Twenty One Pilots – Heathens

Twenty One Pilots und ich. Ein Drama. Und ich befürchte ohne Happy End. Ich mag Tyler und Josh, auch wenn ich nach Jahren des Fandaseins mir immer noch nicht merken kann, wer wer ist. Ich liebe ihre Musik, so gut wie jeden Song. Aber seit geraumer Zeit – was so ungefähr mit Gründung dieses Blogs begann – entwickelte ich eine zunehmende Abneigung gegen Bands, die groß und bekannt sind und früher oder später in den Charts auftauchen und dann jeder kennt und jeder mag. Einfach nur weil es jetzt eben in den Charts ist. Genau aus diesem Grund mochte ich Twenty One Pilots so gern. Eine kleine Band aus den USA, die dort zwar schon etwas bekannter war, hier aber kaum jemand von ihnen wusste. Noch dazu schienen sie so anders und eigen zu sein.

Letzteres ist eigentlich immer noch der Fall, aber mit der Unbekanntheit ist es längst vorbei. Auf Facebook zählen sie mittlerweile über 2 Mio. Likes und ihr Song Stressed Out läuft im H&M. Noch schlimmer: er wird jetzt auch schon gecovert. Solche Verbrechen, wenn auch recht gut gelungene, hab ich auch schon hier und dort gehört; z. B. in einem kleinen Café in Schweden.

Nun ist es aber so, dass ich die zwei immer noch sehr gern mag und ihre Shows einfach gigantisch sind. Schon seit Jahren möchte ich gern mal wieder auf eines ihrer Konzerte gehen. Nachdem ich es die letzten zweimal verpasst habe, mir rechtzeitig Tickets zu sichern, hab ich mir für die nächste Tour geschworen: Sobald der Vorverkauf startet, kaufst du zwei Tickets. Egal wann und wo und überhaupt. Dann war es so weit: die Emotional Roadshow World Tour! Und im November kommen Twenty One Pilots tatsächlich auch nach München. Und wo werden sie spielen? Im Zenith. Didüm. Vorfreude dahin.

Das Zenith ist als eine der schlechtesten Münchner Konzertlocations bekannt. Ich bin ja normalerweise echt nicht wählerisch und würde mich auch nicht als Freak bezeichnen, dem es sofort auffällt, wenn der Sound nicht optimal ist. Aber nach zwei Pleiten und allgemeinem Unmut über die Halle, mag ich da auch nicht mehr hin. Die Halle ist groß und leider so ziemlich das Einzige in der Größenordnung in München, aber der Sound ist kacke, wenn du nicht an genau diesem einen Punkt stehst, an dem er gut ist. Außerdem siehst du nichts, da die Bühne so unglaublich niedrig ist. Außer du bist zwei Meter groß oder stehst irgendwo in den ersten drei Reihen. Somit dezimiert sich der Platz für den guten (würde mir ja schon reichen, es muss ja nicht optimal sein) Konzertgenuss auf ein unfassbares Minimum! Und das bei einer Fläche für bis zu 6.000 Personen!

Ich hab also lange hin und her überlegt, ob ich die schlechten Bedinungen in Kauf nehmen soll und ob mir das dann wirklich 45 Euro wert ist. So lange, bis das Konzert mal wieder ausverkauft war. Hm. Na zumindest hat sich so das Problem von allein erledigt. Somit gibt es also diesmal wieder keine Twenty One Pilots für mich. Dann warte ich halt einfach so lange, bis sie irgendwann in der Olympiahalle spielen.

Übrigens läuft seit gestern die DC-Comic-Verfilmung Suicide Squad im Kino, zu dessen Soundtrack auch Twenty One Pilots den extra dafür entstandenen Song Heathens beigesteuert haben. Es ist wohl kaum eine Überraschung, dass mir der Track gefällt. Allein der Text…wie immer drückend, düster und heftig. Allgemein soll der Soundtrack einer der Besten der letzten Jahrzente sein. Davon werde ich mich heute Abend gleich mal selbst überzeugen und den Film im Kino anschauen. So komme ich wenigstens ein bisschen in den Genuss von Twenty One Pilots.

