habt ihr mit Balkon einen neuen Track rausgebracht. Was darf man in Zukunft von euch erwarten? Vielleicht ein Album?

Simon: Da kommt viel!


Nach unserem Interview durfte ich mir sogar exklusiv und vorab das neue Video zu Bauslupenband ansehen. Das will ich euch natürlich nicht vorenthalten. Zieht es euch rein! Denn auch hier könnt ihr nicht nur die Band sondern auch Tem und Marcel sehen…Ich hab’s mir gerade nochmal angeschaut. Ja sogar im Songtext kommen die beiden vor! Hach, kann eigentlich irgendwer nachvollziehen, warum ich das so genial finde?

Homepage: http://www.mundhaarmonika.de/
Facebook: https://www.facebook.com/mundhaarmonika/
Youtube: https://www.youtube.com/user/mundhaarmonikarecord

Mundhaarmonika – Weil’s eh Wurscht is

Bald ist Wochenende! Ich freu mich schon richtig drauf. Heute Abend geht es mit den Leuten vom Chor auf den Christkindlmarkt (oder wie er hier in Augsburg heißt: Christkindlesmarkt). Ich mag solche Weihnachtsmärkte eigentlich gar nicht, weil es da immer so voll ist, so laut und alles so gleich und einfallslos. So Kommerz. Aber wir haben hier auch ein paar kleinere, welche die schöner gestaltet sind und die selbstgemachten Punsch und selbstgebackenen Stollen anbieten. Einer liegt z. B. in einem Innenhof direkt neben meiner Wohnung. Vielleicht kann ich die anderen ja dazu überreden…

Und morgen geht es dann früh morgens nach Hause zu meinen Eltern. Ein Wochenende rund ums Plätzchen backen steht an. Acht Sorten sind geplant. Ich bin guter Dinge, dass wir das in zwei Tagen schaffen.

So…und jetzt von Punsch und Plätzchen zur Wurscht. Überleitung Fehlanzeige. Mundhaarmonika haben letzte Woche ein Video zu ihrem Song Weil’s eh Wurscht is veröffentlicht. Ein One-Shot-Video (die finde ich ja generell total faszinierend), gedreht in einer Wurstbude. I love it! Der Songtext enthält auch so viel Wahres. Man macht sich viel zu oft unendlich viele Gedanken über Dinge, die viel zu schnell niemanden mehr interessieren. Nur checkt man das in dem Moment gar nicht und plant und überlegt. Total für die Katz. Das hab ich selbst schon oft genug festgestellt.

Die Band kenn ich übrigens seit dem Singoldsand Festival und blieb damals wegen dem Saxophon bei ihnen hängen.