Please don’t make any sudden moves – you don’t know the half of the abuse

Downtown Acoustic Night

Heute Abend ist es mal wieder so weit! Im Rahmen der Downtown Acoustic Night werde ich zum ersten Mal seit einem Jahr wieder selbst auf der Bühne stehen. Ich bin schon so aufgeregt, das könnt ihr euch gar nicht vorstellen! Der Konzertabend wird jährlich von meiner Musikschule, dem Downtown Music Institute, in der Soho Stage veranstaltet und ich kann es nur immer wieder betonen: Ich hätte mir damals keine bessere Musikschule aussuchen können, als ich mit 19 Jahren und ohne jegliche Vorkenntnisse beschlossen habe ein Instrument zu lernen. Es fing mit Klavier an, dann kam Gesangsunterricht hinzu und ein Jahr später der Chor. Somit bin ich an drei Tagen die Woche im Downtown, in letzter Zeit war ich sogar viermal die Woche da, um für das Konzert proben zu können. Das mag sich viel anhören, doch ich bin immer gern dort. Noch kein einziges Mal hab ich mir gedacht: Oh Mann, jetzt muss ich noch zum Musikunterricht. Das mag daran liegen, dass die Atmosphäre, die dort herrscht, so unglaublich positiv ist. Alle Lehrer dort gehen mit so viel Leidenschaft und Interesse an das Unterrichten ran, dass es dir eigentlich gar nie wie Unterricht vorkommt. Eher wie Musikmachen mit Freunden. Nicht selten verquatscht man sich minutenlang, bis einem einfällt, warum man überhaupt hier ist. Und absolut immer wird auf meine Wünsche eingegangen und mir nie ein Stück oder ein Song aufgezwungen, zu dem ich eigentlich keine Lust habe. Klingt nach dem idealen Lernumfeld oder?

Beim Konzert heute Abend werde ich ganze Viermal auf der Bühne stehen. Shit! Einmal singe ich Be With You von Leslie Clio, zusammen mit einer Backgroundsängerin und zwei Gitarristen. Da freu ich mich schon am meisten drauf, weil es einfach so viel Spaß macht! Doch wenn ich mir die Setlist so ansehe, tanze ich mit diesem fröhlichen und flotten Song mal wieder voll aus der Reihe. Wie immer. Die anderen singen melancholische, traurige und ruhige Songs – und ich? Tja. Im Jahr davor hab ich gerappt, vor zwei Jahren einen Song mit bösen Schimpfwörtern gesungen. But who cares?! Dieses Jahr könnte es zum Schluss hin mit diesem „Didididididi-didididididi“ dezent peinlich werden. Schon bei den Proben konnten wir uns bei der Stelle das Grinsen nicht verkneifen.

Aber auch sonst sind tolle Nummern dabei! Wie jedes Jahr singt irgendwer Wonderwall von Oasis und ein Gitarrist wird wieder ein Instrumentalstück spielen. Wenn das wieder der selbe wie schon in den Jahren davor ist, dann – Wuhuuuu! Das ist nämlich kein langweiliger Scheiß sondern sowas von genial, dass mir jedes Mal fast die Augen rausfallen, wenn ich zu verstehen versuche, wie er all das gleichzeitig auf einer Gitarre spielen kann! Auf Crosses von José González freu ich mich auch schon sehr. Zum einen weil es ein schöner Song ist, zum anderen weil den Clemens performen wird und der einfach grandiose Singer-Songwriter-Qualitäten hat. Ein paar langweilige Nummern aus den Charts sind auch mit dabei. Und dann wäre da noch Love Yourself von Justin Bieber. Ich trau es mich ja echt nicht sagen, aber…mir gefällt das Lied. Als ich es zum ersten Mal gehört habe, war ich hin und weg. Bis ich erfahren habe, von wem es ist. Ich glaube, den zwei, die das heute Abend spielen werden, ist es auch ein bisschen peinlich. Aber der Song ist halt trotzdem echt gut.

Mit dem Chor werden wir einen Gospel singen und dann noch Victory von Dear Reader, das sich hoffentlich – so kurzfristig wie wir das jetzt alles umgeworfen und geprobt haben – gut anhören wird. Auf die Schlussnummer freu ich mich auch schon voll. Die wird der Burner! Mehrere Schüler werden zusammen Can’t Help Falling In Love von Elvis Presley in der Coverversion von Twenty One Pilots covern. Wir werden dabei als Heartchor (haha!) mit am Start sein. Mich als riesigen Fan von Twenty One Pilots freut das natürlich sehr. Schaut euch auch unbedingt das Video dazu an. Tylers typisch gequälter Blick ist einfach unbezahlbar.

Bleibt mir nur noch zu sagen: Solltet ihr in Augsburg sein, kommt rum! Das wird gut! Hier geht’s zur Facebook-Veranstaltung mit noch mehr Infos: Klick!

Album: Twenty One Pilots – Blurryface

Manchmal macht man komische Sachen. Wie z. B. sich im Urlaub in Kuba das neue Album von Twenty One Pilots runterzuladen. Weil das eben genau einen Tag nachdem man Deutschland verlassen hat erscheint. Und es unbedingt haben muss. Und hören will. Und sich dann im Hotel in Havanna eine teure Karte fürs WLAN kauft und es über die grottige Internetverbindung runterlädt. Obwohl man sich besser mal fertig machen sollte, weil der Bus in ein paar Minuten fährt.

Im Endeffekt bin ich aber froh, dass ich das Album noch während der ersten Tage, in denen wir die Rundreise gemacht haben, runtergeladen habe. Ich habe es zwar erst in der zweiten Woche das erste Mal angehört, aber da waren wir in einem Badehotel auf einer Insel im letzten Eck von Kuba. Die Internetverbindung dort war unterirdisch schlecht und quasi nicht vorhanden. Nicht mal Whatsapp funktionierte.

Aber eigentlich sollte es ja hier um das neue Album von Twenty One Pilots gehen und nicht um das kubanische Internet. Also: Blurryface ist einfach der Wahnsinn! Aber wahrscheinlich könnte man mir auch die schlechtesten Aufnahmen aus dem Proberaum der zwei vorspielen und ich fände es immer noch geil. Noch nie war ich so sehr Fan einer Band wie von Twenty One Pilots. Ich freue mich schon jetzt wie doof auf das Konzert im November.

Und das obwohl das neue Album ganz anders ist als Vessel. Es klingt noch immer eins zu eins wie Twenty One Pilots, aber trotzdem…irgendwas ist anders. Zum einen kommen weniger akustische Instrumente vor und viel mehr Sachen wie Synthies und E-Gitarren (überhaupt: gab es schon auf den früheren Alben Songs mit E-Gitarren? Bei Heavydirtysoul sticht das plötzlich extrem raus). Trotzdem blitzt hin und wieder ein Hauch von Klavier durch. Ansonsten hört man diesmal viel öfter die Ukulele, z. B. bei Ride oder The Judge, was mir auch total gut gefällt. Das gibt den Liedern immer so eine scherzhafte Lockerheit.

Natürlich rappt Tyler immer noch ganz viel. Und mit Stressed Out und Fairly Local sind auch wieder ein paar traurige, düstere Lieder mit auf dem Album. Teilweise wirkt Blurryface sogar wie eine Kopie von Vessel. Mit Goner ist nämlich das letzte Lied wieder das ruhigste (obwohl es zum Ende dann doch noch lauter und wilder wird). Message Man klingt genauso wie Guns For Hands ein bisschen nach Reggae. Und genauso wie House Of Gold auf Vessel ist diesmal We Don’t Believe What’s On TV das typische Ukulelen-Lied.

Aber…großes ABER: bei Tear In My Heart ist mir aufgefallen, das Tyler zum ersten Mal über eine bestimmte Person singt! Sonst heißt es immer nur „you“, was ja eigentlich jeder sein könnte, aber jetzt gibt es plötzlich „she“, diese eine bestimmte.

Mein Lieblingslied ist Message Man, weil es einfach genial ist. Nicht nur von dem her wie es klingt, sonder auch von den Lyrics her. Ich glaube, extrem viele Leute versuchen aus Tylers Texten die Botschaften, Hintergründe und Gedanken rauszuinterpretieren. Die Message eben. Oft kann man aber mit solchen Interpretationsversuchen ganz schön daneben liegen. Und eigentlich geht es in dem Song genau darum. Er hat es satt, dass alle versuchen irgendwas aus seinen Texten rauszulesen.

Im Prinzip ist das neue Album also genauso wie das alte. Und irgendwie auch nicht.

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Vielleicht habt ihr euch schon gewundert, warum ich in meinem Bericht zum Konzert von Twenty One Pilots nichts über die Vorband geschrieben habe. Ehrlich gesagt…ich wollte ihn nicht verderben.

An dem Tag, an dem das Konzert stattfand, streikte leider wieder einmal die GDL. Trotzdem haben wir es pünktlich zum Einlass geschafft. Das Konzert war ausverkauft, deswegen bildete sich vorm Ampere auch schon eine lange Schlange. Um halb acht waren wir aber drinnen und kurz darauf legte auch schon die Vorband los. Eigentlich eine halbe Stunde zu früh. In diesem Fall war es aber gar nicht weiter schlimm. So hatten wir es wenigsten schneller hinter uns!

Für meinen Musikgeschmack war die Musik von Purple leider gar nichts. Ich verstehe auch immer noch nicht, wie deren Musik mit der von Twenty One Pilots zusammenpasst.

Purple ist eine dreiköpfige Band aus Texas, bestehend aus einem Gitarristen, einem Bassisten und einer singenden Schlagzeugerin. Eine ungewöhnliche Zusammenstellung. Die Musik der Band war laut und schrill, plärrend und…äh…unschön. Die wasserstoffblonde Drummerin kam wie eine prollige Texas-Bitch rüber. Erst recht als sie ihr Oberteil auszog und ihren BH mit glitzernden Dollarzeichen präsentierte. Auch ihr Gesang war nicht so toll, denn eigentlich war es nur Gegröle. Das Ganze ging schon leicht in Richtung Metal. Nein, nein…das war nichts für mich!

Konzert: Twenty One Pilots – 07.11.2014 – Ampere

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Vergangenen Freitag war ich auf einem Konzert, auf das ich mich schon lange gefreut habe. Zum zweiten Mal hab ich Twenty One Pilots live gesehen. Das erste Mal war vor einem dreiviertel Jahr in Wien – dieses Mal mussten wir jedoch nicht so weit reisen, da sie während der zweiten Tour sogar im Ampere in München spielten! Normalerweise gehe ich nicht so kurz hintereinander auf zwei Konzerte derselben Band. Bei Twenty One Pilots würde ich aber immer wieder eine Ausnahme machen.

Sie sind und bleiben einfach die beste Live-Band, die ich je gesehen habe! Die Energie, mit der die zwei ihre Konzerte spielen, ist einfach unglaublich. Sie verstehen es das Publikum mitzureißen. Und auch wenn Tyler ansonsten eher ruhig und zurückhaltend wirkt, hält er es kaum aus während der Songs stillzustehen. Er springt von einem Ende der Bühne zum anderen, klettert aufs Klavier und fast nach jedem Song wechselt er das Outfit. Zu House Of Gold trug er auch dieses Mal wieder den geblümten Kimono und erzählte dem Publikum, dass er seiner Mutter (für die er den Song geschrieben hat) versprochen hat, bei diesem Lied etwas Festliches zu tragen. Bei Car Radio trugen die beiden selbstverständlich wieder die Sturmmasken und auch sonst waren mit Josh’ Latzhose aus Leder oder Tylers Kapuzenpullover mit dem Skelettaufdruck (die Kapuze konnte man bis oben hin schließen und ich frage mich immer noch, wie er da noch was gesehen hat) eher ungewöhnlich.

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Obwohl zwischen den zwei Konzerten nur wenige Monate liegen, ist dieses zweite kein Vergleich zum ersten Konzert im Februar. Alles war noch besser und grandioser als beim ersten Mal, und da war es schon ziemlich cool! Gleich zu Beginn und auch immer wieder zwischen den Songs spielten sie verschiedene Aufnahmen ab: eine Männerstimme erzählte etwas – es klang fast so, als ob er etwas vorlas. Leider habe ich nicht alles verstanden, aber ich glaube, es könnten Passagen aus dem Theaterstück sein, von dem auch der Bandname stammt. Es wurden auch zwei neue Songs gespielt, die mich jetzt noch mehr auf das nächste Album warten lassen. Das war nämlich die letzte Tour mit Vessel, was Tyler nach einem Cover von Lana Del Reys Summertime Sadness verkündete.

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Das war dann eigentlich auch schon das Ende vom Konzert. Doch die unbekannte Männerstimme verkündete, dass es nun an uns läge, ob es noch eine Zugabe gibt. Fans von Twenty One Pilots muss man aber nicht lange bitten. Wir hätten uns so oder so die Hände wundgeklatscht und die Lungen aus dem Leib geschrien. Schon während dem Konzert haben Tyler und Josh immer wieder das Publikum mit einbezogen. Tyler wurde von den Leuten auf Händen getragen, Josh spielte über den Köpfen der Fans Schlagzeug und wir wurden dazu aufgefordert unsere Freunde auf den Schultern zu tragen. Doch nach zwei Zugaben kam das große Finale. Die Leute in den ersten Reihen bekamen zwei Trommeln und zwei Plattformen in die Hände gedrückt. Tyler und Josh kletterten auf die Platten, gossen Wasser auf die Trommeln und spielten den besten Abschluss, den ein solches Konzert haben kann.

Auch Stunden danach waren wir noch total aufgekratzt und redeten von nichts anderem. Man kann es nicht oft genug sagen: Das Konzert war einfach der Wahnsinn! Allein die Tatsache, dass wir vier danach von oben bis unten durchgeschwitzt waren, ist wohl Beweis genug…

Edit: Auch wenn es echt peinlich ist, muss ich an dieser Stelle zugeben, dass ich nicht immer so informiert bin wie ich es gerne wäre. Ein lieber und aufmerksamer Leser, der ebenfalls auf dem Konzert war,  hat mir – kurz nachdem ich diesen Eintrag hochgeladen habe – geschrieben und mich aufgeklärt. Die zwei von mir als neu bezeichneten Songs sind es gar nicht! Sie heißen Fall Away und Addict With A Pen und stammen vom bereits 2009 erschienenen Album Twenty One Pilots. Überall wurde Vessel als Debütalbum bezeichnet, so dass ich gar nicht auf die Idee kam, dass es auch noch andere Veröffentlichungen von Twenty One Pilots gibt. Tatsächlich haben sie aber oben genanntes Album sowie Regional At Best (2011) ohne Plattenlabel bereits vor Vessel veröffentlicht. Ein großes Dankeschön an den anonymen Leser! So muss ich jetzt wenigstens nicht auf ein neues Album warten, sondern kann mir die alten – aber für mich neuen – Songs gleich anhören.

Twenty One Pilots – Migraine

https://vimeo.com/111992842

Könnt ihr euch vorstellen, dass ich – eure Princess – rappe? Ich mir auch nicht. Aber ich hab’s trotzdem mal versucht und ich glaube, ich bin gar nicht mal so schlecht. Im Grunde genommen ist es nur wie Zungenbrecher aufsagen…mit einem kleinen Hauch von Eminem.

Für meinen ersten Versuch habe ich mir diesen Song ausgesucht. Und ich kann euch sagen, dass es so verdammt viel Spaß macht. Auch wenn man aufpassen muss, sich nicht zu verhaspeln, ist es doch irgendwie einfacher als normales Singen. Es gibt nämlich keine Töne, die man genau treffen muss…hihi

Konzert: Twenty One Pilots – 09.02.2014 – B 72

Was tut man als Fan nicht alles, um seine Lieblingsband live zu sehen?! In meinem Fall war das eine Reise nach Wien. Dort spielten nämlich am Sonntag Twenty One Pilots im B72, einer – wie Tyler es nannte – “cozy venue”. Und damit hatte er absolut recht. Noch nie war ich auf so einem kleinen Konzert. Nur eine handvoll Leute passten in den Club, der wirklich zum Bersten voll war. Das Konzert war nämlich ausverkauft. Die Bühne (Klavier und Schlagzeug passten gerade so drauf – was machen Bands mit mehr Instrumenten?!) war umringt von Fans, doch auf der Galerie hatten wir eindeutig die beste Aussicht. Für die Twenty One Pilots Tyler und Josh war es leider nicht ganz so easy. Einen extra Bühnenaufgang gab es nicht. Sie mussten sich also quer durchs Publikum schlagen. Das verkomplizierte sogar die Sache mit der Zugabe ein wenig. Tyler: “It’s going to be funny, because there’s nowhere we can go to.” Das Problem wurde dann aber einfach so gelöst: Tyler und Josh versteckten sich in den hintersten Ecken der Bühne und das Publikum tat eben so, als seien sie nicht mehr da. Hat funktioniert!

Aber jetzt mal ganz von vorne: Twenty One Pilots lieferten ein Konzert ab, als seien sie welche der ganz großen Stars. Das Publikum jubelte als würde dort Madonna oder Justin Timberlake vor ihnen stehen. Auch wenn das Spektakel nur eine knappe Stunde dauerte (bei einem Album plus einem neuen Song war leider nicht mehr drin), fehlte es an nichts. Je nach Song wurden die Outfits gewechselt: Sturmmaske Nr. 1 zu Ode To Sleep, Morgenmantel mit Rosen zu House Of Gold, Sturmmaske Nr. 2 zu Car Radio und Skelettpulli samt Totenkopf-Kapuze zu Migraine. Tyler springt, zuckt, zappelt und tanzt wie verrückt über die Bühne. Josh wippt mit geschlossen Augen verträumt zu seinen Schlagzeugrhythmen. Vor mehreren Songs spielen die beiden kurz den Song Trees an und gehen dann widerum zu einem ganz anderen über, bis sie ihn dann doch komplett als Zugabe spielen. Und natürlich kann das Publikum jedes einzelne Lied von vorne bis hinten mitsingen. Das ging sogar so weit, dass das Publikum bald mit der Band zusammen sang. Manchmal lies Tyler nämlich die Fans ganze Passagen selbst singen, während er weiter auf seinem Klavier klimperte, die Augen schloss und bis über beide Ohren grinste. Verständlich…immerhin haben wir unsere Sache wirklich gut gemacht.

Als dann die letzten Töne der Zugabe ausklangen, zerrte Tyler das Klavier an den Rand der Bühne. Die beiden sprangen drauf, drückten den Menschen vor ihnen zwei Trommeln in die Hand und schlugen synchron darauf ein. Ein paar letzte Paukenschläge bevor sie dann auch schon wieder durchs Publikum hindurch verschwanden.

Twenty One Pilots – Guns For Hands

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr ich mich freue, diese beiden Chaoten bald live zu sehen. Allein ihre Videos anzuschauen macht schon so wahnsinnig viel Spaß. Ich hoffe, live wird’s genauso verrückt!

Nur: kann mir irgendjemand sagen, was “guns for hands” übersetzt heißt?

Twenty One Pilots – Vessel

Stellt euch eine Band vor, die nur aus zwei Menschen besteht. Einer spielt Schlagzeug – nennen wir ihn Josh – der andere singt und spielt Klavier – nennen wir ihn Tyler. Schlagzeug und Klavier? Das scheint für viele nicht so recht passen zu wollen. Aber was, wenn ich euch verrate, dass Tyler nicht nur singt, sondern auch rappt? Rap und Klavier?! Ich war zuerst auch etwas skeptisch. Aber ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie wunderbar stimmig das Ergebnis klingt. Ach ja: es geht hier übrigens um Twenty One Pilots und deren aktuelles Album Vessel!

Tyler und Josh scheinen sich an keine Regeln halten zu wollen. Sie kombinieren nicht nur Schlagzeug und Klavier mit Rap, sondern singen auch noch von Migränen und gestohlenen Autoradios. In ihren Videos rasieren sie sich die Köpfe oder umwickeln sie mit Klebeband, liegen mit abgetrenntem Unterleib mitten in der Wüste oder tragen Sturmmasken wie Verbrecher. Tyler spielt Ukulele, als ob es nichts Cooleres auf der Welt gäbe. Josh schlägt auf seine Drumms ein, als ob es ihm total egal wäre, dass er dabei ein bisschen verrückt aussieht. Es scheint sie auch nicht zu stören, dass sie oft wie exakte Kopien anderer Musiker klingen. Ode To Sleep hört sich wie die Band Fall Out Boy an. Und wenn Tyler rappt, hat man plötzlich das Gefühl Eminem zu hören. Die Rap-Parts kommen übrigens nicht von ungefähr. Tyler schreibt die Texte in Gedichtform. Und wenn sie mal zu lang sind, fängt er einfach zu rappen an, damit noch alles in den Song passt.

Meine Lieblingslieder des Albums: House Of Gold, Semi-Automatic, Fake You Out, Guns For Hands, Migraine, The Run And Go

Twenty One Pilots – Holding On To You

Die Musik von den zwei Herrschaften, die das Duo Twenty One Pilots bilden, lässt sich nur schwer beschreiben. Einerseits hört sich das ganze an wie Eminem: schnell, rau und irgendwie ganz schön bad. Dann kommt da aber dieser Refrain und ich bin erst mal überrascht. Plötzlich so sanft und bezaubernd. Und dann: diese Klaviermelodie. Da dachte ich wirklich kurz, mein Handy ist schon zum nächsten Lied gesprungen. Aber nein, das sind immer noch Twenty One Pilots. Auf einmal total friedlich und weich; wie um dem Refrain noch mal eins draufzusetzen. Und im Endeffekt klingt das zusammen dann ganz wunderbar. Auch wenn man sich das zuerst nicht so wirklich vorstellen kann. Der komplette Refrain kommt mir wie ein einziges Gedicht vor. Als ob man bei jedem Wort schon weiß, welches als nächstes kommt.